Gastric ulcer
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Magengeschwür (auch Ulcus ventriculi genannt) ist eine offene Wunde in der Schleimhaut des Magens. Es entsteht, wenn die schützende Schleimhaut geschädigt wird und Magensäure das darunterliegende Gewebe angreift.
Wichtige Fakten
- Magengeschwüre heilen meist gut, wenn sie früh erkannt und behandelt werden.
- Die häufigste Ursache ist eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori.
- Auch die Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln (wie Ibuprofen oder Aspirin) kann ein Magengeschwür auslösen.
Magengeschwüre sind in Deutschland recht häufig. Etwa 5 von 100 Menschen haben irgendwann in ihrem Leben eines.
Sie können in jedem Alter auftreten, sind aber häufiger bei Menschen über 60 Jahren und bei Rauchern.
Symptome
- Plötzliche, starke Bauchschmerzen, die sich wie ein Messerstich anfühlen (deutet auf einen Durchbruch des Geschwürs hin)
- Erbrechen von Blut (kann rot oder kaffeesatzartig aussehen)
- Schwarzer, teeriger Stuhl (Zeichen für Blutungen im Magen-Darm-Trakt)
- Schockzeichen wie schneller Herzschlag, kalter Schweiß, Benommenheit
- ⚠Starke Bauchschmerzen, die trotz Ruhe oder Medikamenten nicht besser werden
- ⚠Wiederholtes Erbrechen
- ⚠Zeichen einer Blutung, wie blasse Haut oder Kreislaufprobleme
- ⚠Heller oder dunkelroter Stuhl (Hinweis auf Blutungen)
Häufige Symptome
- Schmerzen oder Brennen im Oberbauch, oft zwischen den Mahlzeiten oder nachts
- Völlegefühl und Aufstoßen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust
Symptome bei Kindern
- Kinder klagen oft über Bauchschmerzen, die nicht genau zu lokalisieren sind.
- Sie können auch Übelkeit, Erbrechen oder Bluterbrechen haben.
- Manchmal zeigen sie nur allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit oder Blässe.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben manchmal keine typischen Schmerzen.
- Stattdessen können sie unerklärliche Müdigkeit, blasse Haut oder Kurzatmigkeit durch Blutarmut (Anämie) entwickeln.
- Auch plötzlicher Gewichtsverlust ohne Erklärung kann ein Zeichen sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori (H. pylori)
- Langfristige Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Aspirin
- Übermäßige Magensäureproduktion (seltene Ursache)
Risikofaktoren
- Rauchen
- Starker Alkoholkonsum
- Stress (kann Geschwüre verstärken, aber nicht allein verursachen)
- Hohes Alter
- Magenkrebs in der Familie (sehr selten)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Zeichen einer Blutung (schwarzer Stuhl, Erbrechen von Blut)
- Bei plötzlichen, sehr starken Bauchschmerzen
- Bei Verdacht auf einen Durchbruch (Messerstichgefühl im Bauch)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt über Magenschmerzen, Sodbrennen oder Übelkeit klagen
- Wenn Sie Blut im Stuhl oder Erbrochenem bemerken
- Wenn Sie ungewollt abnehmen oder sich ständig müde fühlen
Diagnose
Ein Magengeschwür wird durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) diagnostiziert. Dabei führt der Arzt einen dünnen, flexiblen Schlauch mit einer Kamera durch den Mund in den Magen ein.
Mögliche Untersuchungen
- Magenspiegelung (Gastroskopie): Sie zeigt das Geschwür direkt und ermöglicht es, Gewebeproben (Biopsien) zu entnehmen
- Test auf Helicobacter pylori: Dazu gibt es Atemtests, Stuhltests oder eine Blutuntersuchung
- Blutbild: Um eine Blutarmut (Anämie) auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Magenspiegelung wird meist unter einer kurzen Betäubung durchgeführt, sodass Sie nichts spüren. Vorher müssen Sie nüchtern sein. Nach der Untersuchung können Sie nach kurzer Zeit wieder nach Hause. Der Abstrich auf H. pylori oder die Biopsie werden im Labor ausgewertet – die Ergebnisse gibt es meist nach ein paar Tagen.
Behandlung
Die Behandlung eines Magengeschwürs besteht in der Regel aus Medikamenten, die die Magensäure reduzieren, und – falls eine H. pylori-Infektion vorliegt – einer Antibiotikatherapie. Zudem sind Änderungen des Lebensstils hilfreich. Ein Geschwür heilt meist innerhalb weniger Wochen ab.
Selbsthilfe zu Hause
- Verzichten Sie auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
- Meiden Sie Lebensmittel, die Ihre Beschwerden verschlimmern (z. B. stark gewürzte Speisen, fettes Essen, Kaffee).
- Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt statt wenige große.
- Vermeiden Sie Stress, wenn möglich, und gönnen Sie sich Ruhepausen.
Medizinische Behandlungen
Die Medikamente gehören zu den sogenannten Protonenpumpenhemmern (PPI) oder H2-Rezeptorblockern – sie verringern die Magensäurebildung. Falls eine H. pylori-Infektion nachgewiesen wird, erhalten Sie für etwa 7 bis 14 Tage eine Kombination aus zwei verschiedenen Antibiotika und einem PPI. Wichtig: Nehmen Sie keine Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Aspirin mehr ein, solange das Geschwür nicht abgeheilt ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in sehr seltenen Fällen nötig, zum Beispiel wenn das Geschwür nicht auf Medikamente anspricht, immer wieder blutet oder durchbrochen ist. Der Arzt wird dann mit Ihnen alle Optionen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem Magengeschwür können Sie normal leben, solange Sie die Behandlung einhalten. Achten Sie auf Ihren Körper und vermeiden Sie Reize, die Ihre Beschwerden verstärken. Die Geschwüre heilen in der Regel innerhalb von 4 bis 8 Wochen vollständig ab.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Ihre Medikamente genau nach ärztlicher Anweisung ein.
- Vermeiden Sie Alkohol und Rauchen.
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Spaziergänge.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene, faserreiche Ernährung kann helfen. Achten Sie auf Ihre Verträglichkeit: Manche Menschen reagieren empfindlich auf scharf gewürzte Speisen, Zitrusfrüchte oder Koffein. Leichte Bewegung wie Gehen oder Radfahren fördert die Verdauung, vermeiden Sie jedoch Sport direkt nach dem Essen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Magenschmerzen können auf Dauer belasten. Es ist normal, sich manchmal ängstlich oder niedergeschlagen zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber – er kann Ihnen helfen, Lösungen zu finden.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen können Sie einem Magengeschwür vorbeugen. Dazu gehört: Vermeiden Sie übermäßigen Konsum von nichtsteroidalen Schmerzmitteln (NSAR). Wenn Sie solche Medikamente einnehmen müssen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über magenschonende Mittel oder einen magenschützenden Wirkstoff. Halten Sie sich an eine gesunde, schonende Ernährung und verzichten Sie auf Rauchen und starken Alkoholkonsum.
Früherkennungsprogramme
Ein Screening auf Helicobacter pylori für alle Menschen wird derzeit nicht empfohlen. Wenn in Ihrer Familie gehäuft Magengeschwüre oder Magenkrebs vorkommen, kann Ihr Arzt eine Untersuchung empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Blutungen, die zu einer Blutarmut (Anämie) führen können
- Durchbruch des Geschwürs (Perforation) – eine lebensbedrohliche Komplikation, bei der Mageninhalt in die Bauchhöhle gelangt
- Verengung des Magenausgangs (Magenausgangsstenose) durch Narbenbildung
Langzeitprognose
Ein Magengeschwür heilt bei richtiger Behandlung meist vollständig aus. Mit modernen Medikamenten und Änderungen im Lebensstil können die meisten Menschen wieder beschwerdefrei leben. Nur in seltenen Fällen treten Komplikationen auf, die aber ebenfalls gut behandelbar sind.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.