Genital warts
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Genitalwarzen (Feigwarzen) sind kleine, hautfarbene oder gräuliche Wucherungen im Genital- und Analbereich. Sie werden durch eine Infektion mit bestimmten Typen des Humanen Papillomvirus (HPV) verursacht. Die Warzen sind in der Regel harmlos, aber ansteckend.
Wichtige Fakten
- Genitalwarzen werden durch Viren verursacht, nicht durch Bakterien.
- Sie sind eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen.
- Die Warzen können von selbst verschwinden, aber auch behandelt werden.
- Eine Impfung gegen HPV kann vor den häufigsten Warzen-Typen schützen.
Ja, Genitalwarzen sind weltweit verbreitet. Schätzungen zufolge haben etwa 1 von 100 sexuell aktiven Erwachsenen sichtbare Warzen. Noch mehr Menschen tragen das Virus in sich, ohne Symptome zu haben.
Genitalwarzen können jeden betreffen, der sexuell aktiv ist. Sie treten am häufigsten bei jungen Erwachsenen zwischen 15 und 30 Jahren auf. Auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Starke Blutung aus einer Warze nach Verletzung
- Plötzliche starke Schmerzen oder Schwellung im Genitalbereich
- ⚠Warzen, die sehr schnell wachsen oder sich verändern
- ⚠Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang
- ⚠Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Eiter oder Fieber
Häufige Symptome
- Kleine, hautfarbene oder graue Erhebungen im Genital- oder Analbereich
- Warzen können einzeln oder in Gruppen auftreten und blumenkohlartig aussehen
- Juckreiz, Brennen oder leichte Schmerzen im betroffenen Bereich
- Blutungen beim Geschlechtsverkehr oder beim Stuhlgang (bei Afterwarzen)
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können Genitalwarzen auf eine sexuelle Übertragung hinweisen, aber auch durch nicht-sexuelle Übertragung von den Händen der Eltern möglich sein.
- Die Warzen sehen ähnlich aus wie bei Erwachsenen, können aber schneller wachsen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen können Genitalwarzen seltener auftreten, aber wenn, dann oft hartnäckiger.
- Durch nachlassende Immunabwehr können Warzen größer werden oder länger bestehen bleiben.
Ursachen
Hauptursachen
- Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV), meist durch sexuellen Kontakt
- Direkter Hautkontakt mit einer infizierten Person, auch ohne sichtbare Warzen
- Selten: Übertragung von den Händen auf die Genitalien
Risikofaktoren
- Ungeschützter Geschlechtsverkehr (vaginal, anal, oral)
- Häufiger Wechsel der Sexualpartner
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch HIV, Medikamente oder Stress)
- Rauchen (erhöht das Risiko für HPV-Infektionen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Schmerzen oder Blutungen
- Bei raschem Wachstum oder Veränderung der Warzen
- Bei Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Stuhlgang
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sobald Sie eine ungewöhnliche Wucherung im Genitalbereich bemerken
- Zur Abklärung, ob es sich um Genitalwarzen oder eine andere Erkrankung handelt
Diagnose
Die Diagnose wird meist durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Der Arzt betrachtet die Warzen mit bloßem Auge oder mit einer speziellen Lupe (Kolposkop).
Mögliche Untersuchungen
- Bei unklaren Fällen kann eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden
- Ein HPV-Test (Abstrich) ist nicht routinemäßig nötig, kann aber bei Frauen im Rahmen der Krebsvorsorge durchgeführt werden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schnell und schmerzlos. Der Arzt wird Sie bitten, sich zu entkleiden und die betroffene Stelle zu zeigen. Bei Frauen kann eine gynäkologische Untersuchung erfolgen. Der Arzt wird mit Ihnen besprechen, ob eine Behandlung sinnvoll ist.
Behandlung
Genitalwarzen müssen nicht immer behandelt werden, da sie oft von selbst verschwinden. Eine Behandlung kann jedoch die Warzen entfernen, Symptome lindern und die Ansteckungsgefahr verringern. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Größe, Anzahl und Ort der Warzen gewählt werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie den Bereich sauber und trocken
- Vermeiden Sie Kratzen oder Reiben an den Warzen
- Verwenden Sie keine rezeptfreien Warzenmittel, da diese die empfindliche Haut reizen können
- Benutzen Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren (schützen aber nicht vollständig)
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt durch einen Arzt. Mögliche Verfahren sind das Auftragen von Lösungen oder Cremes (die das Warzengewebe zerstören oder das Immunsystem anregen), Vereisung (Kryotherapie), Laserbehandlung oder chirurgische Entfernung. Die Wahl der Behandlung hängt von der individuellen Situation ab. Ihr Arzt wird mit Ihnen die beste Option besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine chirurgische Entfernung kann bei großen, hartnäckigen Warzen oder bei Warzen, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen, empfohlen werden. Der Eingriff wird in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Genitalwarzen beeinträchtigen den Alltag meist nicht stark. Achten Sie auf Hygiene und vermeiden Sie enge Kleidung, die reiben könnte. Benachrichtigen Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin, um eine Weitergabe zu verhindern.
Tipps für den Alltag
- Stärken Sie Ihr Immunsystem durch gesunde Ernährung und Bewegung
- Vermeiden Sie Rauchen, da dies das Immunsystem schwächt
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungsübungen oder Hobbys
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt die allgemeine Gesundheit. Regelmäßige Bewegung hilft, das Immunsystem zu stärken. Es gibt keine spezielle Diät gegen Genitalwarzen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Genitalwarzen können Schamgefühle und Angst vor Ablehnung auslösen. Viele Menschen fühlen sich unwohl oder unsicher. Es ist wichtig zu wissen, dass die Warzen sehr häufig sind und gut behandelbar. Offene Gespräche mit einem Partner oder einer Vertrauensperson können helfen. Bei starken Belastungen suchen Sie psychologische Beratung.
Vorbeugung
Ja, das Risiko einer HPV-Infektion kann durch Safer Sex (Kondome) reduziert werden. Kondome schützen jedoch nicht vollständig, da der Virus auch auf Hautstellen übertragen werden kann, die nicht vom Kondom bedeckt sind.
Impfungen
Es gibt eine Impfung gegen die häufigsten krebserregenden und Warzen-verursachenden HPV-Typen. Die Impfung wird für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen, kann aber auch später noch sinnvoll sein. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin danach.
Früherkennungsprogramme
Für Frauen gibt es im Rahmen der Krebsvorsorge regelmäßige HPV-Tests und Pap-Abstriche. Diese können auch auf HPV hinweisen, bevor Warzen sichtbar werden. Männer haben derzeit kein routinemäßiges Screening, aber bei Symptomen sollten sie zum Arzt gehen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Genitalwarzen können größer werden und sich ausbreiten
- Selten: Entzündungen oder Blutungen, besonders bei mechanischer Reizung
- In sehr seltenen Fällen können bestimmte HPV-Typen zu Krebs führen (Gebärmutterhalskrebs, Afterkrebs) – das sind aber andere HPV-Typen als die, die meist Warzen verursachen
Langzeitprognose
Die Prognose ist in der Regel sehr gut. Viele Warzen verschwinden innerhalb von Monaten bis Jahren von selbst. Mit Behandlung können sie schnell entfernt werden. Auch wenn sie wiederkommen können, sind sie gut beherrschbar. Die Infektion mit HPV ist weit verbreitet und meist harmlos. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, mögliche Spätfolgen frühzeitig zu erkennen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ↗ · Deutschland
- Deutsche STI-Gesellschaft e.V. ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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