Glaucoma
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Glaukom ist eine Augenerkrankung, bei der der Sehnerv geschädigt wird. Der Sehnerv verbindet das Auge mit dem Gehirn und ist für das Sehen nötig. Meist steigt der Druck im Auge an, aber das muss nicht immer so sein. Unbehandelt kann Glaukom zu dauerhaften Sehverlust führen.
Wichtige Fakten
- Glaukom ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung weltweit, aber früh erkannt gut behandelbar.
- Oft verursacht Glaukom lange Zeit keine Beschwerden – regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig.
- Der Augeninnendruck ist ein wichtiger Risikofaktor, aber nicht jeder mit erhöhtem Druck bekommt Glaukom.
Ja, Glaukom ist weit verbreitet. In Deutschland sind etwa 1–2 % der Menschen über 40 Jahre betroffen, mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit.
Glaukom kann Menschen jeden Alters betreffen, am häufigsten tritt es jedoch bei Menschen über 60 Jahren auf. Auch Menschen mit familiärer Vorbelastung, bestimmten Erkrankungen (wie Diabetes) oder Kurzsichtigkeit haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzliche starke Augenschmerzen
- Übelkeit oder Erbrechen zusammen mit Augenschmerzen
- Plötzlicher Sehverlust oder verschwommenes Sehen
- Rote Augen mit Schmerzen
- Lichtempfindlichkeit mit Kopfschmerzen
- ⚠Neu auftretende Sehstörungen, die nicht nachlassen
- ⚠Augenschmerzen, die länger als einen Tag anhalten
- ⚠Verminderte Sicht oder Gesichtsfeldausfälle, die Sie bemerken
Häufige Symptome
- Im frühen Stadium meist keine Symptome – das ist tückisch.
- Mit Fortschreiten können Gesichtsfeldausfälle auftreten, oft zuerst am äußeren Rand.
- Später: Tunnelblick, eingeschränktes Sehen bei Dämmerung.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann ein angeborenes Glaukom auftreten. Symptome sind: tränende Augen, Lichtempfindlichkeit, vergrößerte Hornhaut oder eintrüben der Hornhaut.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene bemerken oft erst spät Einschränkungen im Gesichtsfeld. Auch verschwommenes Sehen oder das Gefühl, dass die Brille nicht mehr richtig hilft, können vorkommen.
Ursachen
Hauptursachen
- Der häufigste Grund ist ein zu hoher Augeninnendruck, der den Sehnerv schädigt. Das passiert, wenn das Kammerwasser im Auge nicht richtig abfließen kann.
- Es gibt auch ein Glaukom mit normalem Druck (Normaldruckglaukom), bei dem der Sehnerv trotz normalem Druck leidet.
- Seltener: Entzündungen, Verletzungen, Tumore oder bestimmte Medikamente (z. B. Kortison).
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Familiäre Vorbelastung (Glaukom bei Eltern oder Geschwistern)
- Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit
- Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder andere Durchblutungsstörungen
- Frühere Augenverletzungen oder Operationen
- Langzeitanwendung von Kortisonpräparaten (z. B. Augentropfen oder Tabletten)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Augenschmerzen mit Übelkeit oder Erbrechen – sofort in die Notaufnahme (Notruf 112) oder zum Augenarzt.
- Bei plötzlichem Sehverlust oder starkem verschwommenem Sehen.
- Bei roten, schmerzhaften Augen mit Lichtempfindlichkeit.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ab dem 40. Lebensjahr alle 1–2 Jahre zur Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt, auch ohne Beschwerden.
- Bei Risikofaktoren (z. B. familiäre Belastung) schon früher und häufiger.
- Wenn Sie einen erhöhten Augeninnendruck festgestellt bekommen, sollten Sie regelmäßige Kontrollen wahrnehmen.
Diagnose
Ein Augenarzt stellt die Diagnose durch eine gründliche Untersuchung. Dabei werden Augeninnendruck, Gesichtsfeld, Sehnerv und die Abflussstrukturen des Auges geprüft. Die Untersuchungen sind schmerzfrei.
Mögliche Untersuchungen
- Tonometrie: Messung des Augeninnendrucks mit einem Betäubungstropfen im Auge.
- Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie): Sie erkennen Lichtreize an verschiedenen Stellen, um Ausfälle zu finden.
- Augenspiegelung (Ophthalmoskopie): Der Arzt untersucht den Sehnerv am hinteren Augenpol.
- Optische Kohärenztomographie (OCT): Ein 3D-Bild vom Sehnerv und der Netzhaut.
- Gonioskopie: Überprüfung des Abflusswinkels des Kammerwassers mit einer speziellen Linse.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen dauern etwa 30–60 Minuten. Sie bekommen Augentropfen, die die Pupille weiten – danach sehen Sie für einige Stunden unscharf. Nehmen Sie besser nicht selbst Auto. Der Arzt erklärt Ihnen die Ergebnisse und bespricht das weitere Vorgehen.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, den Augeninnendruck zu senken und den Sehnerv zu schützen. Die Behandlung kann den bereits eingetretenen Schaden nicht rückgängig machen, aber das Fortschreiten verlangsamen oder stoppen.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie Ihre verordneten Augentropfen regelmäßig ein, auch wenn Sie keine Beschwerden haben.
- Vermeiden Sie starkes Pressen oder Bücken mit dem Kopf nach unten (z. B. bei schwerem Heben).
- Schützen Sie Ihre Augen vor Verletzungen (z. B. beim Sport mit Schutzbrille).
- Lassen Sie regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt zu.
Medizinische Behandlungen
Die erste Behandlung besteht meist aus Augentropfen, die den Augeninnendruck senken. Diese Tropfen müssen oft täglich angewendet werden. Es gibt verschiedene Wirkstoffgruppen, der Arzt wählt das passende Präparat aus. Manche Menschen brauchen auch mehrere Tropfen. Die Behandlung wird individuell angepasst. Bei Unverträglichkeiten oder unzureichender Wirkung können auch orale Medikamente zum Einsatz kommen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Augentropfen nicht ausreichen oder nicht vertragen werden, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Die häufigste Methode ist die Trabekulektomie (ein künstlicher Abfluss für das Kammerwasser). Auch Laserbehandlungen (z. B. Selektive Lasertrabekuloplastik) können den Druck senken. Der Arzt entscheidet gemeinsam mit Ihnen, wann ein Eingriff sinnvoll ist.
Leben mit der Erkrankung
Glaukom erfordert eine regelmäßige Behandlung und Kontrolle, aber die meisten Menschen können ihren Alltag gut bewältigen. Achten Sie auf eine gute Beleuchtung und vermeiden Sie Aktivitäten, die den Druck kurzfristig stark erhöhen (z. B. Pressen bei Verstopfung). Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, z. B. Gehen, Joggen oder Radfahren – das kann den Augeninnendruck senken.
- Vermeiden Sie Rauchen, da es die Durchblutung des Sehnervs beeinträchtigt.
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper, wenn Sie einen erhöhten Augendruck haben (z. B. Kissen).
- Gehen Sie regelmäßig zu Kontrollterminen und nehmen Sie Ihre Medikamente zuverlässig.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist empfehlenswert. Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit, aber trinken Sie nicht zu viel auf einmal. Koffein in Maßen ist meist unbedenklich. Moderate Bewegung wie Spazierengehen, Schwimmen oder Tanzen ist förderlich. Vermeiden Sie extreme Belastungen wie Gewichtheben mit Pressen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Glaukom kann Ängste vor dem Verlust des Sehvermögens auslösen. Es ist wichtig, über diese Gefühle zu sprechen und sich unterstützen zu lassen. Eine Verschlechterung der Sicht kann das Selbstvertrauen und die Unabhängigkeit beeinträchtigen. Suchen Sie bei anhaltender Niedergeschlagenheit oder Angst ärztliche Hilfe oder eine psychologische Beratung.
Vorbeugung
Eine vollständige Verhinderung von Glaukom ist nicht möglich, da die Entstehung nicht vollständig verstanden ist. Allerdings kann eine frühzeitige Erkennung durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen das Risiko von Sehverlust deutlich vermindern. Auch eine gesunde Lebensweise kann das Risiko senken.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland gibt es kein gesetzliches Screening auf Glaukom, aber ab dem 40. Lebensjahr empfehlen die Augenärzte eine Vorsorgeuntersuchung alle 1–2 Jahre. Menschen mit Risikofaktoren sollten früher und häufiger untersucht werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Basic-Untersuchung (inkl. Druckmessung) oft nicht, aber es lohnt sich privat zu investieren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandeltes Glaukom führt zu fortschreitenden Gesichtsfeldausfällen, die zunächst unbemerkt bleiben.
- Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zum Tunnelblick – nur noch der zentrale Sehbereich bleibt erhalten.
- Schließlich kann eine vollständige Erblindung eintreten, die nicht mehr rückgängig zu machen ist.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Wenn Glaukom frühzeitig erkannt und konsequent behandelt wird, lässt sich das Fortschreiten meist aufhalten oder verlangsamen. Die meisten Menschen behalten ihr Sehvermögen und können ein normales Leben führen. Regelmäßige Kontrollen und die Einhaltung der Therapie sind der Schlüssel zu einem guten Verlauf. Auch bei fortgeschrittener Erkrankung gibt es Hilfsmittel und Unterstützung, um den Alltag zu meistern.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) ↗ · Deutschland
- Selbsthilfeverein Glaukom e.V. ↗ · Deutschland
- Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.