Leben mit Glaukom bei Jugendlichen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Glaukom (grüner Star) ist eine Augenerkrankung, bei der der Sehnerv geschädigt wird. Der Sehnerv leitet Bilder von Ihrem Auge zum Gehirn. Meistens liegt ein zu hoher Druck im Auge vor. Bei Jugendlichen ist diese Erkrankung selten, aber möglich.
Wichtige Fakten
- Glaukom kann schon bei Teenagern auftreten, vor allem wenn es in der Familie vorkommt.
- Frühe Anzeichen sind oft kaum zu bemerken, deshalb sind regelmäßige Augenuntersuchungen wichtig.
- Mit der richtigen Behandlung kann das Sehvermögen meist erhalten bleiben.
Nein, Glaukom ist bei Teenagern sehr selten. Die häufigsten Formen treten erst im höheren Alter auf.
Es betrifft Jugendliche, bei denen die Erkrankung vererbt wurde oder die andere Augenkrankheiten haben. Manche Formen sind angeboren, andere entwickeln sich im Kindes- oder Jugendalter.
Symptome
- Plötzliche, starke Augenschmerzen
- Plötzlicher Sehverlust auf einem Auge
- Übelkeit und Erbrechen mit Augenschmerzen
- ⚠Rötung des Auges mit Schmerzen
- ⚠Verschwommenes Sehen, das nicht vergeht
- ⚠Lichtempfindlichkeit oder vermehrtes Tränen
Häufige Symptome
- Oft lange Zeit keine Beschwerden
- Allmählicher Verlust des seitlichen Sehens (Gesichtsfeldausfälle)
- Verschwommenes Sehen
Symptome bei Kindern
- Lichtempfindlichkeit
- Tränende oder gerötete Augen
- Reiben der Augen
- Kopfschmerzen
- Verschlechterung der Sehkraft in der Schule oder beim Lesen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Sehstörungen beim Anpassen ans Dunkle
- Halo-Erscheinungen (Regenbogenfarben um Lichtquellen)
- Augenschmerzen und Rötung
Ursachen
Hauptursachen
- Erhöhter Augeninnendruck, der den Sehnerv schädigt
- Vererbte Gendefekte, die den Abfluss der Kammerflüssigkeit im Auge behindern
- Andere Augenerkrankungen oder Verletzungen, die den Druck ansteigen lassen
Risikofaktoren
- Familienmitglieder mit Glaukom (Eltern oder Geschwister)
- Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit
- Vitamin-A-Mangel in der frühen Kindheit
- Bestimmte Erkrankungen wie Diabetes oder Entzündungen im Auge
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Symptome eines akuten Glaukomanfalls (starke Schmerzen, Sehverlust, Übelkeit) – sofort 112 rufen.
- Plötzliche Sehverschlechterung ohne Schmerzen – noch am selben Tag einen Augenarzt aufsuchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie oder Ihr Teenager regelmäßig Kopfschmerzen oder Augenreiben bemerken.
- Bei familiärer Vorbelastung einmal jährlich zur augenärztlichen Vorsorge.
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind schlechter sieht als Altersgenossen.
Diagnose
Der Augenarzt untersucht Ihre Augen mit speziellen Geräten. Er misst den Augeninnendruck und prüft den Sehnerv und das Gesichtsfeld (das, was Sie seitlich sehen können).
Mögliche Untersuchungen
- Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie)
- Untersuchung des Sehnervs (Ophthalmoskopie)
- Gesichtsfelduntersuchung (Perimeter)
- Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie)
- Bildgebung des Sehnervs (OCT – optische Kohärenztomografie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei. Es werden Augentropfen verwendet, um die Pupille zu weiten. Das kann kurzzeitig blenden. Nach der Untersuchung sollten Sie sich von jemandem nach Hause fahren lassen, da das Sehen für einige Stunden eingeschränkt ist.
Behandlung
Das Ziel der Behandlung ist, den Augeninnendruck zu senken und den Sehnerv zu schützen. Meist wird mit Augentropfen begonnen. Wenn das nicht ausreicht, kommen Laser oder Operationen infrage. Die Behandlung begleitet ein Leben lang.
Selbsthilfe zu Hause
- Augentropfen genau nach Anweisung des Arztes anwenden, auch wenn keine Beschwerden bestehen.
- Regelmäßige Kontrolltermine beim Augenarzt einhalten.
- Sofort den Arzt informieren, wenn Nebenwirkungen oder neue Symptome auftreten.
- Schützen Sie Ihre Augen vor Verletzungen (z. B. beim Sport mit Schutzbrille).
Medizinische Behandlungen
Die häufigste Behandlung sind Augentropfen, die den Augeninnendruck senken. Sie wirken entweder durch Verringerung der Kammerwasserproduktion oder durch Verbesserung des Abflusses. Ihr Arzt wird die passenden Tropfen auswählen und die Anwendung genau erklären. Manchmal werden auch oral eingenommene Medikamente eingesetzt, aber nur für kurze Zeit.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Augentropfen und Laser nicht ausreichen, kann eine Operation nötig sein, zum Beispiel um einen besseren Abfluss für die Kammerflüssigkeit zu schaffen. Der Arzt bespricht mit Ihnen die verschiedenen Optionen.
Leben mit der Erkrankung
Mit Glaukom kann man gut leben. Es ist wichtig, die verordneten Tropfen regelmäßig zu nehmen und die Kontrolltermine einzuhalten. Jugendliche sollten offen mit Familie, Freunden und Lehrern über ihre Erkrankung sprechen – das hilft, Verständnis zu bekommen.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie immer einen Augenschutz bei Sportarten mit Verletzungsrisiko (Basketball, Boxen, etc.).
- Vermeiden Sie Aktivitäten, die den Augeninnendruck stark erhöhen (z. B. schweres Heben oder Pressen).
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und reduzieren Sie Stress.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren kann die Augengesundheit unterstützen. Moderater Sport ist in Ordnung, aber meiden Sie Übungen mit dem Kopf nach unten (z. B. Kopfstand). Fragen Sie Ihren Arzt, welche Bewegung für Sie sicher ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Glaukom kann belastend sein, besonders in jungen Jahren. Es ist normal, Angst um die Sehkraft zu haben. Reden Sie mit vertrauten Personen oder suchen Sie psychologische Unterstützung. Ein offener Umgang hilft, die Krankheit zu akzeptieren. Bei Gedanken an Selbstverletzung oder akuter Krise: Wenden Sie sich sofort an einen Arzt oder rufen Sie die 112 an.
Vorbeugung
Ein Glaukom kann nicht verhindert werden, aber frühzeitiges Erkennen und Behandeln kann schwere Sehverluste verhindern. Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig untersuchen, besonders wenn es in Ihrer Familie Glaukomfälle gibt.
Früherkennungsprogramme
Für Jugendliche mit familiärem Risiko empfehlen Augenärzte eine erste Untersuchung im Vorschulalter und dann jährliche Kontrollen. Ein allgemeines Screening für alle Teenager wird nicht empfohlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitender Verlust des Gesichtsfelds (Tunnelblick)
- Dauerhafte Sehbehinderung bis zur Erblindung
- Einschränkungen im Alltag, in der Schule und beim Autofahren (später)
Langzeitprognose
Mit einer konsequenten Behandlung und regelmäßigen Kontrollen können fast alle Jugendlichen ihr Sehvermögen bewahren. Die Erkrankung bleibt zwar bestehen, aber die Prognose ist heute viel besser als noch vor Jahrzehnten. Viele Teenager mit Glaukom führen ein völlig normales Leben.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) ↗ · Deutschland
- Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) ↗ · Deutschland
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.