heart that comes and goes
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Herz, das ‚kommt und geht‘, bedeutet, dass Sie immer wieder kurzzeitig Herzklopfen, Stolpern oder einen unregelmäßigen Herzschlag spüren. Diese Symptome treten plötzlich auf, verschwinden wieder und können sich dann wiederholen. Das Herz selbst arbeitet die meiste Zeit normal, aber zwischendurch gibt es ‚Ausrutscher‘ – häufig harmlos, manchmal aber auch ein Hinweis auf eine Herzrhythmusstörung.
Wichtige Fakten
- Die meisten Menschen haben ab und zu mal ein Herzstolpern – das ist meist harmlos.
- Treten die Symptome gehäuft auf, kann eine Herzrhythmusstörung wie Vorhofflimmern dahinterstecken.
- Ein plötzliches Herzrasen in Ruhe sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
- Medikamente und Lebensstiländerungen können die Beschwerden oft gut kontrollieren.
Ja, Herzstolpern und unregelmäßiger Puls sind in der Allgemeinbevölkerung weit verbreitet. Fast jeder hat schon einmal ein ‚Herz, das kurz aussetzt‘ gespürt, zum Beispiel nach Kaffee oder Aufregung.
Betroffen sind Menschen jeden Alters. Besonders häufig tritt es bei älteren Erwachsenen auf, aber auch bei jungen, gesunden Menschen – oft ohne ernste Ursache.
Symptome
- Brustschmerz oder Druckgefühl, das länger als 5 Minuten anhält
- Plötzliche starke Atemnot
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht (auch nur kurz)
- Schlagartig einsetzendes, anhaltendes Herzrasen ( > 150 Schläge/Minute) in Ruhe
- ⚠Herzstolpern, das länger als einige Minuten andauert und nicht aufhört
- ⚠Schwindelgefühle, die mit dem Herzklopfen kommen und gehen
- ⚠Wiederkehrende Episoden, die Sie stark beeinträchtigen (Angst, Schlafstörungen)
Häufige Symptome
- Plötzliches Herzklopfen oder -rasen, das von selbst wieder aufhört
- Gefühl, dass das Herz kurz ‚stolpert‘ oder ‚aussetzt‘
- Ein unregelmäßiger Puls – mal schnell, mal langsam, mal aussetzend
- Manchmal begleitend: Schwindel, Kurzatmigkeit, ein flaues Gefühl in der Brust
Symptome bei Kindern
- Kinder können Herzklopfen als ‚komisches Gefühl im Bauch‘ beschreiben
- Sie werden plötzlich blass, schwitzen oder fühlen sich schlapp
- Oft treten die Symptome beim Toben oder in Ruhe auf
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Häufiger: Vorhofflimmern – unregelmäßiger Puls ohne festen Rhythmus
- Zusätzlich: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Luftnot bei Belastung
- Manchmal ganz ohne spürbare Symptome – Zufallsbefund beim Arzt
Ursachen
Hauptursachen
- Harmlose Extraschläge (Extrasystolen) – sehr häufig, meist ohne Krankheitswert
- Vorhofflimmern – eine häufige Herzrhythmusstörung, besonders im Alter
- Anfallsartiges Herzrasen (Supraventrikuläre Tachykardie) – plötzlich einsetzend und endend
- Auslöser wie Stress, Koffein, Alkohol, Schlafmangel oder bestimmte Medikamente
Risikofaktoren
- Hohes Blutdruck
- Herzerkrankungen (z. B. koronare Herzkrankheit, Herzklappenfehler)
- Schilddrüsenüberfunktion
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Starker Alkohol- oder Nikotinkonsum
- Elektrolytstörungen (z. B. niedriger Kaliumspiegel)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei jedem ersten plötzlichen Herzrasen, das länger als eine Minute anhält
- Wenn zusätzlich Brustschmerz, Ohnmacht oder starke Atemnot auftritt
- Bei bekanntem Vorhofflimmern, wenn der Puls plötzlich sehr schnell oder langsam wird
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Herzstolpern öfter als einmal pro Woche auftritt oder Sie beunruhigt
- Bei wiederkehrenden Episoden, die Ihren Alltag stören (z. B. Schlaf, Konzentration)
- Zur Vorsorgeuntersuchung, auch wenn Sie keine Beschwerden haben
Diagnose
Der Arzt klärt die Beschwerden durch ein Gespräch (Anamnese), körperliche Untersuchung und ein Elektrokardiogramm (EKG). Da die Symptome ‚kommen und gehen‘, ist oft ein Langzeit-EKG über 24 Stunden oder länger nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG – momentane Herzstromkurve
- Langzeit-EKG (24–72 Stunden) – zeichnet den Herzrhythmus über einen ganzen Tag auf
- Ereignisrekorder oder Patch-Rekorder – für seltene Episoden, kann man Wochen tragen
- Echokardiographie (Herzultraschall) – prüft Herzstruktur und Pumpfunktion
- Blutuntersuchungen – auf Schilddrüsenfunktion, Elektrolyte, Entzündungswerte
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie zunächst bitten, Ihre Symptome genau zu beschreiben – wann treten sie auf, wie lange, wie fühlen sie sich an? Ein Langzeit-EKG ist einfach und schmerzfrei: Sie tragen einen kleinen Rekorder mit Klebeelektroden auf der Brust und führen ein Tagebuch über Ihre Aktivitäten und Beschwerden. Manchmal ist eine Vorstellung beim Kardiologen (Herzspezialist) sinnvoll.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Bei harmlosen Extraschlägen ist oft keine Therapie nötig. Bei Vorhofflimmern oder anderen Rhythmusstörungen kann der Arzt Medikamente zur Pulskontrolle oder zur Verhinderung von Blutgerinnseln (Schlaganfallrisiko) verschreiben. Auch eine Katheterablation (Verödung der ‚Störstellen‘ im Herzen) kommt infrage.
Selbsthilfe zu Hause
- Reduzieren Sie Koffein, Alkohol und Nikotin – sind häufige Auslöser
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und regelmäßige Pausen bei Stress
- Führen Sie ein ‚Herz-Tagebuch‘: Notieren Sie, wann Herzstolpern auftritt und was Sie davor getan haben
- Trinken Sie ausreichend Wasser und achten Sie auf eine ausgeglichene Ernährung
Medizinische Behandlungen
Je nach Rhythmusstörung kommen folgende Ansätze infrage: medikamentöse Pulskontrolle (Betablocker, Kalziumkanalblocker oder andere Antiarrhythmika – immer nach ärztlicher Verordnung, keine Eigenmedikation), Blutverdünnung bei Vorhofflimmern (zur Schlaganfallvorbeugung) oder eine Katheterablation (minimal-invasiver Eingriff). Die genaue Therapie wird individuell mit dem Kardiologen besprochen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist selten notwendig. Bei bestimmten Formen von Vorhofflimmern oder anderen Rhythmusstörungen kann eine Katheterablation empfohlen werden – das ist kein offener Herzchirurgie, sondern ein Eingriff über einen Katheter von der Leiste aus. In sehr seltenen Fällen (z. B. bei Herzklappenfehlern) kann eine operative Korrektur nötig sein.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit einem ‚Herz, das kommt und geht‘ können ein völlig normales Leben führen. Wichtig ist: Lernen Sie, die Symptome einzuschätzen – harmlose Extraschläge sind ungefährlich. Ein EKG gibt Gewissheit. Vermeiden Sie totale Überwachung (dauernd den Puls zu messen), das kann verstärkend auf die Symptome wirken.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen – aber hören Sie auf Ihren Körper
- Stressabbau durch Entspannungsübungen (z. B. progressive Muskelentspannung, Atemübungen)
- Genügend Schlaf und feste Schlafzeiten
- Verzichten Sie auf exzessiven Alkohol- und Koffeinkonsum
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und wenig gesättigten Fetten unterstützt die Herzgesundheit. Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Kalium (z. B. Bananen, Kartoffeln, Spinat). Bewegung an der frischen Luft hilft, das Herz-Kreislauf-System zu stabilisieren. Bei bekanntem Vorhofflimmern sollten Sie anstrengende Sportarten vorher mit Ihrem Arzt besprechen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Das unberechenbare Auftreten von Herzsymptomen kann Angst auslösen – gerade nachts oder in Ruhe. Viele Betroffene entwickeln eine ‚Herzangst‘ (Kardioneurose), bei der die ständige Sorge die Symptome verstärkt. Hier kann eine psychologische Begleitung (z. B. kognitive Verhaltenstherapie) sehr helfen. Atem- und Entspannungstechniken reduzieren die innere Anspannung.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko für schwere Rhythmusstörungen senken: Behandeln Sie Bluthochdruck und Diabetes konsequent, vermeiden Sie Übergewicht, bewegen Sie sich regelmäßig und verzichten Sie auf übermäßigen Alkohol- und Nikotinkonsum. Auch Stressmanagement spielt eine wichtige Rolle.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiger Gesundheitscheck (alle 2–3 Jahre) beim Hausarzt ist sinnvoll – dabei wird der Puls gemessen und gegebenenfalls ein Ruhe-EKG geschrieben. Bei familiärer Vorbelastung kann ein früheres Screening sinnvoll sein. Menschen über 65 Jahren sollten sich einmal jährlich den Puls kontrollieren lassen, um Vorhofflimmern früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei harmlosen Extraschlägen: keine Komplikationen
- Bei unbehandeltem Vorhofflimmern: erhöhtes Schlaganfallrisiko (durch Blutgerinnsel im Herzen)
- Mögliche Entwicklung einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bei dauerhafter Tachykardie (zu schneller Herzschlag)
Langzeitprognose
Mit einer korrekten Diagnose und angepassten Behandlung ist die Prognose in den allermeisten Fällen sehr gut. Viele Menschen leben ohne Einschränkungen. Selbst bei Vorhofflimmern lässt sich das Schlaganfallrisiko durch eine passende Therapie deutlich senken. Ein gelegentliches Herzstolpern ohne Begleiterkrankung hat keinen Einfluss auf die Lebenserwartung.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
- Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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