heart with fever
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Wenn wir von ‚Herz mit Fieber‘ sprechen, meinen wir eine Infektion am oder im Herzen, meist eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis). Das Herz entzündet sich und der Körper reagiert mit Fieber. Ohne Behandlung kann es lebensbedrohlich werden.
Wichtige Fakten
- Die Symptome sind anfangs oft unspezifisch – zum Beispiel Fieber und Müdigkeit.
- Die Behandlung erfolgt in der Regel im Krankenhaus mit Antibiotika über mehrere Wochen.
- Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Heilungschancen deutlich.
Nein, es ist selten. In Deutschland erkranken etwa 5 bis 10 von 100.000 Menschen pro Jahr an einer Herzinnenhautentzündung.
Betroffen sind häufiger Menschen mit künstlichen Herzklappen, angeborenen Herzfehlern, Herzschrittmachern oder nach Herzoperationen. Auch Personen mit geschwächtem Immunsystem oder nach intravenösem Drogenkonsum haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Sehr hohes Fieber über 39°C mit Atemnot
- Bewusstseinsstörung oder Ohnmacht
- Starke Schmerzen in der Brust
- ⚠Fieber über 38°C, das länger als 3 Tage anhält
- ⚠Herzrasen oder unregelmäßiger Puls
- ⚠Ungewöhnliche Blutergüsse oder punktförmige Hautblutungen
Häufige Symptome
- Fieber und Schüttelfrost
- Nachtschweiß und allgemeines Krankheitsgefühl
- Müdigkeit und Leistungsschwäche
- Herzgeräusche, die der Arzt hören kann
Symptome bei Kindern
- Anhaltendes Fieber
- Trinkschwäche und Gedeihstörung (Kind nimmt nicht zu)
- Blässe und Reizbarkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Fieber, das oft nicht hoch ist
- Verwirrtheit oder Benommenheit
- Appetitlosigkeit und Schwäche
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien gelangen über das Blut ins Herz, zum Beispiel nach Zahnbehandlungen, bei schlechter Mundhygiene oder über Hautinfektionen.
- Seltener lösen Pilze oder andere Keime die Infektion aus.
Risikofaktoren
- Künstliche Herzklappen oder andere Herzimplantate
- Angeborene Herzfehler
- Geschädigte Herzklappen (z. B. durch Rheumatisches Fieber)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Diabetes oder Medikamente)
- Intravenöser Drogenkonsum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber mit Brustschmerz oder Atemnot
- Fieber mit Verwirrtheit oder Ohnmacht
- Fieber, das nach einer Zahnbehandlung auftritt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Anhaltendes Fieber ohne erkennbare Ursache länger als eine Woche
- Wiederkehrendes Fieber in Verbindung mit Herzproblemen
Diagnose
Der Arzt vermutet eine Herzinfektion aufgrund von Fieber, Herzgeräuschen und Risikofaktoren. Mit mehreren Tests wird die Diagnose gesichert.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Blutkulturen, um den Erreger nachzuweisen
- Herzultraschall (Echokardiographie): zeigt Veränderungen an den Herzklappen
- EKG (Elektrokardiogramm): prüft Herzrhythmus und -funktion
- Eventuell weitere Bildgebung wie eine CT oder MRT
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen finden meist im Krankenhaus statt. Blutkulturen brauchen 1–2 Tage, bis ein Ergebnis vorliegt. Der Herzultraschall ist schmerzfrei und dauert etwa 20 Minuten.
Behandlung
Eine Herzinfektion wird in der Regel stationär behandelt. Ziel ist es, den Erreger zu beseitigen und Herzschäden zu vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Bettruhe einhalten, um das Herz zu schonen
- Viel trinken (Wasser, Tee), um den Kreislauf zu unterstützen
- Fieber messen und dokumentieren
- Auf ärztliche Anordnung achten, z. B. regelmäßige Blutabnahmen
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt meist über mehrere Wochen mit intravenösen Antibiotika (über die Vene). Welche Antibiotika eingesetzt werden, hängt vom Erreger ab. Die Therapie wird im Krankenhaus begonnen und kann später zu Hause fortgesetzt werden. Bei Pilzinfektionen werden antimykotische Medikamente eingesetzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Herzklappen durch die Infektion stark geschädigt sind oder wenn sich Abszesse (Eiteransammlungen) im Herzen bilden, kann eine Herzoperation nötig sein. Dabei werden zerstörte Klappen durch künstliche ersetzt.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Entlassung ist Geduld gefragt. Die Behandlung kann insgesamt 4–6 Wochen dauern. Kontrolluntersuchungen beim Kardiologen (Herzspezialisten) sind regelmäßig nötig.
Tipps für den Alltag
- Mundhygiene besonders sorgfältig betreiben (Zähneputzen, Zahnseide, regelmäßige zahnärztliche Kontrollen)
- Infektionen der Haut oder der Atemwege ernst nehmen und früh behandeln lassen
- Auf Rauchen verzichten, da es die Blutgefäße schädigt
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz, viel Gemüse und Vollkornprodukten ist empfehlenswert. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist nach Absprache mit dem Arzt erlaubt. Schwere körperliche Belastungen sollten Sie vermeiden, bis die Infektion vollständig ausgeheilt ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine langwierige Infektion und die intensive Behandlung können Ängste auslösen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie psychologische Unterstützung. Es ist normal, sich unsicher zu fühlen.
Vorbeugung
Nicht immer, aber das Risiko lässt sich senken. Bei bestimmten Herzpatienten wird vor Zahnbehandlungen oder Operationen eine Antibiotika-Vorbeugung (Prophylaxe) empfohlen – nach der AWMF-Leitlinie (deutsche medizinische Leitlinie).
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken (Bakterien, die Lungenentzündung verursachen) impfen. Das schützt vor schweren Infekten, die auf das Herz übergreifen könnten.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie ein erhöhtes Risiko haben (z. B. künstliche Herzklappe), sollten Sie regelmäßig Ihren Herzspezialisten aufsuchen. Eine Routine-Untersuchung ohne Beschwerden ist aber für die Allgemeinbevölkerung nicht notwendig.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zerstörung der Herzklappen (Klappeninsuffizienz)
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Abszesse im Herzen
- Embolien: Blutgerinnsel oder infizierte Partikel, die ins Gehirn (Schlaganfall) oder andere Organe gelangen
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen Behandlung – meist Antibiotika über mehrere Wochen – heilen die meisten Menschen aus. Die Erkrankung ist ernst, aber die Aussichten sind gut, wenn die Therapie früh beginnt. Manche Patienten benötigen jedoch später eine Herzklappen-Operation. Bleiben Sie in engem Kontakt mit Ihrem Arzt und nehmen Sie alle Nachsorgetermine wahr.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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