sudden heart
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein plötzlicher Herzstillstand (auch plötzlicher Herztod genannt) ist ein Notfall, bei dem das Herz auf einmal aufhört, zu schlagen. Dadurch wird das Gehirn nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt. Ohne sofortige Hilfe kann dieser Zustand innerhalb weniger Minuten zum Tod führen. Es ist wichtig zu wissen: Ein plötzlicher Herzstillstand ist nicht dasselbe wie ein Herzinfarkt, kann aber durch einen Herzinfarkt ausgelöst werden.
Wichtige Fakten
- Ein plötzlicher Herzstillstand tritt meist ohne Vorwarnung auf.
- Die Überlebenschance sinkt mit jeder Minute ohne Wiederbelebung um etwa 10 %.
- Sofortiges Handeln (112 anrufen, Herzdruckmassage) kann Leben retten.
In Deutschland erleiden jedes Jahr etwa 65.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses. Die genauen Zahlen können variieren, aber es handelt sich um einen häufigen medizinischen Notfall.
Betroffen sind Menschen jeden Alters, auch Kinder und Jugendliche. Allerdings steigt das Risiko mit zunehmendem Alter. Bestimmte Herzerkrankungen und genetische Faktoren können das Risiko erhöhen.
Symptome
- Die Person ist bewusstlos und reagiert nicht auf Ansprechen oder Rütteln
- Die Person atmet nicht oder nur mit unregelmäßigen Schnappatmungen
- Sie haben den Verdacht auf einen Herzstillstand
- ⚠Plötzliche starke Brustschmerzen, die länger als 5 Minuten anhalten
- ⚠Engegefühl oder Druck in der Brust, der in Arme, Rücken, Kiefer oder Bauch ausstrahlt
- ⚠Plötzliche Kurzatmigkeit ohne erkennbare Ursache
Häufige Symptome
- Plötzliche Bewusstlosigkeit (die Person reagiert nicht mehr)
- Kein normaler Puls tastbar
- Keine normale Atmung (nur noch schnappende, unregelmäßige Atemzüge)
Symptome bei Kindern
- Plötzliches Umfallen
- Kein Ansprechen
- Keine Atmung oder nur Schnappatmung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Oft treten vor dem Herzstillstand Warnzeichen auf, wie Brustschmerzen oder Kurzatmigkeit
- Plötzliche Bewusstlosigkeit
- Möglicherweise starker Schweißausbruch
Ursachen
Hauptursachen
- Herzrhythmusstörungen, besonders Kammerflimmern
- Herzinfarkt (wenn ein Blutgefäß im Herzen verstopft ist)
- Erkrankungen des Herzmuskels (z. B. Kardiomyopathie)
- Angeborene Herzfehler oder genetische Erkrankungen wie das Long-QT-Syndrom
Risikofaktoren
- Hohes Alter
- Herzkrankheiten wie koronare Herzkrankheit oder Herzschwäche
- Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel
- Bluthochdruck, Diabetes, hohe Cholesterinwerte
- Früherer Herzstillstand oder plötzlicher Herztod in der Familie
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Brustschmerzen oder anderen Anzeichen eines Herzinfarkts sofort den Notruf 112 wählen.
- Wenn Sie oder eine andere Person Herzklopfen oder Ohnmachtsanfälle haben, die ohne Grund auftreten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihr persönliches Risiko für Herzkrankheiten.
- Lassen Sie Bluthochdruck, Diabetes und Cholesterin regelmäßig kontrollieren.
- Bei Familienmitgliedern mit plötzlichem Herztod sollten Sie eine erbliche Beratung in Betracht ziehen.
Diagnose
Ein plötzlicher Herzstillstand wird in der Notfallsituation anhand der Bewusstlosigkeit, fehlendem Puls und fehlender Atmung festgestellt. Nach erfolgreicher Wiederbelebung wird die Ursache mit verschiedenen Untersuchungen gesucht.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) – misst die Herzströme und zeigt Rhythmusstörungen an
- Blutuntersuchungen – zum Ausschluss eines Herzinfarkts
- Herzultraschall (Echokardiographie) – zeigt die Pumpfunktion und Struktur des Herzens
- Herzkatheteruntersuchung – bei Verdacht auf verengte Herzkranzgefäße
- Genetische Tests – wenn eine erbliche Herzerkrankung vermutet wird
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Nach einem überlebten Herzstillstand werden Sie im Krankenhaus intensiv überwacht. Ärzte behandeln die zugrunde liegende Ursache und besprechen mit Ihnen, ob ein implantierbarer Defibrillator (ICD) in Frage kommt. Die Genesung erfordert Zeit und oft auch psychologische Unterstützung.
Behandlung
Ein plötzlicher Herzstillstand erfordert sofortige Erste Hilfe: Rufen Sie die 112, beginnen Sie mit der Herzdruckmassage und nutzen Sie einen automatischen externen Defibrillator (AED), falls verfügbar. Nach der Wiederbelebung folgt die Behandlung im Krankenhaus.
Selbsthilfe zu Hause
- Lernen Sie, wie man eine Herzdruckmassage durchführt – das kann Leben retten.
- Informieren Sie sich über die Standorte öffentlicher AEDs in Ihrer Nähe.
- Falls Sie selbst Risikofaktoren haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über einen Notfallplan.
Medizinische Behandlungen
Im Krankenhaus wird die Ursache behandelt, zum Beispiel durch eine Herzkatheter-OP bei einem Herzinfarkt oder durch Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen. Viele Patienten erhalten einen implantierbaren Defibrillator (ICD), der das Herz bei gefährlichen Rhythmusstörungen wieder in den richtigen Takt bringt. Die genaue Behandlung richtet sich nach der individuellen Situation und wird vom Kardiologen festgelegt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation, wie eine Bypass-Operation oder die Implantation eines ICD, kann notwendig sein, wenn die Ursache des Herzstillstands behoben oder das Risiko gesenkt werden muss.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Herzstillstand verändert sich das Leben. Viele Menschen müssen Medikamente einnehmen und regelmäßig zur Kontrolle. Ein ICD kann Sicherheit geben, aber auch Einschränkungen im Alltag bedeuten (z. B. kein Kontaktsport).
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Ihre Medikamente genau nach Anweisung ein.
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Stressabbau.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und wenig Fett und Salz ist empfehlenswert. Bewegen Sie sich regelmäßig in Absprache mit Ihrem Arzt – oft sind Ausdauersportarten wie Spazierengehen oder Radfahren geeignet.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Herzstillstand kann Ängste und depressive Verstimmungen auslösen. Die Angst vor einem erneuten Ereignis ist normal. Psychologische Beratung oder Selbsthilfegruppen können helfen. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Unterstützung zu suchen.
Vorbeugung
Ein plötzlicher Herzstillstand lässt sich nicht immer verhindern, aber Sie können Ihr Risiko senken. Dazu gehören ein gesunder Lebensstil, die Behandlung von Herzkrankheiten und die Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen. Bei bekannten Erbkrankheiten kann ein ICD vorbeugend eingesetzt werden.
Impfungen
Es gibt keine direkte Impfung gegen Herzstillstand, aber Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken können vor Atemwegsinfektionen schützen, die das Herz belasten könnten.
Früherkennungsprogramme
Bei Personen mit familiärer Vorbelastung oder bestimmten Herzerkrankungen kann ein Screening sinnvoll sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über ein EKG oder eine genetische Beratung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Tod (ohne sofortige Wiederbelebung tritt der Tod innerhalb von Minuten ein)
- Hirnschäden durch Sauerstoffmangel, wenn die Wiederbelebung verzögert wird
- Herzrhythmusstörungen, die erneut zu einem Herzstillstand führen können
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Dank moderner Erste-Hilfe-Maßnahmen und medizinischer Fortschritte überleben heute mehr Menschen einen Herzstillstand. Mit einem ICD und einem gesunden Lebensstil können viele ein erfülltes Leben führen. Die Prognose hängt stark davon ab, wie schnell geholfen wird und welche Ursache vorliegt. Ihr Behandlungsteam wird Sie bestmöglich unterstützen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.