Hiatus hernia living in children
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Zwerchfellbruch (auch Hiatushernie genannt) ist eine Öffnung im Zwerchfell, dem großen Atemmuskel zwischen Brustkorb und Bauch. Durch diese Lücke kann ein Teil des Magens nach oben in den Brustkorb rutschen. Das kann zu Beschwerden wie Sodbrennen und Aufstoßen führen. Bei Kindern ist diese Erkrankung selten, aber behandelbar.
Wichtige Fakten
- Die Hiatushernie ist keine Krebserkrankung und meist nicht lebensbedrohlich.
- Bei Kindern wird sie oft erst spät erkannt, weil die Symptome mit normalem Spucken verwechselt werden.
- Mit einfachen Maßnahmen wie kleineren Mahlzeiten und aufrechter Haltung lassen sich die Beschwerden oft gut lindern.
Nein, eine Hiatushernie ist bei Kindern selten. Sie tritt häufiger bei Erwachsenen auf, besonders nach dem 50. Lebensjahr.
Kinder jeden Alters können betroffen sein, am häufigsten Säuglinge und Kleinkinder mit angeborener Schwäche des Zwerchfells. Auch ältere Kinder mit starkem Übergewicht oder chronischem Husten haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen im Oberbauch oder in der Brust
- Erbrechen von Blut oder kaffeesatzartigem Erbrochenen
- Schwarzer, teerartiger Stuhl (Hinweis auf innere Blutungen)
- ⚠Anhaltende Schluckbeschwerden, sodass das Kind kaum noch essen kann
- ⚠Starke Gewichtsabnahme oder Gedeihstörung trotz Behandlung
- ⚠Wiederholtes Erbrechen, das zu Dehydrierung führt (trockener Mund, wenig Urin)
Häufige Symptome
- Sodbrennen (brennendes Gefühl hinter dem Brustbein)
- Saures Aufstoßen oder saurer Geschmack im Mund
- Schluckbeschwerden (das Gefühl, dass Essen im Hals stecken bleibt)
Symptome bei Kindern
- Häufiges Erbrechen nach dem Essen
- Unruhe oder Weinen während oder nach dem Füttern
- Gedeihstörung (das Kind nimmt nicht ausreichend zu)
- Chronischer Husten, besonders nachts oder nach dem Essen
- Verschlucken oder Würgen beim Essen
Ursachen
Hauptursachen
- Angeborene Schwäche oder Fehlbildung des Zwerchfells (angeborene Hiatushernie)
- Erhöhter Druck im Bauchraum, z. B. durch starkes Übergewicht, chronischen Husten oder Verstopfung
Risikofaktoren
- Familienangehörige mit Zwerchfellbruch (genetische Veranlagung)
- Übergewicht (Adipositas)
- Erkrankungen, die zu häufigem Husten führen, wie Asthma oder Mukoviszidose
- Bindegewebsschwäche (z. B. beim Ehlers-Danlos-Syndrom)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Zeichen eines Notfalls: plötzliche starke Schmerzen, Blut erbrechen oder schwarzer Stuhl → sofort 112 rufen!
- Wenn das Kind nicht mehr schlucken kann oder völlig dehydriert wirkt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sodbrennen, Aufstoßen oder Erbrechen länger als zwei Wochen anhalten
- Bei Verdacht auf Gedeihstörung: langsame Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust
- Bei anhaltendem Husten ohne andere erkennbare Ursache
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin stellt die Diagnose meist nach einem Gespräch über die Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Um die Hernie sicher zu sehen, werden bildgebende Verfahren eingesetzt.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgenaufnahme mit Schluckbarium: Das Kind trinkt eine Kontrastflüssigkeit, die die Hernie auf dem Röntgenbild sichtbar macht.
- Magenspiegelung (Gastroskopie): Ein dünner Schlauch mit Kamera wird durch den Mund in die Speiseröhre geführt – so kann der Arzt sehen, ob der Magen durch das Zwerchfell rutscht.
- pH-Metrie: Ein kleiner Katheter misst über 24 Stunden den Säuregehalt in der Speiseröhre, um festzustellen, ob Magensäure zurückfließt (Reflux).
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist nicht schmerzhaft, können aber für das Kind unangenehm sein. Vor einer Magenspiegelung erhält das Kind ein Beruhigungsmittel. Der Arzt oder die Ärztin erklärt jeden Schritt und nimmt sich Zeit für Fragen.
Behandlung
Die Behandlung einer Hiatushernie bei Kindern zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. In den meisten Fällen helfen zunächst einfache Maßnahmen. Medikamente oder eine Operation sind nur nötig, wenn die Beschwerden stark sind oder das Kind nicht gedeiht.
Selbsthilfe zu Hause
- Kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt essen, damit der Magen nicht zu voll wird.
- Nach dem Essen mindestens 30 Minuten aufrecht bleiben – bei Säuglingen: das Köpfchen hoch lagern.
- Feste und fettreiche Speisen meiden (z. B. Pommes, Schokolade, Zitrusfrüchte).
- Schlafen mit erhöhtem Oberkörper: Das Kopfende des Bettes um 15–20 Grad hochstellen.
- Bei älteren Kindern: auf ein gesundes Körpergewicht achten und enge Kleidung vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann Medikamente verschreiben, die die Magensäure neutralisieren oder ihre Produktion verringern. Auch Mittel, die die Bewegung der Speiseröhre fördern, kommen infrage. Die Wahl des Medikaments hängt vom Alter des Kindes und der Schwere der Symptome ab. Wichtig: Geben Sie Ihrem Kind niemals selbst Medikamente, sondern immer nach ärztlicher Verordnung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (Fundoplikatio) wird nur in seltenen Fällen nötig, wenn die Beschwerden trotz Behandlung schwerwiegend sind, das Kind nicht gedeiht oder wenn die Hernie eingeklemmt ist. Der Eingriff wird minimalinvasiv (Schlüsselloch-Chirurgie) durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Hiatushernie können die meisten Kinder ein normales Leben führen. Wichtig ist, die Beschwerden ernst zu nehmen und gemeinsam mit dem Arzt einen Alltagsplan zu erstellen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind regelmäßig isst und sich nicht überanstrengt.
Tipps für den Alltag
- Nach dem Essen nicht sofort hinlegen oder toben.
- Bei älteren Kindern: auf Übergewicht achten und Bewegung fördern.
- Vermeiden Sie Lebensmittel, die die Beschwerden auslösen (z. B. Schokolade, scharfe Gewürze, stark zuckerhaltige Getränke).
- Geben Sie Ihrem Kind ausreichend Zeit zum Essen – hetzen Sie nicht.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen (Vollkorn, Obst, Gemüse) hilft, Verstopfung zu vermeiden, die den Druck im Bauch erhöhen kann. Leichte Bewegung wie Radfahren oder Schwimmen ist förderlich; starkes Pressen oder Heben schwerer Gegenstände sollte vermieden werden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Beschwerden wie Sodbrennen oder Erbrechen können bei Kindern Ängste auslösen – etwa die Angst vor dem Essen oder vor Schmerzen. Offene Gespräche in der Familie und eine einfühlsame Begleitung sind wichtig. Bei anhaltendem Stress oder Rückzug hilft ein Kinderpsychologe oder eine Kinderpsychologin.
Vorbeugung
Eine angeborene Hiatushernie lässt sich nicht verhindern. Bei erworbenen Formen können Sie das Risiko senken, indem Sie auf ein gesundes Körpergewicht achten, chronischen Husten behandeln lassen und Verstopfung vermeiden.
Impfungen
Nicht zutreffend – es gibt keine Impfung gegen Hiatushernie.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine Routine-Vorsorgeuntersuchung speziell für Hiatushernie. Bei familiärer Vorbelastung oder typischen Symptomen kann der Kinderarzt eine gezielte Diagnostik einleiten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Entzündung der Speiseröhre (Refluxösophagitis) mit Schmerzen und Schluckbeschwerden
- Narbenbildung und Verengung der Speiseröhre (Striktur), die das Schlucken erschwert
- Mangelernährung und Gedeihstörung bei Kindern
- In sehr seltenen Fällen: Einklemmung der Hernie (Inkarzeration) mit Durchblutungsstörung – ein Notfall!
Langzeitprognose
Die Prognose ist bei rechtzeitiger Behandlung sehr gut. Die meisten Kinder können durch einfache Maßnahmen beschwerdefrei werden. Nur wenige benötigen eine Operation – auch diese verläuft in der Regel erfolgreich. Mit der Zeit kann eine Hiatushernie bei Kindern sogar von selbst zurückgehen, insbesondere wenn die Muskulatur stärker wird.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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