Hiatus hernia living in older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) ist eine Ausstülpung des Magens durch eine Lücke im Zwerchfell – dem großen Atemmuskel, der Brust- und Bauchhöhle trennt. Bei älteren Menschen wird das Bindegewebe oft schwächer, sodass der Magen leichter durch diese Öffnung rutscht.
Wichtige Fakten
- Zwerchfellbrüche sind sehr häufig, vor allem bei Menschen über 50 Jahren.
- Viele Betroffene haben keine Beschwerden und brauchen keine Behandlung.
- Typische Symptome sind Sodbrennen und saures Aufstoßen, die sich durch einfache Maßnahmen bessern lassen.
Ja, Zwerchfellbrüche treten sehr häufig auf – besonders bei älteren Erwachsenen. Etwa jeder zweite Mensch über 60 hat einen kleinen Zwerchfellbruch, ohne es zu wissen.
Die Hiatushernie betrifft vor allem Erwachsene ab 50 Jahren, aber sie kann in jedem Alter vorkommen. Risikofaktoren sind Übergewicht, Schwangerschaft, starkes Heben und chronischer Husten.
Symptome
- Starke, plötzliche Brustschmerzen, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen (können auf einen Herzinfarkt hinweisen)
- Schluckunfähigkeit mit Erstickungsgefühl
- Erbrechen von Blut (hellrot oder kaffeesatzartig)
- Schwarzer, teerartiger Stuhl (Anzeichen einer Blutung im Magen-Darm-Trakt)
- ⚠Anhaltende Schluckbeschwerden, sodass Sie kaum noch feste Nahrung zu sich nehmen können
- ⚠Starke Übelkeit oder Erbrechen
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust
- ⚠Blutarmut (Anämie) – Müdigkeit und Blässe
Häufige Symptome
- Sodbrennen – ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein
- Saures Aufstoßen oder saurer Geschmack im Mund
- Schluckbeschwerden oder das Gefühl, dass Essen stecken bleibt
- Aufstoßen oder Völlegefühl nach dem Essen
Ursachen
Hauptursachen
- Altersbedingte Schwäche des Bindegewebes im Zwerchfell – dadurch wird die Öffnung größer
- Erhöhter Druck im Bauchraum, z. B. durch Übergewicht, Schwangerschaft oder schweres Heben
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahre
- Übergewicht oder starkes Bauchfett
- Chronischer Husten oder Verstopfung
- Schwangerschaft
- Schweres Heben oder wiederholte Bauchpresse
- Bindegewebsschwäche (z. B. bei Bindegewebserkrankungen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Brustschmerzen haben, die nicht nachlassen – rufen Sie den Notarzt (112)
- Wenn Sie Blut erbrechen oder schwarzen Stuhl haben
- Wenn Sie völlig schluckunfähig sind
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sodbrennen oder Aufstoßen mehrmals pro Woche auftreten
- Wenn Sie Schluckbeschwerden bemerken
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas im Hals steckt
- Wenn Sie trotz einfacher Maßnahmen (kleinere Mahlzeiten, kein Essen vor dem Schlafen) keine Besserung spüren
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie). Dabei führt er einen dünnen Schlauch mit einer Kamera durch die Speiseröhre in den Magen. So kann er sehen, ob ein Teil des Magens durch das Zwerchfell gerutscht ist.
Mögliche Untersuchungen
- Magenspiegelung (Gastroskopie) – der wichtigste Test
- Röntgen mit Schluckbrei (Bariumbrei) – zeigt die Form und Bewegung der Speiseröhre und des Magens
- Manchmal: pH-Metrie – eine Messung des Säuregehalts in der Speiseröhre, um Sodbrennen zu bestätigen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind ambulant und in der Regel schmerzfrei. Bei der Magenspiegelung bekommen Sie eine leichte Betäubung, sodass Sie nichts spüren. Nach der Untersuchung können Sie nach Hause gehen.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, ob Sie Beschwerden haben. Bei vielen Menschen ist eine Behandlung nicht nötig. Wenn Symptome auftreten, stehen einfache Maßnahmen und Medikamente im Vordergrund. In seltenen Fällen kann eine Operation helfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Essen Sie kleinere Mahlzeiten – fünf bis sechs kleine Portionen statt drei große
- Vermeiden Sie fetthaltige, scharfe oder sehr süße Speisen, die Sodbrennen fördern
- Trinken Sie wenig Kohlensäure und vermeiden Sie Alkohol und Nikotin
- Warten Sie mindestens zwei bis drei Stunden nach dem Essen, bevor Sie sich hinlegen oder schlafen gehen
- Heben Sie das Kopfende Ihres Bettes um etwa 10–15 cm an (durch Keilkissen oder Holzklötze unter den Bettfüßen)
- Reduzieren Sie Übergewicht – schon wenige Kilos weniger können den Druck im Bauch senken
- Locker sitzende Kleidung tragen, die nicht auf den Bauch drückt
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verschreiben, die die Magensäure reduzieren. Dazu gehören sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI) und H2-Blocker. Auch Antazida (Mittel, die die Säure binden) können kurzfristig helfen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welcher Ansatz für Sie am besten ist – eine Selbstbehandlung mit rezeptfreien Mitteln ist nicht immer ratsam.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (laparoskopische Fundoplikatio) wird nur in seltenen Fällen empfohlen, wenn Medikamente und Lebensstiländerungen nicht ausreichen oder wenn Komplikationen wie eine Einklemmung des Magens drohen. Ihr Facharzt wird mit Ihnen besprechen, ob eine Operation infrage kommt.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem Zwerchfellbruch lässt sich gut leben – viele Menschen haben kaum Einschränkungen. Mit ein paar Anpassungen bei Essen und Schlafgewohnheiten können Sie die Beschwerden meist gut kontrollieren.
Tipps für den Alltag
- Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich
- Gehen Sie nach dem Essen spazieren, statt sich hinzusetzen
- Vermeiden Sie eng anliegende Gürtel oder enge Hosen
- Trinken Sie ausreichend Wasser, aber nicht zu viel auf einmal
Ernährung und Bewegung
Eine leichte, ausgewogene Kost mit viel Gemüse, Vollkorn und magerem Eiweiß ist empfehlenswert. Vermeiden Sie stark gewürzte Speisen, Zitrusfrüchte, Tomaten, Schokolade, Kaffee und Pfefferminze – sie können Sodbrennen auslösen. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Yoga ist förderlich, vermeiden Sie aber schweres Heben und Übungen mit starkem Bauchdruck (wie Liegestütze oder Crunches).
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronisches Sodbrennen oder das Gefühl, nicht richtig schlucken zu können, kann belastend sein und den Alltag beeinträchtigen. Manche Menschen fühlen sich unsicher oder ängstlich. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt und Ihren Angehörigen. Wenn die Belastung groß ist, kann eine psychologische Beratung helfen – Ihr Hausarzt kann Sie dabei unterstützen.
Vorbeugung
Einem Zwerchfellbruch lässt sich nicht immer vorbeugen, da die Bindegewebsschwäche mit dem Alter zunimmt. Aber Sie können Ihr Risiko senken, indem Sie Übergewicht vermeiden, auf starke Bauchpresse verzichten und Verstopfung behandeln. Allgemein gilt: ein gesunder Lebensstil schützt nicht nur vor Zwerchfellbrüchen, sondern auch vor vielen anderen Erkrankungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Entzündung der Speiseröhre (Refluxösophagitis) mit Schleimhautschäden
- Narbenbildung und Verengung der Speiseröhre (Striktur) – führt zu Schluckbeschwerden
- Blutarmut durch chronische Blutungen aus der gereizten Schleimhaut
- Selten: Einklemmung des Magens (inkarzerierte Hiatushernie) – ein Notfall mit starken Schmerzen und Erbrechen
Langzeitprognose
Die allermeisten Menschen mit einem Zwerchfellbruch haben eine sehr gute Prognose. Mit einfachen Lebensstiländerungen und – falls nötig – Medikamenten lassen sich die Beschwerden meist gut beherrschen. Ernsthafte Komplikationen sind selten. Selbst wenn eine Operation nötig wird, heilt sie in den allermeisten Fällen ohne bleibende Folgen. Sie können weiterhin ein aktives und genussvolles Leben führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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