Hiatus hernia living in pregnancy
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) ist eine Ausstülpung des Magens durch eine Lücke im Zwerchfell, dem großen Atemmuskel. Während der Schwangerschaft kann der wachsende Babybauch den Druck im Bauchraum erhöhen und diesen Bruch begünstigen.
Wichtige Fakten
- Eine Hiatushernie tritt auf, wenn ein Teil des Magens durch die Zwerchfellöffnung in den Brustraum rutscht.
- In der Schwangerschaft kann der erhöhte Druck im Bauch die Beschwerden wie Sodbrennen verstärken.
- Die Symptome bessern sich meist nach der Geburt von selbst.
- Eine Behandlung ist in der Regel ohne Operation möglich.
Ja, Hiatushernien sind recht häufig, besonders bei Schwangeren. Schätzungsweise jede dritte bis jede zweite Schwangere hat zeitweise Beschwerden wie Sodbrennen, die auf einen Zwerchfellbruch zurückgehen können.
Betroffen sind vor allem schwangere Frauen, insbesondere im letzten Drittel der Schwangerschaft, wenn der Druck im Bauch am höchsten ist.
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen im Brustkorb, die in den Arm, Rücken oder Kiefer ausstrahlen (könnten auf einen Herzinfarkt hinweisen).
- Starke Atemnot oder Erstickungsgefühl.
- Blutiges Erbrechen oder schwarzer Stuhl (Zeichen einer Blutung).
- ⚠Anhaltende oder sehr starke Schmerzen im Oberbauch oder Brustkorb, die sich durch Ruhe oder Antazida nicht bessern.
- ⚠Schwierigkeiten beim Schlucken (Dysphagie).
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust.
Häufige Symptome
- Sodbrennen – ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, oft nach dem Essen oder im Liegen.
- saures Aufstoßen
- Völlegefühl oder Druckgefühl im Oberbauch
- Schmerzen hinter dem Brustbein oder im Oberbauch
- Übelkeit oder Erbrechen
- Schluckbeschwerden oder das Gefühl eines Kloßes im Hals
Ursachen
Hauptursachen
- Wachstum der Gebärmutter: Der Druck im Bauchraum steigt, was den Magen nach oben drücken kann.
- Hormonelle Veränderungen: Das Hormon Progesteron entspannt die Muskulatur, auch den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen.
- Schwäche des Zwerchfells: Bei manchen Frauen ist die Zwerchfellöffnung von Natur aus weit oder wird durch die Schwangerschaft gedehnt.
Risikofaktoren
- Übergewicht vor oder während der Schwangerschaft
- Mehrlingsschwangerschaft (Zwillinge etc.)
- Frühere Schwangerschaften
- Bindegewebsschwäche
- Chronische Verstopfung oder schweres Heben
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie eines der oben genannten Notfallsymptome bemerken (starke Schmerzen, Atemnot, Blut).
- Wenn Sodbrennen oder Schmerzen so stark sind, dass Sie kaum essen oder schlafen können.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sodbrennen oder andere Beschwerden länger als ein paar Tage anhalten oder den Alltag beeinträchtigen.
- Vor Beginn von rezeptfreien Medikamenten (z. B. Antazida) – besprechen Sie dies mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder der Hebamme.
- Wenn Sie Bedenken haben, ob Ihre Symptome normal sind.
Diagnose
In der Schwangerschaft wird eine Hiatushernie meistens anhand der typischen Symptome vermutet. Die Ärztin/der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und führt eine körperliche Untersuchung durch.
Mögliche Untersuchungen
- Anamnese (Arztgespräch über Ihre Symptome und Beschwerden).
- Körperliche Untersuchung, z. B. Abtasten des Oberbauchs.
- Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) wird in der Schwangerschaft nur selten durchgeführt, meist nur bei starken Beschwerden oder Komplikationen.
- Manchmal wird eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs gemacht.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel unkompliziert. Ihr Arzt wird Ihnen erklären, was er tut, und Sie können jederzeit Fragen stellen. Eine Magenspiegelung erfolgt meist unter einer sanften Betäubung, wird aber nur im Notfall in der Schwangerschaft empfohlen.
Behandlung
Die Behandlung einer Hiatushernie in der Schwangerschaft konzentriert sich auf die Linderung der Symptome, vor allem von Sodbrennen. In den meisten Fällen helfen schon einfache Maßnahmen.
Selbsthilfe zu Hause
- Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt statt großer Portionen.
- Vermeiden Sie fettige, scharfe, süße oder saure Speisen (z. B. Zitrusfrüchte, Schokolade, Kaffee).
- Trinken Sie nicht zu viel auf einmal; bevorzugen Sie kohlensäurearmes Wasser oder Kräutertee.
- Gehen Sie nach dem Essen nicht sofort hinlegen – warten Sie mindestens eine Stunde.
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper (z. B. mit einem Keilkissen).
- Tragen Sie lockere Kleidung, die nicht auf den Bauch drückt.
Medizinische Behandlungen
Wenn Selbsthilfemaßnahmen nicht ausreichen, kann die Ärztin/der Arzt oder die Hebamme Präparate empfehlen, die die Magensäure binden oder die Säureproduktion verringern. Diese sind oft rezeptfrei erhältlich, sollten aber immer erst mit einem Arzt abgesprochen werden. Verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Protonenpumpenhemmer) kommen nur bei schweren Beschwerden zum Einsatz – Ihr Arzt wird den Nutzen für Sie und Ihr Baby sorgfältig abwägen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation während der Schwangerschaft ist extrem selten nötig. Sie kommt nur in Betracht bei lebensbedrohlichen Komplikationen wie Einklemmung des Magens. In der Regel wird eine Operation auf die Zeit nach der Geburt verschoben.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Hiatushernie in der Schwangerschaft können Sie gut leben, indem Sie Ihren Alltag anpassen. Hören Sie auf Ihren Körper und vermeiden Sie Situationen, die Sodbrennen auslösen.
Tipps für den Alltag
- Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich.
- Vermeiden Sie Stress und Entspannungstechniken wie Atemübungen oder sanftes Yoga können helfen.
- Heben Sie keine schweren Gegenstände.
- Achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung nach dem Essen.
- Genießen Sie Spaziergänge an der frischen Luft, die die Verdauung fördern.
Ernährung und Bewegung
Eine leichte, ausgewogene Ernährung und moderate Bewegung wie Schwimmen, Gehen oder Schwangerschaftsgymnastik sind empfehlenswert. Verzichten Sie auf sehr fettige oder säurehaltige Speisen. Besprechen Sie Ihre Bewegungsgewohnheiten mit Ihrer Hebamme oder Ärztin.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständiges Sodbrennen kann belastend sein und den Schlaf stören. Viele Schwangere fühlen sich dadurch müde und gereizt. Es ist wichtig, sich zu erinnern, dass die Beschwerden nach der Geburt meist vorbei sind. Falls Sie sich sehr belastet fühlen, sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder suchen Sie Unterstützung bei einer psychosozialen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Eine Hiatushernie lässt sich nicht immer verhindern, da hormonelle und mechanische Faktoren in der Schwangerschaft eine große Rolle spielen. Sie können jedoch das Risiko für starke Beschwerden senken: durch ausgewogene Ernährung, Vermeidung von Übergewicht und regelmäßige Bewegung vor und während der Schwangerschaft.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Hiatushernie.
Früherkennungsprogramme
In der Schwangerschaft ist kein routinemäßiges Screening auf Hiatushernie vorgesehen. Bei Beschwerden wird die Ärztin/der Arzt Sie gezielt untersuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Starke Entzündung der Speiseröhre (Refluxösophagitis) mit Schmerzen und Schluckbeschwerden.
- Verengung der Speiseröhre (Striktur) durch Narbenbildung.
- Blutungen aus der Speiseröhre (selten).
- Beatmungsprobleme (Aspiration) durch das Aufsteigen von Mageninhalt in die Lunge (sehr selten).
Langzeitprognose
Die Prognose ist sehr gut. Bei den allermeisten Frauen klingen die Beschwerden nach der Geburt des Kindes vollständig ab. In der Schwangerschaft können die Symptome gut mit einfachen Maßnahmen kontrolliert werden. Schwere Komplikationen sind selten. Bei anhaltenden Problemen nach der Geburt kann eine Operation helfen – sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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