Leben mit erhöhtem Cholesterinspiegel – Ein Überblick für Betroffene
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Erhöhtes Cholesterin bedeutet, dass die Fettwerte im Blut zu hoch sind. Cholesterin ist ein wichtiger Baustein für Ihre Zellen, aber zu viel davon kann die Blutgefäße verengen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Wichtige Fakten
- Cholesterin wird in LDL („schlechtes“) und HDL („gutes“) eingeteilt. Ein hoher LDL-Wert ist ungünstig.
- Ein hoher Cholesterinspiegel verursacht oft lange keine Beschwerden – er wird meist zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt.
- Mit einer gesunden Lebensweise (Ernährung, Bewegung) lassen sich die Werte oft deutlich verbessern.
Ja, erhöhtes Cholesterin ist in Deutschland sehr häufig. Etwa jeder zweite Erwachsene hat zu hohe Werte.
Es kann Menschen jeden Alters betreffen, tritt aber mit zunehmendem Alter häufiger auf. Auch eine familiäre Veranlagung spielt eine wichtige Rolle.
Symptome
- Plötzliche starke Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Atemnot
- Plötzliche Lähmungen oder Taubheitsgefühl auf einer Körperseite
- Sprachstörungen oder plötzliche Verwirrtheit
- ⚠Neu auftretende Brustschmerzen bei Belastung (z. B. Treppensteigen), die in Ruhe wieder verschwinden
- ⚠Ungewöhnliche Müdigkeit oder Leistungsabfall
- ⚠Wiederkehrende Schmerzen in den Beinen beim Gehen
Häufige Symptome
- Erhöhtes Cholesterin verursacht in der Regel keine direkten Beschwerden. Die meisten Menschen bemerken es erst bei einer Blutuntersuchung.
Symptome bei Kindern
- Kinder haben meist keine Symptome. Selten können gelbliche Ablagerungen (Xanthelasmen) auf der Haut oder an den Augenlidern auftreten, vor allem bei familiärer Hypercholesterinämie.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen bleibt erhöhtes Cholesterin ebenfalls oft symptomlos. Allerdings können sich im Laufe der Jahre Folgen wie Durchblutungsstörungen oder Schmerzen in den Beinen beim Gehen (Schaufensterkrankheit) bemerkbar machen.
Ursachen
Hauptursachen
- Ungesunde Ernährung mit vielen gesättigten Fettsäuren (z. B. Frittiertes, fettes Fleisch, Butter)
- Bewegungsmangel
- Übergewicht (vor allem Bauchfett)
- Rauchen
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Genetische Veranlagung (familiäre Hypercholesterinämie)
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung (Herzinfarkt oder Schlaganfall bei nahen Verwandten)
- Diabetes mellitus
- Bluthochdruck
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Nierenerkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Brustschmerzen, Atemnot oder Lähmungserscheinungen sofort den Rettungsdienst unter 112 rufen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Lassen Sie Ihre Cholesterinwerte regelmäßig beim Hausarzt überprüfen – im Rahmen des Gesundheits-Check-ups ab 35 Jahren oder früher, wenn Risikofaktoren vorliegen.
- Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Cholesterinwert zu hoch ist oder ob Sie Maßnahmen ergreifen sollten.
Diagnose
Die Diagnose wird durch eine Blutuntersuchung gestellt. Dazu wird Ihnen Blut aus einer Armvene entnommen.
Mögliche Untersuchungen
- Nüchtern-Bluttest (mindestens 9–12 Stunden nichts essen, nur Wasser trinken)
- Lipidprofil: Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Nach der Blutentnahme werden die Werte im Labor bestimmt. Ihr Arzt bespricht die Ergebnisse mit Ihnen und erklärt, wie Ihr persönliches Risiko einzuschätzen ist. Bei erhöhten Werten kann eine Kontrolle nach einigen Wochen oder Monaten sinnvoll sein.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Ihrem persönlichen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie besteht meist aus einer Kombination von Lebensstiländerungen und – falls nötig – Medikamenten.
Selbsthilfe zu Hause
- Gesunde Ernährung: viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse; wenig gesättigte Fette und Transfette
- Regelmäßige Bewegung: mindestens 150 Minuten pro Woche (z. B. zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen)
- Gewichtsabnahme bei Übergewicht
- Rauchstopp
- Alkoholkonsum einschränken (maximal 1 Glas pro Tag für Frauen, 2 Gläser für Männer)
Medizinische Behandlungen
Wenn Lebensstiländerungen nicht ausreichen oder das Risiko sehr hoch ist, kann Ihr Arzt Ihnen cholesterinsenkende Medikamente verschreiben. Diese werden meist einmal täglich eingenommen. Die genaue Art und Dosierung wird individuell angepasst. Nehmen Sie Medikamente immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei erhöhtem Cholesterin in der Regel nicht nötig. Nur bei fortgeschrittener Verkalkung der Herzkranzgefäße können Eingriffe wie eine Herzkatheteruntersuchung oder eine Bypass-Operation erforderlich sein – dies wird dann separat mit Ihrem Kardiologen besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Integrieren Sie gesunde Gewohnheiten Schritt für Schritt in Ihren Alltag. Planen Sie Ihre Mahlzeiten voraus, suchen Sie sich Bewegungsmöglichkeiten, die Ihnen Freude machen, und lassen Sie sich nicht von Rückschlägen entmutigen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung (z. B. Spaziergänge, Treppensteigen, Gymnastik)
- Ausreichend Schlaf (7–8 Stunden pro Nacht)
- Stressabbau durch Entspannungstechniken (z. B. Meditation, Yoga, Atemübungen)
- Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkohol
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) – zum Beispiel die Mittelmeerkost mit viel Olivenöl, Fisch, Obst und Gemüse. Kombinieren Sie Ausdauertraining (Walking, Radfahren) mit Krafttraining (leichte Gewichte oder Übungen mit dem eigenen Körpergewicht).
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose kann zunächst verunsichern oder ängstigen. Doch Sie können selbst aktiv werden und viel bewirken. Das Gefühl, die Kontrolle zu übernehmen, stärkt das Selbstbewusstsein. Sollten Sie sich über längere Zeit niedergeschlagen oder stark belastet fühlen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.
Vorbeugung
Ja, ein gesunder Lebensstil kann erhöhtes Cholesterin oft verhindern oder zumindest hinauszögern. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Normalgewicht, Nichtrauchen und ein maßvoller Alkoholkonsum.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen erhöhtes Cholesterin.
Früherkennungsprogramme
Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland bieten einen Gesundheits-Check-up (alle 3 Jahre ab 35 Jahren, früher auf Wunsch) an, bei dem auch die Cholesterinwerte gemessen werden. Bei familiärer Vorbelastung kann eine frühere und häufigere Kontrolle sinnvoll sein – sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verengung der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit) – kann zu Angina pectoris (Brustschmerzen) führen
- Herzinfarkt
- Schlaganfall
- Durchblutungsstörungen in den Beinen (Periphere arterielle Verschlusskrankheit)
- Verengung der Halsschlagadern
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen Behandlung und einer Umstellung des Lebensstils lässt sich das Risiko für diese Komplikationen erheblich senken. Viele Menschen mit erhöhtem Cholesterin erreichen durch ihre Maßnahmen normale oder fast normale Werte und bleiben langfristig gesund. Die Prognose ist gut, wenn Sie aktiv werden – Ihr Arzt unterstützt Sie dabei.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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