Hospizpflege: Unterstützung und Begleitung am Lebensende
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Hospizpflege ist eine besondere Art der Betreuung und Begleitung für Menschen mit einer schweren, unheilbaren Krankheit. Im Mittelpunkt steht nicht, die Krankheit zu heilen, sondern die Lebensqualität zu verbessern. Schmerzen und andere belastende Beschwerden sollen gelindert werden. Auch die seelische und soziale Unterstützung für die erkrankte Person und ihre Angehörigen gehört dazu.
Wichtige Fakten
- Hospizpflege ist nicht nur für die letzte Lebensphase – sie kann frühzeitig beginnen.
- Sie kann zu Hause, im Krankenhaus oder in einem Hospiz stattfinden.
- Jeder Mensch hat das Recht, würdevoll und möglichst schmerzfrei zu leben.
In Deutschland nutzen jedes Jahr hunderttausende Menschen Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung.
Sie richtet sich an Menschen jeden Alters, die unheilbar krank sind – zum Beispiel bei fortgeschrittener Krebserkrankung, schweren Herz-, Lungen- oder Nervenerkrankungen. Auch Kinder und Jugendliche können betroffen sein.
Symptome
- Plötzliche schwere Atemnot – rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfall – rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- Starke Blutungen, die nicht aufhören – rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- Wiederkehrende starke Brustschmerzen – rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- ⚠Neue oder stärkere Schmerzen, die nicht nachlassen – noch am selben Tag ärztlichen Rat holen.
- ⚠Fieber mit starker Unruhe oder Verwirrtheit – noch am selben Tag ärztlichen Rat holen.
- ⚠Wiederholtes Erbrechen oder Schluckbeschwerden – noch am selben Tag ärztlichen Rat holen.
Häufige Symptome
- Schmerzen
- Atemnot
- Übelkeit und Erbrechen
- Erschöpfung und Schwäche
- Angst, Unruhe oder Verwirrtheit
Symptome bei Kindern
- Appetitlosigkeit
- Müdigkeit
- Schmerzen
- Weinen oder Rückzug
- Verhaltensänderungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schmerzen
- Schwäche
- Appetitverlust
- Verwirrtheit
- Atemnot
Ursachen
Hauptursachen
- Fortgeschrittene unheilbare Krankheiten, zum Beispiel Krebserkrankungen im Endstadium
- Schwere Herz- oder Lungenerkrankungen wie Herzschwäche oder COPD
- Schwere Erkrankungen des Nervensystems wie ALS oder Multiple Sklerose
- Chronische Leiden mit starkem Abbau der Kräfte (Gebrechlichkeit)
Risikofaktoren
- Höheres Alter
- Fortgeschrittenes Krankheitsstadium
- Mehrere gleichzeitige Erkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn sich Ihr Zustand plötzlich deutlich verschlechtert, suchen Sie noch am selben Tag ärztlichen Rat.
- Wenn Schmerzen trotz Behandlung nicht auszuhalten sind, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt oder den Palliativdienst.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie über die weitere Versorgung nachdenken.
- Wenn Sie eine schwere Krankheit haben und Ihre Beschwerden nicht gut gelindert sind, fragen Sie nach Palliativangeboten.
Diagnose
Die Hospizpflege wird nicht durch einen einzelnen Test festgestellt. Ein Arzt oder ein Palliativteam beurteilt, ob eine schwere, unheilbare Erkrankung vorliegt und welche Unterstützung hilfreich ist.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt
- Körperliche Untersuchung
- Bewertung von Schmerzen und anderen Beschwerden
- Beratung durch ein spezialisiertes Palliativteam
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei einem Gespräch mit dem Palliativ- oder Hospizteam werden Ihre Wünsche und Bedürfnisse besprochen. Gemeinsam wird ein Plan für die Betreuung aufgestellt – zu Hause oder in einer Einrichtung. In Deutschland helfen medizinische Leitlinien (AWMF) dabei, die Versorgung zu verbessern.
Behandlung
Die Behandlung in der Hospizpflege zielt darauf ab, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten. Sie umfasst medikamentöse Schmerztherapie, nicht-medikamentöse Maßnahmen und seelische Begleitung.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegung im Rahmen der Möglichkeiten, zum Beispiel kurze Spaziergänge
- Entspannungsübungen wie bewusstes Atmen oder ruhige Musik
- Kleine Freuden im Alltag erhalten, etwa Zeit mit lieben Menschen oder gutes Essen
Medizinische Behandlungen
Die medizinische Behandlung umfasst unter anderem eine angepasste Schmerztherapie und Medikamente gegen Übelkeit, Atemnot oder Angst. Welche Mittel eingesetzt werden, entscheidet das ärztliche Team individuell. Auch Physiotherapie, Ergotherapie, psychologische Begleitung und Palliativpflege gehören zum Behandlungsangebot.
Wann kommt eine Operation infrage?
Chirurgische Eingriffe sind in der Hospizpflege selten nötig. Sie kommen nur infrage, wenn sie Beschwerden lindern können, zum Beispiel bei einem Darmverschluss. Diese Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit Ihrem Ärzteteam.
Leben mit der Erkrankung
Der Alltag mit einer schweren Erkrankung ist herausfordernd. In der Hospizpflege stehen Ihnen geschulte Fachkräfte und ehrenamtliche Helfer zur Seite. Sie können selbst entscheiden, wo Sie gepflegt werden möchten – zu Hause, im Hospiz oder im Krankenhaus.
Tipps für den Alltag
- Gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden genießen
- Erinnerungen festhalten, zum Beispiel durch Fotos oder Gespräche
- Sich kleine, erfüllende Momente ermöglichen
Ernährung und Bewegung
Die Ernährung wird an Ihre Bedürfnisse angepasst – kleine Mahlzeiten sind oft besser verträglich. Bewegung an der frischen Luft oder leichte Gymnastik können das Wohlbefinden fördern, solange es Ihnen angenehm ist und nicht anstrengt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine unheilbare Erkrankung löst oft Angst und Trauer aus. Psychologische Unterstützung, Seelsorge und Gesprächsgruppen können helfen, diese Gefühle zu verarbeiten. Auch Angehörige sollten sich Unterstützung holen. Falls Sie Gedanken an Suizid haben, suchen Sie sofort medizinische Hilfe – zum Beispiel über den Notruf 112 oder das nächste Krankenhaus.
Vorbeugung
Eine unheilbare Krankheit lässt sich durch Hospizpflege nicht verhindern. Aber sie kann dazu beitragen, dass die verbleibende Zeit so angenehm und würdevoll wie möglich gestaltet wird.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Schmerzen und Atemnot können sehr belastend sein
- Psychischer Stress und Einsamkeit können zunehmen
- Angehörige können sich überfordert fühlen, wenn keine Unterstützung vorhanden ist
Langzeitprognose
Dank moderner Palliativmedizin können viele Beschwerden gut gelindert werden. Hospizpflege bietet Würde, Nähe und Sicherheit – für die erkrankte Person und ihre Familie. Wer Hilfe annimmt, kann die letzte Lebensphase in vertrauter Umgebung verbringen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.