HPV infection overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine HPV-Infektion ist eine sehr häufige Virusinfektion, die durch humane Papillomviren (HPV) verursacht wird. Es gibt viele verschiedene Typen dieses Virus. Die meisten Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens einmal damit an. Oft heilt die Infektion von selbst aus, ohne Beschwerden zu verursachen. Manche HPV-Typen können jedoch Warzen oder Zellveränderungen hervorrufen, die zu Krebs führen können.
Wichtige Fakten
- HPV ist die häufigste sexuell übertragbare Infektion weltweit.
- Die meisten HPV-Infektionen verlaufen harmlos und heilen von selbst.
- Einige Hochrisiko-Typen können langfristig Gebärmutterhalskrebs und andere Krebsarten verursachen.
- Es gibt eine Schutzimpfung gegen die gefährlichsten HPV-Typen.
- Kondome senken das Übertragungsrisiko, schützen aber nicht vollständig.
Ja, HPV-Infektionen sind sehr häufig. Mehr als 80% aller sexuell aktiven Menschen stecken sich mindestens einmal in ihrem Leben mit HP-Viren an. In den meisten Fällen bemerkt man die Infektion gar nicht.
Grundsätzlich kann jeder Mensch, der sexuell aktiv ist, eine HPV-Infektion bekommen. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Das Virus wird durch Haut- und Schleimhautkontakt übertragen, vor allem beim Geschlechtsverkehr.
Symptome
- Starke Blutungen aus der Scheide oder aus dem After
- Plötzliche heftige Schmerzen im Unterleib, die nicht nachlassen
- Zeichen einer schweren Infektion (hohes Fieber, Schüttelfrost, starkes Krankheitsgefühl)
- ⚠Anhaltende ungewöhnliche Blutungen (z.B. nach dem Geschlechtsverkehr, zwischen den Perioden, nach den Wechseljahren)
- ⚠Schmerzen oder ein Druckgefühl im Beckenbereich, das nicht verschwindet
- ⚠Sichtbare Warzen, die schnell wachsen oder bluten
- ⚠Veränderungen an der Haut oder Schleimhaut im Genitalbereich, die nicht heilen
Häufige Symptome
- Die meisten HPV-Infektionen verursachen keinerlei Symptome und heilen unbemerkt aus.
- Manchmal können Feigwarzen (Genitalwarzen) auftreten – kleine, hautfarbene oder rötliche Knötchen im Genitalbereich.
- Andere HPV-Typen können Zellveränderungen am Gebärmutterhals (Portio) hervorrufen, die ohne Untersuchung nicht bemerkt werden.
Symptome bei Kindern
- Kinder können sich durch Hautkontakt oder über Gegenstände (z.B. Handtücher) mit HPV anstecken.
- Bei Kindern zeigen sich oft harmlose Hautwarzen an Händen, Füßen oder im Gesicht.
- Feigwarzen oder andere sexuell übertragene HPV-Infektionen sind im Kindesalter sehr selten und erfordern eine medizinische Abklärung.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch ältere Erwachsene können sich mit HPV infizieren, wenn sie sexuell aktiv sind.
- Mit zunehmendem Alter kann das Immunsystem das Virus schlechter bekämpfen, sodass eine Infektion länger bestehen bleibt.
- Bei Frauen nach den Wechseljahren kann eine unentdeckte HPV-Infektion das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erhöhen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Infektion wird durch das humane Papillomvirus (HPV) verursacht.
- Die Übertragung erfolgt durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt, meist beim Geschlechtsverkehr (vaginal, anal, oral).
- Auch enger Körperkontakt ohne Eindringen kann das Virus weitergeben.
Risikofaktoren
- Früher Beginn sexueller Aktivität
- Häufiger Wechsel der Sexualpartner
- Geschwächtes Immunsystem (z.B. durch Medikamente, Krankheit oder Rauchen)
- Keine oder unvollständige HPV-Impfung
- Rauchen (erhöht das Risiko für bleibende Infektionen und Krebs)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Blutungen oder Schmerzen im Genitalbereich haben.
- Wenn Sie Veränderungen wie Warzen bemerken, die schnell wachsen oder bluten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Frauen sollten regelmäßig zur Krebsvorsorge (Pap-Abstrich, HPV-Test) gehen – die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen sind für Frauen ab 20 Jahren vorgesehen.
- Wenn Sie neuartige Hautveränderungen oder Warzen bemerken, lassen Sie diese von einer Ärztin oder einem Arzt abklären.
- Männer können bei Hautveränderungen oder Warzen im Genitalbereich ihren Hautarzt oder Urologen aufsuchen.
Diagnose
Eine HPV-Infektion wird meist durch eine ärztliche Untersuchung diagnostiziert. Bei Frauen wird oft im Rahmen der Krebsvorsorge ein Abstrich vom Gebärmuttermund (Pap-Test) gemacht. Wenn dieser auffällig ist, kann ein HPV-Test folgen, der das Virus direkt nachweist.
Mögliche Untersuchungen
- Pap-Abstrich (Zellabstrich vom Gebärmuttermund)
- HPV-Test (weist die Virus-DNA nach)
- Kolposkopie (vergrößerte Betrachtung des Gebärmuttermundes)
- Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe bei Auffälligkeiten)
- Bei sichtbaren Warzen reicht oft die ärztliche Besichtigung aus.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzarm. Für den Abstrich wird ein kleiner Spatel oder Bürstchen am Muttermund entlanggeführt – das kann sich etwas unangenehm anfühlen, tut aber nicht weh. Die Ergebnisse dauern meist ein bis zwei Wochen. Sollte der Befund auffällig sein, bespricht die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen die nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Art der HPV-Infektion und den Beschwerden ab. Viele Infektionen brauchen keine Behandlung, weil das Immunsystem das Virus von allein beseitigt. Wenn Warzen oder Zellveränderungen auftreten, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Selbsthilfe zu Hause
- Stärken Sie Ihr Immunsystem durch gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung.
- Rauchen Sie nicht – Rauchen begünstigt bleibende Infektionen.
- Bei Warzen: Keine Selbstbehandlung mit freiverkäuflichen Mitteln, da die Haut im Genitalbereich empfindlich ist.
- Schützen Sie Ihre Partner durch Kondome – auch wenn diese nicht 100% schützen.
Medizinische Behandlungen
Für Feigwarzen gibt es verschreibungspflichtige Cremes oder Lösungen, die die Warzen entfernen. Auch eine Vereisung oder Laserbehandlung in der Arztpraxis ist möglich. Bei Zellveränderungen am Gebärmuttermund können kleinere Eingriffe wie eine Schlingenabtragung (Konisation) durchgeführt werden. Die genaue Therapie stimmt die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen ab – verwenden Sie keine selbst gewählten Medikamente.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, wenn Vorstufen von Krebs (CIN) am Gebärmuttermund entfernt werden müssen, oder wenn Warzen sehr groß sind und auf andere Behandlungen nicht ansprechen.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen merken gar nichts von einer HPV-Infektion und können ganz normal leben. Wenn Sie Warzen oder eine Behandlung haben, schränkt das Ihren Alltag meist nicht stark ein. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen und eine gute Kommunikation mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin.
Tipps für den Alltag
- Pflegen Sie eine gesunde Lebensweise, um Ihr Immunsystem zu unterstützen.
- Vermeiden Sie Stress, soweit möglich.
- Gehen Sie zu den vereinbarten Vorsorge- und Kontrollterminen.
- Tauschen Sie sich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin aus, wenn Sie Fragen oder Ängste haben.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hilft Ihrem Immunsystem. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft tut ebenfalls gut. Es gibt keinen speziellen Diätplan gegen HPV, aber ein gesunder Lebensstil unterstützt die körpereigene Abwehr.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer HPV-Infektion kann verunsichern oder Ängste auslösen – besonders, wenn das Wort „Krebs“ fällt. Es ist wichtig zu wissen, dass die meisten Infektionen harmlos sind. Bei anhaltenden Sorgen oder Niedergeschlagenheit sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen oder psychologische Unterstützung suchen.
Vorbeugung
Eine HPV-Infektion lässt sich nicht vollständig verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Die wichtigste Maßnahme ist die HPV-Impfung für alle Jugendlichen vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Kondome bieten einen Teil-Schutz, da sie jedoch nicht die gesamte Haut abdecken, schützen sie nicht zu 100%.
Impfungen
Die HPV-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Sie schützt vor den gefährlichsten HPV-Typen, die Krebs und Warzen verursachen. Auch später kann die Impfung noch sinnvoll sein – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.
Früherkennungsprogramme
Für Frauen gibt es in Deutschland das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm: Ab 20 Jahren jährlich ein Pap-Abstrich, ab 30 Jahren alle drei Jahre ein Kombinationstest (Pap + HPV). Diese Untersuchungen können Zellveränderungen früh erkennen und behandeln, bevor Krebs entsteht.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine anhaltende Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen kann zu Zellveränderungen führen, die sich unbehandelt zu Krebs entwickeln können – vor allem Gebärmutterhalskrebs, aber auch Krebs im Mund-Rachen-Raum, After oder Penis.
- Feigwarzen können an Größe und Anzahl zunehmen, was Beschwerden und kosmetische Beeinträchtigungen verursacht.
- In seltenen Fällen können Warzen auf die Harnröhre oder den After übergreifen und Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang bereiten.
Langzeitprognose
Die allermeisten HPV-Infektionen heilen von selbst aus. Selbst wenn Zellveränderungen auftreten, können diese in der Regel frühzeitig behandelt werden. Die Heilungschancen bei rechtzeitiger Behandlung sind sehr gut. Dank Impfung und Vorsorge sind schwere Verläufe heute viel seltener als früher. Mit einer optimistischen Einstellung und regelmäßigen Arztbesuchen haben Sie die besten Karten.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) · Deutschland
- Deutsche Krebshilfe · Deutschland
- Frauenarztpraxis / Hausarzt vor Ort · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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