Impetigo patient overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Impetigo ist eine ansteckende Hautinfektion, die hauptsächlich durch Bakterien verursacht wird. Sie führt zu roten Bläschen, die aufplatzen und eine honiggelbe Kruste bilden. Die Infektion ist in der Regel harmlos und heilt meist folgenlos ab.
Wichtige Fakten
- Impetigo ist hoch ansteckend, besonders bei Kindern.
- Die Infektion wird durch direkten Hautkontakt oder gemeinsam genutzte Gegenstände übertragen.
- Eine Behandlung mit Antibiotika (vom Arzt verschrieben) verkürzt die Dauer und verringert die Ansteckungsgefahr.
Ja, Impetigo ist eine der häufigsten Hautinfektionen im Kindesalter. Weltweit erkranken jedes Jahr viele Millionen Menschen daran.
Hauptsächlich betroffen sind Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren. Aber auch Erwachsene können sich anstecken, vor allem wenn sie engen Kontakt zu infizierten Kindern haben oder ihr Immunsystem geschwächt ist.
Symptome
- Plötzlich auftretende Atemnot oder Schluckbeschwerden (selten, aber möglich bei einer Allergie gegen Antibiotika).
- Hohes Fieber über 39 °C, das nicht sinkt.
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen.
- ⚠Wenn sich die Rötung um die Wunden schnell ausbreitet oder sehr schmerzhaft wird.
- ⚠Wenn Sie oder Ihr Kind eine plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands bemerken (z. B. starke Müdigkeit, Schüttelfrost).
- ⚠Wenn die Krusten blutig werden oder sich Eiter bildet.
Häufige Symptome
- Rote Flecken oder Bläschen, oft im Gesicht, um Mund und Nase oder an den Händen.
- Die Bläschen platzen schnell auf und bilden eine dickflüssige, honiggelbe Kruste.
- Leichter Juckreiz, der aber nicht stark sein muss.
- Die umliegende Haut kann gerötet sein.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern treten die Symptome oft im Gesicht auf, besonders um den Mund herum.
- Sie kratzen häufig an den Stellen, was die Ausbreitung fördert.
- Manchmal haben die Kinder leichtes Fieber oder geschwollene Lymphknoten am Hals.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen kann die Infektion an anderen Körperstellen auftreten, z. B. an den Beinen oder Armen.
- Die Abheilung kann etwas länger dauern.
- Bei bestehenden Hauterkrankungen (wie Ekzemen) kann es zu einer schwereren Ausbreitung kommen.
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, meist Staphylococcus aureus oder Streptococcus pyogenes.
- Diese Bakterien gelangen durch kleine Hautverletzungen (z. B. Schnitte, Insektenstiche) in die Haut.
Risikofaktoren
- Enge Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen.
- Schlechte Hygiene, z. B. seltenes Händewaschen.
- Bestehende Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Krätze.
- Warmes, feuchtes Klima.
- Geschwächtes Immunsystem.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Hautinfektion sich trotz sorgfältiger Hygiene nicht bessert oder sich ausbreitet.
- Wenn Sie selbst oder Ihr Kind Fieber über 38,5 °C haben.
- Bei Anzeichen einer Lymphknotenschwellung in der Nähe der infizierten Stelle.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei ersten Anzeichen von roten Bläschen mit Honigkrusten sollten Sie innerhalb von ein bis zwei Tagen Ihren Hausarzt oder Kinderarzt aufsuchen.
- Auch wenn Sie unsicher sind, ob es sich um Impetigo handelt, ist ein Arztbesuch ratsam.
Diagnose
Die Diagnose wird meist anhand des typischen Erscheinungsbildes der Haut gestellt. Der Arzt betrachtet die Krusten und Bläschen und fragt nach Kontakt zu anderen Infizierten.
Mögliche Untersuchungen
- In den meisten Fällen sind keine Tests nötig.
- Bei Unsicherheit oder schweren Verläufen kann ein Abstrich von der Wunde gemacht und im Labor auf Bakterien untersucht werden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird die betroffenen Hautstellen untersuchen und Ihnen möglicherweise ein Rezept für ein Antibiotikum ausstellen. Er wird Ihnen auch erklären, wie Sie die Infektion zu Hause behandeln und eine Ausbreitung verhindern können.
Behandlung
Die Behandlung von Impetigo zielt darauf ab, die Bakterien abzutöten und die Heilung zu beschleunigen. Meist kommen Antibiotika zum Einsatz, die entweder direkt auf die Haut aufgetragen oder als Tablette eingenommen werden. Ihr Arzt wird das passende Mittel für Sie auswählen.
Selbsthilfe zu Hause
- Waschen Sie die betroffenen Stellen vorsichtig mit Wasser und milder Seife und tupfen Sie sie trocken.
- Vermeiden Sie es, an den Krusten zu kratzen oder sie abzulösen.
- Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, besonders nach Berührung der Wunden.
- Bedecken Sie die Infektionsstellen mit einem lockeren Verband, um eine Ausbreitung zu verhindern.
- Benutzen Sie eigene Handtücher und Waschlappen, und waschen Sie diese bei mindestens 60 Grad Celsius.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt meist mit verschreibungspflichtigen Antibiotika. Bei leichten Fällen reicht eine antibiotische Salbe, die mehrmals täglich auf die Stellen aufgetragen wird. Bei ausgedehnter oder schwerer Impetigo kann der Arzt Antibiotika in Tablettenform verschreiben. Es ist wichtig, die Behandlung so lange durchzuführen, wie vom Arzt verordnet, auch wenn die Symptome schon abklingen. Die Behandlungsdauer nach aktuellen deutschen Leitlinien (AWMF) beträgt in der Regel fünf bis sieben Tage.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Impetigo in der Regel nicht notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie oder Ihr Kind an Impetigo erkrankt sind, sollten Sie zu Hause bleiben, bis die Infektion nicht mehr ansteckend ist (in der Regel 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Antibiotikatherapie). Sorgen Sie für gute Hygiene und vermeiden Sie engen Hautkontakt mit anderen.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie die Fingernägel kurz und sauber, um Kratzverletzungen zu vermeiden.
- Wechseln Sie täglich Bettwäsche und Handtücher.
- Desinfizieren Sie gemeinsam genutzte Oberflächen wie Türklinken oder Spielzeug.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem. Leichte Bewegung an der frischen Luft ist erlaubt, solange die Wunden gut abgedeckt sind und kein Kontakt zu anderen Personen besteht.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Impetigo kann bei Kindern zu Schamgefühlen führen, besonders sichtbare Stellen im Gesicht. Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind darüber und erklären Sie, dass die Krankheit vorübergehend ist. Auch bei Erwachsenen kann die Hautveränderung unangenehm sein. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Behandlung gut wirkt und die Haut meist vollständig abheilt.
Vorbeugung
Ja, gute Hygiene ist der beste Schutz. Regelmäßiges Händewaschen, besonders nach dem Kontakt mit anderen Menschen, kann die Ansteckung verhindern. Verletzungen der Haut sollten sofort gereinigt und abgedeckt werden.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Impetigo.
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiges Screening ist nicht erforderlich. Bei anhaltenden Hautproblemen oder wiederholten Infektionen sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Sehr selten kann sich die Infektion in tiefere Hautschichten ausbreiten (Ekthym).
- In sehr seltenen Fällen kann eine unbehandelte Streptokokken-Infektion zu einer Nierenentzündung (Poststreptokokken-Glomerulonephritis) führen.
- Die Infektion kann auf andere Körperteile oder auf andere Personen übertragen werden.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung heilt Impetigo meist folgenlos innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Narben bleiben nur selten zurück, vor allem wenn nicht gekratzt wird. Die Prognose ist sehr gut. Die meisten Menschen erholen sich vollständig.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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