Kidney stones prevention living in adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nierensteine sind harte, kieselartige Ablagerungen, die sich in Ihren Nieren bilden. Sie entstehen, wenn bestimmte Stoffe im Urin zu konzentriert sind und Kristalle bilden, die mit der Zeit größer werden.
Wichtige Fakten
- Nierensteine können sehr schmerzhaft sein – die Schmerzen werden oft als kolikartig beschrieben.
- Viele Steine sind klein und gehen von selbst mit dem Urin ab.
- Die richtige Ernährung und ausreichend Trinken können das Risiko für Nierensteine senken.
- Nierensteine kommen häufiger bei Männern vor, können aber auch Frauen betreffen.
Ja, Nierensteine sind weit verbreitet. Etwa jeder zehnte Erwachsene bekommt mindestens einmal im Leben einen Nierenstein. In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Betroffenen gestiegen.
Nierensteine treten am häufigsten bei Erwachsenen zwischen 20 und 50 Jahren auf. Männer haben ein etwas höheres Risiko als Frauen. Auch Menschen mit Übergewicht, Diabetes oder bestimmten Stoffwechselerkrankungen sind häufiger betroffen.
Symptome
- Plötzliche, unerträgliche Schmerzen, die Sie kaum aushalten
- Fieber und Schüttelfrost gleichzeitig mit Schmerzen – das kann auf eine Nierenbeckenentzündung hindeuten
- Völlige Unfähigkeit, Urin zu lassen (Harnverhalt)
- ⚠Anhaltende starke Schmerzen, die nach einigen Stunden nicht nachlassen
- ⚠Übelkeit und Erbrechen, sodass Sie nichts bei sich behalten
- ⚠Deutlich sichtbares Blut im Urin
- ⚠Zeichen einer Infektion wie Fieber oder Schüttelfrost
Häufige Symptome
- Starke, wellenförmige Schmerzen im unteren Rücken oder in der Seite (Flankenschmerz)
- Schmerzen, die in den Unterbauch oder die Leiste ausstrahlen
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- Blut im Urin (rötliche oder bräunliche Färbung)
- Übelkeit und Erbrechen
- Häufiger Harndrang oder nur geringe Urinmengen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern zeigen sich Nierensteine oft durch Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Sie können auch unruhig sein oder über Schmerzen beim Wasserlassen klagen. Manchmal wird Blut im Urin nur bei einer Routineuntersuchung entdeckt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft weniger typische Schmerzen. Stattdessen können Verwirrtheit, allgemeine Schwäche oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen auf Nierensteine hinweisen. Auch hier kann Blut im Urin ein Zeichen sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Zu wenig Flüssigkeit: Wenn Sie zu wenig trinken, wird Ihr Urin konzentrierter, und Mineralien können sich leichter absetzen.
- Bestimmte Ernährungsgewohnheiten: Eine Kost mit viel Salz, Zucker, tierischem Eiweiß oder oxalatreichen Lebensmitteln (z.B. Spinat, Rhabarber, Nüsse) kann das Risiko erhöhen.
- Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigen die Steinbildung.
- Bestimmte Medikamente oder Stoffwechselerkrankungen können die Zusammensetzung des Urins verändern.
Risikofaktoren
- Frühere Nierensteine (Rückfallrisiko ist hoch)
- Familienmitglieder mit Nierensteinen
- Chronische Harnwegsinfekte
- Erkrankungen wie Gicht, Diabetes oder Morbus Crohn
- Einseitige Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel (z.B. zu viel Vitamin C oder Kalzium ohne ärztliche Beratung)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, sehr starken Schmerzen – rufen Sie den Notruf 112 oder gehen Sie sofort in die nächste Notaufnahme.
- Bei Fieber und Schüttelfrost zusätzlich zu den Schmerzen
- Wenn Sie überhaupt nicht mehr urinieren können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt Nierensteine hatten oder Blut im Urin bemerken
- Wenn Sie wissen möchten, wie Sie einem erneuten Stein vorbeugen können
- Bei anhaltenden leichten Schmerzen oder Druckgefühl im Rücken
Diagnose
Ihr Arzt wird Sie zu Ihren Beschwerden und Ihrer Lebensweise befragen (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung durchführen. Mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder einer Computertomographie (CT) kann die Lage und Größe des Steins festgestellt werden.
Mögliche Untersuchungen
- Urinuntersuchung: auf Blut, Kristalle und Anzeichen einer Infektion
- Blutuntersuchung: zur Überprüfung der Nierenfunktion und auf erhöhte Harnsäure oder Kalziumwerte
- Bildgebung: Ultraschall (schmerzfrei, ohne Strahlung) oder CT (genauer, aber mit Strahlung)
- Analyse des abgegangenen Steins: Falls ein Stein ausgeschieden wird, kann seine Zusammensetzung im Labor bestimmt werden – das hilft bei der Vorbeugung.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose ist in der Regel unkompliziert und wird ambulant durchgeführt. Bei starken Schmerzen kann es sein, dass Sie direkt in eine Notaufnahme kommen. Dort erhalten Sie zuerst Schmerzmittel und dann wird die Bildgebung gemacht. Meist können Sie noch am selben Tag wieder nach Hause.
Behandlung
Die Behandlung hängt von Größe, Lage und Zusammensetzung des Steins ab. Viele kleine Steine gehen von selbst ab, während größere oder komplizierte Steine eine medizinische Behandlung benötigen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken: Mindestens 2 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßte Getränke pro Tag (außer bei bestimmten Erkrankungen, besprechen Sie das mit Ihrem Arzt).
- Wärme: Eine Wärmflasche oder ein warmes Bad kann die Schmerzen lindern.
- Bewegung: Leichte Bewegung wie Spazierengehen kann helfen, den Stein zu lösen.
- Schmerzmittel: Ihr Arzt kann Ihnen Schmerzmittel verschreiben, die Sie nach Anweisung einnehmen.
Medizinische Behandlungen
Bei größeren Steinen kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz: Die Stoßwellentherapie (ESWL) zertrümmert Steine von außen mit Schallwellen, sodass die Bruchstücke abgehen können. Bei Steinen im Harnleiter kann der Arzt sie mit einem dünnen Endoskop (Ureteroskopie) entfernen oder zertrümmern. Für sehr große Nierensteine gibt es einen minimalinvasiven Eingriff über einen kleinen Schnitt im Rücken (perkutane Nephrolitholapaxie). Welche Methode für Sie infrage kommt, entscheidet Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur dann nötig, wenn die Steine sehr groß sind (z.B. über 2 cm), wenn sie die Niere blockieren oder wenn andere Verfahren nicht erfolgreich waren. Heute sind solche Eingriffe meist schonend und mit kurzer Erholungszeit verbunden.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Nierenstein ist es wichtig, auf Ihre Trinkgewohnheiten zu achten und sich ausgewogen zu ernähren. Ihr Arzt kann Ihnen einen individuellen Ernährungsplan empfehlen. Bei manchen Menschen kommen die Steine wieder – dann sind regelmäßige Kontrollen sinnvoll.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend Wasser – am besten eine Wasserflasche sichtbar hinstellen.
- Reduzieren Sie Salz und Fertigprodukte, da sie die Steinbildung fördern.
- Essen Sie nicht zu viel tierisches Eiweiß (Fleisch, Wurst, Eier).
- Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht durch Bewegung und ausgewogene Kost.
Ernährung und Bewegung
Eine Ernährung mit viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukten und pflanzlichen Eiweißquellen (Hülsenfrüchte) senkt das Risiko. Kalziumhaltige Lebensmittel wie Milch oder Joghurt sollten Sie nicht meiden – sie schützen sogar vor Steinen, wenn Sie sie zusammen mit oxalatreichen Lebensmitteln essen. Bewegung an der frischen Luft und moderater Sport (z.B. Schwimmen, Radfahren) fördern die Durchblutung der Nieren.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Starke Schmerzen durch Nierensteine können sehr belastend sein und Angst vor einem erneuten Anfall auslösen. Es ist völlig normal, sich danach unsicher zu fühlen. Wenn die Sorge Ihren Alltag beeinträchtigt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie eine psychologische Beratung.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen lassen sich Nierensteine durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine angepasste Ernährung verhindern. Besonders wichtig ist es, täglich 2 bis 3 Liter Wasser zu trinken und salzreiche sowie oxalatreiche Speisen (Spinat, Rhabarber, Nüsse) nur in Maßen zu genießen. Wenn Sie bereits einen Stein hatten, kann eine Urinanalyse helfen, die genaue Ursache zu finden und gezielt vorzubeugen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Nierenstau: Wenn ein Stein den Harnleiter blockiert, kann der Urin nicht abfließen, die Niere schwillt an und es droht eine Nierenschädigung.
- Nierenbeckenentzündung: Ein blockierter Stein begünstigt Infektionen, die unbehandelt auf das Blut übergehen können (Urosepsis – lebensbedrohlich).
- Narbenbildung und dauerhafte Nierenfunktionseinschränkung
- Wiederkehrende Koliken und immer neue Steine
Langzeitprognose
Die meisten Nierensteine haben eine sehr gute Prognose. Bei richtiger Behandlung und Vorbeugung lassen sich Rückfälle deutlich verringern. Auch wenn ein Stein operativ entfernt werden muss, kann die Niere danach meist normal weiterarbeiten. Mit einer gesunden Lebensweise und ärztlicher Begleitung können Sie das Risiko langfristig senken.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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