Kidney stones prevention living patient overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nierensteine sind kleine, harte Gebilde, die sich in den Nieren bilden. Sie bestehen aus Mineralien und Salzen, die sich im Urin zu Kristallen verbinden. Die Steine können wie kleine Kieselsteine oder wie Sand aussehen. Sie verursachen oft starke Schmerzen, wenn sie durch die Harnwege wandern.
Wichtige Fakten
- Nierensteine kommen häufig vor und betreffen etwa jeden zehnten Menschen im Laufe des Lebens.
- Die meisten Steine sind kleiner als 5 mm und gehen von selbst ab, oft ohne Behandlung.
- Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist die wichtigste Maßnahme, um neuen Steinen vorzubeugen.
Ja, Nierensteine sind eine häufige Erkrankung. In Deutschland bekommen etwa 4 bis 8 von 100 Menschen mindestens einmal in ihrem Leben einen Nierenstein.
Nierensteine betreffen Männer etwas häufiger als Frauen. Das Risiko steigt mit dem Alter, vor allem ab dem 40. Lebensjahr. Auch Menschen mit Übergewicht, Bluthochdruck oder einer familiären Vorbelastung haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- plötzliche, unerträgliche Schmerzen im Rücken oder Bauch, die nicht nachlassen
- Fieber über 38,5 °C mit Schüttelfrost oder Verwirrtheit
- kein Urin mehr absetzen können (komplette Harnverhaltung)
- Blut im Urin, das sehr stark ist oder mit Schockzeichen einhergeht (kalter Schweiß, blasse Haut, schneller Puls)
- ⚠starke Schmerzen, die trotz einfacher Schmerzmittel (z. B. Paracetamol) nicht besser werden
- ⚠Fieber zwischen 38 °C und 38,5 °C ohne Schüttelfrost
- ⚠ständiger Harndrang oder Brennen beim Wasserlassen, das länger als einen Tag anhält
- ⚠wiederholtes Erbrechen, sodass Sie nichts trinken können
Häufige Symptome
- plötzliche, starke Schmerzen im unteren Rücken oder in der Seite, die in Wellen kommen und gehen
- Schmerzen, die in den Unterbauch oder die Leiste ausstrahlen
- Blut im Urin (rosa, rot oder braun)
- häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Übelkeit und Erbrechen
- trüber oder übelriechender Urin
Symptome bei Kindern
- Schmerzen im Bauch oder seitlich am Rücken, oft unklar beschrieben
- Blut im Urin, das nicht immer sichtbar ist
- wiederkehrende Harnwegsinfektionen ohne klaren Grund
- ungewöhnliche Reizbarkeit oder Weinen beim Wasserlassen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schmerzen können weniger stark sein oder fehlen
- Verwirrtheit oder Unruhe als Zeichen des Unwohlseins
- ungewollter Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit
- wiederholte Harnwegsinfektionen oder Fieber unklarer Ursache
Ursachen
Hauptursachen
- zu wenig Flüssigkeit trinken, sodass der Urin zu konzentriert wird
- zu viele bestimmte Mineralien im Urin, wie Kalzium, Oxalat oder Harnsäure
- zu wenig Substanzen im Urin, die die Kristallbildung verhindern (z. B. Citrat)
- bestimmte Stoffwechselerkrankungen, wie Gicht oder Morbus Cushing
- wiederkehrende Harnwegsinfektionen, die die Steinbildung fördern
Risikofaktoren
- familiäre Veranlagung – wenn Eltern oder Geschwister Nierensteine haben, ist das Risiko erhöht
- Übergewicht oder starkes Übergewicht (Adipositas)
- Bluthochdruck oder Diabetes mellitus
- bestimmte Ernährung: viel Salz, viel tierisches Eiweiß, wenig Obst und Gemüse
- Einengung der Harnwege oder häufige Harnwegsinfektionen
- bestimmte Medikamente, wie manche Entwässerungstabletten oder Mittel gegen Magensäure (nur in Absprache mit dem Arzt)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- bei plötzlichen, starken Schmerzen im Rücken oder Bauch, die nicht weggehen
- bei Fieber und Schüttelfrost
- bei Blut im Urin, das deutlich sichtbar ist
- wenn Sie überhaupt keinen Urin mehr lassen können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- bei wiederkehrenden, leichteren Schmerzen im unteren Rücken oder in der Seite
- bei häufigem Harndrang oder Brennen beim Wasserlassen
- wenn Sie bereits einen Nierenstein hatten und wissen möchten, wie Sie neue verhindern können
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist anhand Ihrer Beschwerden, einer körperlichen Untersuchung und bildgebender Verfahren. Manchmal sind auch Urin- oder Bluttests nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Bildgebung: Ultraschall (Schallkopf auf der Haut) kann Steine in der Niere oder im Harnleiter sichtbar machen. Bei unklarem Befund kann eine Computertomographie (CT, eine besondere Röntgenuntersuchung) helfen.
- Urinuntersuchung: Der Urin wird auf Blut, Kristalle oder eine Infektion geprüft.
- Blutuntersuchung: Sie zeigt, ob die Nieren gut arbeiten und ob der Kalzium- oder Harnsäurespiegel erhöht ist.
- Steinanalyse: Wenn ein Stein abgeht, wird er manchmal auf seine Zusammensetzung untersucht, um die Ursache zu finden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei oder nur leicht unangenehm. Ein Ultraschall ist wie eine Art Film mit Schallwellen auf der Haut. Eine CT-Untersuchung dauert nur wenige Minuten und verursacht keine Schmerzen. Sie müssen meistens liegen und stillhalten. Der Arzt erklärt Ihnen vorher alles genau.
Behandlung
Die Behandlung von Nierensteinen hängt von Größe, Lage und Zusammensetzung der Steine ab sowie von Ihren Beschwerden. Bei kleinen Steinen reicht oft abwarten und viel trinken. Bei größeren oder schmerzhaften Steinen gibt es verschiedene Verfahren, die den Stein zerkleinern oder entfernen.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie viel: mindestens 2 bis 3 Liter Flüssigkeit pro Tag, am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees.
- Bewegen Sie sich leicht, um den Stein in Bewegung zu bringen – Spazierengehen kann helfen.
- Nehmen Sie bei Schmerzen ein mildes Schmerzmittel ein (nach Absprache mit dem Arzt), zum Beispiel Paracetamol oder Ibuprofen.
- Wärmen Sie die schmerzende Stelle mit einer Wärmflasche oder einem warmen Bad (nur bei krampfartigen Schmerzen).
Medizinische Behandlungen
Bei größeren Steinen oder wenn der Stein nicht von selbst abgeht, kommen Verfahren wie Stoßwellentherapie (ESWL) zum Einsatz: Von außen werden Schallwellen auf den Stein gerichtet, die ihn zertrümmern. In manchen Fällen wird ein dünner Schlauch (Endoskop) durch die Harnröhre bis zum Stein geführt, um ihn zu entfernen (Ureterorenoskopie). Bei sehr großen Steinen in der Niere kann ein kleiner Schnitt im Rücken nötig sein, um den Stein direkt zu entfernen (perkutane Nephrolitholapaxie). Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, welche Methode für Sie geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist selten nötig und wird nur dann empfohlen, wenn andere Verfahren nicht möglich oder erfolglos waren, wenn der Stein sehr groß ist (über 2 cm) oder wenn er die Niere dauerhaft schädigt.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Steinabgang oder einer Behandlung fühlen sich die meisten Menschen bald wieder wohl. Es ist wichtig, viel zu trinken und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Manche Menschen müssen langfristig ihre Ernährung umstellen, um neuen Steinen vorzubeugen.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend – am besten immer eine Flasche Wasser griffbereit haben.
- Reduzieren Sie salzige Lebensmittel wie Chips, Fertiggerichte oder stark gesalzene Snacks.
- Essen Sie nicht zu viel Fleisch, Wurst oder Innereien – ersetzen Sie tierisches Eiweiß öfter durch pflanzliche Quellen wie Hülsenfrüchte.
- Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht – Übergewicht erhöht das Risiko für Nierensteine.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist empfehlenswert. Besonders wichtig ist eine ausreichende Kalziumzufuhr – aber nicht über Nahrungsergänzungsmittel, sondern über natürliche Quellen wie Milchprodukte, grünes Gemüse oder Mineralwasser mit Kalzium. Bewegung hilft, den Stoffwechsel zu regulieren und Übergewicht zu vermeiden. Regelmäßiges moderates Training wie Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren ist ideal.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederkehrende Nierensteine oder starke Schmerzattacken können belastend sein und Ängste oder Frustration auslösen. Es ist normal, sich manchmal Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit oder Angst kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen können neue Nierensteine verhindert werden. Die wichtigste Maßnahme ist, täglich 2,5 bis 3 Liter zu trinken – und zwar über den Tag verteilt. Zusätzlich hilft eine Ernährung mit wenig Salz, wenig tierischem Eiweiß und reichlich Obst und Gemüse. Bei manchen Menschen ist auch die Vermeidung von zu viel oxalathaltigen Lebensmitteln (z. B. Spinat, Rhabarber, Mangold) sinnvoll. Ihr Arzt kann Ihnen nach einer Untersuchung genau sagen, welche Ernährungsänderungen für Sie infrage kommen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Nierensteine können den Harnleiter blockieren und zu Nierenstauung führen – der Urin staut sich zurück in die Niere, was die Niere schädigen kann.
- Eine Harnwegsinfektion kann sich auf die Niere ausbreiten (Nierenbeckenentzündung) und zu Fieber, Schüttelfrost und sogar Blutvergiftung (Sepsis) führen.
- Sehr große Steine können die Nierenfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
Langzeitprognose
Die Prognose bei Nierensteinen ist in der Regel sehr gut. Die meisten Steine gehen von selbst ab oder lassen sich gut behandeln. Mit den richtigen Vorbeugemaßnahmen können viele Menschen ein Leben ohne erneute Steine führen. Auch wenn Sie schon mehrfach Steine hatten, können Sie durch Anpassung Ihrer Lebensweise die Häufigkeit deutlich verringern. Bleiben Sie in regelmäßigem Kontakt mit Ihrem Arzt, um Ihre Risikofaktoren im Blick zu behalten.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Nierenstiftung ↗ · Deutschland
- Bundesverband Niere e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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