Fruchtbarkeit erhalten: Planung vor einer Krebsbehandlung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Wenn bei Ihnen Krebs festgestellt wurde und Sie sich später eine Familie wünschen, können Sie vor dem Start der Krebsbehandlung Maßnahmen ergreifen, um Ihre Fruchtbarkeit zu schützen. Fruchtbarkeit bedeutet, auf natürliche Weise ein Kind bekommen zu können. Manche Krebstherapien können die Eierstöcke oder Hoden so schädigen, dass danach keine Schwangerschaft mehr möglich ist. Die Erhaltung der Fruchtbarkeit umfasst Verfahren, um Eizellen, Spermien oder Gewebe einfrieren zu lassen, bevor die Behandlung beginnt.
Wichtige Fakten
- Eine Krebsbehandlung kann die Fruchtbarkeit vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen.
- Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Eizellen, Spermien oder Embryonen einfrieren zu lassen.
- Sprechen Sie am besten frühzeitig mit Ihrem Behandlungsteam über Ihre Familienplanung.
Die Erhaltung der Fruchtbarkeit wird heute in vielen Krebszentren angeboten. Sie ist nicht für alle Menschen und alle Krebsarten geeignet, aber sie wird immer häufiger genutzt.
Sie kommt für Menschen im gebärfähigen Alter infrage, also in der Regel für Frauen bis etwa 40 Jahre und für Männer jeden Alters mit Kinderwunsch. Auch Jugendliche können davon profitieren.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112 an, wenn nach einem Eingriff starke Blutungen, hohes Fieber, Atemnot oder plötzliche starke Schmerzen auftreten.
- ⚠Wenden Sie sich am selben Tag an Ihre Arztpraxis oder das Krankenhaus, wenn Sie sich nach der Behandlung ungewöhnlich krank fühlen oder Fieber bekommen.
Häufige Symptome
- Es gibt keine Symptome. Es handelt sich um eine Vorsorgemaßnahme vor der Krebsbehandlung.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern muss zusätzlich das Wachstum und die Entwicklung beachtet werden. Die Entscheidung treffen die Eltern gemeinsam mit dem Behandlungsteam.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Menschen in den Wechseljahren ist die natürliche Fruchtbarkeit meist schon vorbei, daher spielt die Erhaltung der Fruchtbarkeit hier meist keine große Rolle.
Ursachen
Hauptursachen
- Bestimmte Chemotherapie-Medikamente können Eizellen und Spermien schädigen.
- Eine Strahlentherapie im Bereich des Bauches oder Beckens kann die Fortpflanzungsorgane beeinträchtigen.
- Operationen an den Fortpflanzungsorganen können die Fruchtbarkeit beeinflussen.
Risikofaktoren
- Ein höheres Alter (vor allem bei Frauen über 35 Jahren)
- Bestimmte Krebsarten, zum Beispiel Brustkrebs oder Hodentumor
- Hohe Dosen von Chemotherapie oder Bestrahlung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie vor dem Beginn der Krebsbehandlung stehen und sich Gedanken über eine spätere Familienplanung machen, sprechen Sie so schnell wie möglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Manche Maßnahmen müssen noch vor der Behandlung beginnen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie im Rahmen der Krebsbehandlung das Thema Kinderwunsch immer an. Fragen Sie nach einer Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum für Fertilitätserhalt.
Diagnose
Die Erhaltung der Fruchtbarkeit ist keine Krankheit und wird nicht diagnostiziert. Es geht darum, den Ausgangszustand Ihrer Fruchtbarkeit zu überprüfen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung, um die Hormonwerte zu bestimmen
- Ultraschall der Eierstöcke bei Frauen
- Spermiogramm (Samenspende-Untersuchung) bei Männern
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen dauern nicht lange und finden im normalen Klinikalltag statt. Danach wird mit Ihnen besprochen, welche Maßnahme sich für Ihre Situation am besten eignet.
Behandlung
Es gibt verschiedene Wege, Ihre Fruchtbarkeit zu erhalten. Manche dauern nur wenige Tage, andere ein bis zwei Wochen. Wichtig ist, dass Sie früh genug mit Ihrem Arzt sprechen, damit genug Zeit für die Planung bleibt.
Selbsthilfe zu Hause
- Ernähren Sie sich ausgewogen und trinken Sie ausreichend.
- Verzichten Sie während dieser Zeit auf Alkohol und Rauchen.
- Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welche körperlichen Aktivitäten für Sie gerade in Ordnung sind.
Medizinische Behandlungen
Je nach Geschlecht und Alter kommen unterschiedliche Verfahren in Frage. Bei Frauen können zum Beispiel Hormonspritzen gesetzt werden, um mehrere Eizellen heranreifen zu lassen. Diese Eizellen werden dann unter einer kurzen Narkose entnommen und entweder unbefruchtet eingefroren oder nach einer Befruchtung im Labor als Embryonen eingefroren. Bei Männern werden Spermien durch eine Samenspende gewonnen und eingefroren. Auch das Einfrieren von Gewebe aus Eierstöcken oder Hoden ist eine Möglichkeit, insbesondere für Jugendliche. Ihr Behandlungsteam erklärt Ihnen genau, was bei Ihnen möglich ist und welche Schritte anstehen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn zum Beispiel Gewebe aus dem Eierstock oder Hoden entnommen wird, ist ein kleiner operativer Eingriff nötig. Die meisten Menschen sind danach schnell wieder erholt.
Leben mit der Erkrankung
Die Zeit vor der Krebsbehandlung ist aufregend und voller Entscheidungen. Nehmen Sie sich kleine Pausen und holen Sie sich Unterstützung von Menschen, denen Sie vertrauen.
Tipps für den Alltag
- Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Schlaf.
- Sprechen Sie offen über Ihre Gedanken und Ängste.
- Meiden Sie zusätzlichen Stress, wenn möglich.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt Ihren Körper. Auch leichte Bewegung wie Spaziergänge kann guttun – sprechen Sie vorher mit Ihrem Behandlungsteam, ob dies gerade erlaubt ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Krebs und Fruchtbarkeit kann sehr belastend sein. Es ist normal, Angst, Trauer oder Wut zu spüren. Psychologische Unterstützung kann helfen, mit diesen Gefühlen umzugehen.
Vorbeugung
Eine Unfruchtbarkeit durch eine Krebsbehandlung lässt sich nicht immer ganz verhindern. Mit der Erhaltung der Fruchtbarkeit steigt jedoch die Chance, später auf natürlichem Wege oder mit Hilfe einer künstlichen Befruchtung ein Kind zu bekommen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Maßnahmen zur Erhaltung der Fruchtbarkeit kann eine Krebsbehandlung zu dauerhafter Unfruchtbarkeit führen.
- Das bedeutet, dass keine natürliche Schwangerschaft mehr möglich ist oder die Fruchtbarkeit stark eingeschränkt bleibt.
Langzeitprognose
Die Forschung macht große Fortschritte. Auch wenn nicht jede Methode für jede Person passt, gibt es heute mehr Möglichkeiten als früher. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Zentrum beraten – oft gibt es Wege, die Sie noch nicht kennen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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