Long COVID bei Jugendlichen: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Long COVID bedeutet, dass nach einer COVID-19-Erkrankung Symptome länger als vier Wochen bestehen bleiben. Bei Jugendlichen können diese Beschwerden den Alltag stark beeinträchtigen.
Wichtige Fakten
- Viele Jugendliche erholen sich vollständig, aber bei manchen halten Symptome über Wochen oder Monate an.
- Long COVID kann auch bei milden oder asymptomatischen Verläufen auftreten.
- Eine frühzeitige Unterstützung kann helfen, die Genesung zu fördern.
Long COVID tritt auch bei Jugendlichen auf. Die genaue Häufigkeit ist noch nicht abschließend geklärt, Schätzungen zufolge sind etwa 10–20 % der infizierten Jugendlichen betroffen.
Es betrifft Jugendliche beiderlei Geschlechts, unabhängig davon, wie schwer die erste Infektion war. Besonders häufig sind weibliche Jugendliche und solche mit Vorerkrankungen wie Asthma betroffen.
Symptome
- Plötzliche starke Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
- Brustschmerz, der in den Arm, Kiefer oder Rücken ausstrahlt
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Verwirrtheit oder plötzliche Sprachstörungen
- ⚠Verschlechterung der Symptome trotz Behandlung
- ⚠Hohes Fieber über 39 °C, das nicht sinkt
- ⚠Starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit oder Empfindlichkeit gegenüber Licht
- ⚠Anhaltender Durchfall oder Erbrechen mit Flüssigkeitsverlust
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue), die sich durch Ruhe nicht bessert
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen („Brain Fog“)
- Kopfschmerzen
- Kurzatmigkeit oder Atembeschwerden
- Herzrasen oder Brustschmerzen
- Geruchs- oder Geschmacksstörungen
- Gelenk- und Muskelschmerzen
Symptome bei Kindern
- Zusätzlich zu den genannten Symptomen können bei Kindern und Jugendlichen auch Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Schulschwierigkeiten auftreten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Long COVID betrifft alle Altersgruppen. Bei älteren Erwachsenen stehen häufiger Atemnot, körperliche Schwäche und kognitive Einschränkungen im Vordergrund.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Möglicherweise spielen anhaltende Entzündungsprozesse, eine fehlgeleitete Immunantwort oder Schädigungen von Blutgefäßen und Nerven eine Rolle.
- Auch eine Reaktivierung von Viren oder eine gestörte Regulation des autonomen Nervensystems wird diskutiert.
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Schwere Verlauf der ersten Infektion
- Vorbestehende chronische Erkrankungen wie Asthma, Diabetes oder psychische Störungen
- Hohes Alter – bei Jugendlichen ist das Risiko jedoch insgesamt geringer als bei Erwachsenen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei den oben genannten Notfallsymptomen sofort den Notruf 112 wählen.
- Wenn die Beschwerden plötzlich viel stärker werden oder neue Symptome wie Lähmungen oder Krampfanfälle auftreten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder andere Symptome länger als vier Wochen anhalten und den Schulbesuch oder das Sozialleben beeinträchtigen.
- Bei unklaren Beschwerden, die auf Long COVID hindeuten könnten.
Diagnose
Die Diagnose wird von einem Arzt oder einer Ärztin gestellt, nachdem andere mögliche Ursachen ausgeschlossen wurden. Dabei sind ein ausführliches Gespräch über Symptome und eine körperliche Untersuchung entscheidend.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttests (z. B. Blutbild, Entzündungsmarker, Antikörper)
- Lungenfunktionstest
- EKG (Herzstrommessung) bei Herzsymptomen
- Neuropsychologische Tests bei kognitiven Beschwerden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird gezielt nach Ihren Symptomen, deren Beginn und Verlauf fragen. Möglicherweise werden Überweisungen zu Fachärzten (z. B. Pneumologie, Kardiologie, Psychotherapie) veranlasst. Eine klare Diagnose kann Wochen bis Monate dauern.
Behandlung
Die Behandlung von Long COVID richtet sich nach den vorliegenden Symptomen und wird individuell angepasst. Im Vordergrund stehen Physiotherapie, Ergotherapie und psychotherapeutische Begleitung.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und feste Ruhepausen im Alltag.
- Vermeiden Sie Überlastung – hören Sie auf die Signale Ihres Körpers (Pacing).
- Halten Sie einen regelmäßigen Tagesablauf mit fester Bettzeit und Mahlzeiten ein.
- Tauschen Sie sich mit Familie und Freunden über Ihre Gefühle aus.
Medizinische Behandlungen
Medikamente können zur Linderung bestimmter Symptome wie Schmerzen oder Schlafstörungen eingesetzt werden. Ihr Arzt wird gemeinsam mit Ihnen die geeignete Behandlung besprechen. In spezialisierten Long-COVID-Ambulanzen werden oft physikalische Therapien, Atemtraining und psychologische Betreuung angeboten.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie bewusst Pausen ein. Reduzieren Sie Stress, wo es geht, und bitten Sie Lehrer und Eltern um Unterstützung. Es ist okay, nicht alles sofort zu schaffen.
Tipps für den Alltag
- Schaffen Sie eine feste Morgen- und Abendroutine.
- Vermeiden Sie übermäßigen Medienkonsum am Abend.
- Gönnen Sie sich Dinge, die Ihnen Freude bereiten, auch wenn es nur kurze Momente sind.
- Sprechen Sie regelmäßig mit vertrauten Personen über Ihre Situation.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann den Körper unterstützen. Leichte Bewegung wie Spaziergänge oder Dehnübungen sind empfehlenswert – aber steigern Sie die Intensität nur langsam und bei gutem Befinden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Long COVID kann zu Frustration, Traurigkeit, Angst oder Niedergeschlagenheit führen. Auch Wut und Schulgefühle sind normal. Wenn die Belastung zu groß wird, suchen Sie sich professionelle Hilfe. Die Telefonseelsorge oder ein Kinder- und Jugendpsychotherapeut ist ein guter erster Ansprechpartner.
Vorbeugung
Ein vollständiger Schutz vor Long COVID ist nicht möglich, aber eine Impfung gegen COVID-19 senkt das Risiko für eine Infektion und damit auch für Long COVID deutlich. Auch konsequentes Einhalten von Hygienemaßnahmen (Maske, Abstand, Lüften) kann helfen.
Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die COVID-19-Impfung für alle Jugendlichen ab 12 Jahren. Die Impfung verringert auch das Risiko für Long COVID.
Früherkennungsprogramme
Ein spezielles Screening auf Long COVID gibt es nicht. Bei anhaltenden Beschwerden nach einer COVID-19-Erkrankung sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende Schulfehlzeiten und schulische Probleme
- Sozialer Rückzug und Vereinsamung
- Chronische Fatigue (Müdigkeitssyndrom)
- Depressionen oder Angststörungen
- Verschlechterung der körperlichen Fitness
Langzeitprognose
Die meisten Jugendlichen erholen sich mit der Zeit, auch wenn es viele Monate dauern kann. Mit einer frühzeitigen Diagnose und individuell abgestimmter Unterstützung sind deutliche Besserungen möglich. Es gibt viele Betroffene, die zurück in ein normales Leben finden – auch wenn der Weg manchmal beschwerlich ist.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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