Leben mit Makuladegeneration im Kindesalter
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Makuladegeneration bei Kindern ist eine seltene erbliche Augenerkrankung. Dabei wird die Makula geschädigt, das ist der Punkt im Auge, der für das scharfe Sehen in der Mitte verantwortlich ist. Dadurch wird das Lesen, Erkennen von Gesichtern und viele alltägliche Dinge erschwert.
Wichtige Fakten
- Die Erkrankung wird meist vererbt und ist nicht heilbar, aber gut unterstützend behandelbar.
- Im Kindesalter spricht man von juveniler Makuladegeneration, die anders verläuft als die altersbedingte Form.
- Mit Hilfsmitteln und angepassten Übungen können betroffene Kinder vieles selbstständig bewältigen.
Nein, Makuladegeneration im Kindesalter ist sehr selten. Die weitaus häufigere Form tritt erst bei Erwachsenen über 60 Jahren auf.
Betroffen sind Kinder und Jugendliche, meist aufgrund einer erblichen Veranlagung. Die ersten Anzeichen zeigen sich oft im Schulalter oder in der Pubertät.
Symptome
- Plötzlicher starker Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Schwarzer Fleck erscheint plötzlich im Gesichtsfeld
- ⚠Innerhalb weniger Stunden oder Tage deutliche Verschlechterung des Sehvermögens
- ⚠Starke Schmerzen im Auge
Häufige Symptome
- Verschwommenes Sehen in der Bildmitte
- Probleme beim Lesen (z. B. Buchstaben verschwimmen)
- Lichtempfindlichkeit und Anpassungsschwierigkeiten im Dunkeln
- Farben können verblasst erscheinen
Symptome bei Kindern
- Kinder beklagen sich seltener; fallen eher durch Schwierigkeiten beim Abschreiben von der Tafel auf
- Häufiges Blinzeln, Reiben der Augen oder Kopfschmerzen bei visuellen Aufgaben
- Vermeiden von Aktivitäten, die genaues Sehen erfordern (Malern, Lesen)
- Schulische Leistungen können wegen der Sehprobleme nachlassen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei der altersbedingten Form treten oft Verzerrungen auf: gerade Linien erscheinen wellig
- Fortschreitender Verlust des zentralen Sehens, während das periphere Sehen erhalten bleibt
- Im fortgeschrittenen Stadium dunkler Fleck in der Mitte des Blickfelds
Ursachen
Hauptursachen
- Vererbte Genmutationen, die die Funktion der Netzhautzellen stören
- Die häufigste Form ist die Stargardt-Krankheit
Risikofaktoren
- Eltern oder Geschwister mit Makuladegeneration im jungen Alter
- Bestimmte Stoffwechselerkrankungen (z.B. Morbus Fabry)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher oder rascher Sehverschlechterung
- Wenn das Kind über Schmerzen im Auge oder Lichtblitze klagt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Regelmäßige augenärztliche Kontrollen, wenn in der Familie Fälle bekannt sind
- Bei ersten Anzeichen wie Konzentrationsproblemen im Unterricht trotz normaler Sehtests
Diagnose
Ein Augenarzt oder eine Augenklinik stellt die Diagnose durch spezielle Sehtests und Aufnahmen der Netzhaut.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtests mit Buchstaben- oder Zeichenreihen (Visusbestimmung)
- Optische Kohärenztomographie (OCT) – das ist eine schmerzlose Schnittbildaufnahme der Netzhaut
- Elektroretinographie (ERG) – misst die elektrische Aktivität der Netzhaut
- Genetische Untersuchung bei Verdacht auf Erbgang
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen dauern etwa eine bis zwei Stunden. Sie sind nicht schmerzhaft, Ihr Kind muss still sitzen können. Der Arzt erklärt jeden Schritt. Hinterher können Sie die Ergebnisse besprechen.
Behandlung
Makuladegeneration bei Kindern ist derzeit nicht heilbar. Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten zu verlangsamen, das vorhandene Sehvermögen zu erhalten und den Alltag mit Hilfsmitteln zu erleichtern.
Selbsthilfe zu Hause
- Tragen einer Sonnenbrille mit UV-Schutz, um die Netzhaut vor Sonnenlicht zu schützen
- Gesunde Ernährung mit viel grünem Blattgemüse und Fisch (Omega-3-Fettsäuren)
- Regelmäßige Augenübungen und Entspannungstechniken gegen Überanstrengung
- Verwendung von vergrößernden Sehhilfen wie Lupen oder Lesesteinen
Medizinische Behandlungen
In einigen Fällen können Augentropfen oder Injektionen in den Glaskörper des Auges helfen, die Bildung neuer Blutgefäße zu bremsen. Auch eine Lichttherapie kommt manchmal infrage. Welche Behandlung für Ihr Kind infrage kommt, entscheidet der Arzt nach genauer Untersuchung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind selten nötig, z. B. wenn sich Narben gebildet haben oder die Linse getrübt ist. Ihr Kind wird dann von einem spezialisierten Augenchirurgen behandelt.
Leben mit der Erkrankung
Der Alltag mit Makuladegeneration erfordert einige Anpassungen, damit Ihr Kind trotz Sehschwierigkeiten selbstständig bleiben kann. Dazu gehören eine gute Beleuchtung, kontrastreiche Farben und vergrößerte Texte.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Kontrolltermine beim Augenarzt wahrnehmen
- Aktiv bleiben – Bewegung und Spielen im Freien sind förderlich
- Rauchen in der Umgebung vermeiden, da es die Durchblutung des Auges schädigt
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Nüssen und Fisch unterstützt die Augengesundheit. Ausreichend Bewegung und Spielen an der frischen Luft tun dem ganzen Körper gut. Eine spezielle Diät ist nicht nötig.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Sehbehinderung kann bei Kindern zu Frustration, sozialem Rückzug oder Minderwertigkeitsgefühlen führen. Psychologische Beratung oder Gespräche mit anderen betroffenen Familien helfen, diese Belastungen zu bewältigen.
Vorbeugung
Die erbliche juvenile Makuladegeneration lässt sich nicht verhindern. Eine frühzeitige Diagnose und optimale Unterstützung können jedoch die Auswirkungen mildern.
Früherkennungsprogramme
Wenn in Ihrer Familie Fälle bekannt sind, empfehlen Augenärzte eine frühzeitige augenärztliche Untersuchung im Kindesalter. Auch Geschwister sollten regelmäßig getestet werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Allmählicher Verlust des zentralen Sehvermögens, was das Lesen und Erkennen von Gesichtern stark einschränkt
- Erhöhtes Risiko für Netzhautablösung oder Makulaödem (Flüssigkeitsansammlung)
- Einschränkungen im Alltag und in der schulischen Entwicklung
Langzeitprognose
Mit frühzeitiger Behandlung und guten Hilfsmitteln können die meisten Kinder ein erfülltes Leben führen. Viele Sehbehinderte meistern Schule, Beruf und Freizeit hervorragend. Die Forschung macht Fortschritte – es gibt Grund zur Hoffnung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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