Makuladegeneration bei Säuglingen und Kindern
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Makuladegeneration ist eine Erkrankung der Netzhaut im Auge. Die Makula ist der Punkt des schärfsten Sehens. Wenn sie geschädigt wird, verschwimmt das zentrale Sehen. Bei Säuglingen und Kindern spricht man von juveniler Makuladegeneration – einer seltenen, meist vererbten Form.
Wichtige Fakten
- Die Makula ist der Bereich im Auge, der für scharfes und farbiges Sehen zuständig ist.
- Bei Kindern wird die Erkrankung meist durch eine Genveränderung verursacht.
- Es gibt verschiedene Formen, unter anderem die Stargardt-Krankheit.
- Ein frühzeitiges Erkennen kann helfen, das Sehen so gut wie möglich zu fördern.
Nein, eine Makuladegeneration bei Säuglingen und Kindern ist sehr selten. Die altersbedingte Form (AMD) tritt erst nach dem 50. Lebensjahr auf.
Betroffen sind vor allem Kinder, die eine erbliche Veranlagung haben. Die Erkrankung kann bereits im Säuglingsalter beginnen, zeigt sich aber oft erst im Schulalter.
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Starke Augenschmerzen
- Blitze oder Schatten im Gesichtsfeld
- ⚠Verschlechterung des Sehens innerhalb weniger Tage
- ⚠Rötung oder Schwellung des Auges ohne erkennbaren Grund
Häufige Symptome
- Verschwommenes oder verzerrtes Sehen in der Mitte des Blickfelds
- Schwierigkeiten beim Lesen oder Erkennen von Gesichtern
- Lichtempfindlichkeit
Symptome bei Kindern
- Das Kind blinzelt oder kneift die Augen zusammen
- Es hält Gegenstände sehr nah vor die Augen
- Auffälligkeiten beim Greifen nach Spielzeug
- Ungewöhnliche Augenbewegungen (Nystagmus)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verlust des zentralen Sehvermögens, Umgebung wird weiter gesehen
- Gerade Linien erscheinen wellig
- Dunkle Flecken im Zentrum des Gesichtsfelds
Ursachen
Hauptursachen
- Vererbte Genveränderungen (z. B. im ABCA4-Gen bei der Stargardt-Krankheit)
- Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig erforscht
Risikofaktoren
- Makuladegeneration in der Familie
- Blutsverwandtschaft der Eltern (erhöht Risiko für seltene Erbkrankheiten)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei allen plötzlichen Sehveränderungen oder Schmerzen
- Wenn ein Kind über Blitze oder Schatten im Auge klagt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind schlecht sieht
- Bei frühzeitiger Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt, falls in der Familie Fälle von Makuladegeneration bekannt sind
Diagnose
Der Augenarzt führt eine gründliche Untersuchung der Netzhaut durch. Bei Kindern kommen oft spezielle Methoden zum Einsatz, die auch ohne Worte funktionieren.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtests (z. B. mit Bildern oder Lichterkennung)
- Spiegelung des Augenhintergrunds
- Optische Kohärenztomographie (OCT) – eine schmerzfreie 3D-Aufnahme der Netzhaut
- Genetische Blutuntersuchung zur Bestätigung der Ursache
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei. Bei Kleinkindern kann eine kurze Narkose nötig sein, um die Augenhintergrundspiegelung durchführen zu können. Ihr Augenarzt bespricht alle Schritte vorher mit Ihnen.
Behandlung
Eine Heilung der vererbten Makuladegeneration gibt es bisher nicht. Die Behandlung konzentriert sich darauf, das vorhandene Sehen bestmöglich zu nutzen und das Kind im Alltag zu unterstützen.
Selbsthilfe zu Hause
- Kind regelmäßig zum Augenarzt bringen
- Helle Umgebungen schaffen und auf gute Beleuchtung achten
- Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen (auch bei Kindern)
- Bildschirmzeit begrenzen und ausreichend Pausen einlegen
Medizinische Behandlungen
Bei manchen Formen der juvenilen Makuladegeneration wird in Studien eine Gentherapie erforscht, die den Gendefekt korrigieren soll. Diese ist noch nicht für alle Kinder verfügbar. Besprechen Sie mit Ihrem Augenarzt, ob Ihr Kind für klinische Studien infrage kommt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei reiner Makuladegeneration nicht notwendig. Nur bei sehr seltenen Begleiterkrankungen kann ein Eingriff in Betracht gezogen werden.
Leben mit der Erkrankung
Kinder mit Makuladegeneration können mit Hilfsmitteln wie Lupen, vergrößerten Bildschirmen oder Sprachausgaben am Computer gut lernen und spielen. Fördern Sie die Selbstständigkeit Ihres Kindes durch eine altersgerechte Umgebung.
Tipps für den Alltag
- Strukturierte und gut ausgeleuchtete Spiel- und Lernbereiche
- Gewohnte Wege im Haus oder Garten markieren
- Hilfsmittel wie Tastaturschrift oder taktile Marker nutzen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst unterstützt die allgemeine Augengesundheit. Bewegen Sie sich gemeinsam an der frischen Luft – das tut gut und schützt vor Übergewicht.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Sehbehinderung kann Kinder und Eltern belasten. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Suchen Sie sich bei Bedarf psychologische Begleitung oder tauschen Sie sich mit anderen betroffenen Familien aus.
Vorbeugung
Die erbliche Makuladegeneration kann nicht verhindert werden. Eine gesunde Lebensweise kann das Fortschreiten möglicherweise etwas verlangsamen, aber nicht aufhalten.
Früherkennungsprogramme
Wenn in der Familie Fälle von juveniler Makuladegeneration bekannt sind, kann eine genetische Beratung vor der Geburt helfen, das Risiko einzuschätzen. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind empfehlenswert.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitender Verlust des zentralen Sehvermögens bis hin zur Blindheit
- Einschränkungen beim Lesen, Schreiben und in der Schule
Langzeitprognose
Die meisten Kinder können mit der richtigen Unterstützung und Hilfsmitteln ein erfülltes Leben führen. Die Forschung macht Fortschritte – zum Beispiel gibt es vielversprechende Ansätze in der Gentherapie. Bleiben Sie optimistisch und suchen Sie sich frühzeitig Hilfe.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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