Mastitis
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Mastitis ist eine bakterielle Entzündung des Brustgewebes, die fast immer beim Stillen auftritt. Sie entsteht, wenn Bakterien durch winzige Risse in der Brustwarze in die Brust eindringen und eine Infektion verursachen.
Wichtige Fakten
- Tritt am häufigsten in den ersten drei Monaten nach der Geburt auf.
- Fast alle Fälle können ohne Unterbrechung des Stillens behandelt werden.
- Eine unbehandelte Mastitis kann zu einem Abszess (Eiteransammlung) führen.
Ja, Mastitis kommt recht häufig vor – etwa 5 bis 10 von 100 stillenden Müttern erkranken daran.
Fast ausschließlich stillende Mütter, seltener auch nicht stillende Frauen oder Männer (dann durch andere Ursachen wie Verletzungen oder Entzündungen der Brustdrüse).
Symptome
- Fieber über 39,5 °C mit starkem Schüttelfrost
- Schnell zunehmende, sehr schmerzhafte Schwellung der Brust
- Anzeichen einer schweren Allgemeininfektion (z. B. Verwirrtheit, schneller Puls)
- ⚠Anhaltendes hohes Fieber trotz Hausmitteln
- ⚠Eitrige Absonderung aus der Brustwarze
- ⚠Starke Schmerzen, die das Stillen unmöglich machen
Häufige Symptome
- Rötung und Wärmegefühl an einer Stelle der Brust
- Schwellung und Schmerz (oft stechend oder ziehend)
- Fieber (meist über 38,5 °C) und Schüttelfrost
- Allgemeines Krankheitsgefühl, ähnlich einer Grippe
Symptome bei Kindern
- Bei Neugeborenen kann eine harmlose Hormonschwellung der Brustdrüsen auftreten, die nicht behandelt werden muss.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Frauen können die gleichen Symptome wie bei stillenden Müttern auftreten, oft verbunden mit einem geschwächten Immunsystem.
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien (meist Staphylokokken), die durch rissige Brustwarzen eindringen
- Milchstau: Wenn Milch nicht richtig abfließt, kann sich die Brust entzünden
Risikofaktoren
- Risse oder Wunden an der Brustwarze
- Unregelmäßiges oder ausgesetztes Stillen
- Falsche Stilltechnik (z. B. unzureichendes Anlegen des Babys)
- Geschwächtes Immunsystem durch Stress, Schlafmangel oder Erkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Fieber über 38,5 °C oder Schüttelfrost
- Bei starken, einseitigen Brustschmerzen
- Bei Eiter oder blutigem Ausfluss aus der Brustwarze
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei leichten Rötungen oder Schwellungen, die sich nach 24 Stunden nicht bessern
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin stellt die Diagnose meist durch Abtasten der Brust und ein Gespräch über Ihre Symptome und Stillgewohnheiten.
Mögliche Untersuchungen
- Bei Verdacht auf einen Abszess: Ultraschalluntersuchung der Brust
- Bei schweren oder wiederkehrenden Fällen: Abstrich der Brustwarze oder der Milch zur Bestimmung der Bakterienart
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzlos und dauert nur wenige Minuten. Der Arzt wird fragen, ob Sie Fieber hatten, wann die Schmerzen begannen und wie Sie stillen.
Behandlung
Die Behandlung besteht aus einer Kombination von Antibiotika (gegen die Bakterien) und Maßnahmen, die den Milchabfluss fördern. In den meisten Fällen können Sie weiterstillen – das hilft sogar beim Abheilen.
Selbsthilfe zu Hause
- Stillen Sie häufiger als gewohnt, beginnend mit der schmerzenden Brust (achten Sie auf gutes Anlegen)
- Wärmeanwendungen vor dem Stillen (z. B. warme Kompressen) erleichtern den Milchfluss
- Kühlen Sie die Brust nach dem Stillen zur Schmerzlinderung
- Trinken Sie ausreichend und ruhen Sie sich viel aus
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Ihnen ein Antibiotikum verschreiben, das für Sie und Ihr Baby sicher ist. Auch Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente können helfen – fragen Sie in der Apotheke oder bei Ihrem Arzt, welches Mittel für Sie geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn sich ein Abszess (Eiteransammlung) gebildet hat, kann dieser punktiert oder durch einen kleinen Schnitt entleert werden. Dies geschieht meist unter örtlicher Betäubung.
Leben mit der Erkrankung
Stillen Sie weiter – auch wenn es schmerzt. Leeren Sie die Brust regelmäßig, um den Milchstau zu lösen. Gönnen Sie sich viel Ruhe und bitten Sie um Hilfe bei der Versorgung des Babys.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie sich Zeit zum Ausruhen und Schlafen
- Vermeiden Sie enge Kleidung oder Bügel-BHs
- Achten Sie auf eine gute Stillposition
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Flüssigkeit unterstützt die Genesung. Leichte Bewegung, wie ein Spaziergang, ist in Ordnung, aber hören Sie auf Ihren Körper und überanstrengen Sie sich nicht.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Mastitis kann körperlich und emotional sehr belastend sein, besonders wenn das Stillen schmerzhaft ist. Es ist völlig normal, sich frustriert oder traurig zu fühlen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Partner, einer Freundin oder einer Stillberaterin darüber zu sprechen.
Vorbeugung
Ja, durch gutes Stillmanagement: Das Baby richtig anlegen, regelmäßig stillen, die Brustwarzen nach dem Stillen trocken halten und bei ersten Anzeichen eines Milchstaus sofort vermehrt anlegen. Auch eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf senkt das Risiko.
Komplikationen
Unbehandelt
- Abszessbildung (Eiteransammlung) in der Brust
- Chronische Entzündung mit wiederkehrenden Schüben
- Selten: Ausbreitung der Infektion auf das umliegende Gewebe (Phlegmone) oder eine Blutvergiftung (Sepsis)
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung heilt die Mastitis meist innerhalb weniger Tage vollständig aus. Die allermeisten Mütter können ihr Baby weiterhin ohne Probleme stillen. Bei Abszessen ist die Prognose ebenfalls sehr gut – nach einer Drainage klingt die Entzündung schnell ab.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
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