Osteoarthritis living in adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Arthrose (auch Gelenkverschleiß genannt) ist eine Erkrankung der Gelenke. Der Knorpel, der die Knochenenden schützt, nutzt sich nach und nach ab. Das kann zu Schmerzen, Steifheit und Bewegungseinschränkungen führen. Arthrose ist nicht dasselbe wie rheumatoide Arthritis, eine entzündliche Gelenkerkrankung.
Wichtige Fakten
- Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung bei Erwachsenen.
- Sie betrifft oft belastete Gelenke wie Knie, Hüfte, Hände und Wirbelsäule.
- Die Erkrankung schreitet meist langsam voran und ist nicht heilbar, aber gut behandelbar.
Ja, Arthrose ist sehr häufig. In Deutschland leiden etwa 5–8 Millionen Menschen unter einer Arthrose. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit.
Arthrose betrifft vor allem Menschen ab 45 Jahren. Aber auch jüngere Erwachsene können betroffen sein, zum Beispiel nach Gelenkverletzungen oder bei angeborenen Fehlstellungen.
Symptome
- Plötzliche, starke Gelenkschmerzen mit Fieber und Rötung – das kann auf eine Infektion oder Gicht hinweisen. Rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Wenn ein Gelenk plötzlich stark anschwillt und sich heiß anfühlt, aber kein Fieber besteht.
- ⚠Wenn die Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall plötzlich zunehmen.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag einen Arzt auf.
Häufige Symptome
- Schmerzen im Gelenk, besonders bei Bewegung oder Belastung
- Morgensteifigkeit, die nach etwa 30 Minuten Bewegung nachlässt
- Eingeschränkte Beweglichkeit im betroffenen Gelenk
- Knirsch- oder Reibegeräusche bei Bewegung
- Leichte Schwellungen nach längerer Belastung
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist Arthrose selten. Falls Symptome auftreten, könnten sie auf andere Ursachen hinweisen – bitte immer ärztlich abklären lassen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Schmerzen auch in Ruhe oder nachts auftreten.
- Die Steifheit kann länger anhalten, bis zu einer Stunde.
- Oft sind mehrere Gelenke betroffen, was den Alltag erschwert.
Ursachen
Hauptursachen
- Altersbedingter Verschleiß des Gelenkknorpels
- Überlastung durch wiederholte Belastungen oder Beruf
- Verletzungen oder Operationen am Gelenk in der Vergangenheit
- Stoffwechselstörungen (z. B. Hämochromatose)
- Entzündliche Gelenkerkrankungen (wie rheumatoide Arthritis), die den Knorpel schädigen
Risikofaktoren
- Übergewicht (erhöht die Belastung auf Knie- und Hüftgelenke)
- Familienvorbelastung (Vererbung)
- Bestimmte Sportarten oder Berufe mit hoher Gelenkbelastung
- Fehlstellungen der Gelenke (z. B. X-Beine oder O-Beine)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn ein Gelenk plötzlich stark schmerzt, heiß wird und Sie Fieber haben.
- Wenn Sie nach einem Sturz oder Unfall starke Schmerzen im Gelenk haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Gelenkschmerzen länger als zwei Wochen anhalten.
- Wenn die Beschwerden Ihren Alltag beeinträchtigen (Türen öffnen, Treppensteigen).
- Wenn Sie nach dem Aufwachen länger als 30 Minuten steif sind.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose anhand Ihrer Beschwerden, einer körperlichen Untersuchung und bildgebenden Verfahren.
Mögliche Untersuchungen
- Anamnese: ausführliches Gespräch über Ihre Symptome, Vorgeschichte und Lebensstil
- Körperliche Untersuchung: Bewegungsumfang, Schmerzpunkte, Gelenkschwellungen
- Röntgenaufnahmen: zeigen den Gelenkspalt und Knochenveränderungen
- Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspin): bei Weichteilproblemen oder unklaren Fällen
- UItraschall: um Entzündungen oder Flüssigkeitsansammlungen sichtbar zu machen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die Ergebnisse und erstellt gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan.
Behandlung
Es gibt keine Heilung für Arthrose, aber viele Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und die Gelenkfunktion zu verbessern. Die Behandlung umfasst Selbsthilfe, Bewegung, Medikamente und in fortgeschrittenen Fällen Operationen.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung: Gehen, Radfahren, Schwimmen – das hält die Gelenke beweglich und kräftigt die Muskeln.
- Gewicht reduzieren: Schon wenige Kilo weniger entlasten die Gelenke deutlich.
- Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme bei Steifigkeit, Kälte bei akuter Schwellung.
- Hilfsmittel nutzen: Gehstock, Knieorthese oder spezielle Griffe erleichtern den Alltag.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente empfehlen, die Sie kurzfristig einnehmen können. Bei stärkeren Beschwerden werden verschreibungspflichtige Mittel, Injektionen ins Gelenk (wie Hyaluronsäure oder Kortison) eingesetzt. Auch Physiotherapie, Ergotherapie und Akupunktur können helfen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Physiotherapeutin beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt infrage, wenn konservative Maßnahmen keine ausreichende Linderung mehr bringen. Dazu gehören gelenkerhaltende Eingriffe (wie eine Gelenkspiegelung) oder – bei starkem Verschleiß – der Gelenkersatz (Endoprothese). Die Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit Ihrem Chirurgen.
Leben mit der Erkrankung
Arthrose kann den Alltag erschweren, aber mit Anpassungen bleibt vieles möglich. Planen Sie Pausen ein, verteilen Sie Tätigkeiten über den Tag. Achten Sie auf eine gute Körperhaltung und nutzen Sie Hilfsmittel wie einen erhöhten Stuhl oder einen Greifer.
Tipps für den Alltag
- Bewegung im Alltag einbauen, z. B. Spaziergänge oder Hausarbeit.
- Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking.
- Ausreichend Schlaf und Entspannung: Stress verschlimmert oft die Schmerzwahrnehmung.
- Rauchen vermeiden: Nikotin kann die Durchblutung der Gelenke verschlechtern.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen unterstützt das allgemeine Wohlbefinden. Es gibt keine spezielle Diät gegen Arthrose, aber eine entzündungshemmende Ernährung (z. B. mit Omega-3-Fettsäuren aus Fisch) kann helfen. Bewegung ist das wichtigste Mittel gegen Arthrose: Sie stärkt die Muskulatur, verbessert die Durchblutung und erhält die Beweglichkeit.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen belasten oft die Psyche. Viele Menschen mit Arthrose fühlen sich niedergeschlagen oder ängstlich. Das ist normal. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Bei depressiven Verstimmungen kann eine Psychotherapie oder eine Selbsthilfegruppe helfen. Sollten Sie Gedanken an Selbstverletzung haben, wenden Sie sich umgehend an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) oder den Notruf 112.
Vorbeugung
Vollständig verhindern lässt sich Arthrose nicht, aber das Risiko lässt sich senken: Vermeiden Sie Übergewicht, treiben Sie regelmäßig Sport, schützen Sie Ihre Gelenke bei Sport und Arbeit, und vermeiden Sie einseitige Belastungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunehmende Gelenksteifigkeit und Bewegungseinschränkung
- Chronische Schmerzen, die auch in Ruhe bestehen
- Muskelschwäche durch Schonhaltung
- Gelenkdeformitäten (Verbiegungen) bei fortgeschrittener Arthrose
Langzeitprognose
Arthrose ist eine chronische Erkrankung, aber sie lässt sich gut behandeln. Die meisten Menschen können trotz der Krankheit ein aktives Leben führen. Mit einer guten Behandlung, angepasster Bewegung und einem gesunden Lebensstil schreitet die Arthrose oft nur langsam voran. Bei schwerem Verlauf kann eine Operation die Lebensqualität wieder deutlich verbessern.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.