Osteoporosis living in adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine Erkrankung, bei der die Knochen an Dichte verlieren und brüchiger werden. Das passiert, wenn der Körper nicht genug neuen Knochen aufbaut oder zu viel alten Knochen abbaut. Dadurch können Knochen schon bei kleinen Stürzen oder sogar ohne erkennbaren Grund brechen.
Wichtige Fakten
- Osteoporose entwickelt sich oft über Jahre hinweg ohne Schmerzen oder Warnzeichen.
- Knochenbrüche durch Osteoporose treten am häufigsten an Hüfte, Wirbelsäule und Handgelenk auf.
- Mit der richtigen Behandlung lässt sich das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und das Bruchrisiko senken.
Ja, Osteoporose ist in Deutschland eine häufige Erkrankung. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) schätzt, dass etwa 6 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind, vor allem Frauen nach den Wechseljahren und ältere Menschen.
Osteoporose betrifft vor allem Frauen nach den Wechseljahren, da der Östrogenspiegel sinkt, der die Knochen schützt. Aber auch Männer können betroffen sein, vor allem mit zunehmendem Alter. Weitere Risikogruppen sind Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen oder unter Langzeittherapie mit Kortison.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen im Rücken oder in der Hüfte nach einem Sturz, verbunden mit der Unfähigkeit zu stehen oder zu gehen. Rufen Sie den Notruf 112.
- ⚠Neu auftretende Rückenschmerzen, die nicht weggehen, vor allem wenn Sie sich gebückt oder etwas gehoben haben. Suchen Sie noch am selben Tag einen Arzt auf.
Häufige Symptome
- Oft verursacht Osteoporose lange Zeit keine Beschwerden. Viele Betroffene bemerken die Erkrankung erst, wenn ein Knochen bricht.
- Rückenschmerzen durch winzige Wirbelbrüche (sog. Wirbelkörperfrakturen).
- Verlust an Körpergröße und eine gekrümmte Haltung (Witwenbuckel).
- Knochenbrüche, die schon bei leichten Stößen oder Stürzen passieren (sog. Niedrigenergie-Frakturen).
Symptome bei Kindern
- Kinder haben nicht die typische Altersosteoporose, aber es gibt seltene Formen wie die juvenile idiopathische Osteoporose. Symptome können Knochenschmerzen, Gehbeschwerden und Brüche nach geringem Trauma sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen sind besonders Brüche an Hüfte, Wirbelsäule und Handgelenk häufig. Stürze sind oft die Ursache, aber auch spontane Wirbelbrüche sind möglich.
- Die Heilung dauert länger und die Mobilität kann eingeschränkt sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Der natürliche Knochenabbau im Alter (ab etwa 30 Jahren beginnt der Knochenabbau den Aufbau zu überwiegen).
- Bei Frauen: Der starke Abfall des Östrogens in den Wechseljahren beschleunigt den Knochenverlust.
- Mangel an Kalzium und Vitamin D: Der Körper braucht beides für starke Knochen.
- Bestimmte Erkrankungen wie Rheuma, Schilddrüsenüberfunktion oder Magen-Darm-Erkrankungen, die die Nährstoffaufnahme stören.
- Langzeitbehandlung mit Kortisonpräparaten (Glukokortikoide) oder anderen Medikamenten, die den Knochen schwächen.
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Höheres Alter (über 50 Jahre)
- Untergewicht oder Essstörungen
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
- Bewegungsmangel
- Familiäre Vorbelastung (z.B. wenn die Mutter einen Hüftbruch hatte)
- Bestimmte Medikamente wie Kortison oder Magensäureblocker (Protonenpumpenhemmer) bei Langzeiteinnahme
- Kalzium- und Vitamin-D-Mangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie haben starke, neu auftretende Rückenschmerzen, besonders nach einem Sturz.
- Sie haben sich einen Knochen gebrochen, z.B. nach einem leichten Sturz.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über 50 Jahre alt sind und einen Risikofaktor haben (z.B. frühe Wechseljahre, Kortisontherapie).
- Wenn Sie eine deutliche Größenabnahme (über 4 cm) oder eine gekrümmte Haltung bemerken.
- Wenn ein enger Verwandter eine Osteoporose-Fraktur hatte und Sie selbst erste Anzeichen haben.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel von Ihrem Hausarzt oder einem Facharzt für Orthopädie oder Rheumatologie gestellt. Entscheidend ist die Knochendichtemessung (DXA-Scan), die die Knochendichte misst und mit jungen gesunden Erwachsenen vergleicht.
Mögliche Untersuchungen
- Anamnese: Ihr Arzt wird nach Ihrer Krankengeschichte, Risikofaktoren und eventuellen Brüchen fragen.
- Knochendichtemessung (DXA): Ein schmerzfreies Röntgenverfahren an Hüfte und Wirbelsäule, um die Knochendichte zu messen. Der T-Wert gibt Auskunft über das Osteoporose-Risiko.
- Blutuntersuchung: Um andere Ursachen für Knochenschwund auszuschließen und Kalzium- und Vitamin-D-Spiegel zu prüfen.
- Röntgenaufnahmen: Bei Verdacht auf Wirbelbrüche.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind alle schmerzlos. Die Knochendichtemessung dauert etwa 10–15 Minuten. Sie liegen dabei auf einer Liege und der Arm oder die Hüfte werden von einem Gerät gescannt. Vorher können Sie normal essen und müssen sich nicht umziehen. Ihr Arzt erklärt Ihnen danach die Ergebnisse und bespricht mit Ihnen die nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung von Osteoporose hat zwei Hauptziele: das Fortschreiten des Knochenschwunds zu verlangsamen und das Risiko von Knochenbrüchen zu senken. Dazu gehören eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D, regelmäßige Bewegung und falls nötig Medikamente. Ihr Arzt wird gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan erstellen. Grundlage sind die Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine kalziumreiche Ernährung (z.B. Milchprodukte, grünes Gemüse, calciumreiches Mineralwasser).
- Sorgen Sie für ausreichend Vitamin D – durch Sonnenlicht und ggf. nach ärztlicher Absprache durch Nahrungsergänzung. Vitamin D hilft dem Körper, Kalzium aufzunehmen.
- Regelmäßige Bewegung: Vor allem Krafttraining (z.B. mit leichten Hanteln) und Gleichgewichtsübungen (z.B. Tai-Chi) stärken die Knochen und verringern die Sturzgefahr.
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
- Sturzprophylaxe: Entfernen Sie Stolperfallen zu Hause, tragen Sie rutschfeste Schuhe und lassen Sie Ihre Sehkraft regelmäßig prüfen.
Medizinische Behandlungen
Wenn das Risiko für Brüche hoch ist, kann Ihr Arzt Ihnen Medikamente verschreiben. Es gibt verschiedene Wirkstoffgruppen, die den Knochenabbau bremsen oder den Knochenaufbau fördern. Dazu gehören z.B. Bisphosphonate, Antikörper oder Hormonpräparate. Die Behandlung wird immer auf Sie persönlich abgestimmt. Ihr Arzt wird mit Ihnen Nutzen und mögliche Nebenwirkungen besprechen. Nehmen Sie keine Medikamente ohne ärztliche Verordnung ein. Die Behandlung kann als Tablette oder Spritze erfolgen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt in der Regel nur bei Knochenbrüchen infrage, die nicht von allein heilen, z.B. bei einem Hüftbruch. Dabei wird der gebrochene Knochen mit einer Prothese oder Schrauben stabilisiert. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie bereits einen Bruch hatten.
Leben mit der Erkrankung
Mit Osteoporose können Sie weiterhin ein aktives Leben führen. Wichtig ist, dass Sie auf Ihre Körperhaltung achten und sich vor Stürzen schützen. Planen Sie Ihren Alltag so, dass Sie schwere Lasten vermeiden und sich genug Zeit für Bewegung und Ruhepausen nehmen. Kleine Veränderungen im Haushalt, wie das Anbringen von Haltegriffen im Bad, können viel bewirken.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung: Kombinieren Sie Ausdauer- mit Krafttraining. Lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten ein Programm erstellen.
- Gesunde Ernährung: Setzen Sie auf kalzium- und vitamin-D-reiche Lebensmittel.
- Vermeiden Sie Sturzrisiken: Achten Sie auf gute Beleuchtung, rutschfeste Böden und geeignetes Schuhwerk.
- Nehmen Sie an Osteoporose-Selbsthilfegruppen teil, um Erfahrungen auszutauschen.
Ernährung und Bewegung
Eine kalziumreiche Ernährung ist das A und O. Gute Quellen sind Milch, Joghurt, Käse, grünes Blattgemüse wie Grünkohl und Brokkoli, sowie calciumreiches Mineralwasser (über 500 mg Kalzium pro Liter). Vitamin D können Sie durch 15–20 Minuten Sonnenlicht am Tag auf Gesicht und Arme tanken – im Winter ist oft eine Nahrungsergänzung sinnvoll. Besprechen Sie die Dosierung mit Ihrem Arzt. Bewegung sollte vor allem Krafttraining (z.B. Übungen mit dem eigenen Körpergewicht oder Theraband) und Gleichgewichtsübungen umfassen. Auch Yoga oder Tanzen sind gut geeignet. Vermeiden Sie jedoch Sportarten mit hohem Sturzrisiko wie Reiten oder Skifahren, es sei denn, Sie sind sehr geübt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Osteoporose kann Angst vor Stürzen und Brüchen auslösen, die das Leben einschränken. Auch der Verlust an Größe oder eine veränderte Körperhaltung können das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Es ist wichtig, offen mit diesen Gefühlen umzugehen. Ein psychologischer Rat oder Gespräche mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen können helfen. Denken Sie daran: Mit der richtigen Behandlung und Lebensweise können die meisten Menschen mit Osteoporose ein selbstbestimmtes Leben führen. Wenn Sie sich oft niedergeschlagen fühlen oder Angst haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt – das ist kein Zeichen von Schwäche.
Vorbeugung
Osteoporose lässt sich nicht immer verhindern, aber das Risiko können Sie durch eine aktive Lebensweise deutlich senken. Vor allem in jungen Jahren ist es wichtig, ein hohes Knochenmass aufzubauen. Aber auch im Alter können Sie durch Bewegung, kalziumreiche Ernährung und Vermeidung von Risikofaktoren den Knochenabbau bremsen. Wer frühzeitig auf seine Knochen achtet, hat gute Chancen, Brüche zu vermeiden.
Früherkennungsprogramme
Früherkennung: Die Knochendichtemessung wird von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland für bestimmte Risikogruppen bezahlt, z.B. für Frauen ab 70 Jahren oder bei vorliegenden Risikofaktoren. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, ob eine Messung für Sie sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Behandlung kann Osteoporose zu immer mehr Knochenbrüchen führen, vor allem an Hüfte, Wirbelsäule und Handgelenk.
- Wirbelbrüche können zu chronischen Rückenschmerzen, Größenverlust und einer dauerhaften Verkrümmung der Wirbelsäule (Witwenbuckel) führen.
- Hüftbrüche erfordern oft eine Operation und können die Beweglichkeit stark einschränken, was zu Pflegebedürftigkeit führen kann.
- Viele Betroffene entwickeln Angst vor Stürzen, was die Lebensqualität einschränkt und soziale Isolation begünstigt.
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen Diagnose und einer guten Behandlung ist die Prognose vielversprechend. Die meisten Menschen mit Osteoporose können Brüche vermeiden und ein aktives, selbstbestimmtes Leben führen. Auch wenn einmal ein Bruch aufgetreten ist, helfen moderne Therapien, die Knochen zu stabilisieren und weitere Brüche zu verhindern. Die Einstellung der Erkrankung ist ein Marathon, kein Sprint – aber Sie haben viele Werkzeuge und Unterstützung an der Hand. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt begleiten und bleiben Sie zuversichtlich.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026
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