Osteoporosis living in older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Osteoporose ist eine Krankheit, bei der die Knochen brüchig und schwach werden. Das passiert, weil der Körper nach und nach mehr Knochensubstanz abbaut, als er neu aufbaut. Die Knochen können dann leichter brechen, zum Beispiel bei einem Sturz oder sogar ohne einen erkennbaren Grund.
Wichtige Fakten
- Osteoporose wird auch 'Knochenschwund' genannt.
- Die Krankheit verläuft oft lange Zeit ohne Schmerzen oder Warnsignale.
- Mit einer guten Behandlung und vorbeugenden Maßnahmen lässt sich das Risiko für Knochenbrüche deutlich senken.
Ja, Osteoporose ist eine der häufigsten Knochenerkrankungen im Alter. In Deutschland sind schätzungsweise 6 bis 7 Millionen Menschen betroffen, vor allem Frauen nach den Wechseljahren und ältere Männer.
Osteoporose betrifft vor allem Menschen über 50 Jahre. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, weil nach den Wechseljahren der Östrogenspiegel sinkt, der die Knochen schützt. Aber auch jüngere Menschen können eine Osteoporose entwickeln, wenn Risikofaktoren wie bestimmte Erkrankungen oder Medikamente vorliegen.
Symptome
- Starke, plötzliche Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen oder mit Taubheitsgefühl einhergehen – dies kann auf einen schweren Wirbelbruch mit Nervenbeteiligung hinweisen.
- Wenn Sie nach einem Sturz oder einem Unfall eine Gliedmaße nicht mehr bewegen können oder starke Schwellungen und Verformungen auftreten.
- ⚠Anhaltende Rückenschmerzen, die trotz Schonung nicht besser werden.
- ⚠Ein neuer Knochenbruch, der ohne starke Gewalteinwirkung passiert ist (z. B. beim Bücken oder Heben).
- ⚠Wenn Sie bemerken, dass Sie kleiner werden oder sich Ihre Körperhaltung verändert.
Häufige Symptome
- Oft treten im Frühstadium gar keine Symptome auf.
- Rückenschmerzen, die durch Wirbelbrüche entstehen können.
- Eine Abnahme der Körpergröße (sie werden kleiner).
- Eine gekrümmte Haltung (Witwenbuckel).
- Knochenbrüche, die schon nach einem leichten Sturz oder einer alltäglichen Bewegung passieren.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Plötzlich auftretende starke Rückenschmerzen bei einem Wirbelbruch.
- Eine fortschreitende Abnahme der Körpergröße.
- Eine nach vorne geneigte Haltung.
- Brust- oder Rückenwirbelbrüche, die ohne erkennbaren Grund auftreten.
- Schmerzen im Beckenbereich oder in den Beinen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Knochen sind einem ständigen Auf- und Abbau unterworfen. Mit zunehmendem Alter überwiegt der Abbau. Bei Osteoporose ist dieses Gleichgewicht gestört, sodass die Knochen an Dichte und Stabilität verlieren.
- Nach den Wechseljahren sinkt bei Frauen der Östrogenspiegel. Östrogene schützen normalerweise die Knochen.
- Auch bei Männern kann ein niedriger Testosteronspiegel zur Osteoporose beitragen.
- Manche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Schilddrüsenüberfunktion oder eine langjährige Einnahme von Kortison können die Knochen schwächen.
Risikofaktoren
- Hohes Alter (über 50 Jahre).
- Weibliches Geschlecht.
- Frühere Knochenbrüche.
- Untergewicht oder Essstörungen.
- Rauchen und hoher Alkoholkonsum.
- Bewegungsmangel.
- Vitamin-D-Mangel und zu wenig Kalzium in der Nahrung.
- Bestimmte Medikamente (z. B. Kortison über längere Zeit).
- Familiäre Vorbelastung (z. B. wenn die Mutter einen Oberschenkelhalsbruch hatte).
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach einem leichten Sturz oder einer alltäglichen Bewegung einen Knochenbruch vermuten.
- Bei plötzlich auftretenden starken Rückenschmerzen ohne erkennbare Ursache.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über 50 Jahre sind und Risikofaktoren wie Rauchen, Untergewicht oder eine familiäre Vorbelastung haben.
- Frauen nach den Wechseljahren sollten mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin über eine Knochendichtemessung sprechen.
- Wenn Sie bereits einen Knochenbruch im höheren Alter erlitten haben.
- Wenn Sie über einen längeren Zeitraum Kortison eingenommen haben.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin erfragt zunächst Ihre Krankengeschichte, Ihre Beschwerden und Risikofaktoren. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung. Zur Sicherung der Diagnose wird in der Regel eine Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) durchgeführt. Diese Untersuchung ist schmerzfrei, schnell und die Strahlenbelastung ist sehr gering.
Mögliche Untersuchungen
- Knochendichtemessung (DXA – duale Röntgen-Absorptiometrie): Misst die Knochendichte an der Wirbelsäule, der Hüfte oder dem Unterarm.
- Blut- und Urintests: Um andere Erkrankungen auszuschließen, die Knochenschwund verursachen können.
- Gegebenenfalls Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule: Um bereits eingebrochene Wirbel zu erkennen – die können auch ohne Symptome vorhanden sein.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose ist unkompliziert und ambulant möglich. Sie müssen keine besonderen Vorbereitungen treffen. Die Knochendichtemessung dauert etwa 15–30 Minuten. Die Ärztin oder der Arzt wird mit Ihnen die Testergebnisse besprechen und eine Behandlung vorschlagen, wenn nötig. Diagnose und Behandlung richten sich nach den gültigen medizinischen Leitlinien, wie den AWMF-Leitlinien.
Behandlung
Die Behandlung der Osteoporose zielt darauf ab, das Risiko für Knochenbrüche zu senken. Dazu gehören Basismaßnahmen (wie Ernährung und Bewegung) und oft auch eine medikamentöse Therapie. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, hängt von Ihrem persönlichen Risiko ab – sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Kalzium (z. B. Milchprodukte, grünes Gemüse, kalziumreiches Mineralwasser).
- Sorgen Sie für genügend Vitamin D – am besten durch regelmäßige, kurze Sonnenbäder auf der Haut (ohne Sonnenbrand). Bei Bedarf kann der Arzt Vitamin D verschreiben.
- Bleiben Sie körperlich aktiv, besonders mit Übungen, die die Knochen belasten (z. B. Spaziergänge, Treppensteigen, Tanzen). Auch Muskeltraining hilft, die Knochen zu schützen.
- Vermeiden Sie Stürze: Halten Sie Ihr Zuhause sicher (keine losen Teppiche, gute Beleuchtung, Haltegriffe im Bad) und tragen Sie rutschfeste Schuhe.
- Reduzieren Sie Rauchen und Alkohol.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Medikamente, die den Knochenabbau bremsen oder den Knochenaufbau fördern können. Dazu gehören Mittel, die die Zellen, die Knochen abbauen, hemmen, oder solche, die die knochenaufbauenden Zellen stimulieren. Welches Medikament infrage kommt, entscheidet der Arzt oder die Ärztin nach Ihrem individuellen Risiko und möglichen Begleiterkrankungen. Bei einem nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel oder einer zu geringen Kalziumzufuhr kann der Arzt oder die Ärztin entsprechende Nahrungsergänzungsmittel empfehlen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist in der Regel nur dann nötig, wenn ein Knochenbruch eingetreten ist, der nicht von selbst heilt oder starke Schmerzen verursacht. Zum Beispiel kann bei einem Wirbelbruch eine Wirbelkörperstabilisierung (Kyphoplastie oder Vertebroplastie) helfen, die Schmerzen zu lindern und die Wirbelsäule zu stabilisieren. Auch Oberschenkelhalsbrüche werden häufig operiert. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird mit Ihnen alle Optionen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Mit Osteoporose können Sie ein aktives und erfülltes Leben führen. Wichtig ist, dass Sie auf Ihre Knochen achten und Stürze vermeiden. Planen Sie Ihren Alltag so, dass Sie sich sicher bewegen können. Nehmen Sie sich Zeit für Ruhepausen, aber bleiben Sie in Bewegung. Ihre Wohnung oder Ihr Haus können Sie mit einfachen Mitteln sturzsicher machen. Viele Krankenkassen bieten spezielle Kurse oder Übungsprogramme an.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung, die die Knochen fordert, wie Wandern, Gymnastik oder Krafttraining.
- Ausgewogene Ernährung mit viel Kalzium und Vitamin D.
- Verzichten Sie auf das Rauchen und trinken Sie wenig Alkohol.
- Gehen Sie regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen, um den Verlauf zu überwachen.
- Sorgen Sie für gute Beleuchtung in Ihrer Wohnung und entfernen Sie Stolperfallen.
Ernährung und Bewegung
Ihre Ernährung sollte reich an Kalzium sein, das ist ein wichtiger Baustein für die Knochen. Gute Quellen sind: Milch, Joghurt, Käse, grünes Blattgemüse (z. B. Grünkohl, Brokkoli), Mandeln, Sesam und mit Kalzium angereicherte Lebensmittel. Vitamin D wird vor allem durch Sonnenlicht auf der Haut gebildet. Versuchen Sie, täglich 10–15 Minuten ohne Sonnenschutz die Arme und das Gesicht der Sonne auszusetzen (je nach Jahreszeit). Bewegung ist genauso wichtig: Gehen Sie spazieren, machen Sie leichte Kraftübungen mit Theraband oder besuchen Sie einen Kurs für Seniorengymnastik. Auch Gleichgewichtsübungen (z. B. Tai Chi) helfen, Stürze zu vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Osteoporose kann Sorgen auslösen, vor allem die Angst vor Knochenbrüchen. Das ist verständlich. Wichtig ist, dass Sie sich nicht zurückziehen. Bleiben Sie in Kontakt mit Familie und Freunden, sprechen Sie über Ihre Ängste. Wenn die Gedanken sehr belastend sind, können Sie sich an eine psychologische Beratungsstelle wenden. Auch Selbsthilfegruppen können helfen, Erfahrungen auszutauschen.
Vorbeugung
Eine vollständige Verhinderung der Osteoporose ist nicht in jedem Fall möglich, aber Sie können viel tun, um das Risiko zu senken oder den Verlauf zu verlangsamen. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichender Bewegung und einer kalziumreichen Ernährung, Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sowie die Vermeidung von Stürzen sind die besten Maßnahmen. Bei Frauen nach den Wechseljahren und bei Menschen mit bestimmten Risikofaktoren kann eine frühzeitige Diagnose und Behandlung Brüche verhindern.
Früherkennungsprogramme
Ein Früherkennungsprogramm für Osteoporose (Screening) wird in Deutschland für bestimmte Risikogruppen empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, ob eine Knochendichtemessung für Sie sinnvoll ist. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten in der Regel bei Vorliegen von Risikofaktoren oder nach einem bereits aufgetretenen Knochenbruch.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufige Knochenbrüche, vor allem an der Wirbelsäule, der Hüfte oder dem Handgelenk.
- Chronische Rückenschmerzen durch eingebrochene Wirbel.
- Eine zunehmende Verkrümmung der Wirbelsäule (Witwenbuckel) und Abnahme der Körpergröße.
- Einschränkungen der Beweglichkeit und Selbstständigkeit im Alltag.
- Nach einem Oberschenkelhalsbruch steigt das Risiko für eine Pflegebedürftigkeit.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht ist: Osteoporose ist heute gut behandelbar. Mit der richtigen Therapie, einem gesunden Lebensstil und regelmäßigen Kontrollen können Sie das Risiko für Knochenbrüche deutlich senken. Viele Menschen mit Osteoporose bleiben bis ins hohe Alter aktiv und unabhängig. Die Behandlung kann die Knochendichte sogar wieder etwas verbessern. Wichtig ist, die Krankheit ernst zu nehmen und frühzeitig zu handeln.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026
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