Otitis externa in adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Otitis externa ist eine Entzündung des äußeren Gehörgangs – das ist der Kanal, der vom Ohrläppchen zum Trommelfell führt. Sie wird auch ‚Schwimmbadohr‘ genannt, weil sie oft durch Feuchtigkeit im Ohr entsteht.
Wichtige Fakten
- Die Entzündung betrifft nur den äußeren Gehörgang, nicht das Mittelohr.
- Häufige Ursache ist ein feuchtes oder verletztes Ohr, in dem Bakterien oder Pilze wachsen.
- Mit richtiger Behandlung heilt sie meist innerhalb weniger Tage bis Wochen ab.
Ja, Otitis externa ist eine häufige Erkrankung, besonders bei Erwachsenen, die viel schwimmen oder in feuchter Umgebung arbeiten.
Sie tritt vor allem bei Erwachsenen auf, aber auch Kinder und ältere Menschen können betroffen sein. Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergien haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Starke, plötzliche Schmerzen im Ohr, die nicht nachlassen
- Komplette Taubheit auf einem Ohr
- Ausfluss mit Blut
- Hohes Fieber (über 39°C) und Schüttelfrost
- Schwellung, die sich auf das Gesicht oder den Hals ausbreitet
- ⚠Starke Schmerzen, die auch nach Hausmitteln nicht besser werden
- ⚠Ausfluss, der übel riecht
- ⚠Mittelohrentzündung als Begleiterscheinung (z. B. starke Schmerzen beim Liegen)
- ⚠Verschlechterung des Hörvermögens über mehr als einen Tag
Häufige Symptome
- Schmerzen im Ohr, besonders beim Ziehen am Ohrläppchen oder beim Kauen
- Juckreiz im Gehörgang
- Rötung und Schwellung des Ohres
- Ausfluss aus dem Ohr – klar, gelblich oder eitrig
- Vermindertes Hörvermögen auf dem betroffenen Ohr
- Druckgefühl im Ohr
Symptome bei Kindern
- Kinder können unruhig sein, weinen oder sich häufiger ans Ohr fassen.
- Sie klagen oft über starke Ohrenschmerzen.
- Fieber kann hinzukommen.
- Eltern bemerken vielleicht ein feuchtes oder eitriges Kissen nach dem Schlafen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Schmerzen sind oft weniger stark, aber das Hörvermögen kann deutlich nachlassen.
- Ältere Menschen mit Diabetes oder einem schwachen Immunsystem sind anfälliger für schwere Verläufe.
- Es kann zu Verwirrtheit oder Schwindel kommen, wenn die Entzündung fortschreitet.
Ursachen
Hauptursachen
- Übermäßige Feuchtigkeit im Ohr (z. B. durch Schwimmen, Duschen, Schwitzen)
- Verletzung des Gehörgangs (z. B. durch spitze Gegenstände wie Wattestäbchen)
- Bakterien (oft Pseudomonas aeruginosa oder Staphylokokken) oder Pilze (Hefepilze), die sich im feuchten oder verletzten Gehörgang vermehren
Risikofaktoren
- Häufiges Schwimmen oder Baden
- Benutzung von Wattestäbchen, Ohrstöpseln oder Kopfhörern
- Hauterkrankungen wie Ekzeme oder Psoriasis
- Allergien (z. B. gegen Haarspray, Ohrringe, Hörgeräte)
- Ein schwaches Immunsystem (z. B. durch Diabetes, Chemotherapie)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Schmerzen, die Ihre Lebensqualität beeinträchtigen
- Eitriger oder blutiger Ausfluss aus dem Ohr
- Hohes Fieber oder Schwellung im Gesicht
- Hörverlust, der sich innerhalb weniger Stunden entwickelt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Leichte Ohrenschmerzen, die länger als 2–3 Tage anhalten
- Juckreiz oder leichter Ausfluss ohne Fieber
- Wiederholte Infektionen (mehr als drei Mal im Jahr)
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist durch eine Befragung und eine Untersuchung des Ohres mit einem Otoskop (einem kleinen Gerät mit Licht und Vergrößerung). Dabei wird der Gehörgang auf Rötung, Schwellung oder Ausfluss überprüft.
Mögliche Untersuchungen
- Ohrmikroskopie: Vergrößerte Ansicht des Gehörgangs und Trommelfells
- Abstrich des Ausflusses: Um den Erreger (Bakterien oder Pilze) zu bestimmen, besonders bei hartnäckigen oder wiederholten Infektionen
- Hörtest (Audiometrie): Nur bei Verdacht auf eine Beteiligung des Mittelohrs oder bei starkem Hörverlust
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Der Arzt wird vorsichtig vorgehen, um Ihre Schmerzen nicht zu verstärken. Eventuell wird ein feiner Tupfer durch den Gehörgang geführt.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Entzündung zu lindern, den Gehörgang zu reinigen und die Erreger zu bekämpfen. In den meisten Fällen reichen Ohrentropfen aus, die der Arzt verschreibt. Operationen sind nur sehr selten nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie das Ohr trocken: Vermeiden Sie Schwimmen und Duschen mit Wasser im Ohr. Verwenden Sie unter der Dusche eine Duschhaube oder einen Wattestopfen mit Vaseline.
- Kühlen Sie das Ohr von außen: Ein Kühlpad (in ein Tuch gewickelt) kann die Schwellung und den Schmerz lindern.
- Reinigen Sie das Ohr vorsichtig: Entfernen Sie Ausfluss nur mit einem sauberen, weichen Tuch von außen. Stecken Sie nichts in den Gehörgang.
- Vermeiden Sie Wattestäbchen: Sie reiben die Haut auf und verschlimmern die Infektion.
- Nehmen Sie bei Bedarf Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen nach Rücksprache mit dem Arzt ein (kein spezifischer Name? allgemein halten: fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker).
Medizinische Behandlungen
Der Arzt wird in der Regel Ohrentropfen verschreiben, die ein Antibiotikum oder ein Antimykotikum (gegen Pilze) enthalten, manchmal kombiniert mit einem Kortisonpräparat, das die Entzündung und Schwellung reduziert. Die Tropfen werden mehrmals täglich für einige Tage angewendet. In schweren Fällen können auch orale Antibiotika nötig sein. Eine Reinigung des Gehörgangs durch den Arzt (Mikroabsaugung) kann helfen, Sekret und Schuppen zu entfernen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in sehr seltenen Fällen erforderlich, zum Beispiel wenn sich ein Abszess (Eiteransammlung) im Gehörgang bildet oder wenn eine chronische Pilzinfektion nicht auf Medikamente anspricht. Dann kann der Arzt den Abszess öffnen oder Gewebe entfernen.
Leben mit der Erkrankung
Solange die Infektion behandelt wird, sollten Sie Ihr Ohr trocken halten und auf das Schwimmen verzichten. Nach der Abheilung können Sie wieder normal duschen und baden, aber vermeiden Sie übermäßige Feuchtigkeit. Wenn Sie Hörgeräte tragen, desinfizieren Sie diese regelmäßig.
Tipps für den Alltag
- Trocknen Sie Ihre Ohren nach dem Duschen oder Baden mit einem Handtuch von außen – nicht mit Wattestäbchen.
- Verwenden Sie bei häufigem Schwimmen spezielle Silikon-Ohrstöpsel (fragen Sie Ihren Apotheker).
- Lassen Sie Ohrringe nach einer Infektion erst wieder einsetzen, wenn das Ohr vollständig abgeheilt ist.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung unterstützen Ihr Immunsystem. Bei Schmerzen sollten Sie anstrengende Übungen vermeiden, aber leichte Bewegung an der frischen Luft ist in Ordnung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ohrenschmerzen und Hörminderung können belastend sein. Manchmal führt die Infektion zu Schlafstörungen oder Reizbarkeit. Es ist wichtig, sich zu erholen und bei Bedarf mit Freunden oder Familie über Ihre Gefühle zu sprechen.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen können Sie einer Otitis externa vorbeugen. Halten Sie Ihre Ohren trocken und vermeiden Sie, Gegenstände hineinzustecken. Nach dem Schwimmen können Sie die Ohren mit einem Föhn auf niedriger Stufe aus der Entfernung trocknen.
Impfungen
Es gibt keine spezifische Impfung gegen Otitis externa. Impfungen gegen allgemeine Infektionen (wie Grippe oder Pneumokokken) können das Immunsystem stärken.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening. Bei wiederholten Infektionen kann der Arzt den Gehörgang auf Verengungen oder überschüssiges Ohrenschmalz untersuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Otitis externa (lang anhaltende oder wiederkehrende Infektion)
- Ausbreitung der Entzündung auf das Mittelohr (Otitis media) oder das Innenohr (Labyrinthitis)
- Gehörgangskanalverengung (Stenose), die das Hörvermögen beeinträchtigt
- Selten: Schwerwiegende Infektion des Schläfenbeins (maligne Otitis externa), die sofortige Behandlung erfordert
Langzeitprognose
Die allermeisten Menschen mit Otitis externa werden vollständig gesund. Mit der richtigen Behandlung klingt die Infektion meist innerhalb weniger Tage ab. Nur in sehr seltenen Fällen treten Komplikationen auf, die dann aber gut behandelbar sind. Auch bei schweren Verläufen ist eine vollständige Heilung möglich.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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