Otitis externa in older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Otitis externa ist eine Entzündung des äußeren Gehörgangs – des schmalen Kanals, der vom Ohrläppchen zum Trommelfell führt. Sie wird auch 'Schwimmohr' genannt, weil sie häufig nach dem Baden auftritt, kann aber auch durch andere Ursachen entstehen.
Wichtige Fakten
- Tritt bei älteren Menschen häufiger auf, weil die Haut im Gehörgang dünner und trockener wird.
- Wird meist durch Bakterien oder Pilze verursacht.
- Kann gut behandelt werden, vor allem wenn sie früh erkannt wird.
Ja, besonders bei älteren Erwachsenen ist Otitis externa recht verbreitet. Mit zunehmendem Alter wird die Haut im Gehörgang empfindlicher und anfälliger für Infektionen.
Die Erkrankung betrifft vor allem ältere Menschen, aber auch Menschen jeden Alters können sie bekommen. Bei älteren Erwachsenen ist der Verlauf oft etwas schwerer und die Heilung dauert länger.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen mit Fieber über 39 Grad Celsius
- Schwellung, die sich auf das Gesicht oder den Hals ausbreitet
- Lähmungserscheinungen im Gesicht (z.B. hängender Mundwinkel)
- Starke Schmerzen nach einer Ohrspülung oder nach dem Baden
- ⚠Anhaltende Schmerzen trotz Schmerzmitteln
- ⚠Ausfluss aus dem Ohr mit üblem Geruch
- ⚠Plötzliche Verschlechterung des Hörvermögens
- ⚠Schwindel oder Drehschwindel
Häufige Symptome
- Schmerzen am Ohr, die sich beim Kauen oder Berühren des Ohrs verstärken
- Juckreiz im Gehörgang
- Rötung und Schwellung des äußeren Ohrs
- Ausfluss aus dem Ohr (klar, gelblich oder eitrig)
- Vermindertes Hörvermögen
Symptome bei Kindern
- Kinder haben oft starke Ohrenschmerzen, schreien viel und fassen sich ans Ohr.
- Manchmal tritt auch Fieber auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Schmerzen sind oft weniger stark, dafür haben ältere Menschen häufiger ein Gefühl der Ohrenverstopfung.
- Das Hörvermögen kann stärker eingeschränkt sein als bei jüngeren Menschen.
- Manchmal treten Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Infektion mit Bakterien (am häufigsten Pseudomonas aeruginosa oder Staphylokokken)
- Pilzinfektion (z.B. Aspergillus, Candida)
- Hautverletzung im Gehörgang (durch Wattestäbchen, Kratzen oder ein Hörgerät)
- Feuchtigkeit im Ohr, z.B. nach Schwimmen oder Duschen
Risikofaktoren
- Höheres Alter (dünnere, trockenere Haut)
- Häufiges Reinigen der Ohren mit Wattestäbchen
- Tragen eines Hörgeräts (durch Reibung oder Feuchtigkeit)
- Diabetes mellitus (erhöhtes Risiko für schwere Verläufe)
- Geschwächtes Immunsystem
- Allergien oder Ekzeme im Ohrbereich
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Schmerzen oder Fieber
- Wenn das Ohr stark geschwollen ist
- Bei Schwindel oder Gesichtslähmung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei leichten Schmerzen oder Juckreiz, die nach ein paar Tagen nicht besser werden
- Wenn Sie wiederkehrende Gehörgangsentzündungen haben
Diagnose
Die Diagnose stellt ein Arzt oder eine Ärztin durch eine kurze Untersuchung des Gehörgangs mit einem Otoskop (einem beleuchteten Instrument). Dabei sieht er oder sie Rötung, Schwellung oder Ablagerungen.
Mögliche Untersuchungen
- In den meisten Fällen reicht die Untersuchung mit dem Otoskop aus.
- Bei schweren oder wiederkehrenden Fällen kann ein Abstrich gemacht werden, um den Erreger im Labor zu bestimmen.
- Gelegentlich wird das Hörvermögen mit einem Hörtest überprüft.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei, kann aber bei starken Schmerzen etwas unangenehm sein. Der Arzt wird vorsichtig vorgehen und die Untersuchung kurz halten.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache und der Schwere der Infektion ab. In den meisten Fällen ist eine lokale Behandlung mit Ohrentropfen ausreichend. Es ist wichtig, das Ohr trocken zu halten und Reizungen zu vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Stecken Sie nichts ins Ohr, vor allem keine Wattestäbchen oder andere Gegenstände.
- Halten Sie das Ohr beim Duschen oder Waschen mit einem Wattebausch geschützt, den Sie mit etwas Vaseline benetzen können.
- Vermeiden Sie kalte oder heiße Kompressen auf dem Ohr – das kann die Entzündung verschlimmern.
- Besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, ob Sie Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen einnehmen können.
Medizinische Behandlungen
Der Arzt oder die Ärztin kann Ohrentropfen verschreiben, die entweder Antibiotika (gegen Bakterien) oder Antimykotika (gegen Pilze) enthalten. Manchmal wird auch ein entzündungshemmendes Mittel wie Kortison beigemischt. Die Tropfen werden mehrmals täglich in den Gehörgang geträufelt. Wenn der Gehörgang stark geschwollen ist, kann der Arzt einen kleinen Docht (einen Streifen aus saugfähigem Material) einlegen, damit die Tropfen besser wirken. Eine Behandlung mit Antibiotika-Tabletten ist selten nötig.
Wann kommt eine Operation infrage?
Chirurgische Eingriffe sind nur in sehr seltenen Ausnahmefällen notwendig, etwa wenn die Infektion auf benachbarte Knochen übergreift (maligne Otitis externa). Dann erfolgt die Behandlung im Krankenhaus.
Leben mit der Erkrankung
Während einer akuten Otitis externa sollten Sie das betroffene Ohr schonen. Vermeiden Sie es, auf dem betroffenen Ohr zu schlafen. Hören Sie vorübergehend keine Musik über Kopfhörer. Wenn Sie ein Hörgerät tragen, lassen Sie es draußen, bis die Entzündung abgeklungen ist.
Tipps für den Alltag
- Gehen Sie nicht schwimmen und vermeiden Sie, dass Wasser in das Ohr gelangt.
- Trocknen Sie die Ohren nach dem Duschen vorsichtig mit einem weichen Tuch – reiben Sie nicht.
- Tragen Sie keine enge Kopfbedeckung, die am Ohr reibt.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt Ihr Immunsystem bei der Heilung. Bewegung ist in der Regel in Ordnung, solange Sie sich wohl fühlen. Vermeiden Sie jedoch Aktivitäten, bei denen das Ohr nass oder stark verschwitzt wird.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine anhaltende Ohrinfektion kann belastend sein, besonders wenn das Hören beeinträchtigt ist. Das kann zu Frustration oder sozialem Rückzug führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber – in den meisten Fällen bessert sich das Hören nach der Behandlung.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken: Halten Sie Ihre Ohren trocken, verwenden Sie beim Schwimmen eine Badekappe oder spezielle Ohrstöpsel. Führen Sie keine Gegenstände in den Gehörgang ein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Otitis externa (wiederkehrende Entzündungen)
- Verengung des Gehörgangs durch Narbenbildung
- Maligne Otitis externa (seltene, aber schwere Infektion, die auf Knochen und Nerven übergreifen kann)
- Dauerhafter Hörverlust
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung heilt die Otitis externa bei den meisten älteren Erwachsenen innerhalb von ein bis zwei Wochen vollständig ab. Auch wenn die Heilung manchmal etwas länger dauern kann – die Aussichten sind sehr gut. Falls Sie Diabetes haben oder Ihr Immunsystem geschwächt ist, ist eine engmaschige ärztliche Betreuung sinnvoll, aber auch dann ist eine vollständige Genesung möglich.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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