Otitis media in older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine Infektion im Bereich hinter dem Trommelfell. Sie verursacht Schmerzen und kann das Hören beeinträchtigen.
Wichtige Fakten
- Die Infektion entsteht oft nach einer Erkältung oder Grippe.
- Die meisten Mittelohrentzündungen heilen mit oder ohne Behandlung von selbst ab.
- Bei älteren Erwachsenen kann eine Mittelohrentzündung zu Hörverlust oder Schwindel führen.
Mittelohrentzündungen sind bei Kindern häufiger, kommen aber auch bei Erwachsenen vor. Bei älteren Menschen treten sie seltener auf, können aber schwerwiegender verlaufen.
Die Erkrankung betrifft Menschen jeden Alters, besonders häufig jedoch Kleinkinder. Bei älteren Erwachsenen ist sie eher selten, aber möglich – vor allem bei geschwächtem Immunsystem oder nach Erkältungen.
Symptome
- Plötzliche Taubheit auf einem Ohr
- Eitriger oder blutiger Ausfluss aus dem Ohr
- Starke Schmerzen, die nicht nachlassen
- Fieber über 39,5 °C
- Lähmungserscheinungen im Gesicht (z. B. hängender Mundwinkel)
- ⚠Ohrenschmerzen, die länger als 2–3 Tage anhalten
- ⚠Hörverlust, der nicht besser wird
- ⚠Schwindel oder Unsicherheit beim Gehen
- ⚠Allgemeines Krankheitsgefühl mit Fieber
Häufige Symptome
- Ohrenschmerzen (können stark sein)
- Druckgefühl im Ohr
- Vermindertes Hörvermögen
- Fieber (vor allem bei Kindern)
Symptome bei Kindern
- Ohrenschmerzen (Kind greift ans Ohr, ist quengelig)
- Fieber über 38 °C
- Schlafstörungen
- Appetitlosigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ohrenschmerzen oder eher ein dumpfes Druckgefühl
- Schwindel oder Benommenheit
- Verwirrtheit oder Desorientierung (besonders bei Demenz)
- Hörverlust auf einem Ohr
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien oder Viren gelangen über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) in das Mittelohr
- Eine verstopfte oder geschwollene Ohrtrompete (z. B. durch Erkältung, Allergie oder Rauchen) begünstigt die Infektion
- Ansammlung von Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, die sich entzündet
Risikofaktoren
- Alter über 65 Jahre (nachlassende Immunabwehr)
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Lungenkrankheiten
- Rauchen oder Passivrauchen
- Häufige Erkältungen oder Grippe
- Verengte Ohrtrompete (anatomisch bedingt)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Ohrenschmerzen, die nicht aufhören
- Fieber über 39 °C
- Ausfluss aus dem Ohr (Eiter oder Blut)
- Plötzliche Hörverschlechterung
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Leichte Ohrenschmerzen, die nach 2–3 Tagen nicht besser werden
- Druckgefühl im Ohr, das länger als eine Woche anhält
- Hörminderung ohne Schmerzen
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin schaut mit einem kleinen Lichtgerät (Otoskop) in das Ohr. Dabei kann er/sie sehen, ob das Trommelfell gerötet, geschwollen oder vorgewölbt ist, und ob Flüssigkeit dahinter liegt.
Mögliche Untersuchungen
- Otoskopie (Untersuchung des Gehörgangs und Trommelfells)
- Hörtest (Stimmgabel oder einfacher Test)
- Gegebenenfalls Tympanometrie (Messung der Beweglichkeit des Trommelfells)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Der Arzt wird Sie nach Ihren Symptomen fragen und vielleicht auch kurz das andere Ohr und die Nasennebenhöhlen untersuchen. In manchen Fällen wird ein Abstrich aus dem Ohr genommen, um den Erreger zu bestimmen – das ist aber selten nötig.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache (Viren oder Bakterien) und dem Schweregrad. Oft reicht es aus, die Schmerzen zu lindern und abzuwarten, bis die Entzündung von selbst abklingt. Bei bakteriellen Infektionen können Antibiotika notwendig sein – diese verordnet nur der Arzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Wärme: Ein warmes Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche auf das Ohr legen (nicht zu heiß!)
- Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen einnehmen – besprechen Sie die Dosierung mit Ihrem Arzt oder Apotheker
- Viel Ruhe und Schlaf
- Kein Wasser ins Ohr lassen (beim Duschen Watte mit Vaseline in den Gehörgang stecken)
Medizinische Behandlungen
Bei bakterieller Mittelohrentzündung kann der Arzt Antibiotika verschreiben, meist als Tablette. Bei starken Schmerzen oder Fieber können fiebersenkende und schmerzstillende Mittel eingesetzt werden. Manchmal werden auch abschwellende Nasensprays empfohlen, um die Ohrtrompete zu entlasten – diese sollten aber nicht länger als eine Woche angewendet werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn sich hinter dem Trommelfell Eiter ansammelt und die Schmerzen sehr stark sind oder das Trommelfell zu reißen droht, kann ein kleiner Schnitt ins Trommelfell (Parazentese) nötig sein, um den Eiter abzulassen. Dies wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Wiederholte Mittelohrentzündungen können manchmal das Einsetzen von Paukenröhrchen erforderlich machen.
Leben mit der Erkrankung
In der akuten Phase sollten Sie sich schonen und auf laute Umgebungen verzichten. Hören Sie auf Ihren Körper: Vermeiden Sie Anstrengung, bis die Schmerzen nachlassen. Nach der Ausheilung können Sie Ihren Alltag wieder normal gestalten.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Rauch meiden
- Ohren trocken halten (z. B. beim Schwimmen Ohrstöpsel tragen)
- Bei Erkältungen die Nase sanft putzen, nicht zu fest
- Nach dem Duschen die Ohren mit einem Handtuch trockentupfen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse stärkt das Immunsystem. Leichte Bewegung wie Spaziergänge ist in der Regel unbedenklich, solange keine Schmerzen oder Fieber bestehen. Bei Schwindel sollten Sie körperliche Aktivität einschränken.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Mittelohrentzündung kann unangenehm sein und Schlaf stören. Vorübergehende Hörminderung oder Schwindel können verunsichern. Meist bessern sich die Beschwerden aber schnell. Sollten Sie sich ängstlich oder niedergeschlagen fühlen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson – das ist völlig in Ordnung.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken, indem Sie Ihr Immunsystem stärken, Rauchen vermeiden und Erkältungen vorbeugen. Nach einer Erkältung die Ohren nicht mit Wattestäbchen reinigen – das kann die Infektion begünstigen.
Impfungen
Die jährliche Grippeimpfung und die Impfung gegen Pneumokokken (eine häufige Ursache von Mittelohrentzündungen) können das Risiko senken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die empfohlenen Impfungen für Ihr Alter.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening bei Erwachsenen. Bei häufigen Mittelohrentzündungen kann der Arzt eine Hörprüfung veranlassen, um eventuelle Schäden früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hörverlust (vorübergehend oder dauerhaft)
- Ausbreitung der Infektion auf das Innenohr (Labyrinthitis) oder das Warzenfortsatzbein (Mastoiditis)
- Selten: Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Hirnabszess
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung heilt die überwiegende Mehrheit der Mittelohrentzündungen vollständig aus. Hörverlust bildet sich meist zurück, kann aber in seltenen Fällen bestehen bleiben. Bei frühzeitiger ärztlicher Versorgung sind ernste Komplikationen sehr selten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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