PCOS living day to day in pregnancy
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine hormonelle Störung, die bei Frauen im gebärfähigen Alter auftritt. Während der Schwangerschaft kann PCOS besondere Herausforderungen mit sich bringen, aber mit der richtigen Betreuung und einem gesunden Lebensstil können die meisten Frauen eine gesunde Schwangerschaft erleben.
Wichtige Fakten
- PCOS betrifft die Hormone und kann den Eisprung sowie den Stoffwechsel beeinflussen.
- Bei Schwangeren mit PCOS besteht ein leicht erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und Frühgeburten.
- Mit regelmäßiger ärztlicher Kontrolle, angepasster Ernährung und Bewegung können die Risiken oft gut gemanagt werden.
PCOS ist eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Weltweit sind etwa 5–15 % der Frauen betroffen.
PCOS tritt vor allem bei Frauen im gebärfähigen Alter auf. Während der Schwangerschaft betrifft es jene, die bereits vor der Schwangerschaft PCOS hatten. Auch Frauen, die durch PCOS schwanger geworden sind (z. B. nach einer Behandlung), gehören zur betroffenen Gruppe.
Symptome
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen
- Plötzliche Sehstörungen oder starke Kopfschmerzen (kann auf Präeklampsie hinweisen)
- Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit
- Starke Blutungen oder plötzlicher Flüssigkeitsverlust aus der Scheide
- ⚠Erhöhter Blutdruck (über 140/90 mmHg) und Schwellungen an Händen oder Gesicht
- ⚠Anzeichen einer Harnwegsinfektion (Brennen beim Wasserlassen, Fieber)
- ⚠Deutlich erhöhter Durst, häufiges Wasserlassen und Müdigkeit (möglicherweise Anzeichen für Gestationsdiabetes)
- ⚠Verminderte Kindsbewegungen im letzten Schwangerschaftsdrittel
Häufige Symptome
- Unregelmäßige oder ausbleibende Monatsblutungen vor der Schwangerschaft
- Vermehrte Körperbehaarung, Akne oder fettige Haut (durch erhöhte männliche Hormone)
- Übergewicht oder Schwierigkeiten, das Gewicht zu halten
- Verdickte, dunkle Hautstellen (z. B. am Nacken oder unter den Achseln)
- In der Schwangerschaft: verstärkte Übelkeit, Müdigkeit, vermehrter Durst oder häufiges Wasserlassen (kann auf Schwangerschaftsdiabetes hindeuten)
Ursachen
Hauptursachen
- Eine erbliche Veranlagung spielt eine wichtige Rolle.
- Ein Ungleichgewicht der Hormone: Der Körper produziert zu viele männliche Hormone (Androgene) und hat oft eine Insulinresistenz, d. h. die Zellen reagieren nicht mehr gut auf Insulin.
- Übergewicht oder Fettleibigkeit kann die Symptome verstärken.
Risikofaktoren
- Familienmitglieder mit PCOS oder Diabetes Typ 2
- Übergewicht oder starke Gewichtszunahme vor der Schwangerschaft
- Unregelmäßiger Monatszyklus bereits in der Jugend
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Bauchschmerzen, Sehstörungen oder Atemnot während der Schwangerschaft.
- Wenn der Blutdruck plötzlich ansteigt oder Sie starke Kopfschmerzen haben.
- Bei Anzeichen einer Fehlgeburt (starke Blutungen, Krämpfe).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt oder bei der Frauenärztin sind wichtig, um Blutdruck, Blutzucker und Wachstum des Kindes zu überwachen.
- Bei neu auftretenden Symptomen wie vermehrtem Durst oder Heißhunger auf Süßes – das kann auf Schwangerschaftsdiabetes hindeuten.
- Sprechen Sie rechtzeitig über Ihre Ernährung und Bewegung, um das Risiko zu senken.
Diagnose
PCOS wird in der Regel vor der Schwangerschaft diagnostiziert. Dazu werden eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke, eine Blutabnahme zur Messung der Hormone sowie eine Befragung zu Ihren Symptomen durchgeführt. Während der Schwangerschaft konzentrieren sich die Ärzte auf die Überwachung von Stoffwechsel und Blutdruck.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung bei jedem Vorsorgetermin
- Zuckertest zur Früherkennung von Schwangerschaftsdiabetes: meist zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche
- Ultraschall zur Kontrolle des Kinderwachstums und der Fruchtwassermenge
- Urinuntersuchung auf Eiweiß – ein Hinweis auf Präeklampsie
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose PCOS wird meist bereits vor der Schwangerschaft gestellt. Während der Schwangerschaft werden Sie engmaschiger betreut: häufigere Arztbesuche, regelmäßige Blutzuckerkontrollen und eventuell eine Ernährungsberatung. Das Team aus Gynäkologie, Hebamme und ggf. Diabetologe begleitet Sie.
Behandlung
Die Behandlung von PCOS in der Schwangerschaft zielt darauf ab, das Risiko von Schwangerschaftskomplikationen zu senken und die Gesundheit von Mutter und Kind zu fördern. Im Vordergrund stehen eine gesunde Lebensweise und die nötigen medizinischen Kontrollen.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, z. B. Spaziergänge, Schwimmen oder sanfte Gymnastik – sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin.
- Vermeiden Sie Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel, um den Blutzucker stabil zu halten.
- Trinken Sie ausreichend Wasser und gönnen Sie sich Ruhephasen.
- Führen Sie ein Beschwerdetagebuch, um Veränderungen früh zu bemerken.
Medizinische Behandlungen
Bei Bedarf kann Ihre Ärztin Medikamente verschreiben, die den Blutzucker regulieren oder den Blutdruck senken. Diese Medikamente sind in der Schwangerschaft gut erforscht und werden nur eingesetzt, wenn der Nutzen überwiegt. Sprechen Sie nie selbstständig über Medikamente – Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die optimale Therapie für Sie auswählen.
Leben mit der Erkrankung
Der Alltag mit PCOS in der Schwangerschaft erfordert etwas mehr Achtsamkeit, kann aber genauso erfüllend sein wie jede andere Schwangerschaft. Planen Sie regelmäßige Ruhepausen ein, essen Sie kleine, häufige Mahlzeiten und achten Sie auf Ihren Körper. Ein Blutzuckertagebuch kann helfen, Muster zu erkennen. Tauschen Sie sich mit Ihrer Hebamme oder anderen betroffenen Frauen aus – das entlastet.
Tipps für den Alltag
- Strukturierte Mahlzeiten: drei Hauptmahlzeiten und zwei kleine Snacks pro Tag zur Blutzuckerstabilisierung
- Tägliche Bewegung: 20–30 Minuten sanfte Aktivität (nach Rücksprache mit dem Arzt)
- Stressbewältigung: Atemübungen, Yoga oder leichte Meditation
- Regelmäßiger Schlaf: 7–9 Stunden pro Nacht bevorzugen
Ernährung und Bewegung
Eine Ernährung, die reich an Ballaststoffen, magerem Eiweiß und gesunden Fetten ist, hilft, den Blutzucker auszugleichen. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke und Weißmehlprodukte. Kombinieren Sie Kohlenhydrate immer mit Eiweiß oder Fett, z. B. Vollkornbrot mit Avocado. Bewegung wie Schwimmen oder Walken verbessert die Insulinempfindlichkeit und hebt die Stimmung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PCOS kann Ängste auslösen, besonders wenn die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird. Gefühle von Überforderung oder Sorge sind normal. Es ist wichtig, sich Hilfe zu holen: Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, Freund*innen oder einer psychologischen Beratungsstelle. Auch Selbsthilfegruppen können sehr unterstützend sein.
Vorbeugung
PCOS selbst lässt sich nicht verhindern. Mit einem gesunden Lebensstil vor der Schwangerschaft können Sie jedoch die Symptome mildern und das Risiko von Schwangerschaftskomplikationen senken. Eine frühe Diagnose und gute Vorbereitung sind der beste Schutz.
Früherkennungsprogramme
Vor der Schwangerschaft kann ein Zuckertest (oraler Glukosetoleranztest) sinnvoll sein, um eine Insulinresistenz oder Diabetes früh zu erkennen. Auch die Blutdruckmessung gehört zur Routine. Lassen Sie sich von Ihrer Frauenärztin beraten, welche Checks für Sie passen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) – erhöhtes Risiko für große Babys und Kaiserschnitt
- Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) – gefährlicher Bluthochdruck
- Frühgeburt oder Fehlgeburt
- Verzögertes Wachstum des Kindes
Langzeitprognose
Die allermeisten Frauen mit PCOS bekommen gesunde Babys. Mit einer guten medizinischen Begleitung – häufige Kontrollen, gesunder Ernährung und Bewegung – lassen sich die meisten Risiken gut in den Griff bekommen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen, aber bleiben Sie zuversichtlich: Ihr Körper ist stark und die moderne Medizin kann Sie bestens unterstützen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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