PCOS living day to day in teenagers
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) ist eine häufige hormonelle Störung bei Mädchen und jungen Frauen. Die Eierstöcke bilden vermehrt männliche Geschlechtshormone (Androgene), was zu Zysten (mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen) an den Eierstöcken führen kann. Das Syndrom beeinflusst den Menstruationszyklus, den Stoffwechsel und das Hautbild.
Wichtige Fakten
- PCOS betrifft etwa 5–10 % aller Mädchen im Teenageralter.
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, aber Vererbung und Insulinresistenz spielen eine Rolle.
- Eine frühzeitige Behandlung kann Langzeitfolgen wie Diabetes oder Unfruchtbarkeit verhindern.
Ja, PCOS ist eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Jugendlichen. Viele Mädchen haben leichte Symptome, die oft erst später erkannt werden.
PCOS betrifft hauptsächlich Mädchen und junge Frauen im gebärfähigen Alter, also etwa ab der Pubertät. Es kann in jeder ethnischen Gruppe auftreten, aber manche Gruppen (z. B. Frauen mit südeuropäischen oder asiatischen Vorfahren) sind häufiger betroffen.
Symptome
- Starke, plötzliche Schmerzen im Unterleib (möglicher Hinweis auf eine geplatzte Eierstockzyste oder eine Eileiterschwangerschaft)
- Sehr starke vaginale Blutungen (Wechseln von mehr als einer Binde/Stunde)
- Ohnmachtsanfälle oder plötzlicher Schwindel mit Unterleibsschmerzen
- Atemnot oder Brustschmerzen
- ⚠Starke Unterleibsschmerzen, die nach einigen Stunden nicht nachlassen
- ⚠Fieber mit Unterleibsschmerzen
- ⚠Plötzlich neu auftretende sehr starke Akne oder Behaarung
- ⚠Anzeichen einer Depression oder Gedanken an Selbstverletzung
Häufige Symptome
- Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation (seltener als alle 35 Tage)
- Akne (vor allem im Gesicht, auf der Brust oder am Rücken)
- Vermehrte Körperbehaarung (Hirsutismus) an Stellen, die typisch für Männer sind (Kinn, Oberlippe, Brust, Bauchnabel)
- Haarausfall oder schütteres Haar auf der Kopfhaut
- Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten, Gewicht zu verlieren
- Dunkle, samtige Hautveränderungen (Akanthosis nigricans) am Hals, in den Achselhöhlen oder in den Leisten
Symptome bei Kindern
- Bei Mädchen vor der Pubertät ist PCOS selten. Falls es auftritt, zeigen sich meistens frühzeitig starke Akne oder eine übermäßige Behaarung.
- Unregelmäßige Perioden können schon im ersten Jahr nach der ersten Regelblutung auftreten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch bei älteren Frauen (nach den Wechseljahren) kann PCOS bestehen bleiben, allerdings werden die Symptome oft milder.
- Langzeitfolgen wie Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck können im Alter deutlicher werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine erbliche Veranlagung: PCOS tritt in Familien gehäuft auf.
- Übermäßige Produktion von Androgenen (männlichen Hormonen) in den Eierstöcken.
- Insulinresistenz: Der Körper kann das Hormon Insulin nicht richtig nutzen, was zu erhöhten Insulinspiegeln führt und die Androgenproduktion anregt.
Risikofaktoren
- Übergewicht oder Adipositas (erhöht die Insulinresistenz)
- Familienmitglieder (z. B. Mutter oder Schwester) mit PCOS oder Typ-2-Diabetes
- Früher Beginn der Pubertät (vor dem 10. Lebensjahr)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Menstruation länger als 3 Monate ausbleibt (ohne Schwangerschaft)
- Wenn die Regelblutungen sehr stark oder sehr schmerzhaft sind
- Wenn zusätzlich starke Akne oder vermehrte Körperbehaarung auftritt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Periode seit der ersten Regelblutung noch nie regelmäßig war (z. B. öfter als 35 Tage auseinander)
- Wenn Sie oder Ihr Kind sich Sorgen über Gewichtszunahme oder Hautprobleme machen
- Wenn Sie eine Schwangerschaft planen und der Zyklus unregelmäßig ist
Diagnose
Die Diagnose wird meist von einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin (Gynäkologe/in) gestellt. Es gibt keinen einzelnen Test – der Arzt/die Ärztin fragt nach Symptomen, sucht nach körperlichen Anzeichen und führt Blutuntersuchungen durch.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Messung von Hormonen (z. B. Testosteron, LH, FSH) und Blutzuckerwerten
- Ultraschall (Sonographie) über die Bauchdecke oder durch die Scheide: Dabei werden die Eierstöcke auf Zysten und deren Größe untersucht
- Körperliche Untersuchung: Feststellen von Akne, Behaarung, Hautveränderungen und Gewicht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt/die Ärztin erklärt die Befunde verständlich. Oft sind mehrere Arztbesuche nötig, um die Diagnose zu sichern. Bei Jugendlichen wird die Diagnose PCOS nur gestellt, wenn alle Kriterien (z. B. unregelmäßige Perioden, erhöhte Androgene, Zysten) erfüllt sind. Manchmal wird die Diagnose erst nach der Pubertät gesichert.
Behandlung
PCOS ist nicht heilbar, aber die Symptome lassen sich gut behandeln. Die Therapie richtet sich nach den Beschwerden und wird individuell abgestimmt. Ziel ist es, den Hormonhaushalt zu verbessern, den Blutzucker zu stabilisieren und Langzeitfolgen vorzubeugen.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung (z. B. 30 Minuten pro Tag – Joggen, Radfahren, Schwimmen) hilft, das Gewicht zu kontrollieren und die Insulinempfindlichkeit zu verbessern.
- Ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und magerem Eiweiß – wenig Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel.
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht (schon 5–10 % Gewichtsverlust können die Zyklusregelmäßigkeit verbessern).
- Stressabbau durch Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung kann hormonelle Verhütungsmittel (Pille, Hormonpflaster) umfassen, um den Zyklus zu regulieren und die Androgene zu senken. Bei Insulinresistenz kann der Arzt oder die Ärztin ein Medikament verschreiben, das die Insulinwirkung verbessert. Auch Antiandrogene oder Behandlung von Akne mit speziellen Cremes oder Tabletten sind möglich. Alle Medikamente werden streng nach ärztlicher Verordnung eingesetzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. laparoskopische Ovarialbohrung) wird heute nur noch selten durchgeführt, meist wenn Kinderwunsch besteht und andere Therapien nicht wirken.
Leben mit der Erkrankung
Mit PCOS zu leben bedeutet, die Symptome im Alltag zu managen. Für Jugendliche kann die Erkrankung belastend sein – vor allem wegen Akne oder Gewichtszunahme. Es hilft, einen festen Tagesablauf mit gesunder Ernährung und Bewegung zu etablieren. Wichtig: Man muss nicht perfekt sein – kleine Schritte zählen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßiger Schlaf (mindestens 8–9 Stunden pro Nacht) hilft, den Hormonhaushalt zu stabilisieren.
- Bildschirmzeit reduzieren, vor allem abends, um den Schlaf zu verbessern.
- Tägliche Bewegung in den Alltag einbauen – auch Spaziergänge oder Tanzen zählen.
- Freunde oder Familie einweihen, damit sie verstehen, was PCOS bedeutet.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Ballaststoffen (z. B. Haferflocken, Hülsenfrüchte) und wenig Zucker kann helfen, den Blutzucker zu regulieren. Bewegung verbessert die Insulinempfindlichkeit und hilft beim Stressabbau. Selbst kleine Einheiten – wie Treppensteigen statt Aufzug – machen einen Unterschied.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PCOS kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen – bedingt durch Hautprobleme, Gewicht oder Haarausfall. Viele Jugendliche entwickeln Ängste oder depressive Verstimmungen. Es ist wichtig, darüber zu sprechen. Bei anhaltender Traurigkeit, Schlafstörungen oder Gedanken an Selbstverletzung sollte man sofort ärztliche Hilfe suchen.
Vorbeugung
PCOS selbst kann man nicht verhindern, da die Veranlagung angeboren ist. Aber ein gesunder Lebensstil (normales Gewicht, regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung) kann die Symptome mildern und das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes senken.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening für PCOS. Bei familiärer Vorbelastung oder ersten Anzeichen (z. B. unregelmäßige Periode) sollte frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unfruchtbarkeit (erschwerte Empfängnis) aufgrund von fehlendem Eisprung
- Typ-2-Diabetes durch langjährige Insulinresistenz
- Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte
- Gebärmutterschleimhautkrebs (selten, aber Risiko erhöht bei fehlender Regelblutung)
- Psychische Belastungen wie Depressionen oder Essstörungen
Langzeitprognose
Die Prognose bei PCOS ist gut. Mit der richtigen Behandlung und einem gesunden Lebensstil können die meisten Betroffenen ein normales Leben führen, gesunde Kinder bekommen und Langzeitfolgen vermeiden. Viele Symptome bessern sich nach den Wechseljahren.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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