PEP overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
PEP steht für Postexpositionsprophylaxe, eine vorbeugende Behandlung nach einer möglichen Ansteckung mit einem Krankheitserreger, meist HIV. Dabei werden etwa 28 Tage lang Medikamente eingenommen, um eine Infektion zu verhindern.
Wichtige Fakten
- PEP muss so früh wie möglich begonnen werden – spätestens 72 Stunden nach der möglichen Ansteckung.
- Die Behandlung dauert in der Regel 4 Wochen (28 Tage).
- PEP ist kein Notfallmedikament, aber zeitkritisch: Je früher, desto besser.
- Die Medikamente werden von einem Arzt oder einer Ärztin verschrieben, meist in einer Notaufnahme oder einer HIV-Spezialambulanz.
PEP wird nicht häufig angewendet, aber in speziellen Situationen wie nach Nadelstichverletzungen im Gesundheitswesen oder ungeschütztem Sex mit einem möglicherweise HIV-positiven Partner ist sie eine wichtige vorbeugende Maßnahme.
PEP betrifft alle Menschen, die eine mögliche HIV-Exposition hatten – dazu gehören Beschäftigte im Gesundheitswesen, Menschen mit ungeschütztem Sex oder nach sexueller Gewalt, sowie Personen, die versehentlich mit verunreinigten Nadeln in Kontakt kamen.
Symptome
- Schwere allergische Reaktion (z. B. Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Hals) nach Einnahme der PEP-Medikamente.
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfälle.
- ⚠Starke Bauchschmerzen, Gelbfärbung der Haut oder Augen (Hinweis auf Leberschäden).
- ⚠Anhaltendes Erbrechen oder Durchfall, sodass Sie die Medikamente nicht einnehmen können.
Häufige Symptome
- PEP selbst verursacht keine Symptome, aber die Medikamente können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Müdigkeit oder Kopfschmerzen auslösen.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind die gleichen Nebenwirkungen möglich. Die Dosierung wird vom Arzt oder der Ärztin an das Gewicht angepasst.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen können empfindlicher auf Medikamente reagieren. Eine ärztliche Überwachung ist wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine mögliche Ansteckung mit HIV durch Nadelstichverletzung, ungeschützten Geschlechtsverkehr oder andere Kontakte mit potenziell infektiösem Material (Blut, Sperma, Vaginalsekret).
- Sexuelle Gewalt oder Vergewaltigung.
Risikofaktoren
- Tätigkeit im Gesundheitswesen mit Kontakt zu Blut oder Körperflüssigkeiten.
- Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einer Person, die HIV haben könnte.
- Drogenkonsum mit geteilten Nadeln oder Spritzen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sofort nach einer möglichen HIV-Exposition, am besten innerhalb von 2 Stunden und auf jeden Fall innerhalb von 72 Stunden.
- Wenn Sie unsicher sind, ob eine Exposition stattgefunden hat.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Für eine HIV-Testung nach abgeschlossener PEP (in der Regel nach 3 Monaten).
- Bei anhaltenden Nebenwirkungen der PEP, um die Behandlung anzupassen.
Diagnose
PEP wird nicht diagnostiziert, sondern verordnet. Ein Arzt oder eine Ärztin beurteilt das Risiko einer Ansteckung anhand des Ereignisses (z. B. Nadelstich, Sexualkontakt) und entscheidet, ob PEP notwendig ist.
Mögliche Untersuchungen
- Ein HIV-Schnelltest wird durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Person nicht bereits HIV-positiv ist.
- Bei Nadelstichverletzungen wird auch die Quelle auf HIV getestet, wenn möglich und mit Einwilligung.
- Weitere Tests auf Hepatitis B, Hepatitis C und andere Infektionen können je nach Situation sinnvoll sein.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In der Notaufnahme oder einer HIV-Ambulanz wird die Situation genau besprochen. Sie erhalten eine ärztliche Untersuchung und Blutabnahme. Wenn PEP empfohlen wird, bekommen Sie ein Rezept für eine 28-tägige Medikamentenkur und eine Aufklärung über die Einnahme und mögliche Nebenwirkungen.
Behandlung
Die Behandlung mit PEP besteht aus einer Kombination von antiviralen Medikamenten, die über 28 Tage täglich eingenommen werden. Die Medikamente verhindern, dass sich das Virus im Körper vermehrt, falls es eingedrungen ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie die Medikamente jeden Tag zur gleichen Zeit ein – am besten mit etwas Essen, um Übelkeit zu vermeiden.
- Führen Sie ein Tagebuch, um keine Dosis zu vergessen.
- Trinken Sie ausreichend Wasser und schonen Sie sich in den ersten Tagen.
- Suchen Sie bei starken Nebenwirkungen Ihren Arzt auf, aber brechen Sie die Behandlung nicht vorzeitig ab.
Medizinische Behandlungen
Die PEP besteht aus einer Kombination von zwei oder drei antiretroviralen Wirkstoffen. Die genaue Zusammensetzung wird individuell angepasst, basierend auf Verträglichkeit und möglichen Resistenzen. Sie erhalten die Medikamente für 28 Tage. Bei manchen Menschen können die Medikamente die Leber belasten, daher wird regelmäßig das Blut kontrolliert.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist im Zusammenhang mit PEP in der Regel nicht nötig.
Leben mit der Erkrankung
Während der PEP können Sie Ihrem Alltag normal nachgehen, aber Sie sollten auf ungeschützten Geschlechtsverkehr und Blutspenden verzichten, bis ein abschließender HIV-Test negativ ist (in der Regel 3 Monate nach Exposition).
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Alkohol in größeren Mengen, da dies die Leber belasten könnte.
- Ausreichend Schlaf und wenig Stress helfen, Nebenwirkungen besser zu ertragen.
- Teilen Sie die Einnahme der Medikamente nicht mit anderen – sie sind nur für Sie bestimmt.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und leichte Bewegung sind förderlich. Es gibt keine speziellen diätetischen Einschränkungen, aber essen Sie etwas vor der Einnahme, um Magenbeschwerden zu lindern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine mögliche HIV-Exposition und die Einnahme von PEP können Angst und Stress auslösen. Scheuen Sie sich nicht, mit einem Psychologen, einer Psychologin oder einer Beratungsstelle zu sprechen. Viele Kliniken bieten psychosoziale Unterstützung an.
Vorbeugung
Eine HIV-Exposition kann durch konsequenten Gebrauch von Kondomen, Verwendung von sterilen Nadeln und Einhaltung von Schutzmaßnahmen im Gesundheitswesen vermieden werden. PEP ist keine regelmäßige Prävention, sondern eine Notfallmaßnahme.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen HIV. Aber gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung, die vor einer Ansteckung schützt. Nach einer Hepatitis-B-Exposition kann eine spezielle Prophylaxe (Impfung und/oder Antikörper) verabreicht werden.
Früherkennungsprogramme
Screeninguntersuchungen für HIV sind im Rahmen von Gesundheitschecks wichtig, dienen aber nicht der Prävention von Expositionen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn PEP nicht oder zu spät begonnen wird, kann eine HIV-Infektion entstehen.
- Eine unbehandelte HIV-Infektion führt zu schweren Immunstörungen und unbehandelbarer AIDS-Erkrankung.
Langzeitprognose
Wenn PEP innerhalb von 72 Stunden und konsequent eingenommen wird, ist die Erfolgsrate sehr hoch – das Risiko einer HIV-Übertragung sinkt auf fast null. Bei frühzeitiger Behandlung und guter Adhärenz ist die Prognose ausgezeichnet.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Aidshilfe ↗ · Deutschland
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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