Leben mit einem Herzschrittmacher
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Herzschrittmacher ist ein kleines Gerät, das Ihnen unter die Haut eingesetzt wird. Es hilft Ihrem Herzen, regelmäßig und mit der richtigen Geschwindigkeit zu schlagen. So können Sie mit Herzrhythmusstörungen oder einem zu langsamen Herzschlag gut leben.
Wichtige Fakten
- Ein Herzschrittmacher überwacht und unterstützt Ihren Herzschlag rund um die Uhr.
- Die Operation zum Einsetzen ist ein kleiner Eingriff, meist unter örtlicher Betäubung.
- Die meisten Menschen fühlen sich nach der Eingwöhnungszeit deutlich besser und können fast alles wie gewohnt tun.
Sehr häufig. In Deutschland tragen Hunderttausende Menschen einen Herzschrittmacher.
Er wird vor allem bei Menschen eingesetzt, deren Herz zu langsam schlägt oder bei denen die elektrischen Signale im Herzen nicht richtig weitergeleitet werden.
Symptome
- Plötzliche Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Starke Atemnot oder Schmerzen im Brustkorb
- Wiederholtes heftiges Herzrasen oder Aussetzer
- Schwere Blutungen oder offene Wunde an der Implantationsstelle
- ⚠Fieber, Schüttelfrost oder zunehmende Rötung und Schwellung an der Operationsstelle
- ⚠Schwindel, der nicht weggeht
- ⚠Neue oder seltsame Herzschläge, die Sie spüren
- ⚠Schluckauf, der ständig wiederkommt
Häufige Symptome
- Schwindel, wenn der Schrittmacher nicht richtig arbeitet
- Müdigkeit oder kurze Ohnmachtsgefühle
- Herzklopfen oder ein unregelmäßiger Puls
- Schwellung oder Rötung an der Stelle, wo der Schrittmacher sitzt
Symptome bei Kindern
- Kinder können Schwindel oder Müdigkeit zeigen, manchmal fallen sie auch öfter hin.
- Der Puls kann unregelmäßig sein oder sehr langsam werden.
- Auch Appetitlosigkeit und schlechte körperliche Ausdauer können auf ein Problem hinweisen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Besonders bei älteren Menschen äußern sich Probleme mit dem Schrittmacher oft durch Verwirrtheit oder plötzliche Schwäche.
- Auch wiederholte Stürze können ein Zeichen von Schwindel sein.
- Kurze Aussetzer im Bewusstsein, die nur Sekunden dauern, sollten ernst genommen werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Das Herz schlägt dauerhaft zu langsam (krankhafter Sinusknoten).
- Die elektrischen Signale zwischen Vorhof und Kammer sind blockiert (AV-Block).
- Schwere Herzschwäche oder bestimmte Herzrhythmusstörungen, bei denen die Herzkammern nicht gleichzeitig pumpen.
Risikofaktoren
- Alter – die Wahrscheinlichkeit steigt mit zunehmendem Alter.
- Eine bestehende Herzerkrankung, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt.
- Einnahme bestimmter Medikamente, die den Herzschlag verlangsamen (aber erst nach ärztlicher Abklärung).
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie ohnmächtig geworden sind oder starke Schwindelanfälle haben.
- Bei Anzeichen einer Infektion, wie Fieber, Rötung oder eitrige Wunde an der Schrittmacher-Stelle.
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Herz unregelmäßig oder zu schnell schlägt und das anhält.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Lassen Sie Ihren Herzschrittmacher regelmäßig überprüfen, meist reichen Kontrollen ein- bis zweimal im Jahr.
- Gehen Sie zu den vereinbarten Nachsorgeterminen, auch wenn Sie sich wohl fühlen.
- Nehmen Sie den Schrittmacher-Ausweis immer mit, auch beim Zahnarzt oder anderen Ärztinnen und Ärzten.
Diagnose
Der Herzschrittmacher wird bei einer Operation eingesetzt. Danach wird seine Funktion regelmäßig mit besonderen Geräten überprüft. Die Kontrolle ist völlig schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) – misst die elektrische Aktivität des Herzens.
- Langzeit-EKG – misst den Herzschlag über 24 Stunden.
- Schrittmacherkontrolle – der Arzt liest mit einem Programmiergerät die Daten Ihres Schrittmachers aus.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Nachkontrolle wird geprüft, ob die Batterie des Schrittmachers noch ausreicht, ob die Sonden stabil liegen und ob Herzschlag und Rhythmus gut sind. Sie können dabei ganz normal sitzen oder liegen.
Behandlung
Ein Herzschrittmacher ist eine Behandlung für sich. Er gleicht einen zu langsamen oder unregelmäßigen Herzschlag aus. Sie müssen nicht operiert werden, außer beim Einsetzen des Geräts oder bei einem späteren Batteriewechsel.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie die Wunde nach der Operation sauber und trocken, bis sie gut verheilt ist.
- Tragen Sie den Schrittmacher-Ausweis immer bei sich.
- Vermeiden Sie in den ersten Wochen schweres Heben und Sport mit hohem Kollisionsrisiko.
- Halten Sie starke Magnete, zum Beispiel in Kopfhörern oder alten Lautsprechern, fern vom Schrittmacher.
Medizinische Behandlungen
Manche Menschen brauchen zusätzlich Medikamente, zum Beispiel gegen Herzschwäche oder um den Blutdruck zu stabilisieren. Ihr Arzt wird Ihnen genau erklären, welche Behandlung zu Ihrer Herzerkrankung passt. Nur Ihr medizinisches Team kann entscheiden, was für Sie richtig ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine erneute Operation kann nötig sein, wenn die Batterie nach vielen Jahren zur Neige geht oder wenn sich eine Sonde gelockert hat. Das ist ein geplanter Eingriff, den die Ärztinnen und Ärzte gründlich mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Der Alltag ist mit einem Herzschrittmacher fast wie vorher möglich. Sie können arbeiten, reisen und Sport treiben, nachdem die Wunde verheilt ist. Wichtig ist, dass Sie Ihren Ausweis dabeihaben und bei großen elektrischen Geräten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachten.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie an den vorgeschlagenen Kontrollterminen teil.
- Informieren Sie medizinisches Personal immer über Ihren Schrittmacher.
- Führen Sie ein normales, aktives Leben – regeln Sie Ausdauer und Belastung nach Absprache mit Ihrem Arzt.
- Vermeiden Sie extreme Magnetfelder, etwa bei Schweißgeräten oder industriellen Anlagen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene, herzgesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn ist empfehlenswert. Bewegung ist ausdrücklich erwünscht: Gehen, Radfahren, Schwimmen oder sanfte Gymnastik sind meist gut geeignet. Besprechen Sie nur Intensität und Umfang mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Es ist verständlich, dass so ein Eingriff erst einmal verunsichert. Manche Menschen sind anfangs ängstlich, weil sie die Technik spüren. Diese Gefühle gehen in der Regel mit der Zeit zurück. Wenn die Angst bleibt oder Sie sich niedergeschlagen fühlen, holen Sie sich Unterstützung – sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder einer psychologischen Beratung.
Vorbeugung
Ein Herzschrittmacher verhindert keine Herzerkrankung – er wird eingesetzt, wenn das Herz bereits behandlungsbedürftig ist. Sie können aber durch gesunden Lebensstil und regelmäßige Kontrollen dazu beitragen, dass Ihr Herz lange gut versorgt bleibt.
Impfungen
Gegen viele Infekte, die das Herz angreifen können, gibt es Impfungen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten, welche Impfungen für Sie persönlich sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Wenn eine Herzerkrankung bekannt ist, sind regelmäßige Kontrollen beim Kardiologen wichtig, um rechtzeitig zu erkennen, ob ein Schrittmacher nötig wird.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne einen Schrittmacher kann ein dauerhaft zu langsamer Herzschlag zu Ohnmacht, Stürzen und einer Überlastung des Herzens führen.
- Schwere Herzrhythmusstörungen können lebensbedrohlich werden.
- Bei fortgeschrittener Herzschwäche sinkt die körperliche Belastbarkeit zunehmend.
Langzeitprognose
Die Prognose mit einem Herzschrittmacher ist sehr gut. Die Technik ist zuverlässig, und die meisten Menschen können ihren Alltag uneingeschränkt genießen. Der Schrittmacher hilft, gefährliche Rhythmusprobleme zu verhindern und gibt Ihnen Sicherheit – über viele Jahre.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.