Pharyngitis in adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Pharyngitis ist eine Entzündung der Rachenschleimhaut – also des Bereichs hinter dem Gaumen, wo Rachen und Mund aufeinandertreffen. Sie wird oft durch Viren oder Bakterien verursacht und äußert sich vor allem durch Halsschmerzen.
Wichtige Fakten
- Pharyngitis wird meist durch Viren ausgelöst, seltener durch Bakterien.
- In Deutschland erkranken Erwachsene durchschnittlich 2- bis 3-mal pro Jahr an einer akuten Pharyngitis.
- Die Erkrankung heilt meist von selbst aus; Antibiotika sind nur bei bakterieller Infektion sinnvoll.
Ja, Pharyngitis ist eine der häufigsten Erkrankungen bei Erwachsenen, besonders in den Herbst- und Wintermonaten.
Sie kann jeden Erwachsenen treffen, besonders häufig jedoch Menschen, die viel Kontakt zu anderen haben (z.B. in Schulen, Büros oder öffentlichen Verkehrsmitteln).
Symptome
- Atemnot oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- starke Schwellung im Hals, die das Schlucken oder Atmen behindert
- hohes Fieber über 40 °C mit starkem Krankheitsgefühl
- ⚠Halsschmerzen seit mehr als 3 Tagen ohne Besserung
- ⚠Fieber über 39 °C, das nicht auf fiebersenkende Maßnahmen anspricht
- ⚠eitrige Beläge auf den Mandeln (weiße oder gelbe Punkte)
- ⚠starke Schluckbeschwerden, sodass Sie kaum noch trinken oder essen können
Häufige Symptome
- Halsschmerzen, vor allem beim Schlucken
- Trockenheitsgefühl oder Kratzen im Hals
- Rötung und Schwellung der Rachenschleimhaut
- eventuell leichtes Fieber (bis 38,5 °C)
- geschwollene Lymphknoten am Hals
Symptome bei Kindern
- Manchmal Übelkeit oder Bauchschmerzen
- stärkeres Fieber (über 38,5 °C) möglich
- vermehrtes Nässen oder Sabbern
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Oft weniger stark ausgeprägte Halsschmerzen
- allgemeines Schwächegefühl und Appetitlosigkeit
- Verwirrtheit oder Desorientierung bei hohem Fieber möglich
Ursachen
Hauptursachen
- Viren (z.B. Erkältungsviren, Grippeviren, Adenoviren) – die häufigste Ursache (etwa 80% der Fälle)
- Bakterien (v.a. Streptokokken der Gruppe A) – seltener, aber ernster, da eine Behandlung notwendig sein kann
- selten auch Pilzinfektionen (z.B. Candida) bei geschwächtem Immunsystem
Risikofaktoren
- Rauchen oder regelmäßiger Passivrauch
- trockene Raumluft (z.B. durch Heizung)
- häufiger Kontakt zu erkälteten Menschen
- geschwächtes Immunsystem (z.B. durch Stress, Schlafmangel oder Grunderkrankungen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Schwellung im Hals oder Atemnot
- hohes Fieber über 40 °C
- Sie können nicht mehr schlucken oder trinken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Halsschmerzen, die nach 3 Tagen nicht besser werden
- Fieber über 39 °C für mehr als 2 Tage
- eitrige Beläge auf den Mandeln
- geschwollene Lymphknoten, die sehr schmerzhaft sind
Diagnose
Der Arzt schaut sich mit einem kleinen Lichtstäbchen in Ihren Rachen und beurteilt die Schleimhaut. Er tastet auch Ihre Lymphknoten am Hals ab und misst Ihr Fieber.
Mögliche Untersuchungen
- Rachenabstrich: Ein Abstrich von den Mandeln – wird im Labor auf Bakterien untersucht (z.B. Streptokokken).
- Schnelltest auf Streptokokken: Kann in der Praxis binnen weniger Minuten zeigen, ob Bakterien vorliegen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie auch nach Ihren Beschwerden fragen und prüfen, ob eine andere Erkrankung wie Grippe oder eine Mandelentzündung vorliegt. Meist reicht eine einfache Untersuchung aus.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei Virusinfektionen helfen nur Hausmittel und Schmerzlinderung, da Antibiotika nicht wirken. Bei bakterieller Pharyngitis kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben, das genau auf den Erreger abgestimmt ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken – am besten Wasser oder ungesüßte Tees (z.B. Kamille, Salbei)
- Warme oder kalte Getränke nach Gefühl – beides kann lindern
- Gurgeln mit Salzwasser (1 Teelöffel auf 1 Glas Wasser)
- Luftfeuchtigkeit erhöhen (z.B. Schale Wasser auf die Heizung stellen)
- Schlaf und körperliche Schonung
- Weiche, nicht scharfe Kost essen (z.B. Joghurt, Suppe)
Medizinische Behandlungen
Bei Bedarf verschreibt der Arzt schmerzlindernde Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen (allgemein, keine Marken genannt). Bei bakterieller Pharyngitis kann eine Antibiotika-Kur mit einem für Streptokokken wirksamen Mittel notwendig sein – die Dauer beträgt meist 7 Tage. Wichtig: Antibiotika nur nach ärztlicher Verordnung und immer zu Ende einnehmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird bei Pharyngitis nur selten nötig, etwa wenn wiederholt schwere Entzündungen der Mandeln (Tonsillitis) auftreten. Dann kann eine Mandelentfernung (Tonsillektomie) erwogen werden – dies entscheidet der Hals-Nasen-Ohren-Arzt.
Leben mit der Erkrankung
Diese Erkrankung ist vorübergehend. Sie sind meist nach einigen Tagen bis einer Woche wieder fit. Gönnen Sie sich Ruhe und vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten, während die Entzündung abklingt.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und verrauchte Orte meiden
- Regelmäßig Hände waschen, um Ansteckung zu vermeiden
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau unterstützen das Immunsystem
Ernährung und Bewegung
Essen Sie leichte Kost, die nicht kratzt – warme Suppen, Joghurt, weiches Brot. Vermeiden Sie sehr heiße oder scharfe Speisen. Körperliche Anstrengung sollten Sie während der akuten Phase meiden, aber leichte Spaziergänge sind erlaubt, sobald das Fieber abgeklungen ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Halsschmerzen und Schluckbeschwerden können sehr unangenehm sein und die Stimmung drücken. Es ist normal, sich kurzfristig gereizt oder erschöpft zu fühlen. Denken Sie daran: Das geht vorüber.
Vorbeugung
Eine vollständige Vermeidung ist nicht möglich, aber Sie können das Risiko senken: regelmäßiges Händewaschen, Abstand zu erkrankten Personen, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Lüften der Räume.
Impfungen
Gegen die häufigsten Viren, die Pharyngitis auslösen (z.B. Erkältungsviren), gibt es keine Impfung. Die Grippeimpfung schützt vor Influenza, die ebenfalls Halsschmerzen verursachen kann. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Grippeimpfung für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung auf Pharyngitis. Bei wiederkehrenden Beschwerden kann ein Arztbesuch hilfreich sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei bakterieller Pharyngitis (Streptokokken): selten rheumatisches Fieber (Entzündung von Gelenken, Herz oder Nerven) oder eine Nierenentzündung (Poststreptokokken-Glomerulonephritis)
- Eitrige Komplikationen wie eine Abszessbildung im Rachen (Peritonsillarabszess)
- Kehlkopfentzündung (Laryngitis) oder Bronchitis
Langzeitprognose
Die allermeisten Fälle von Pharyngitis heilen vollständig aus, ohne Folgen zu hinterlassen. Auch bei bakterieller Pharyngitis ist die Prognose mit einer richtig eingenommenen Antibiotikatherapie sehr gut. Schwere Komplikationen sind in Deutschland selten. Vertrauen Sie auf Ihren Körper – er braucht Zeit zur Erholung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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