Plantar Fasciitis
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Plantarfasziitis ist eine schmerzhafte Entzündung der dicken Bindegewebssehne an der Fußsohle, die vom Fersenbein zu den Zehen verläuft. Sie verursacht stechende Schmerzen unter der Ferse, besonders morgens nach dem Aufstehen.
Wichtige Fakten
- Die Plantarfasziitis ist die häufigste Ursache für Fersenschmerzen bei Erwachsenen.
- Sie tritt oft auf, wenn die Fußsehne übermäßig belastet oder gereizt wird.
- In den meisten Fällen klingt die Entzündung mit konservativen Maßnahmen wie Schonung, Dehnübungen und Schuheinlagen ab.
Ja, Plantarfasziitis ist eine sehr häufige Erkrankung, die bis zu 10 von 100 Menschen einmal im Leben betrifft.
Sie betrifft vor allem Menschen zwischen 40 und 60 Jahren, Läufer, Berufe mit viel Stehen (z. B. Pflegekräfte, Verkäufer) und Personen mit Übergewicht.
Symptome
- Plötzlicher, sehr starker Schmerz in der Ferse, der nach einem Sturz oder Unfall auftritt – möglicherweise ein Knochenbruch.
- Starke Schwellung, Rötung oder Überwärmung der Ferse – könnte auf eine Infektion hinweisen.
- ⚠Schmerzen, die so schlimm werden, dass Sie kaum laufen können.
- ⚠Anhaltende Symptome trotz Ruhe und Hausmitteln nach 2–3 Wochen.
Häufige Symptome
- Stechender Schmerz unter der Ferse, besonders morgens beim ersten Aufstehen
- Schmerzen nach längerem Sitzen oder Liegen, die dann beim Loslaufen auftreten
- Druckschmerz an der Fußsohle, etwa beim Abrollen des Fußes
Symptome bei Kindern
- Kinder klagen eher über Schmerzen im gesamten Fuß oder in der Achillessehnenregion, seltener isoliert an der Ferse.
- Bei Kindern kann eine Plantarfasziitis mit Wachstumsschmerzen oder einer Fersenbeinentzündung (Apophysitis calcanei) verwechselt werden.
- Die Beschwerden treten oft nach dem Sport auf oder beim Laufen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft einen beidseitigen Fersenschmerz, der mit Arthrose oder Gelenkverschleiß zusammenhängen kann.
- Die Schmerzen sind morgens besonders stark und klingen langsam ab.
- Die Bewegungseinschränkung kann zu einem veränderten Gangbild führen.
Ursachen
Hauptursachen
- Übermäßige oder wiederholte Belastung der Fußsohlensehne durch Laufen, Springen oder langes Stehen.
- Mangelnde Unterstützung des Fußgewölbes durch zu flache Schuhe oder schlechtes Schuhwerk.
- Straffung oder Verkürzung der Wadenmuskulatur, die auf die Fußsohlensehne zieht.
Risikofaktoren
- Alter zwischen 40 und 60 Jahren
- Übergewicht oder plötzliche Gewichtszunahme
- Berufe oder Sportarten mit viel Stehen oder Laufen (z. B. Langstreckenlauf, Pflege, Verkauf)
- Plötzliche Steigerung des Trainingsumfangs oder -intensität
- Fußfehlstellungen wie Spreizfuß oder Hohlfuß
- Enge Wadenmuskulatur oder Fersensporn (ein knöcherner Fortsatz an der Ferse)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Schmerz plötzlich und sehr stark ist, nach einem Sturz oder Unfall.
- Wenn Sie nur noch humpeln können oder der Fuß stark geschwollen und rot ist.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schmerzen länger als 2 Wochen anhalten, trotz Ruhe und Hausmitteln.
- Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Beschwerden von der Plantarfasziitis kommen oder etwas anderes dahintersteckt.
- Wenn die Schmerzen Ihren Alltag oder das Gehen beeinträchtigen.
Diagnose
Die Diagnose stellt der Arzt oder die Ärztin in der Regel durch eine ausführliche Befragung und eine körperliche Untersuchung. Sie werden gefragt, wann der Schmerz auftritt, wie er sich anfühlt, und der Fuß wird abgetastet und auf Druckpunkte und Schwellungen geprüft.
Mögliche Untersuchungen
- Drucktest auf die Fußsohle und die Ferse
- Beweglichkeitstest des Fußes und der Zehen
- Ultraschall, um die Sehne und mögliche Fersensporne zu beurteilen
- Röntgenaufnahme, um andere Ursachen wie Knochenbrüche oder Arthrose auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei, aber das Abtasten der Ferse kann etwas unangenehm sein. Der Arzt oder die Ärztin wird Sie über die Befunde informieren und Ihnen empfehlen, was Sie selbst tun können, z. B. Dehnübungen oder Schuheinlagen. In den meisten Fällen sind keine weiteren teuren oder aufwendigen Tests nötig.
Behandlung
Die Behandlung der Plantarfasziitis zielt darauf ab, die Entzündung zu reduzieren, die Sehne zu entlasten und die Muskeln zu dehnen. In den meisten Fällen helfen schon einfache Hausmittel und Übungen. In hartnäckigen Fällen kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin weitere Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen.
Selbsthilfe zu Hause
- Ruhen Sie den Fuß und meiden Sie Tätigkeiten, die den Schmerz auslösen (z. B. langes Stehen oder Laufen).
- Kühlen Sie die Ferse mehrmals täglich für 10–15 Minuten mit einem Kühlpack oder Eisbeutel (in ein Tuch gewickelt).
- Dehnen Sie morgens vor dem Aufstehen die Wade und die Fußsohle: Stellen Sie den Fuß auf, ziehen Sie die Zehen nach oben oder rollen Sie eine Tennisball unter dem Fußbogen.
- Tragen Sie gut gepolsterte Schuhe mit einer guten Fußgewölbestütze. Vermeiden Sie flache Schuhe, auch wenn sie bequem sind.
Medizinische Behandlungen
Wenn die Selbsthilfe nicht ausreicht, können Ärzte entzündungshemmende Mittel (wie Ibuprofen oder Diclofenac, aber ohne Markennamen) für kurze Zeit verschreiben. Auch Physiotherapie und manuelle Therapie sind häufig hilfreich. Spezielle Einlagen (Orthopädische Einlagen) können den Fuß entlasten. In einigen Fällen werden Stoßwellentherapie oder lokale Kortisonspritzen angeboten – die Entscheidung trifft der Arzt nach Abwägung der Risiken. Bei anhaltenden Beschwerden wird oft eine Nachtschiene eingesetzt, die den Fuß in einer Dehnstellung hält.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur in seltenen Fällen und nach mindestens 6 Monaten erfolgloser konservativer Behandlung empfohlen. Der Eingriff (Fasziotomie) löst die Sehne teilweise, um den Zug zu verringern. Die Erfolgsaussichten sind gut, aber die Operation ist nicht ganz ohne Risiko und sollte gut überlegt sein.
Leben mit der Erkrankung
Mit Plantarfasziitis können Sie Ihren Alltag in der Regel gut bewältigen, wenn Sie die Fußsohlensehne schonen und regelmäßig dehnen. Planen Sie morgens etwas mehr Zeit ein, um Ihren Fuß vor dem ersten Schritt zu mobilisieren. Achten Sie auf Ihre Schuhe – wechseln Sie zu bequemen, gut gestützten Schuhen und verzichten Sie auf Barfußlaufen auf harten Böden.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie stets Schuhe mit guter Polsterung und Fußgewölbestütze – auch zu Hause.
- Machen Sie morgens und abends eine kurze Dehnsequenz (Wade und Fußsohle).
- Vermeiden Sie Lauf- oder Sprungsportarten während der akuten Phase – wechseln Sie zu schonenden Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung hilft, ein gesundes Körpergewicht zu halten oder abzunehmen, was die Ferse entlastet. Bewegung ist weiterhin wichtig, aber wählen Sie gelenkschonende Aktivitäten wie Radfahren, Schwimmen oder Wassergymnastik. Dehnübungen für Wade und Fuß sind auch Teil der Vorbeugung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen können belastend sein und zu Frustration oder sorgenvollen Gedanken führen. Die Einschränkung im Laufen und Stehen kann im Alltag nerven. Suchen Sie sich Ablenkung und haben Sie Geduld – die meisten Fälle heilen mit der Zeit.
Vorbeugung
Ja, mit einigen Maßnahmen können Sie einer Plantarfasziitis vorbeugen. Dazu gehören: Tragen von gut gepolsterten Schuhen mit ausreichender Fußgewölbestütze, regelmäßiges Dehnen der Waden und Füße, Vermeidung von plötzlichem Übertraining, und ein gesundes Körpergewicht. Auch der Wechsel der Sportart kann die Gelenke entlasten.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening für Plantarfasziitis. Achten Sie auf Warnsignale wie Fußschmerzen nach dem Sport oder dem Aufstehen. Bei anhaltenden Beschwerden suchen Sie frühzeitig einen Arzt auf.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Fersenschmerzen, die über Monate oder Jahre anhalten können
- Einschränkung der Beweglichkeit und ein verändertes Gangbild (Schonhinken)
- Entwicklung eines Fersensporns (knöcherner Fortsatz an der Ferse), der die Schmerzen verstärken kann
- Schwierigkeiten bei alltäglichen Aktivitäten wie Gehen, Treppensteigen oder Sport
Langzeitprognose
Die Prognose der Plantarfasziitis ist in den allermeisten Fällen sehr gut. Mit konsequenten Hausmitteln und ggf. ärztlicher Behandlung klingen die Schmerzen meist innerhalb von 6 bis 12 Wochen ab. Nur selten ist ein operativer Eingriff nötig. Ein offenes Ohr für Ihren Körper und frühzeitiges Handeln sind der beste Weg zur Besserung.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Rheuma-Liga – Bei Fersenschmerzen ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.