Leben mit Plantarfasziitis bei Erwachsenen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Plantarfasziitis ist eine schmerzhafte Erkrankung der Fußsohle. Dabei ist eine dicke Sehnenplatte, die unter dem Fuß vom Fersenbein bis zu den Zehen verläuft, gereizt oder entzündet. Diese Sehnenplatte nennt man Plantarfaszie. Der Schmerz tritt meist unter der Ferse auf.
Wichtige Fakten
- Plantarfasziitis ist die häufigste Ursache für Fersenschmerzen bei Erwachsenen.
- Die Erkrankung heilt bei den meisten Menschen innerhalb von 6 bis 12 Monaten mit einfachen Maßnahmen von selbst oder mit Behandlung aus.
- Überlastung, falsches Schuhwerk und Übergewicht begünstigen die Entstehung.
Ja, Plantarfasziitis ist sehr häufig. Etwa jeder zehnte Mensch bekommt im Laufe seines Lebens mindestens einmal Fersenschmerzen durch diese Erkrankung.
Sie tritt vor allem bei Erwachsenen zwischen 40 und 60 Jahren auf, kann aber auch jüngere und ältere Menschen betreffen. Besonders betroffen sind Läufer, Menschen mit viel Stehen im Beruf und Personen mit Übergewicht.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Schmerzen im Fuß, die nach einem Sturz oder Unfall auftreten.
- Wenn Sie den Fuß gar nicht mehr belasten können.
- Zeichen einer schweren Infektion: starke Rötung, Schwellung, Fieber oder Schüttelfrost.
- ⚠Schmerzen, die sich innerhalb weniger Tage stark verschlimmern.
- ⚠Wenn die Schmerzen in Ruhe oder nachts auftreten.
- ⚠Wenn Sie Diabetes haben und gleichzeitig Rötung oder Schwellung am Fuß bemerken.
Häufige Symptome
- Schmerzen unter der Ferse, die beim Aufstehen nach dem Schlafen oder nach längerem Sitzen besonders stark sind (Anlaufschmerz).
- Nach ein paar Schritten lassen die Schmerzen meist etwas nach, kehren aber bei längerer Belastung zurück.
- Ein stechender oder ziehender Schmerz, der in den Fußgewölbebereich ausstrahlen kann.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist die Erkrankung seltener. Die Schmerzen treten meist nach Sport oder langem Laufen auf.
- Achten Sie auf Hinken oder Schonhaltung beim Gehen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen sind die Schmerzen oft stärker und halten länger an.
- Die Heilung kann langsamer verlaufen, da die Sehnenplatte mit dem Alter an Elastizität verliert.
Ursachen
Hauptursachen
- Überlastung der Plantarfaszie durch zu viel Laufen, Springen oder langes Stehen.
- Enge Wadenmuskeln oder eine verkürzte Achillessehne, die den Zug auf die Ferse erhöhen.
- Falsches Schuhwerk, zum Beispiel Schuhe mit harter Sohle oder wenig Dämpfung.
Risikofaktoren
- Übergewicht oder schnelle Gewichtszunahme.
- Bestimmte Sportarten wie Laufen, Basketball oder Tanzen.
- Berufe, in denen man viel steht oder geht, z. B. Verkauf, Pflege oder Bau.
- Eine Fußfehlstellung wie Senkfuß, Spreizfuß oder Hohlfuß.
- Alter zwischen 40 und 60 Jahren.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Schmerzen plötzlich und sehr stark sind, besonders nach einem Unfall.
- Wenn Sie den Fuß nicht mehr bewegen oder belasten können.
- Bei Anzeichen einer Infektion (Rötung, Wärme, Fieber).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Fersenschmerzen länger als zwei Wochen anhalten, obwohl Sie die Fußsohle geschont und gedehnt haben.
- Wenn die Schmerzen Ihren Alltag oder Ihre Arbeit beeinträchtigen.
- Vor Beginn einer neuen Sportart oder physiotherapeutischen Übungen zur Sicherheit.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose meist durch ein Gespräch über Ihre Beschwerden und eine körperliche Untersuchung. Sie wird nach Ihren Schmerzen, Ihren Aktivitäten und Vorerkrankungen fragen. Bei der Untersuchung drückt sie auf die Ferse und bewegt Ihren Fuß, um zu sehen, wo der Schmerz genau sitzt.
Mögliche Untersuchungen
- In den meisten Fällen sind keine weiteren Tests nötig.
- Bei Unsicherheit oder anhaltenden Schmerzen kann eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) zeigen, ob die Plantarfaszie verdickt oder entzündet ist.
- Ein Röntgenbild wird manchmal gemacht, um einen Knochenauswuchs (Fersensporn) oder andere Knochenprobleme auszuschließen.
- Eine Magnetresonanztomographie (MRT) ist nur selten erforderlich, zum Beispiel wenn andere Erkrankungen wie ein Riss der Plantarfasie vermutet werden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose ist meist schnell gestellt. Der Arztbesuch dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Sie erhalten dann Empfehlungen zur Selbstbehandlung oder bekommen eine Überweisung zur Physiotherapie. In schweren Fällen kann die Ärztin auch weitere Maßnahmen wie Schuhzurichtungen oder Injektionen vorschlagen.
Behandlung
Die Behandlung beginnt fast immer mit einfachen Maßnahmen, die Sie zu Hause durchführen können. Ziel ist es, die Sehnenplatte zu entlasten und die Wadenmuskeln zu dehnen. Nur wenn diese Methoden nicht helfen, werden weitere Therapien eingesetzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Dehnen Sie Ihre Wadenmuskeln und die Fußsohle mehrmals täglich, zum Beispiel mit einem Handtuch am Fuß oder indem Sie die Zehen gegen eine Wand drücken.
- Kühlen Sie die schmerzende Stelle mit einem Kühlpad oder einer kalten Getränkedose, die Sie unter dem Fuß rollen (10 bis 15 Minuten).
- Vermeiden Sie Barfußlaufen auf harten Böden. Tragen Sie zu Hause gut gedämpfte Hausschuhe oder Schuhe mit weicher Sohle.
- Wechseln Sie zu Sportschuhen mit guter Dämpfung und ausreichend Platz für die Zehen.
- Reduzieren Sie vorübergehend Lauftraining oder Sportarten, die den Fuß stark belasten.
Medizinische Behandlungen
Wenn Selbsthilfemaßnahmen nicht ausreichen, kann die Ärztin oder der Arzt entzündungshemmende Medikamente (sogenannte NSAR) empfehlen, die Sie einnehmen oder als Creme auftragen. Auch spezielle Einlagen für die Schuhe (Orthesen) oder eine Nachtschiene, die den Fuß in Dehnung hält, können helfen. In hartnäckigen Fällen ist eine Stoßwellentherapie möglich. Dabei werden Schallwellen von außen auf die Ferse gerichtet, um die Heilung anzuregen. Nur selten sind Kortison-Injektionen nötig, die ein Arzt unter Ultraschallkontrolle verabreicht.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur in sehr seltenen Fällen durchgeführt, wenn alle anderen Behandlungen über ein Jahr lang keine Besserung gebracht haben. Dabei wird ein Teil der Plantarfasie durchtrennt, um den Zug zu verringern. Die Erfolgsaussichten sind unterschiedlich, und die Heilung dauert mehrere Wochen.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie darauf, jeden Tag einige Minuten für die Dehnübungen einzuplanen, auch wenn die Schmerzen nachlassen. Gönnen Sie Ihren Füßen zwischendurch kurze Pausen, besonders wenn Sie viel stehen oder gehen. Passen Sie Ihr Schuhwerk an: gute Dämpfung, weiche Sohle und genug Platz für die Zehen. Morgens nach dem Aufstehen können Sie vor dem ersten Schritt kurz an der Bettkante sitzen und die Füße dehnen.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Übergewicht – jedes zusätzliche Kilo belastet die Füße stärker.
- Wechseln Sie öfter die Schuhe, auch tagsüber, um verschiedene Belastungen auf die Füße zu geben.
- Wechseln Sie zwischen verschiedenen Sportarten, z. B. Schwimmen oder Radfahren, um die Ferse zu entlasten.
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten – das unterstützt die Gesundheit des Bindegewebes. Spezielle Diäten sind nicht nötig. Für die Bewegung sind gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Aquafitness gut geeignet. Vermeiden Sie Laufen auf hartem Untergrund, bis die Schmerzen abgeklungen sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Fußschmerzen können auf Dauer belastend sein und zu Frustration oder Schlafproblemen führen. Es ist normal, sich manchmal entmutigt zu fühlen. Nehmen Sie sich Zeit für Entspannungsübungen oder sprechen Sie mit Familie und Freunden darüber. Wenn die Belastung zu groß wird, können Sie auch eine psychologische Beratung suchen – Ihre Hausärztin kann Ihnen dazu eine Adresse nennen.
Vorbeugung
Sie können das Risiko für eine Plantarfasziitis senken, indem Sie auf gute Schuhe achten, regelmäßig die Waden dehnen und Ihr Gewicht im gesunden Bereich halten. Auch ein langsamer Trainingsaufbau beim Sport und ausreichende Erholungsphasen helfen, Überlastung zu vermeiden. Ganz verhindern lässt sich die Erkrankung nicht immer, aber die Maßnahmen verringern die Wahrscheinlichkeit.
Impfungen
Für Plantarfasziitis gibt es keine Impfung.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine routinemäßige Untersuchung auf Plantarfasziitis. Wenn Sie Fußschmerzen bemerken, ist es sinnvoll, frühzeitig mit einfachen Maßnahmen zu beginnen, bevor die Beschwerden chronisch werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Fersenschmerzen, die über Monate oder Jahre anhalten können.
- Veränderung des Gangbilds: Sie gehen anders, um den Schmerz zu vermeiden, was zu Knie-, Hüft- oder Rückenschmerzen führen kann.
- Bildung eines Knochenauswuchses (Fersensporn), der zusätzlich schmerzen kann.
Langzeitprognose
Die Prognose ist meist gut: Bei etwa 80 von 100 Menschen mit Plantarfasziitis bessern sich die Schmerzen innerhalb von 12 Monaten mit konservativer Behandlung. Auch wenn es manchmal Geduld erfordert, die meisten können wieder schmerzfrei gehen und ihrem Alltag nachgehen. Bei anhaltenden Beschwerden gibt es viele wirksame Therapiemöglichkeiten – sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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