Leben mit Plantarfasziitis in der Schwangerschaft
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Plantarfasziitis (Fersenschmerz) ist eine Entzündung des Bindegewebes unter der Fußsohle – der Plantarfaszie. In der Schwangerschaft kommt es häufig vor, weil das zusätzliche Gewicht und die Lockerung der Bänder durch Hormone die Fußsohle stark belasten.
Wichtige Fakten
- Tritt häufig im zweiten und dritten Trimester auf.
- Betrifft etwa 1 von 10 Schwangeren.
- Heilt in der Regel nach der Geburt von selbst aus.
Ja. Plantarfasziitis ist eine der häufigsten Fußschmerzursachen während der Schwangerschaft.
Schwangere Frauen, besonders wenn sie vorher schon Fußfehlstellungen (z.B. Knickfuß) hatten oder stark an Gewicht zugenommen haben.
Symptome
- Plötzliche, starke Schwellung, Rötung oder Überwärmung des Fußes (kann auf eine Thrombose hinweisen – sofort 112 wählen)
- Fieber mit Fußschmerzen ohne ersichtliche Ursache
- ⚠Starke Schmerzen, die auch in Ruhe oder nachts nicht nachlassen
- ⚠Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Fuß
Häufige Symptome
- Stechender Schmerz an der Ferse oder Fußsohle
- Besonders starkes Ziehen beim Aufstehen am Morgen oder nach langem Sitzen
- Besserung nach einigen Schritten, aber Verschlechterung bei längerer Belastung
- Druckschmerz unter der Ferse oder am Fußgewölbe
Symptome bei Kindern
- Plantarfasziitis ist bei Kindern selten und eher mit Übergewicht oder intensivem Sport verbunden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch bei älteren Menschen tritt die Erkrankung auf, oft verbunden mit Arthrose oder langer Standbelastung.
Ursachen
Hauptursachen
- Erhöhtes Körpergewicht während der Schwangerschaft belastet die Fußsohle stark
- Das Schwangerschaftshormon Relaxin macht Bänder und Sehnen weicher, sodass das Fußgewölbe tiefer sinkt (Knickfuß)
- Längeres Stehen oder Gehen, besonders auf harten Böden
Risikofaktoren
- Übergewicht vor der Schwangerschaft oder starke Gewichtszunahme
- Vorherige Fußfehlstellungen wie Plattfuß oder Hohlfuß
- Schuhe ohne ausreichende Dämpfung oder mit zu wenig Halt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Schmerz nach ein paar Tagen besserer Schonung nicht nachlässt
- Bei gleichzeitigen Schwellungen oder Rötungen am Fuß
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei typischen Fersenschmerzen beim ersten Aufstehen, die länger als zwei Wochen anhalten
Diagnose
Die Diagnose stellt der Arzt oder die Ärztin (Allgemeinmedizin, Orthopädie) meist durch ein Gespräch über Ihre Beschwerden und eine körperliche Untersuchung. Dabei wird der Fuß abgetastet und eventuell der Druckschmerz ausgelöst.
Mögliche Untersuchungen
- In der Regel sind keine bildgebenden Verfahren nötig.
- Nur bei unklarem Verlauf kann eine Ultraschalluntersuchung des Fußes helfen, die entzündete Plantarfaszie sichtbar zu machen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Ihre Füße betrachten, auf Druckpunkte testen und Sie nach Ihrer Schwangerschaft und Gewichtszunahme fragen. Es gibt einen speziellen Test: Wenn Sie die Zehen nach oben ziehen, wird der Schmerz verstärkt.
Behandlung
Die Behandlung ist in der Schwangerschaft meist konservativ, das heißt ohne Medikamente oder Operation. Ziel ist, die Belastung zu reduzieren und die Fußmuskulatur zu kräftigen.
Selbsthilfe zu Hause
- Kühlen Sie die schmerzhafte Stelle mehrmals täglich mit einem Kühlpack oder einer Kühlkompresse (in ein Tuch gewickelt) für etwa 15 Minuten.
- Dehnen Sie die Fußsohle sanft: Setzen Sie sich, ziehen Sie die Zehen mit der Hand Richtung Schienbein und halten Sie die Dehnung 30 Sekunden.
- Massieren Sie die Fußsohle mit einer Kugel oder einer gefrorenen Wasserflasche.
- Wechseln Sie zu bequemen, gut gedämpften Schuhen – steigen Sie nicht barfuß auf harten Böden.
- Vermeiden Sie langes Stehen und viel Gehen auf hartem Untergrund.
Medizinische Behandlungen
In manchen Fällen können Physiotherapie oder spezielle Einlagen (vom Orthopäden angepasst) helfen. Auch Stoßwellentherapie wird außerhalb der Schwangerschaft eingesetzt, aber während der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen nach ärztlicher Rücksprache. Entzündungshemmende Schmerzmittel (wie Ibuprofen) sollten in der Schwangerschaft nur nach ärztlicher Verordnung und nicht im letzten Drittel eingenommen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist während der Schwangerschaft nicht nötig. Die Symptome klingen meist nach der Geburt deutlich ab. Nur selten bleibt die Plantarfasziitis bestehen und kann dann nach der Schwangerschaft operativ behandelt werden.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie regelmäßige kurze Pausen ein, wenn Sie viel stehen müssen. Nutzen Sie weiche Teppiche oder eine Fußstütze unter dem Schreibtisch. Gehen Sie morgens nach dem Aufstehen zuerst einige Schritte auf der Ferse oder massieren Sie den Fuß kurz, bevor Sie auftreten.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie auch zu Hause stützende Hausschuhe oder Schuhe mit dicker Sohle.
- Vermeiden Sie Sportarten mit hoher Belastung (Laufen, Springen) – Schwimmen oder Radfahren sind schonender.
- Achten Sie auf eine moderate Gewichtszunahme in der Schwangerschaft (nach Absprache mit der Hebamme oder dem Arzt).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Bindegewebsgesundheit. Sanfte Fußübungen, wie das Greifen von Tüchern mit den Zehen, kräftigen die Fußmuskulatur.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Schmerzen können belastend sein. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt über Ihre Beschwerden. Auch Entspannungsübungen wie Yoga (mit vorheriger Rücksprache) können helfen, den Körper insgesamt zu entlasten.
Vorbeugung
Ganz vermeiden lässt sich Plantarfasziitis nicht, aber das Risiko sinkt durch gute Schuhe, maßvolles Training und eine gesunde Gewichtsentwicklung. Dehnen Sie Ihre Fußsohlen regelmäßig schon vor der Beschwerde.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Früherkennung gibt es nicht. Falls Sie schon früher Fußschmerzen hatten, lassen Sie Ihre Füße vor der Schwangerschaft von einem Orthopäden checken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronischer Schmerz, der bis nach der Geburt anhalten kann
- Verspannungen in Wade und Rücken durch Schonhaltung
Langzeitprognose
Die Prognose ist sehr gut. Die meisten Beschwerden bessern sich innerhalb weniger Wochen nach der Geburt oder schon während der Schwangerschaft durch einfache Maßnahmen. Nur selten bleiben die Schmerzen bestehen – dann helfen nach der Stillzeit weitere Therapien.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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