Pregnancy anaemia
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Blutarmut (Anämie) in der Schwangerschaft bedeutet, dass die werdende Mutter zu wenige rote Blutkörperchen hat. Diese sind wichtig, um Sauerstoff durch den Körper zu transportieren – zu sich selbst und zum Baby.
Wichtige Fakten
- Die häufigste Ursache ist Eisenmangel.
- Eine leichte Blutarmut kommt in der Schwangerschaft relativ häufig vor.
- Unbehandelt kann sie die Entwicklung des Babys beeinträchtigen, ist aber meist gut behandelbar.
Ja, leichte Formen der Blutarmut treten bei vielen Schwangeren auf, besonders im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel.
Betroffen sind vor allem Schwangere, insbesondere wenn sie Mehrlinge erwarten oder kurz hintereinander schwanger werden.
Symptome
- Plötzliche, starke Atemnot
- Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- ⚠Sehr starke Müdigkeit, die den Alltag unmöglich macht
- ⚠Deutlich sichtbare Blässe an Lippen oder Nagelbetten
- ⚠Herzrasen, das nicht nachlässt
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Blasse Haut und blasse Schleimhäute (z.B. an den Lippen)
- Kurzatmigkeit bei leichter Anstrengung
- Schwindelgefühl
- Herzklopfen oder schnellerer Puls
Ursachen
Hauptursachen
- Eisenmangel (die häufigste Ursache)
- Folsäuremangel
- Vitamin-B12-Mangel
- Blutverlust (z.B. durch Blutungen in der Schwangerschaft)
Risikofaktoren
- Mehrlingsschwangerschaft (Zwillinge, Drillinge)
- Kurzer Abstand zwischen zwei Schwangerschaften
- Starke Übelkeit mit häufigem Erbrechen (Hyperemesis)
- Vegetarische oder vegane Ernährung ohne ausreichende Ergänzung mit Eisen, Folsäure und Vitamin B12
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerzen oder Ohnmacht sofort den Notruf 112 wählen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltender Müdigkeit, Blässe oder Schwindel, die nicht besser werden.
- Bei bekannten Risikofaktoren wie Mehrlingsschwangerschaft oder starkem Erbrechen.
Diagnose
Die Diagnose stellt der Arzt oder die Ärztin mit einer einfachen Blutuntersuchung. Dabei wird die Anzahl der roten Blutkörperchen und der Eisengehalt im Blut gemessen.
Mögliche Untersuchungen
- Kleines Blutbild (zeigt Anzahl und Größe der roten Blutkörperchen)
- Ferritin-Bestimmung (misst die Eisenspeicher im Körper)
- Bei Verdacht auch Folsäure- und Vitamin-B12-Spiegel
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen Blut abnehmen. Die Untersuchung ist schmerzarm und dauert nur kurz. Meist liegen die Ergebnisse am nächsten Tag vor. Bei einer Schwangerschaftsanämie wird dann gemeinsam besprochen, wie die Behandlung aussehen kann.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Blutarmut. Meist reicht es aus, die fehlenden Nährstoffe zuzuführen. In schwereren Fällen sind weitere Maßnahmen nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Eisenreiche Ernährung: Grünes Blattgemüse (Spinat, Mangold), Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen), rotes Fleisch in Maßen.
- Vitamin C hilft bei der Eisenaufnahme: Trinken Sie z.B. ein Glas Orangensaft zu eisenreichen Mahlzeiten.
- Gönnen Sie sich ausreichend Ruhepausen und vermeiden Sie Überanstrengung.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Eisen-, Folsäure- oder Vitamin-B12-Präparate empfehlen. Diese sind speziell auf die Bedürfnisse in der Schwangerschaft abgestimmt. In seltenen, schweren Fällen kann eine Eisengabe über die Vene (Infusion) oder eine Bluttransfusion notwendig sein. Ihr Arzt wird die für Sie passende Behandlung auswählen.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie Ihren Alltag mit ausreichend Ruhe. Hören Sie auf Ihren Körper und legen Sie bei Müdigkeit eine Pause ein. Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten, bis die Blutwerte wieder besser sind.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf einen gesunden Schlaf und regelmäßige, leichte Bewegung wie Spaziergänge.
- Vermeiden Sie Rauchen und Alkohol – sie verschlechtern die Blutarmut zusätzlich.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie abwechslungsreich mit viel Eisen, Folsäure und Vitamin B12. Leichte Bewegung (z.B. Gehen, Schwimmen) fördert die Durchblutung und das Wohlbefinden. Übertreiben Sie es aber nicht und ruhen Sie sich aus, wenn Sie müde sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Blutarmut kann zusätzliche Sorgen bereiten – vor allem, weil Sie sich um Ihr Baby sorgen. Es ist völlig normal, sich verunsichert zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Familie oder Ihrer Hebamme über Ihre Ängste.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eisen, Folsäure und Vitamin B12 vor und während der Schwangerschaft hilft. Nehmen Sie falls nötig – nach ärztlicher Empfehlung – Nahrungsergänzungsmittel ein.
Früherkennungsprogramme
Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge wird routinemäßig Ihr Blutbild kontrolliert. So kann eine Anämie früh erkannt und behandelt werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt
- Wachstumsverzögerung des Babys im Mutterleib
- Starke Erschöpfung der Mutter, die den Alltag beeinträchtigt
- Erhöhtes Risiko für Infektionen nach der Geburt
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Erkennung und Behandlung ist die Prognose in der Regel sehr gut. Die meisten Frauen fühlen sich nach der Behandlung wieder deutlich besser, und ihr Baby entwickelt sich gesund. Die Blutarmut heilt nach der Geburt oft von selbst aus.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
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