PrEP overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
PrEP ist die Kurzform für Prä-Expositions-Prophylaxe. Das bedeutet: Menschen ohne HIV-Infektion nehmen ein Medikament ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen. Es ist eine wirksame Vorbeugung.
Wichtige Fakten
- PrEP schützt sehr zuverlässig vor HIV, wenn sie regelmäßig eingenommen wird.
- PrEP schützt nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen wie Syphilis oder Chlamydien.
- PrEP ist in Deutschland auf Rezept erhältlich – die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
PrEP wird in Deutschland immer häufiger genutzt, vor allem von Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko.
PrEP richtet sich an Menschen ohne HIV-Infektion, die ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung haben, zum Beispiel Männer, die Sex mit Männern haben, Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern oder Personen, deren Partner HIV-positiv ist.
Symptome
- Bei Verdacht auf eine akute HIV-Infektion (z. B. nach einem ungeschützten Kontakt mit einer HIV-positiven Person) und plötzlich auftretenden Symptomen wie hohem Fieber, starkem Hautausschlag oder geschwollenen Lymphknoten: sofort den Notruf 112 wählen oder die nächste Notaufnahme aufsuchen.
- ⚠Wenn Sie eine HIV-Infektion vermuten und innerhalb der letzten 72 Stunden ein Risikokontakt stattgefunden hat, suchen Sie noch am selben Tag eine HIV-Beratungsstelle oder eine Notfallambulanz auf – eine Notfallprophylaxe (PEP) kann dann noch helfen.
Häufige Symptome
- PrEP selbst verursacht keine Symptome. Sie wird zur Vorbeugung eingenommen, nicht zur Behandlung.
Symptome bei Kindern
- PrEP ist in der Regel für Kinder und Jugendliche nicht vorgesehen. Bei Fragen zur HIV-Prävention bei Jugendlichen bitte einen Arzt oder eine Ärztin fragen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch ältere Erwachsene können PrEP nutzen, wenn sie ein erhöhtes HIV-Risiko haben. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.
Ursachen
Hauptursachen
- PrEP wird nicht durch eine Krankheit ausgelöst, sondern ist eine vorbeugende Maßnahme. Eine HIV-Infektion entsteht durch das Eindringen des HI-Virus in den Körper, meist beim Sex oder beim gemeinsamen Spritzengebrauch.
Risikofaktoren
- Ungeschützter Geschlechtsverkehr (Anal- oder Vaginalverkehr) ohne Kondom
- Häufig wechselnde Sexualpartner
- Sexarbeit
- Partner oder Partnerin mit einer HIV-Infektion (besonders bei nicht nachweisbarer Viruslast)
- Gemeinsamer Gebrauch von Spritzen oder Nadeln beim Drogenkonsum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach einem möglichen HIV-Risikokontakt (z. B. Kondomriss oder Spritzenverletzung) – noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen für eine mögliche PEP (Postexpositionsprophylaxe).
- Wenn Sie körperliche Symptome wie Fieber, Nachtschweiß, unerklärlichen Gewichtsverlust oder geschwollene Lymphknoten bemerken – das könnten Zeichen einer HIV-Infektion sein.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie mehr über PrEP erfahren möchten und ob sie für Sie infrage kommt.
- Für ein Beratungsgespräch und einen HIV-Test, bevor Sie mit der PrEP beginnen.
- Während der PrEP-Einnahme: regelmäßige Kontrolluntersuchungen (alle 3 Monate) bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Diagnose
Vor Beginn der PrEP wird ein HIV-Test durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine HIV-Infektion vorliegt. Auch die Nierenfunktion wird überprüft.
Mögliche Untersuchungen
- HIV-Test (Bluttest auf HIV-Antikörper oder Virusbestandteile)
- Nierenfunktionstest (Blut- und Urinuntersuchung)
- Test auf andere sexuell übertragbare Infektionen (z. B. Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt oder die Ärztin bespricht mit Ihnen Ihr persönliches HIV-Risiko, erklärt die Vor- und Nachteile der PrEP und verordnet das Medikament, wenn Sie es wünschen. Danach erhalten Sie ein Rezept und eine Anleitung zur Einnahme.
Behandlung
PrEP ist keine Behandlung, sondern eine Vorbeugung. Sie wird in Form einer Tablette eingenommen – entweder täglich oder nach einem bestimmten Schema (ereignisbasierte PrEP). Die Entscheidung trifft der Arzt oder die Ärztin mit Ihnen gemeinsam.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie die PrEP genau nach Anweisung ein – am besten zur gleichen Tageszeit.
- Nutzen Sie weiterhin Kondome, um sich vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen zu schützen.
- Gehen Sie regelmäßig zu den vereinbarten Kontrolluntersuchungen.
Medizinische Behandlungen
PrEP wird mit einem Medikament aus der Gruppe der antiretroviralen Substanzen durchgeführt. Die genaue Zusammensetzung und Dosierung legt der Arzt oder die Ärztin fest. Es gibt zwei Wirkstoffkombinationen in Tablettenform, die in Deutschland zugelassen sind. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nicht zutreffend. PrEP ist kein chirurgischer Eingriff.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie PrEP einnehmen, ändert sich Ihr Alltag kaum. Sie müssen die Tablette regelmäßig einnehmen und alle drei Monate zur Kontrolle. Ansonsten können Sie Ihr Leben wie gewohnt führen.
Tipps für den Alltag
- Bleiben Sie achtsam bei sexuellen Begegnungen – auch mit PrEP ist ein offenes Gespräch über HIV und andere STI wichtig.
- Vermeiden Sie übermäßigen Alkohol- oder Drogenkonsum, der dazu führen könnte, dass Sie die Einnahme vergessen.
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine speziellen Ernährungs- oder Bewegungsvorschriften bei PrEP. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung – das tut Ihrer allgemeinen Gesundheit gut.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PrEP kann ein Gefühl der Sicherheit geben und Ängste vor einer HIV-Infektion verringern. Manche Menschen fühlen sich dadurch entlastet. Dennoch kann das Thema HIV und Sexualität emotional belastend sein. Scheuen Sie sich nicht, psychologische Unterstützung zu suchen, wenn Sie das Gefühl haben, es zu brauchen.
Vorbeugung
HIV-Infektionen lassen sich durch verschiedene Maßnahmen verhindern: Kondome, PrEP, Safer Sex, Verwendung sauberer Spritzen, und bei Menschen mit HIV die erfolgreiche antiretrovirale Therapie (Schutz durch Therapie). PrEP ist eine sehr wirksame Ergänzung für Menschen mit erhöhtem Risiko.
Impfungen
Es gibt derzeit keine Impfung gegen HIV. Die PrEP ist der wirksamste medikamentöse Schutz.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiger HIV-Test ist wichtig, um eine mögliche Infektion früh zu erkennen. Wer PrEP nimmt, wird ohnehin alle drei Monate getestet.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine HIV-Infektion nicht behandelt wird, kann sie zu Aids (erworbenem Immunschwächesyndrom) führen. Das Immunsystem wird dann stark geschwächt, was zu schweren Infektionen und bestimmten Krebsarten führen kann.
- Unbehandelt kann HIV auf andere übertragen werden.
Langzeitprognose
Dank moderner Behandlungen können Menschen mit HIV heute ein fast normales Leben führen. PrEP kann das Risiko einer HIV-Infektion drastisch senken. Mit regelmäßiger Einnahme und ärztlicher Begleitung ist der Schutz sehr zuverlässig.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- UNAIDS
Lokale Organisationen
- Deutsche Aidshilfe · Deutschland
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.