Gibt es Prostatakrebs bei Kindern? Eine Aufklärung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Prostatakrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung der Vorsteherdrüse (Prostata). Diese Drüse gibt es nur bei Männern. Bei Kindern ist die Prostata noch nicht vollständig entwickelt. Prostatakrebs entsteht meist erst im höheren Alter. Der Begriff „Prostatakrebs-Überleben bei Kindern“ ist medizinisch nicht zutreffend, weil diese Erkrankung bei Kindern nicht vorkommt. Dieser Text informiert über Prostatakrebs im Allgemeinen und erklärt, warum Kinder nicht betroffen sind. Er ersetzt keine ärztliche Beratung.
Wichtige Fakten
- Prostatakrebs betrifft fast ausschließlich Männer über 50 Jahren.
- Kinder haben keinen Prostatakrebs, weil die Vorsteherdrüse erst nach der Pubertät ausreift.
- Wenn ein Kind Beschwerden beim Wasserlassen hat, sind andere Ursachen wie eine Harnwegsinfektion viel wahrscheinlicher.
Prostatakrebs ist bei älteren Männern eine der häufigsten Krebsarten. Bei Kindern kommt er praktisch nicht vor.
Prostatakrebs betrifft erwachsene Männer, meist über 60 Jahre. Kinder und Jugendliche sind nicht betroffen.
Symptome
- Ein Kind kann plötzlich keinen Urin mehr lassen und hat dabei starke Bauchschmerzen – rufen Sie sofort die 112.
- Hohes Fieber mit Schüttelfrost und starken Schmerzen im Bauch- oder Rückenbereich – ebenfalls Notruf 112.
- ⚠Wiederholtes schmerzhaftes Wasserlassen bei einem Kind – am selben Tag eine Kinderarztpraxis kontaktieren.
- ⚠Sichtbares Blut im Urin eines Kindes – zeitnah ärztlich abklären lassen.
Häufige Symptome
- Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
- Häufiger Harndrang, auch nachts
- Blut im Urin oder im Sperma
- Schmerzen im Beckenbereich
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern gibt es keine Prostatakrebs-Symptome, da die Erkrankung nicht auftritt.
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen sind bei Kindern meist ein Zeichen für eine Blasenentzündung oder einen Harnwegsinfekt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die genannten Beschwerden können bei älteren Männern auch durch eine gutartig vergrößerte Prostata verursacht werden.
- Nur eine ärztliche Untersuchung kann klären, ob Prostatakrebs vorliegt.
Ursachen
Hauptursachen
- Prostatakrebs entsteht, wenn sich das Erbgut von Prostatazellen verändert und die Zellen unkontrolliert wachsen.
- Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Alter und familiäre Veranlagung spielen eine wichtige Rolle.
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahre
- Prostatakrebs beim Vater oder Bruder (familiäre Vorbelastung)
- Bestimmte erbliche Genveränderungen
- Bei Kindern bestehen keine relevanten Risikofaktoren, weil die Erkrankung nicht auftritt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem Unvermögen, Urin zu lassen, in Verbindung mit starken Schmerzen – Notruf 112.
- Bei hohem Fieber, Schüttelfrost und starken Schmerzen – umgehend ärztliche Behandlung.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wegen der Gesundheit Ihres Kindes unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.
- Wenn ein Kind wiederholt Probleme beim Wasserlassen hat, ist eine kinderärztliche Abklärung sinnvoll.
Diagnose
Bei erwachsenen Männern wird Prostatakrebs durch eine Tastuntersuchung der Prostata, einen PSA-Bluttest und eine Gewebeprobe (Biopsie) festgestellt. Bei Kindern werden diese Untersuchungen nicht durchgeführt, weil kein Verdacht auf Prostatakrebs besteht.
Mögliche Untersuchungen
- Digitale rektale Untersuchung (Tastuntersuchung der Prostata)
- PSA-Bluttest (prostataspezifisches Antigen)
- Magnetresonanztomographie (MRT) des Beckens
- Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Wenn ein Kind Beschwerden beim Wasserlassen hat, wird die Kinderärztin oder der Kinderarzt zunächst nach den genauen Symptomen fragen, einen Urintest machen und eventuell einen Ultraschall durchführen. Diese Untersuchungen sind schmerzfrei. Eine Prostatakrebs-Abklärung ist bei Kindern nicht nötig.
Behandlung
Die Behandlung von Prostatakrebs bei Erwachsenen hängt vom Stadium, von der Aggressivität des Tumors und vom allgemeinen Gesundheitszustand ab. Möglich sind eine Operation, eine Strahlentherapie, eine Hormontherapie oder ein abwartendes Beobachten mit regelmäßigen Kontrollen. Bei Kindern gibt es keine Prostatakrebs-Behandlung, weil die Erkrankung nicht besteht.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Nachsorgetermine nach einer Krebsbehandlung wahrnehmen
- Auf eine ausgewogene Ernährung achten
- Körperlich aktiv bleiben und Übergewicht vermeiden
- Offen über Sorgen und Beschwerden sprechen
Medizinische Behandlungen
Zu den allgemeinen Therapieansätzen bei Prostatakrebs zählen die operative Entfernung der Prostata, die Strahlentherapie und die Hormonentzugstherapie, die das Tumorwachstum bremst. Die Auswahl der Medikamente erfolgt individuell durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt. Für Kinder gibt es keine derartigen Therapien.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird bei erwachsenen Patienten oft empfohlen, wenn der Tumor noch auf die Prostata begrenzt ist. Bei Kindern spielt die Prostata-Operation in diesem Zusammenhang keine Rolle.
Leben mit der Erkrankung
Für Männer nach einer Prostatakrebs-Erkrankung gehören regelmäßige Kontrollen und oft auch ein Beckenbodentraining zum Alltag. Für Kinder ist dieses Thema nicht relevant. Kinder, die an einer anderen Krebsart erkrankt waren, erhalten in spezialisierten Kinderkliniken eine umfassende Nachsorge.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen
- Alkohol nur in Maßen, am besten gar nicht
- Ein gesundes Körpergewicht anstreben
- Ausreichend Schlaf und Erholung
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie regelmäßige Bewegung fördern die allgemeine Gesundheit. Es gibt keine spezielle Diät gegen Prostatakrebs bei Kindern, da Kinder nicht daran erkranken. Für Erwachsene gelten die allgemeinen Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebserkrankung ist für Betroffene und Familien seelisch belastend. Es ist wichtig, sich Unterstützung zu holen – zum Beispiel durch psychoonkologische Beratung, Gespräche mit der behandelnden Ärztin oder Selbsthilfegruppen. Wenn Sie oder ein Familienmitglied schwere Verzweiflung oder Gedanken an Suizid haben, rufen Sie sofort die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) oder den Notruf 112 an. Hilfe zu suchen ist ein Zeichen von Stärke.
Vorbeugung
Prostatakrebs lässt sich nicht sicher verhindern. Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko für viele Krebsarten senken. Bei Kindern ist keine Vorbeugung gegen Prostatakrebs nötig, weil die Erkrankung in diesem Alter nicht vorkommt.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen Prostatakrebs.
Früherkennungsprogramme
Für Männer ab etwa 45 Jahren bieten Krankenkassen in Deutschland eine Tastuntersuchung zur Früherkennung an. Der PSA-Test wird individuell mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen. Diese Früherkennung ist bei Kindern nicht sinnvoll und wird nicht durchgeführt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei Erwachsenen kann unbehandelter Prostatakrebs im Körper streuen und Absiedlungen (Metastasen), zum Beispiel in Knochen, bilden.
- Zu den möglichen Folgen gehören Schmerzen, Knochenbrüche und eingeschränkte Nierenfunktion.
Langzeitprognose
Prostatakrebs ist bei frühzeitiger Erkennung sehr gut behandelbar und oft heilbar. Die Behandlungsmöglichkeiten werden ständig besser. Kinder, die an einer anderen Krebsart erkrankt sind, haben heute dank der Forschung ebenfalls sehr gute Heilungschancen. Es gibt also keinen Grund, die Hoffnung zu verlieren.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Krebshilfe ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.