Prostatakrebs: Das Leben nach der Behandlung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Prostatakrebs ist eine Krebserkrankung der Vorsteherdrüse. Die Überlebensphase beginnt nach der eigentlichen Behandlung. In dieser Zeit geht es darum, die Gesundheit zu überwachen, mögliche Spätfolgen zu bewältigen und die Lebensqualität zu erhalten. Viele Männer leben nach einer Prostatakrebs-Behandlung noch lange und beschwerdearm.
Wichtige Fakten
- Prostatakrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Männern.
- Die Überlebensphase umfasst regelmäßige Nachsorge und Unterstützung im Alltag.
- Viele Männer fühlen sich nach der Behandlung wieder fit und aktiv.
Ja, Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Dank besserer Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten überleben heute viele Männer die Erkrankung.
Prostatakrebs betrifft fast ausschließlich Männer, meist über 50 Jahre. Das Risiko steigt mit dem Alter. Auch eine familiäre Vorbelastung kann eine Rolle spielen.
Symptome
- Plötzlich auftretende starke Schmerzen im Unterbauch oder Becken
- Fieber mit Schüttelfrost nach einer Behandlung
- Kompletter Harnverhalt – Sie können kein Wasser lassen. Rufen Sie in diesen Fällen sofort den Notruf 112.
- ⚠Sichtbares Blut im Urin, auch wenn es schmerzlos ist
- ⚠Plötzlich auftretende starke Schmerzen beim Wasserlassen
- ⚠Neue oder zunehmende Knochenschmerzen
Häufige Symptome
- Probleme beim Wasserlassen, wie schwacher Strahl oder häufiger Harndrang
- Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit
- Schmerzen im unteren Rücken oder Becken
- Erektionsstörungen
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache von Prostatakrebs ist unbekannt. Krebs entsteht, wenn sich Zellen der Vorsteherdrüse unkontrolliert vermehren.
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahre
- Prostatakrebs in der Familie
- Bestimmte erbliche Veränderungen (zum Beispiel BRCA-Gene)
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung mit viel rotem Fleisch und wenig Obst und Gemüse
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei neu auftretenden Beschwerden wie Blut im Urin, starken Schmerzen oder Fieber sollten Sie noch am selben Tag Kontakt mit Ihrer Arztpraxis oder einem Bereitschaftsdienst aufnehmen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Probleme beim Wasserlassen bemerken, auch wenn sie mild sind.
- Wenn Sie Veränderungen an Ihrem Körper spüren, die Sie nicht einordnen können.
- Wenn Sie ein erhöhter PSA-Wert beunruhigt oder Sie Fragen zur Nachsorge haben.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin tastet zuerst die Prostata mit dem Finger ab und nimmt eine Blutprobe, um den PSA-Wert zu bestimmen. Wenn der Verdacht auf Prostatakrebs besteht, wird eine Gewebeprobe aus der Prostata entnommen. Diese Biopsie gibt sichere Auskunft, ob Krebszellen vorhanden sind.
Mögliche Untersuchungen
- PSA-Bluttest
- Digital-rektale Untersuchung (Tastuntersuchung)
- Ultraschall der Prostata
- Prostatabiopsie (Gewebeprobe)
- Magnetresonanztomografie (MRT) zur genaueren Darstellung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen dauern meist nur wenige Minuten und sind ambulant möglich. Sie erhalten danach eine klare Diagnose und besprechen mit Ihrem Arzt die nächsten Schritte. Eine zweite ärztliche Meinung ist in vielen Kliniken möglich und wird empfohlen.
Behandlung
Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach dem Stadium, der Aggressivität des Tumors, Ihrem Alter und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand. Die Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) helfen Ärzten, die für Sie passende Behandlung zu empfehlen. Es kann sich um eine Operation, Bestrahlung, Hormontherapie oder in manchen Fällen auch eine Chemotherapie handeln. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird alle Optionen ausführlich mit Ihnen besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Machen Sie regelmäßige Beckenbodenübungen, um Blasenkontrolle und Sexualfunktion zu unterstützen.
- Essen Sie ausgewogen mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
- Sprechen Sie offen mit Ihrer Familie, Ihrem Partner oder Freunden über Ihre Ängste und Gefühle.
- Nehmen Sie Nachsorgetermine wahr, auch wenn Sie sich gesund fühlen.
Medizinische Behandlungen
Behandlungen wie Operation, Bestrahlung oder Hormontherapie können einzeln oder kombiniert eingesetzt werden. Medikamente werden immer individuell verordnet und regelmäßig überprüft. Es gibt vielfältige Ansätze, um Nebenwirkungen zu lindern. Welche Behandlung für Sie in Frage kommt, hängt von Ihrem persönlichen Befund ab und wird ausführlich mit Ihnen besprochen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (Prostatektomie) ist dann eine Option, wenn der Tumor auf die Prostata begrenzt ist und keine Streuung in andere Organe vorliegt. Ihr behandelnder Arzt erklärt Ihnen die Vor- und Nachteile und bespricht mögliche Folgen wie Inkontinenz oder Potenzstörungen.
Leben mit der Erkrankung
In der Nachsorgephase ist es wichtig, auf den eigenen Körper zu achten. Manche Männer haben nach der Behandlung Probleme mit dem Wasserlassen oder der Sexualität. Diese Beschwerden lassen sich oft mit Unterstützung von Ärzten, Physiotherapeuten oder Psychologen gut in den Griff bekommen. Sie sind nicht allein – viele Männer machen ähnliche Erfahrungen.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen
- Alkohol nur in Maßen trinken
- Auf ein gesundes Körpergewicht achten
- Ausreichend schlafen und Stress abbauen
- Sozial aktiv bleiben und Kontakte pflegen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten kann das allgemeine Wohlbefinden fördern. Regelmäßige Bewegung wie zügiges Gehen, Schwimmen oder Radfahren hilft, Kraft und Ausdauer zu erhalten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Aktivität für Sie geeignet ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Prostatakrebs und die spätere Nachsorge können psychisch belastend sein. Gefühle wie Angst, Traurigkeit oder Unsicherheit sind normal und nicht falsch. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe bei einem Psychologen oder in einer Krebsberatungsstelle zu suchen. Dies gehört zu einer guten Versorgung dazu.
Vorbeugung
Prostatakrebs lässt sich nicht sicher verhindern. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität kann das Risiko jedoch senken. Auch ein normales Körpergewicht ist hilfreich.
Impfungen
Für Prostatakrebs gibt es derzeit keinen Impfstoff. Das Thema Impfungen gegen Krebs ist jedoch Forschungsgebiet, und die Empfehlungen können sich künftig ändern.
Früherkennungsprogramme
Die gesetzliche Früherkennung beginnt für Männer ab 45 Jahren. Sie umfasst eine Tastuntersuchung der Prostata und ein Gespräch mit dem Arzt. Ob ein PSA-Test sinnvoll ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt individuell besprechen. Die AWMF-Leitlinie zur Früherkennung von Prostatakrebs gibt dazu Empfehlungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Tumor kann unbehandelt weiterwachsen und auf benachbarte Organe übergreifen.
- Streuung (Metastasen) vor allem in Knochen oder Lymphknoten ist möglich.
- Beschwerden beim Wasserlassen oder Blutungen können sich verschlimmern.
Langzeitprognose
Die Prognose bei Prostatakrebs ist insgesamt gut. Viele Männer leben viele Jahre nach der Diagnose ohne größere Beeinträchtigungen. Durch regelmäßige Nachsorge und gesunde Lebensführung können Sie selbst viel zu Ihrem Wohlbefinden beitragen. Auch bei einem Rückfall gibt es heutzutage verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Lassen Sie sich von Ihrem Behandlungsteam vertrauensvoll beraten.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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