Prostate enlargement living in children
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Prostatavergrößerung (auch benigne Prostatahyperplasie oder BPH genannt) bedeutet, dass die Prostata – eine kleine Drüse bei Jungen und Männern – größer wird. Bei Kindern ist das sehr selten und meist ein Zeichen für eine andere Erkrankung, wie eine Entzündung, eine Fehlbildung oder sehr selten einen Tumor. Die vergrößerte Prostata kann den Harnfluss behindern.
Wichtige Fakten
- Prostatavergrößerung betrifft fast nur ältere Männer, nicht Kinder.
- Bei Kindern steckt fast immer eine andere Ursache dahinter, die behandelt werden muss.
- Die häufigsten Symptome sind Probleme beim Wasserlassen, wie ein schwacher Strahl oder häufiger Harndrang.
- Mit der richtigen Behandlung bessern sich die Beschwerden meist deutlich.
Nein, eine Prostatavergrößerung ist bei Kindern äußerst selten. Während sie bei Männern über 50 sehr häufig vorkommt, tritt sie bei Kindern fast nie auf. Wenn bei einem Kind Symptome auftreten, ist die Ursache fast immer etwas anderes.
Betroffen sind fast ausschließlich Jungen. Die Erkrankung tritt meist im späteren Erwachsenenalter auf. Bei Kindern wäre es ein sehr ungewöhnlicher Befund, der eine gründliche Abklärung erfordert.
Symptome
- Überhaupt kein Wasserlassen mehr möglich (akuter Harnverhalt)
- Starke Schmerzen im Unterbauch oder in der Nierengegend
- Blut im Urin, das mit bloßem Auge sichtbar ist
- Fieber mit Schüttelfrost bei Harnwegsinfekt
- ⚠Starke Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- ⚠Wiederholte Harnwegsinfekte trotz Behandlung
- ⚠Verschlechterung der Symptome innerhalb weniger Tage
- ⚠Einnässen, das neu auftritt und nicht erklärt werden kann
Häufige Symptome
- Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
- Häufiger Harndrang, vor allem nachts
- Das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können
- Plötzlicher, starker Harndrang (Harndranginkontinenz)
Symptome bei Kindern
- Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Pressen, Tröpfeln)
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- Einnässen tagsüber oder nachts, nachdem das Kind bereits trocken war
- Bauchschmerzen oder Schmerzen im unteren Rücken
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Alle oben genannten Symptome, jedoch häufiger und stärker ausgeprägt
- Restharngefühl (Blase fühlt sich nicht leer an)
- Harnverhalt (plötzlich kein Wasserlassen mehr möglich)
Ursachen
Hauptursachen
- Bei Kindern: seltene angeborene Fehlbildungen der Harnwege oder der Prostata
- Entzündungen der Prostata (Prostatitis) durch Bakterien
- Sehr selten: gutartige oder bösartige Tumore der Prostata
Risikofaktoren
- Bei Kindern gibt es keine typischen Risikofaktoren – es handelt sich um Einzelfälle
- Bei Erwachsenen: Alter über 50, familiäre Vorbelastung, Übergewicht, Bewegungsmangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Ihr Kind plötzlich kein Wasser mehr lassen kann
- Bei starken Schmerzen im Bauch oder Rücken
- Wenn Blut im Urin sichtbar ist
- Bei Fieber und Schüttelfrost
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihr Kind über Wochen Probleme beim Wasserlassen hat
- Bei wiederholten Harnwegsinfekten
- Wenn Ihr Kind eingenässt hat, obwohl es schon trocken war
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst nach den genauen Beschwerden und der Krankengeschichte. Bei Kindern ist eine körperliche Untersuchung wichtig, um andere Ursachen auszuschließen. Die Prostata wird bei Kindern nicht rektal getastet, sondern meist mit bildgebenden Verfahren beurteilt.
Mögliche Untersuchungen
- Urinuntersuchung (auf Infekte oder Blut)
- Ultraschall der Nieren und der Harnblase (auch der Prostata)
- Messung des Restharns (wie viel Urin nach dem Wasserlassen in der Blase bleibt)
- In besonderen Fällen: MRT oder eine Harnröhrenspiegelung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern in der Regel nicht lange. Der Arzt erklärt alles Schritt für Schritt. Bei Kindern wird besonders darauf geachtet, die Untersuchung so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Eltern können dabei sein.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Prostatavergrößerung. Da es bei Kindern fast immer eine Grunderkrankung gibt, wird diese behandelt. Das kann eine Antibiotikatherapie bei Entzündung sein oder ein operativer Eingriff bei Fehlbildungen. Medikamente, die bei Erwachsenen eingesetzt werden, kommen bei Kindern in der Regel nicht zum Einsatz.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ausreichend trinkt (am besten Wasser oder ungesüßten Tee)
- Regelmäßiges Wasserlassen fördern, z.B. alle 2-3 Stunden zur Toilette schicken
- Vermeiden Sie zu starkes Pressen auf der Toilette
- Bei Schmerzen oder Brennen: Wärme (z.B. ein warmes Bad) kann helfen
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung wird immer von einem Facharzt (Kinderurologe oder Kinderchirurg) festgelegt. Bei bakteriellen Entzündungen kommen Antibiotika zum Einsatz. Bei angeborenen Fehlbildungen kann ein kleiner Eingriff nötig sein. Medikamente, die die Prostata verkleinern, sind für Kinder nicht zugelassen und werden nur in Ausnahmefällen eingesetzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, wenn eine Fehlbildung der Harnwege vorliegt, die den Harnfluss behindert. Dies wird nur von spezialisierten Kinderkliniken durchgeführt. Die Prognose ist in der Regel sehr gut.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Kinder mit einer behandelten Prostatavergrößerung können ein völlig normales Leben führen. Nach der Behandlung klingen die Beschwerden meist ab. In der Anfangsphase kann es helfen, Toilettenpausen einzuplanen und auf eine gute Trinkmenge zu achten.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Toilettengänge, auch wenn kein Harndrang besteht
- Ausreichend Bewegung – das fördert die Durchblutung und das Wohlbefinden
- Vermeiden von Verstopfung (Ballaststoffe, viel trinken), da ein voller Darm die Blase drücken kann
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die allgemeine Gesundheit. Ausreichend trinken (ca. 1-1,5 Liter pro Tag je nach Alter) ist wichtig. Bewegung an der frischen Luft tut gut – das stärkt den ganzen Körper.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Probleme beim Wasserlassen können Kinder verunsichern oder schamhaft machen. Besonders Einnässen kann zu Hänseleien führen. Es ist wichtig, mit dem Kind offen zu sprechen und ihm zu versichern, dass es keine Schuld trifft. Bei anhaltenden Ängsten kann ein Kinderpsychologe helfen.
Vorbeugung
Eine Prostatavergrößerung bei Kindern kann man nicht direkt verhindern, da sie meist auf angeborene oder entzündliche Ursachen zurückgeht. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Trinken und Bewegung kann jedoch Harnwegsinfekten vorbeugen.
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiges Screening auf Prostatavergrößerung bei Kindern gibt es nicht. Nur bei Beschwerden wird eine Abklärung empfohlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wiederholte Harnwegsinfekte, die zu Nierenschäden führen können
- Harnverhalt (plötzliches Unvermögen, Wasser zu lassen) – ein Notfall
- Bildung von Blasensteinen
- Schädigung der Nierenfunktion durch Rückstau des Urins
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung ist die Prognose bei Kindern in den allermeisten Fällen sehr gut. Die zugrundeliegende Ursache lässt sich meist beheben, sodass die Beschwerden verschwinden. Auch nach einer Operation können die Kinder ein völlig normales Leben führen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen stellen sicher, dass alles in Ordnung bleibt.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- Europäische Gesellschaft für Kinderurologie
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Kinderurologie · Deutschland
- Bundesverband für Kinderurologie · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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