Psoriasis in adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Schuppenflechte (medizinisch: Psoriasis) ist eine chronische Hauterkrankung, bei der sich die Hautzellen zu schnell erneuern. Dadurch entstehen rote, schuppige Flecken, die oft jucken oder brennen. Die Erkrankung ist nicht ansteckend.
Wichtige Fakten
- Schuppenflechte ist nicht ansteckend – man kann sie sich nicht bei anderen holen.
- Sie verläuft in Schüben: Phasen mit stärkeren Beschwerden wechseln sich mit ruhigeren Phasen ab.
- Bei etwa jedem dritten Betroffenen treten auch Gelenkbeschwerden auf (sogenannte Psoriasis-Arthritis).
Ja, Schuppenflechte ist eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen. Etwa 2 von 100 Menschen in Deutschland sind betroffen.
Schuppenflechte kann in jedem Alter auftreten. Bei Erwachsenen zeigt sie sich oft erstmals zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr oder später ab dem 60. Lebensjahr.
Symptome
- Plötzlich auftretende großflächige Rötung und eitrige Bläschen (Verdacht auf generalisierte pustulöse Psoriasis)
- Fieber, Schüttelfrost und starkes Krankheitsgefühl zusammen mit Hautausschlag
- Atemnot oder Kreislaufprobleme bei schwerem Schub
- ⚠Gelenkschwellungen, die innerhalb weniger Tage sehr schmerzhaft werden
- ⚠Anzeichen einer Hautinfektion (Eiter, starke Rötung, Wärmegefühl)
- ⚠Hautveränderungen, die die gesamte Körperoberfläche betreffen (Erythrodermie)
Häufige Symptome
- Rote, scharf abgegrenzte Hautstellen, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind
- Juckreiz und manchmal ein brennendes Gefühl
- Trockene, rissige Haut, die auch bluten kann
- Verdickte, verfärbte oder abgelöste Fingernägel
- Gelenkschmerzen und -schwellungen (kann auf Psoriasis-Arthritis hindeuten)
Symptome bei Kindern
- Oft kleinere, weniger schuppige Flecken als bei Erwachsenen
- Häufig im Gesicht, am Po oder in den Windelregionen (Windelpsoriasis)
- Starker Juckreiz ist typisch
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Haut ist dünner, daher können Hautstellen leichter aufreißen oder bluten
- Die Erkrankung kann durch andere altersbedingte Erkrankungen oder Medikamente beeinflusst werden
- Eine Psoriasis-Arthritis tritt häufiger auf
Ursachen
Hauptursachen
- Das Immunsystem greift fälschlicherweise gesunde Hautzellen an und beschleunigt ihre Erneuerung.
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Vererbung spielt eine wichtige Rolle.
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung (Eltern oder Geschwister mit Schuppenflechte)
- Infektionen, zum Beispiel eine Mandelentzündung
- Starker psychischer Stress
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
- Übergewicht
- Bestimmte Medikamente (wie einige Blutdruckmittel oder entzündungshemmende Mittel) – Ihr Arzt kann Sie beraten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzlich auftretende Gelenkschmerzen oder -schwellungen
- Hautinfektion mit Eiter oder starken Schmerzen
- Großflächige Hautrötung mit Fieber oder Unwohlsein
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zum ersten Mal Hautveränderungen bemerken, die länger als ein paar Wochen bestehen
- Bei anhaltendem Juckreiz, der den Schlaf stört
- Wenn bekannte Hautstellen stärker werden oder sich verändern
Diagnose
Die Diagnose stellt ein Hautarzt (Dermatologe) meist schon durch das typische Aussehen der Haut. In unklaren Fällen kann eine kleine Hautprobe (Biopsie) unter dem Mikroskop untersucht werden. Die aktuellen deutschen Leitlinien (AWMF) geben Empfehlungen zur sicheren Diagnosestellung.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung der Haut, Kopfhaut und Nägel
- Hautbiopsie bei Unsicherheit (örtliche Betäubung, schmerzarm)
- Blutuntersuchung zum Ausschluss anderer Erkrankungen
- Bei Gelenkbeschwerden: Röntgen oder Ultraschall der Gelenke
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie genau nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte fragen. Die Untersuchung ist schmerzfrei. Meist steht die Diagnose noch beim ersten Termin fest. Danach besprechen Sie gemeinsam die passende Behandlung.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Schuppenflechte und den betroffenen Stellen. Sie wird immer individuell abgestimmt. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern und Schübe zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Tägliches Eincremen mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Cremes (ohne Duftstoffe)
- Milde Reinigungsprodukte verwenden, nicht zu heiß baden oder duschen
- Stress vermeiden oder Techniken zur Stressbewältigung erlernen (z. B. Yoga, Meditation)
- Nicht rauchen, Alkohol nur in Maßen trinken
- Auf ausreichend Schlaf achten
Medizinische Behandlungen
Es stehen verschiedene Behandlungen zur Verfügung: äußerlich anzuwendende Präparate (Salben, Cremes, Lösungen), Lichttherapie (UV-Bestrahlung) sowie systemische Therapien in Tablettenform oder als Spritze, die auf das Immunsystem wirken. Ihr Arzt wird mit Ihnen die am besten geeignete Option besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Schuppenflechte in der Regel nicht nötig. Nur in seltenen Fällen, etwa bei begleitender Psoriasis-Arthritis mit Gelenkschäden, können operative Eingriffe notwendig werden.
Leben mit der Erkrankung
Schuppenflechte erfordert eine tägliche Hautpflege – vor allem in Schüben. Mit der richtigen Behandlung können Sie aber ein weitgehend normales Leben führen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung und Sport (achten Sie auf atmungsaktive Kleidung)
- Milde Sonne kann helfen – aber nicht zu viel, Sonnenbrand vermeiden
- Verzichten Sie auf stark parfümierte Pflegeprodukte
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen kann die Entzündungsbereitschaft senken. Vermeiden Sie extremes Über- oder Untergewicht. Bewegung an der frischen Luft ist gut für Haut und Psyche.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die sichtbaren Hautveränderungen können schambehaftet sein und das Selbstbewusstsein belasten. Viele Betroffene fühlen sich unsicher oder werden im Alltag angestarrt. Es ist wichtig, sich Hilfe zu holen – durch Gespräche mit dem Arzt, psychologische Unterstützung oder Selbsthilfegruppen.
Vorbeugung
Schuppenflechte lässt sich nicht verhindern. Aber Sie können Schübe vermeiden oder abschwächen, indem Sie bekannte Auslöser meiden (wie Stress, Infekte, Rauchen).
Impfungen
Gegen Schuppenflechte gibt es keinen Impfstoff. Die üblichen Schutzimpfungen (z. B. gegen Grippe, Pneumokokken) werden aber empfohlen, da Infekte Schübe auslösen können. Bei bestimmten Systemtherapien besprechen Sie Impfungen mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Ein spezielles Früherkennungsprogramm gibt es nicht. Achten Sie aber auf Gelenkbeschwerden – lassen Sie diese frühzeitig abklären, um einer Psoriasis-Arthritis vorzubeugen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Entzündung der Gelenke (Psoriasis-Arthritis) mit bleibenden Schäden
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes
- Depressive Störungen durch die psychische Belastung
- Hautinfektionen durch Aufkratzen oder rissige Haut
Langzeitprognose
Schuppenflechte ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist. Aber die Behandlungsmöglichkeiten sind heute sehr gut. Mit der richtigen Therapie kann die Haut meist klar werden oder zumindest deutlich besser werden. Die Lebensqualität lässt sich deutlich verbessern. Viele Betroffene führen ein normales, aktives Leben.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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