Psoriasis in children
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronische Hauterkrankung. Das Immunsystem – die körpereigene Abwehr – ist zu aktiv und greift gesunde Hautzellen an. Dadurch bilden sich auf der Haut rote, entzündete Stellen, die mit silbrigen Schuppen bedeckt sind. Die Erkrankung ist nicht ansteckend.
Wichtige Fakten
- Psoriasis bei Kindern zeigt sich oft anders als bei Erwachsenen – zum Beispiel an den Ellenbogen, Knien und der Kopfhaut.
- Die Krankheit verläuft in Schüben: Mal sind die Beschwerden stärker, mal fast verschwunden.
- Psoriasis kann vererbt werden – wenn ein Elternteil betroffen ist, steigt das Risiko für das Kind.
Psoriasis kommt bei Kindern seltener vor als bei Erwachsenen. Etwa jedes dritte bis vierte Kind mit Psoriasis zeigt die ersten Symptome vor dem 16. Lebensjahr.
Jungen und Mädchen sind etwa gleich häufig betroffen. Die Erkrankung kann bereits im Kleinkindalter beginnen, oft zeigen sich die ersten Anzeichen aber zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr.
Symptome
- Eine plötzliche Verschlechterung mit Fieber, Schüttelfrost und großflächigen, schmerzhaften Hautrötungen (Verdacht auf eine Psoriasis-Form, die den ganzen Körper betrifft) – sofort den Notruf 112 wählen.
- ⚠Starke Schmerzen oder Eiter in den Gelenken (kann auf Psoriasis-Arthritis hinweisen) – noch am selben Tag zum Arzt oder in die Notaufnahme.
- ⚠Wenn die Hautblasen oder nässende Stellen entwickelt und das Kind sich sehr unwohl fühlt.
Häufige Symptome
- Rote, entzündete Hautflecken mit silbrigen Schuppen – meist an Ellenbogen, Knien, Kopfhaut und unterem Rücken.
- Juckreiz – manchmal stark, manchmal kaum vorhanden.
- Trockene, rissige Haut, die leicht bluten kann.
- Verdickte oder geriffelte Finger- und Zehennägel.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern treten die Flecken oft im Gesicht, an den Armen und Beinen auf – auch am Po und an der Kopfhaut.
- Manchmal zeigen sich kleine, punktförmige Flecken (Psoriasis guttata), die nach einem Infekt wie einer Mandelentzündung auftreten.
- Windelpsoriasis bei Säuglingen: rote, nässende Stellen im Windelbereich, die nicht abheilen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen (älter als 60 Jahre) sind die Flecken oft dicker und stärker schuppig.
- Die Haut ist besonders trocken und neigt zu Rissen.
- Nagelveränderungen sind häufig – Nägel werden brüchig oder lösen sich ab.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Man weiß, dass das Immunsystem – die Abwehr des Körpers – fehlgesteuert ist und zu viele Entzündungssignale aussendet.
- Vererbung spielt eine wichtige Rolle: Bestimmte Gene (Erbanlagen) erhöhen das Risiko.
- Äußere Auslöser (Trigger) können einen Schub starten, zum Beispiel Infektionen, Stress, bestimmte Medikamente oder Hautverletzungen.
Risikofaktoren
- Ein Elternteil oder Geschwister mit Psoriasis – dann ist das Risiko für das Kind erhöht.
- Vorausgegangene Infekte, besonders durch Streptokokken (z. B. Mandelentzündung).
- Übergewicht kann die Entzündung verstärken.
- Rauchen in der Umgebung (Passivrauchen) kann Psoriasis bei Kindern begünstigen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn das Kind plötzlich viele kleine rote Flecken oder großflächige Hautrötungen bekommt, mit Fieber.
- Wenn Gelenke schmerzen, anschwellen oder sich steif anfühlen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltenden Hautveränderungen, die nicht abheilen oder immer wiederkehren.
- Bei starkem Juckreiz, der das Kind beim Schlafen oder Spielen stört.
- Wenn Sie als Eltern unsicher sind, ob es sich um Psoriasis oder eine andere Hauterkrankung handelt.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin (Hautarzt / Kinderarzt) untersucht die Haut genau. Oft reicht der typische Blick auf die roten, schuppigen Flecken aus, um Psoriasis zu erkennen. Manchmal wird eine kleine Hautprobe (Biopsie) entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung – der Arzt begutachtet Haut, Kopfhaut und Nägel.
- Hautbiopsie – nur selten nötig, um andere Hautkrankheiten auszuschließen.
- Blutuntersuchung – wenn eine Gelenkbeteiligung vermutet wird (Psoriasis-Arthritis).
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arztbesuch dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Das Kind muss sich für die Untersuchung ausziehen, damit alle Hautstellen gesehen werden können. Der Arzt wird auch nach Familienmitgliedern mit Psoriasis fragen. Meist steht die Diagnose nach der ersten Untersuchung fest.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Psoriasis, dem Alter des Kindes und den betroffenen Hautstellen. Ziel ist es, die Entzündung zu lindern, die Schuppen zu lösen und die Haut zu beruhigen. Es gibt verschiedene Ansätze, die der Arzt mit Ihnen bespricht.
Selbsthilfe zu Hause
- Die Haut täglich mit einer milden, parfümfreien Feuchtigkeitscreme eincremen – das schützt die Hautbarriere.
- Kurze, lauwarme Bäder (nicht heiß) mit Badeöl – danach sanft abtupfen, nicht rubbeln.
- Lockere, weiche Kleidung aus Baumwolle tragen – das vermeidet Reibung auf der Haut.
- Die Haut nicht kratzen – kurze Fingernägel helfen, Verletzungen zu vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Für die Behandlung bei Kindern stehen verschiedene Mittel zur äußerlichen Anwendung zur Verfügung, wie Salben oder Cremes mit entzündungshemmenden oder schuppenlösenden Wirkstoffen (z. B. Glukokortikoide, Vitamin-D-Analoga, Teerzubereitungen). Bei mittelschweren bis schweren Formen kann eine Lichttherapie (Bestrahlung mit UV-Licht) oder eine innerliche Behandlung mit Tabletten oder Spritzen (Immunmodulatoren) infrage kommen. Welche Therapie am besten passt, entscheidet der Arzt individuell. Lassen Sie sich in Ihrer Hautarztpraxis oder Kinderarztpraxis beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Psoriasis normalerweise nicht nötig. Nur bei sehr seltenen Komplikationen an Gelenken könnte ein orthopädischer Eingriff erwogen werden – das ist aber die Ausnahme.
Leben mit der Erkrankung
Psoriasis ist eine chronische Erkrankung – sie kommt und geht in Schüben. Um den Alltag zu erleichtern, ist eine gute Hautpflege sehr wichtig. Ihr Kind kann am normalen Leben teilnehmen: Schwimmen, Sport und Spielen sind erlaubt. Klären Sie andere Eltern oder Erzieher darüber auf, dass Psoriasis nicht ansteckend ist.
Tipps für den Alltag
- Stress vermeiden – Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation können helfen, Schübe zu reduzieren.
- Auf eine gesunde Körperhaltung achten – Bewegung fördert das Wohlbefinden.
- Nicht rauchen und Passivrauchen vermeiden – das verschlechtert Psoriasis.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann die Entzündung im Körper verringern. Manche Kinder reagieren empfindlich auf Zucker oder stark verarbeitete Lebensmittel – das können Sie gemeinsam ausprobieren. Regelmäßige Bewegung an der frischen Sonne (aber mit Sonnenschutz!) kann positive Effekte haben. Sonnenlicht mildert bei vielen die Psoriasis.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Psoriasis kann das Selbstbewusstsein von Kindern beeinträchtigen – vor allem, wenn die Flecken sichtbar sind. Mobbing oder Ausgrenzung sind möglich. Es ist wichtig, mit dem Kind offen über die Erkrankung zu sprechen und ihm zu zeigen, dass es nicht allein ist. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit oder Scham sollten Sie professionelle Hilfe suchen. Psychologische Unterstützung kann sehr helfen.
Vorbeugung
Psoriasis lässt sich nicht verhindern, weil die Veranlagung in den Genen liegt. Aber Sie können Auslöser für Schübe vermeiden: Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise, vermeiden Sie Stress und Hautverletzungen. Bei Infekten wie einer Mandelentzündung frühzeitig behandeln. Das kann die Häufigkeit der Schübe verringern.
Impfungen
Kinder mit Psoriasis sollten alle empfohlenen Impfungen erhalten. Einige Impfungen (z. B. gegen Grippe) sind sogar besonders wichtig, weil Infekte Psoriasis-Schübe auslösen können. Besprechen Sie sich mit Ihrem Kinderarzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine routinemäßige Früherkennungsuntersuchung für Psoriasis. Wenn in der Familie Psoriasis vorkommt, können Sie die Haut Ihres Kindes regelmäßig im Auge behalten und bei ersten Anzeichen den Arzt aufsuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Hautveränderungen können sich ausbreiten und dauerhaft bestehen bleiben.
- Es kann zu einer Psoriasis-Arthritis kommen – das ist eine schmerzhafte Gelenkentzündung.
- Starker Juckreiz kann zu Schlafstörungen und Konzentrationsproblemen führen.
- Die Lebensqualität des Kindes kann sich verschlechtern – sozialer Rückzug oder Depression sind möglich.
Langzeitprognose
Psoriasis ist zwar nicht heilbar, aber bei den meisten Kindern gut behandelbar. Viele haben nur leichte Schübe, die mit Cremes gut kontrolliert werden können. Mit der richtigen Behandlung und Unterstützung können Kinder mit Psoriasis ein völlig normales, aktives Leben führen. Auch wenn die Erkrankung manchmal eine Herausforderung ist – es gibt viele gute Hilfsangebote.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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