Psoriasis in older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Psoriasis ist eine chronische Hauterkrankung, bei der sich die Hautzellen zu schnell erneuern. Dadurch entstehen gerötete, schuppige Stellen, oft mit silbrigen Schuppen. Die Krankheit verläuft in Schüben und kann die Haut, aber auch Nägel und Gelenke betreffen.
Wichtige Fakten
- Psoriasis ist nicht ansteckend.
- Bei älteren Menschen kann die Haut dünner und trockener sein, was die Behandlung beeinflusst.
- Eine Behandlung kann die Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern.
Psoriasis ist eine häufige Hauterkrankung. Bei älteren Erwachsenen tritt sie seltener neu auf als bei Jüngeren, aber viele Menschen haben sie schon seit Jahren.
Psoriasis kann in jedem Alter auftreten. Bei älteren Erwachsenen kommt sie oft langsam und in milderen Formen vor, kann aber auch bereits bestehen.
Symptome
- Plötzliche, sehr schwere Gelenkschmerzen mit hohem Fieber – das kann auf eine Gelenkentzündung hindeuten.
- Atemnot oder Schluckbeschwerden, wenn die Psoriasis mit einer allergischen Reaktion einhergeht.
- ⚠Sehr starke Schmerzen oder Rötung der Haut, die sich schnell ausbreitet – möglicherweise eine Infektion.
- ⚠Plötzliche, starke Gelenkschwellung, die die Bewegung unmöglich macht.
Häufige Symptome
- Rötliche, dicke Hautstellen mit silbrigen Schuppen
- Trockene, rissige Haut, die bluten kann
- Juckreiz, Brennen oder Schmerzen auf der Haut
- Verdickte, verfärbte oder löchrige Nägel (Nagelpsoriasis)
- Entzündete, steife Gelenke (Psoriasis-Arthritis) – besonders bei älteren Menschen wichtig
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern treten oft kleine, punktförmige Hautstellen auf (Tröpfchenpsoriasis).
- Die Hautstellen können von einer Infektion, z.B. einer Mandelentzündung, ausgelöst werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Haut ist häufig dünner und trockener, sodass Cremes anders wirken.
- Psoriasis kann sich auf großen Hautflächen ausbreiten, z.B. am Rücken oder an den Beinen.
- Juckreiz und Hautreizungen sind bei älteren Menschen oft stärker.
- Gelenkbeschwerden (Psoriasis-Arthritis) treten häufiger auf und können die Beweglichkeit einschränken.
- Die Erkrankung kann schwerer zu behandeln sein, weil die Haut langsamer heilt.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Fehlregulation des Immunsystems: Abwehrzellen greifen fälschlicherweise Hautzellen an und beschleunigen deren Wachstum.
- Vererbung: Psoriasis tritt familiär gehäuft auf. Bestimmte Gene spielen eine Rolle.
- Auslöser wie Infektionen (z.B. Mandelentzündung), Stress, Hautverletzungen, Medikamente (wie Betablocker) oder Kälte.
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung (Eltern oder Geschwister mit Psoriasis)
- Starkes Übergewicht (erhöht Entzündungsneigung)
- Rauchen (verschlechtert den Verlauf)
- Häufiger Stress oder psychische Belastungen
- Bestimmte Medikamente, z.B. gegen Bluthochdruck oder Malaria
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei neuen, starken Gelenkschwellungen oder -schmerzen – bitte noch am selben Tag ärztlichen Rat einholen.
- Wenn sich die Haut rötlich verfärbt, Blasen wirft oder Fieber hinzukommt – dann könnte eine Infektion vorliegen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Hautveränderungen länger als zwei Wochen bestehen oder sich ausbreiten.
- Bei Juckreiz oder Schuppenbildung, die den Alltag beeinträchtigt.
- Wenn die Nägel verändert sind oder Gelenke wehtun.
Diagnose
Der Arzt oder die Hautärztin erkennt Psoriasis meist anhand des typischen Hautbildes. Oft reicht eine Blickdiagnose aus. Manchmal wird eine kleine Hautprobe entnommen (Biopsie).
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung (Begutachtung von Haut, Kopfhaut, Nägel und Gelenken)
- Frage nach Beschwerden, Familienvorgeschichte und Auslösern
- Ggf. Hautbiopsie (Entnahme einer kleinen Gewebeprobe unter örtlicher Betäubung)
- Bei Gelenkbeschwerden: Blutuntersuchung (z.B. Entzündungswerte) und Röntgen oder Ultraschall der Gelenke
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Besuch beim Hautarzt ist unkompliziert. Sie schildern Ihre Beschwerden, der Arzt untersucht Haut und ggf. Gelenke. Fälle mit Beteiligung der Gelenke können an einen Rheumatologen überwiesen werden.
Behandlung
Die Behandlung von Psoriasis richtet sich nach der Schwere und nach anderen Erkrankungen. Bei älteren Menschen ist die Hautpflege besonders wichtig. Viele Behandlungen stehen zur Auswahl, von Cremes über Lichttherapie bis zu Tabletten oder Spritzen.
Selbsthilfe zu Hause
- Täglich die Haut mit rückfettenden, parfümfreien Cremes pflegen (z.B. aus der Apotheke).
- Sanfte Reinigung: Lauwarm duschen, milde Seifen oder Duschöle verwenden.
- Kratzen vermeiden – kühlen Sie die Haut oder klopfen Sie sie sanft ab.
- Luftige Kleidung aus Naturfasern tragen, um Reibung zu vermeiden.
- Stress abbauen durch Entspannungsübungen, Spaziergänge oder Hobbys.
Medizinische Behandlungen
Ärztliche Behandlungen umfassen: Cremes mit entzündungshemmenden Wirkstoffen (wie Kortison oder Vitamin-D-Derivate), Lichttherapie (UV-B oder Schmalband-UVB), Tabletten, die das Immunsystem beeinflussen, oder moderne Biologika, die per Spritze oder Infusion verabreicht werden. Bei älteren Menschen wird die Behandlung besonders auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten abgestimmt. Der Arzt entscheidet gemeinsam mit Ihnen, was am besten passt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Psoriasis selbst nicht nötig. Bei schwerer Psoriasis-Arthritis mit Gelenkschäden kann jedoch ein Gelenkersatz (z.B. Hüft- oder Knieprothese) in Betracht gezogen werden – das entscheidet der Facharzt.
Leben mit der Erkrankung
Psoriasis ist oft gut in den Alltag integrierbar. Mit der richtigen Hautpflege und Behandlung bleiben die meisten Menschen beschwerdearm. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie Schübe erkennen und was Sie dann tun können.
Tipps für den Alltag
- Auf Rauchen verzichten – das verschlechtert den Verlauf.
- Übergewicht abbauen – das entlastet Gelenke und senkt Entzündungen.
- Haut schonen: Keine aggressiven Peelings, keine heißen Bäder.
- Sonnenlicht in Maßen nutzen (UV-Schutz nicht vergessen).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren (z.B. in Fisch oder Leinöl) kann entzündungshemmend wirken. Regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren hält Gelenke beweglich und hilft beim Stressabbau.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Psoriasis kann seelisch belasten – durch Scham wegen der Haut, Juckreiz oder Schmerzen. Viele ältere Menschen fühlen sich unsicher. Es ist wichtig, darüber zu sprechen, z.B. mit dem Arzt, der Familie oder einer Selbsthilfegruppe. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit ist professionelle Hilfe sinnvoll.
Vorbeugung
Psoriasis selbst kann man nicht verhindern, weil die Veranlagung angeboren ist. Aber Sie können Schübe vermeiden oder abschwächen: Stress vermeiden, sich gut pflegen, auf Rauchen und starkes Übergewicht achten.
Impfungen
Lassen Sie sich nach den Empfehlungen Ihres Arztes impfen (z.B. Grippe-, Pneumokokken- und COVID-19-Impfung). Bei modernen Psoriasis-Medikamenten (Biologika) sollten Impfungen vorher abgesprochen werden.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Früherkennung. Bei ersten Hautveränderungen oder Gelenkbeschwerden sollten Sie frühzeitig zum Arzt gehen. Wenn Sie bereits Psoriasis haben, sind regelmäßige Hautarzt-Kontrollen sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunehmende Hautausbreitung mit stärkerem Juckreiz und Entzündungen.
- Nagelveränderungen, die schmerzhaft oder kosmetisch störend sind.
- Entwicklung oder Verschlechterung einer Psoriasis-Arthritis mit Gelenkschäden.
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes (durch chronische Entzündung).
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung und Hautpflege kann die Psoriasis meist gut kontrolliert werden. Die Lebensqualität verbessert sich deutlich, und viele ältere Menschen haben nur selten starke Schübe. Auch wenn die Krankheit nicht heilbar ist, gibt es heute viele Möglichkeiten, sie in Schach zu halten. Bleiben Sie im Austausch mit Ihrem Arzt – das gibt Sicherheit.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Psoriasis Bund e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.