Psoriasis patient overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Psoriasis ist eine chronische Hauterkrankung. Chronisch bedeutet, dass sie lange anhält. Bei Psoriasis bildet die Haut zu schnell neue Zellen. Dadurch entstehen dicke, rote, schuppige Stellen. Diese Hautveränderungen nennt man Plaques. Psoriasis ist nicht ansteckend.
Wichtige Fakten
- Psoriasis ist nicht heilbar, aber gut behandelbar.
- Sie kann auch die Gelenke betreffen (Psoriasis-Arthritis).
- Die Schübe kommen und gehen – es gibt Phasen mit starker und schwacher Ausprägung.
Ja, Psoriasis ist recht häufig. In Deutschland haben etwa 2 von 100 Menschen diese Erkrankung.
Psoriasis kann in jedem Alter auftreten. Am häufigsten beginnt sie zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Männer und Frauen sind etwa gleich oft betroffen.
Symptome
- Rasche Ausbreitung der Rötung über große Körperflächen (Erythrodermie)
- Zusätzlich Fieber, Schüttelfrost oder starkes Krankheitsgefühl
- Ausbildung von kleinen, mit Eiter gefüllten Bläschen (pustulöse Psoriasis)
- ⚠Gelenkschwellung oder -steifheit, die Sie im Alltag behindert
- ⚠Infektion der Haut (z. B. Eiter, Rötung und Wärme)
- ⚠Starker Juckreiz, der Sie nicht schlafen lässt oder Kratzwunden verursacht
Häufige Symptome
- Rote, deutlich abgegrenzte Hautstellen mit silbrig-weißen Schuppen
- Juckreiz oder Brennen auf der Haut
- Trockene oder rissige Haut, die auch bluten kann
- Verdickte, verfärbte oder brüchige Fingernägel
- Schmerzen, Steifheit oder Schwellungen in den Gelenken (Hinweis auf Psoriasis-Arthritis)
Symptome bei Kindern
- Die Hautveränderungen sind oft kleiner und weniger schuppig als bei Erwachsenen.
- Häufig betroffen: Kopfhaut, Gesicht und Windelbereich.
- Juckreiz kann sehr stark sein und den Schlaf stören.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Plaques sind oft größer und dicker.
- Die Haut kann dünner und empfindlicher werden, was die Behandlung erschwert.
- Begleitende Gelenkbeschwerden (Psoriasis-Arthritis) treten häufiger auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Fehlregulation des Immunsystems: Die Abwehrzellen greifen fälschlicherweise die eigenen Hautzellen an und regen sie zu übermäßigem Wachstum an.
- Vererbung: Psoriasis tritt in Familien gehäuft auf.
Risikofaktoren
- Stress
- Infektionen, besonders mit Streptokokken (Mandelentzündung)
- Bestimmte Medikamente (z. B. Betablocker, Lithium)
- Rauchen
- Übergewicht
- Hautverletzungen (z. B. Kratzer, Sonnenbrand)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich großflächig rote Haut haben und sich krank fühlen.
- Wenn Sie Gelenkschmerzen haben, die den Alltag einschränken.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zum ersten Mal Hautveränderungen bemerken, die nicht weggehen.
- Wenn die bisherige Behandlung nicht mehr wirkt.
- Wenn der Juckreiz oder die Schuppenbildung Ihre Lebensqualität beeinträchtigen.
Diagnose
Die Diagnose stellt ein Arzt oder eine Ärztin (Hautarzt) meist durch eine gründliche Untersuchung der Haut, Kopfhaut und Nägel. Oft reicht der typische Anblick der Hautveränderungen aus.
Mögliche Untersuchungen
- Hautbiopsie: Entnahme einer kleinen Hautprobe zur Untersuchung unter dem Mikroskop – hilft, andere Hautkrankheiten auszuschließen.
- Blutuntersuchung: Manchmal nötig, um andere Ursachen auszuschließen oder die Entzündungswerte zu messen.
- Röntgen oder Ultraschall der Gelenke: Falls eine Psoriasis-Arthritis vermutet wird.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt oder die Ärztin wird Sie nach Ihren Symptomen, der Dauer und möglichen Auslösern fragen. Er oder sie wird die betroffenen Stellen genau ansehen. Meist ist die Diagnose schnell gestellt, und Sie erhalten Empfehlungen zur Behandlung.
Behandlung
Die Behandlung der Psoriasis hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Sie zielt darauf ab, die Hautveränderungen zu reduzieren, den Juckreiz zu lindern und Schübe zu verhindern. Es gibt verschiedene Ansätze, die oft kombiniert werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Täglich eincremen mit rückfettenden oder harnstoffhaltigen Cremes (ohne Rezept)
- Sanfte Hautreinigung mit milden, parfümfreien Produkten
- Kurzes, lauwarmes Duschen – nicht zu heiß
- Kratzen vermeiden, ggf. kühlende Auflagen nutzen
- Stress vermeiden oder bewusst abbauen (z. B. Entspannungsübungen)
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung erfolgt stufenweise. Bei leichter Psoriasis werden äußerliche Mittel angewendet wie Cremes oder Salben mit entzündungshemmenden oder zellwachstumsregulierenden Wirkstoffen. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis kommen Lichttherapie (UV-Bestrahlung) oder systemische Medikamente in Tablettenform oder als Spritze infrage. Dazu gehören zum Beispiel Biologika, die gezielt in das fehlgeleitete Immunsystem eingreifen. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, besprechen Sie mit Ihrem Hautarzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind bei Psoriasis selbst nicht üblich. Nur bei schweren Gelenkschäden durch Psoriasis-Arthritis kann ein Gelenkersatz (z. B. Hüft- oder Knieprothese) nötig sein.
Leben mit der Erkrankung
Mit Psoriasis zu leben bedeutet, auf die Haut zu achten und Auslöser zu meiden. Ein geregelter Tagesablauf, ausreichend Schlaf und eine gute Hautpflege helfen, die Schübe zu verringern. Viele Menschen führen ein völlig normales Leben.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – Rauchen verschlechtert die Psoriasis.
- Alkohol in Maßen oder gar nicht trinken.
- Stress bewältigen durch Yoga, Meditation oder Spaziergänge.
- Hautverletzungen vermeiden (z. B. beim Rasieren oder Sport).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und ungesättigten Fettsäuren kann entzündungshemmend wirken. Bewegung an der frischen Luft tut der Haut und der Seele gut – aber Sonnenbrand vermeiden, da er Schübe auslösen kann.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Psoriasis kann das Selbstbewusstsein belasten, weil die Hautveränderungen sichtbar sind. Viele Betroffene fühlen sich unsicher oder meiden bestimmte Situationen. Es ist wichtig, sich Hilfe zu holen – zum Beispiel durch Gespräche mit Freunden, einer Selbsthilfegruppe oder einem Psychologen. Wenn Sie Gedanken an Selbstverletzung haben, wenden Sie sich sofort an eine Krisenberatung.
Vorbeugung
Psoriasis lässt sich nicht verhindern, da sie genetisch bedingt ist. Sie können jedoch versuchen, bekannte Auslöser wie Stress, Rauchen oder Infekte zu meiden, um Schübe seltener zu machen.
Impfungen
Lassen Sie sich wie empfohlen impfen (z. B. gegen Grippe). Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Lebendimpfstoffe bei bestimmten systemischen Behandlungen möglich sind.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine Routine-Untersuchung auf Psoriasis. Wenn jedoch bei Ihnen Psoriasis bekannt ist, sollte Ihr Arzt regelmäßig auf Gelenkbeschwerden achten, um eine Psoriasis-Arthritis frühzeitig zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlimmerung der Hautveränderungen und großflächige Ausbreitung
- Entwicklung einer Psoriasis-Arthritis mit Gelenkschäden
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes
- Seelische Belastung bis hin zu Depressionen
Langzeitprognose
Psoriasis ist eine chronische Erkrankung, aber mit der richtigen Behandlung lässt sich die Lebensqualität deutlich verbessern. Heute stehen viele wirksame Therapien zur Verfügung. Die meisten Menschen können gut mit ihrer Psoriasis leben – sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie passende Behandlung.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutscher Psoriasis Bund e.V. · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.