Rheumatoid arthritis living in adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, bei der das Immunsystem die eigenen Gelenke angreift. Das führt zu Schwellungen, Schmerzen und Steifheit, vor allem in den Händen und Füßen. Ohne Behandlung können die Gelenke dauerhaft geschädigt werden.
Wichtige Fakten
- Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung – das heißt, das Immunsystem greift körpereigenes Gewebe an.
- Sie betrifft häufig die kleinen Gelenke an Händen und Füßen, kann aber auch andere Gelenke und Organe betreffen.
- Eine frühzeitige Behandlung kann fortschreitende Schäden verhindern und die Lebensqualität verbessern.
Rheumatoide Arthritis ist nicht selten. In Deutschland sind etwa 0,5 bis 1 % der Bevölkerung betroffen, das sind rund 500.000 bis 800.000 Menschen.
Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten jedoch zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Frauen sind etwa drei- bis viermal häufiger betroffen als Männer.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen in einem großen Gelenk, das rot und heiß ist – das kann auf eine Gelenkinfektion hindeuten.
- Plötzliche Atemnot oder Brustschmerzen – das kann auf eine Entzündung von Herz oder Lunge hindeuten.
- ⚠Wenn die Gelenkschwellung so stark wird, dass Sie Ihre Gelenke nicht mehr bewegen können.
- ⚠Wenn Sie hohes Fieber mit Gelenkschmerzen haben.
- ⚠Wenn sich Ihre Symptome innerhalb weniger Tage deutlich verschlechtern.
Häufige Symptome
- Schmerzen und Steifheit in mehreren Gelenken, besonders morgens oder nach Ruhephasen
- Schwellungen und Wärmegefühl in den betroffenen Gelenken
- Müdigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl, manchmal leichtes Fieber
- Eingeschränkte Beweglichkeit der Gelenke
- Symmetrischer Befall – das bedeutet, die gleichen Gelenke auf beiden Körperseiten sind betroffen
Symptome bei Kindern
- Juvenile idiopathische Arthritis ist die Form bei Kindern. Die Symptome ähneln denen bei Erwachsenen, aber es können auch Fieberschübe, Hautausschlag oder Augenentzündungen auftreten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann die Rheumatoide Arthritis leicht mit Arthrose verwechselt werden. Charakteristisch ist eine länger anhaltende Morgensteifigkeit von über 30 Minuten und deutliche Entzündungszeichen in den Gelenken.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Es wird angenommen, dass eine Fehlregulation des Immunsystems vorliegt.
- Eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren wie Rauchen spielt eine Rolle.
Risikofaktoren
- Rauchen (starker Risikofaktor)
- Übergewicht
- Weibliches Geschlecht
- Bestimmte Genvarianten (z.B. HLA-DRB1)
- Infektionen oder Hormonveränderungen könnten das Immunsystem beeinflussen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei neu auftretenden Gelenkschwellungen, die über mehrere Tage anhalten.
- Wenn Sie morgens länger als 30 Minuten steif sind.
- Wenn die Schmerzen Ihre normalen Aktivitäten beeinträchtigen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Gelenkbeschwerden haben, die länger als 6 Wochen anhalten, sollten Sie einen Hausarzt aufsuchen.
- Zur Verlaufskontrolle, wenn bereits eine Diagnose besteht.
Diagnose
Die Diagnose stellt in der Regel ein Facharzt für Rheumatologie. Er oder sie kombiniert Ihre Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung, Bluttests und manchmal bildgebende Verfahren.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf Rheumafaktoren und Antikörper (z.B. ACPA) sowie Entzündungsmarker (CRP, BSG)
- Gelenkultraschall oder Röntgenaufnahmen
- Evtl. MRT (Magnetresonanztomographie) für eine genauere Darstellung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie nach Ihren Beschwerden fragen, die Gelenke untersuchen auf Schwellung, Wärme und Beweglichkeit. Die Blutergebnisse und Bilder helfen, andere Erkrankungen auszuschließen. Es kann einige Wochen dauern, bis eine eindeutige Diagnose steht.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, Entzündungen zu hemmen, Schmerzen zu lindern, Gelenkschäden zu verhindern und die Lebensqualität zu erhalten. Standard ist eine medikamentöse Therapie, die früh begonnen werden sollte.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegung der Gelenke in Schmerzfreiheit – leichte Dehnübungen
- Wärme- oder Kälteanwendungen zur Linderung von Steifheit oder Schwellung
- Ergonomische Hilfsmittel (z.B. dicke Stifte, Flaschenöffner) – fragen Sie Ihren Ergotherapeuten
- Stressbewältigung durch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung umfasst entzündungshemmende Mittel, sogenannte NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika), Glukokortikoide (Kortison) in niedriger Dosierung und Basistherapeutika (DMARD), die das Immunsystem modulieren. Seit einigen Jahren gibt es auch Biologika, die gezielt in den Entzündungsprozess eingreifen. Welche Medikamente für Sie geeignet sind, entscheidet Ihr Rheumatologe. Wichtig ist, alle Therapien genau mit Ihrem Arzt zu besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn ein Gelenk trotz Behandlung stark zerstört ist und die Schmerzen oder die Funktion stark beeinträchtigt sind, kann eine Operation wie ein Gelenkersatz (Endoprothese) in Betracht gezogen werden – zum Beispiel an Hüfte oder Knie.
Leben mit der Erkrankung
Der Alltag mit Rheumatoider Arthritis kann herausfordernd sein. Durch die Erkrankung sind Sie möglicherweise schneller müde und brauchen mehr Zeit für bestimmte Tätigkeiten. Planen Sie Pausen ein und nutzen Sie Hilfsmittel. Es ist wichtig, die eigenen Grenzen zu akzeptieren und sich nicht zu überfordern.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung anpassen an den aktuellen Zustand
- Rauchen aufgeben – Rauchen verstärkt die Entzündung
- Reduzieren Sie Stress – er kann Schübe auslösen
- Ausreichend Schlaf und Erholung
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren (z.B. aus Fisch) kann entzündungshemmend wirken. Bewegen Sie sich so viel wie möglich, aber überlasten Sie die Gelenke nicht. Geeignet sind Schwimmen, Radfahren oder Spazierengehen. Ein Physiotherapeut kann Ihnen Übungen zeigen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die chronische Erkrankung belastet oft die Psyche. Viele Betroffene fühlen sich manchmal traurig, ängstlich oder frustriert. Das ist normal. Zögern Sie nicht, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen oder eine psychologische Unterstützung zu suchen. Bei akuten Krisen können Sie die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Nummer 0800 111 0 111 anrufen.
Vorbeugung
Da die genaue Ursache nicht bekannt ist, kann Rheumatoide Arthritis nicht verhindert werden. Allerdings können Sie Ihr Risiko senken, indem Sie nicht rauchen, Übergewicht vermeiden und auf eine gesunde Lebensweise achten.
Impfungen
Lassen Sie die von Ihrem Arzt empfohlenen Impfungen durchführen, insbesondere gegen Grippe, Lungenentzündung und COVID-19, da Rheumapatienten ein erhöhtes Infektionsrisiko haben.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening auf Rheumatoide Arthritis. Bei familiärer Vorbelastung sollten Sie jedoch auf frühe Symptome achten und bei anhaltenden Gelenkbeschwerden einen Arzt aufsuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafte Gelenkzerstörung und -verformung
- Entzündung der inneren Organe (Herz, Lunge, Augen)
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Osteoporose (Knochenschwund) durch Entzündung oder Kortisonbehandlung
- Eingeschränkte Lebensqualität durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen und konsequenten Behandlung können die meisten Menschen mit Rheumatoider Arthritis ein aktives Leben führen. Die Therapie hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Bei vielen Betroffenen lässt sich die Entzündung gut kontrollieren. Auch wenn eine Heilung nicht möglich ist, können Sie mit der richtigen Unterstützung Ihren Alltag gut bewältigen. Bleiben Sie in enger Absprache mit Ihrem medizinischen Team.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2026
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