Shingles (Herpes Zoster)
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine schmerzhafte Hauterkrankung, die durch das gleiche Virus verursacht wird, das auch Windpocken auslöst. Nach einer Windpocken-Infektion bleibt das Virus im Körper schlummernd und kann Jahre später als Gürtelrose wieder aktiv werden. Es tritt meist als einseitiger, streifenförmiger Hautausschlag mit Bläschen auf, der von brennenden oder stechenden Schmerzen begleitet wird.
Wichtige Fakten
- Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht, das auch Windpocken auslöst.
- Der Ausschlag tritt meist nur auf einer Körperseite auf, oft am Rumpf oder im Gesicht.
- Eine frühzeitige Behandlung kann die Dauer und Schwere der Erkrankung reduzieren.
- Die Impfung gegen Gürtelrose wird für Menschen ab 60 Jahren empfohlen (laut STIKO).
- Komplikationen wie anhaltende Nervenschmerzen (postherpetische Neuralgie) sind möglich, aber selten.
Ja, Gürtelrose ist gar nicht so selten. Etwa jeder dritte Mensch, der einmal Windpocken hatte, bekommt im Laufe seines Lebens eine Gürtelrose. In Deutschland erkranken jährlich etwa 300.000 bis 400.000 Menschen daran.
Gürtelrose kann jeden treffen, der schon einmal Windpocken hatte. Besonders häufig betroffen sind ältere Menschen ab 50 Jahren und Personen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa durch Stress, Erkrankungen oder bestimmte Medikamente.
Symptome
- Wenn der Ausschlag die Augen oder die Nasenspitze betrifft (Verdacht auf Befall des Augennervs – sofort zum Augenarzt oder ins Krankenhaus)
- Wenn Sie plötzlich Sehstörungen oder starke Augenschmerzen haben
- Wenn Sie Taubheitsgefühle oder Lähmungen im Gesicht oder an den Gliedmaßen bemerken
- ⚠Starke Schmerzen, die mit üblichen Schmerzmitteln nicht nachlassen
- ⚠Ausbreitung des Ausschlags auf große Flächen oder in die Nähe der Augen
- ⚠Fieber über 39 °C oder starkes Krankheitsgefühl
- ⚠Wenn Sie schwanger sind oder ein geschwächtes Immunsystem haben
Häufige Symptome
- Brennende, stechende oder ziehende Schmerzen in einem bestimmten Hautbereich, meist einseitig
- Rötung und Ausschlag mit kleinen, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, die nach einigen Tagen verkrusten
- Juckreiz oder Taubheitsgefühl an der betroffenen Stelle
- Allgemeine Krankheitszeichen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, leichtes Fieber
Symptome bei Kindern
- Kinder haben oft mildere Verläufe mit weniger Schmerzen
- Der Ausschlag kann kleiner sein und schneller abheilen
- Seltener treten Fieber oder starke Müdigkeit auf
- Sie können die Erkrankung durch Windpocken-Impfung vermeiden
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Stärkere und länger anhaltende Schmerzen, die schon vor dem Ausschlag beginnen können
- Höheres Risiko für anhaltende Nervenschmerzen (postherpetische Neuralgie)
- Bläschen können sich sekundär infizieren und schwerer abheilen
- Manchmal treten allgemeine Schwäche und erhöhte Temperatur auf
Ursachen
Hauptursachen
- Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst, dasselbe Virus, das Windpocken verursacht.
- Nach einer Windpocken-Infektion bleibt das Virus in den Nervenwurzeln des Rückenmarks schlummern.
- Wenn das Immunsystem geschwächt ist (z. B. durch Alter, Stress, Krankheit), kann das Virus wieder aktiv werden und entlang eines Nervs zur Haut wandern.
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahre
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Krebserkrankungen, HIV, Organtransplantation, Chemotherapie)
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Rheuma
- Starker Stress oder psychische Belastung
- Manche Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (z. B. Kortison oder Immunsuppressiva)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei ersten Anzeichen wie brennenden Schmerzen oder Ausschlag, besonders wenn er am Kopf oder in der Nähe der Augen auftritt
- Wenn Sie sich insgesamt sehr krank fühlen oder hohes Fieber haben
- Wenn die Bläschen eitrig werden oder sich die Haut stark entzündet
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie typische Symptome einer Gürtelrose haben, aber keine akute Gefahr besteht, können Sie innerhalb von 24 Stunden einen Termin beim Hautarzt (Dermatologen) oder beim Hausarzt vereinbaren.
Diagnose
Die Diagnose stellt der Arzt meist schon aufgrund des typischen Hautausschlags und der Beschwerden. Er wird Sie nach Ihren Symptomen fragen und die Haut untersuchen.
Mögliche Untersuchungen
- Bei unklarem Ausschlag kann ein Abstrich von den Bläschen gemacht und im Labor auf das Virus getestet werden (PCR-Test).
- Ein Bluttest auf Antikörper kann bei atypischen Verläufen helfen.
- Bei Verdacht auf Beteiligung der Augen oder des Gesichtsnervs wird eine augenärztliche oder neurologische Untersuchung empfohlen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird die betroffene Haut genau ansehen und gegebenenfalls einen kleinen Abstrich nehmen. Danach bespricht er mit Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten. Meist ist keine weitere aufwändige Diagnostik nötig.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Viren zu bekämpfen, die Schmerzen zu lindern und Komplikationen wie anhaltende Nervenschmerzen zu verhindern. Je früher mit der Therapie begonnen wird (idealerweise innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags), desto wirksamer ist sie.
Selbsthilfe zu Hause
- Kühlen Sie die betroffenen Hautstellen mit feuchten Umschlägen oder Kühlpads, um Juckreiz und Schmerzen zu lindern.
- Vermeiden Sie Kratzen an den Bläschen, um Infektionen zu vermeiden.
- Ruhen Sie sich aus und vermeiden Sie Stress, um Ihr Immunsystem zu unterstützen.
- Tragen Sie lockere, weiche Kleidung, die die schmerzhafte Haut nicht reizt.
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann antivirale Medikamente verschreiben, die die Vermehrung des Virus hemmen. Diese werden meist als Tabletten eingenommen. Zusätzlich können Schmerzmittel (wie Paracetamol oder Ibuprofen) und bei starken Nervenschmerzen spezielle Medikamente wie bestimmte Antidepressiva oder Antiepileptika zum Einsatz kommen. In schweren Fällen wird eine Behandlung im Krankenhaus mit antiviralen Infusionen durchgeführt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Gürtelrose in der Regel nicht notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Während der akuten Phase sollten Sie sich schonen und die Bläschen sauber und trocken halten. Die meisten Menschen können nach etwa 2–4 Wochen wieder ihrem normalen Alltag nachgehen, sobald die Bläschen abgeheilt sind und die Schmerzen nachlassen.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie engen Kontakt zu Menschen, die noch keine Windpocken hatten oder nicht geimpft sind, bis alle Bläschen verkrustet sind.
- Achten Sie auf eine gute Hygiene: Waschen Sie regelmäßig die Hände, berühren Sie die Bläschen möglichst nicht.
- Bauen Sie Stress ab – etwa durch Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie ausreichend Flüssigkeit unterstützt das Immunsystem. Leichte Bewegung wie Spaziergänge sind in der Regel erlaubt, jedoch sollten Sie sich nicht überanstrengen. Bei starken Schmerzen ist Bettruhe sinnvoll.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Gürtelrose kann psychisch belastend sein, vor allem durch die oft starken Schmerzen und die Sorge um mögliche Folgen. Es ist wichtig, sich Unterstützung zu holen – etwa durch Gespräche mit Angehörigen oder dem Arzt. Bei anhaltenden depressiven Verstimmungen kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Eine Gürtelrose kann nicht immer verhindert werden, aber das Risiko lässt sich durch eine Impfung deutlich senken. Auch ein gesunder Lebensstil mit wenig Stress und guter Ernährung kann das Immunsystem stärken.
Impfungen
Es gibt eine Impfung gegen Gürtelrose, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Menschen ab 60 Jahren empfohlen wird. Bei bestimmten Vorerkrankungen (z. B. Immunschwäche) wird die Impfung bereits ab 50 Jahren empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Impfung – sie ist gut verträglich und schützt zuverlässig vor einem Ausbruch oder zumindest vor schweren Verläufen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf Gürtelrose. Die Diagnose wird gestellt, wenn Symptome auftreten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Postherpetische Neuralgie – anhaltende Nervenschmerzen, die monatelang oder länger bestehen bleiben können
- Bakterielle Infektion der Hautbläschen (Sekundärinfektion)
- Bei Befall der Augen: Entzündungen der Hornhaut oder Sehstörungen, selten auch dauerhafte Sehschäden
- Selten: Beteiligung des Gehirns (Meningitis oder Enzephalitis) – das ist sehr selten, erfordert aber sofortige Behandlung
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich vollständig von Gürtelrose – der Ausschlag heilt ab, und die Schmerzen klingen nach einigen Wochen ab. Bei rechtzeitiger Behandlung sind Komplikationen selten. Auch wenn es zu anhaltenden Nervenschmerzen kommt, gibt es heutzutage gute Behandlungsmöglichkeiten. Bleiben Sie zuversichtlich: Die Prognose ist bei gesunden Menschen sehr gut.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. (DHA) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.