Sinusitis in children
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Sinusitis ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Das sind luftgefüllte Hohlräume im Gesicht um die Nase und Augen herum. Bei Kindern entsteht sie oft nach einem Schnupfen oder einer Erkältung. Die Schleimhäute schwellen an, der Schleim kann nicht richtig abfließen, und es entsteht Druck oder Schmerz.
Wichtige Fakten
- Die meisten Fälle von Sinusitis bei Kindern heilen von selbst aus – oft innerhalb von 1 bis 2 Wochen.
- Nur etwa 5 bis 10 % der Sinusitiden bei Kindern werden durch Bakterien verursacht.
- Eine Sinusitis ist nicht ansteckend, aber die Erkältungsviren, die sie auslösen können, schon.
Ja, Sinusitis ist bei Kindern recht häufig, besonders im Vorschul- und Schulalter. Viele Kinder erleben sie im Laufe ihrer Kindheit mindestens einmal.
Besonders häufig betroffen sind Kinder zwischen 4 und 7 Jahren. Auch Kinder mit Heuschnupfen oder anderen Allergien erkranken öfter daran.
Symptome
- Schwellung oder Rötung um die Augen
- Starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit oder Erbrechen
- Sehstörungen (z. B. Doppelbilder) oder Verwirrtheit
- Hohes Fieber über 39 °C, das nicht sinkt
- ⚠Symptome, die länger als 10 Tage anhalten oder sich nach einer Besserung wieder verschlechtern
- ⚠Starke Schmerzen im Gesicht, die auch mit Schmerzmitteln nicht nachlassen
- ⚠Fieber über 38,5 °C, das länger als 3 Tage anhält
- ⚠Ihr Kind wirkt sehr krank, ist kaum ansprechbar oder verweigert das Trinken
Häufige Symptome
- Verstopfte oder laufende Nase
- Druckgefühl oder Schmerzen im Gesicht, besonders um die Wangen oder Stirn
- Husten, der nachts oder beim Hinlegen schlimmer wird
- Fieber (meist leicht bis mittel)
Symptome bei Kindern
- Schnupfen, der länger als 10 Tage anhält
- Dickflüssiger, gelblicher oder grünlicher Schleim aus der Nase
- Reizbarkeit oder Müdigkeit
- Schlechter Appetit, weil das Riechen und Schmecken eingeschränkt ist
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Dieser Abschnitt betrifft ältere Menschen, nicht Kinder. Bei älteren Erwachsenen können sich Sinusitis-Symptome anders zeigen, z. B. eher mit Kopfschmerzen oder Verwirrtheit. Da dies jedoch ein Artikel für Kinder ist, sprechen Sie bei Fragen zu Erwachsenen bitte Ihren Arzt an.
Ursachen
Hauptursachen
- Meist Viren, die eine Erkältung auslösen – die Schleimhäute schwellen an und der Schleim staut sich
- Seltener Bakterien, die sich erst im gestauten Schleim vermehren (bakterielle Sinusitis)
Risikofaktoren
- Alter: Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter sind anfälliger
- Allergien wie Heuschnupfen
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch andere Erkrankungen)
- Enger Kontakt zu anderen Kindern (z. B. in Kita oder Schule)
- Passivrauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Ihr Kind hat eines der oben genannten Notfall- oder dringenden Symptome
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltendem Schnupfen über 10 Tage ohne Besserung
- Wenn Sie unsicher sind, ob eine Behandlung nötig ist
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist durch ein Gespräch mit Ihnen und eine gründliche Untersuchung Ihres Kindes. Er schaut in die Nase, tastet das Gesicht ab und hört die Lunge ab. Oft reicht das aus.
Mögliche Untersuchungen
- In manchen Fällen kann eine Ultraschalluntersuchung der Nasennebenhöhlen helfen
- Eine Nasenspiegelung (Endoskopie) ist bei hartnäckigen Fällen möglich
- Röntgen oder CT werden nur bei Verdacht auf Komplikationen eingesetzt – und das sehr selten bei Kindern
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist für Ihr Kind nicht schmerzhaft. Der Arzt wird sanft vorgehen. Sie können Ihr Kind darauf vorbereiten, dass ihm die Nase geleuchtet wird. In den meisten Fällen sind keine Blutabnahmen oder anderen Tests nötig.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, ob eine Virusinfektion oder ein bakterieller Infekt vorliegt. Bei viralen Infekten helfen vor allem Hausmittel und Geduld. Bei bakteriellen Infekten kann der Arzt Antibiotika verschreiben – aber nur, wenn es nötig ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken: Wasser, ungesüßte Tees helfen, den Schleim zu verflüssigen
- Kopf hochlagern beim Schlafen – das erleichtert das Abfließen des Schleims
- Inhalieren mit Wasserdampf (unter Aufsicht eines Erwachsenen) – lindert die Beschwerden
- Nasenspülungen mit Salzwasser (Kochsalzlösung) aus der Apotheke – befeuchten die Schleimhäute
Medizinische Behandlungen
Wenn die Symptome schwer sind oder länger als 10 Tage anhalten, kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Das tut er nur, wenn er eine bakterielle Infektion vermutet. Gegen Schmerzen und Fieber können altersgerechte Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen – besprechen Sie die richtige Dosierung mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Abschwellende Nasensprays sollten nur kurz und nach Rücksprache mit dem Arzt verwendet werden, da sie bei längerer Anwendung die Schleimhäute schädigen können.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Kindern nur sehr selten nötig. Sie kommt infrage, wenn die Sinusitis immer wiederkehrt und die Lebensqualität stark beeinträchtigt, oder wenn Komplikationen drohen. Dabei wird der verstopfte Abgang der Nasennebenhöhlen geöffnet.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Kinder erholen sich innerhalb von ein bis zwei Wochen. Sorgen Sie für Ruhe und viel Flüssigkeit. Ihr Kind kann in den Kindergarten oder die Schule gehen, sobald es sich besser fühlt und kein Fieber mehr hat.
Tipps für den Alltag
- Viel trinken, warme Getränke wie Hühnersuppe
- Feuchte Raumluft (z. B. mit einem Luftbefeuchter oder feuchten Tüchern)
- Kurzzeitige Anwendung von Meerwassernasenspray
- Vermeiden Sie Rauch in der Wohnung
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt das Immunsystem. Leichte Bewegung an der frischen Luft ist in Ordnung, solange Ihr Kind keine akuten Beschwerden hat. Bei Fieber oder starkem Husten sollte es sich schonen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Sinusitis kann für Kinder unangenehm sein – sie fühlen sich schlapp, können schlecht riechen und schlafen. Für Eltern ist es oft belastend, wenn das Kind quengelig ist. Nehmen Sie sich Zeit für ruhige Beschäftigungen wie Vorlesen. Wenn Sie sich sehr sorgen, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt.
Vorbeugung
Ganz verhindern lässt sich eine Sinusitis nicht, aber das Risiko lässt sich senken: Regelmäßiges Händewaschen, ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung und eine rauchfreie Umgebung stärken die Abwehrkräfte Ihres Kindes.
Impfungen
Die Grippeimpfung (Influenza-Impfung) und die Impfung gegen Pneumokokken können schwere Atemwegsinfektionen verhindern, die manchmal eine Sinusitis auslösen. Fragen Sie Ihren Kinderarzt, welche Impfungen für Ihr Kind empfohlen werden.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening auf Sinusitis. Eine frühzeitige Behandlung von Allergien oder vergrößerten Rachenmandeln kann jedoch dazu beitragen, wiederkehrende Infekte zu vermeiden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Sehr selten kann sich die Entzündung auf die Augenhöhlen ausbreiten (Orbitalphlegmone) oder ins Gehirn (Hirnhautentzündung). Das sind ernste, aber äußerst seltene Komplikationen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Kinder mit einer Sinusitis werden vollständig gesund – ohne bleibende Schäden. Mit einer guten Betreuung zu Hause und bei Bedarf ärztlicher Behandlung heilt die Erkrankung meist problemlos aus. Auch wenn die Symptome unangenehm sind: In den allermeisten Fällen ist eine Sinusitis gut beherrschbar.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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