Sinusitis in infants
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Sinusitis bei Säuglingen ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Das sind kleine, mit Luft gefüllte Räume im Schädel rund um die Nase. Bei einer Erkältung oder Allergie können diese Schleimhäute anschwellen und sich entzünden. Bei Babys sind die Nebenhöhlen noch nicht vollständig entwickelt, daher ist eine echte Sinusitis selten und oft schwer zu erkennen.
Wichtige Fakten
- Sinusitis bei Säuglingen tritt meist als Komplikation einer Erkältung auf.
- Die Nebenhöhlen von Babys sind noch sehr klein, daher zeigen sie oft unspezifische Symptome wie Unruhe oder Trinkunlust.
- Die meisten Fälle heilen von selbst aus, manchmal ist aber eine ärztliche Behandlung nötig.
Sinusitis ist bei Säuglingen insgesamt eher selten, da ihre Nebenhöhlen noch nicht vollständig entwickelt sind. Häufiger sind einfache Erkältungen oder andere Atemwegsinfektionen.
Betroffen sind vor allem Säuglinge im ersten Lebensjahr, besonders wenn sie häufig Erkältungen haben oder in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krippen betreut werden.
Symptome
- Plötzlich sehr hohes Fieber (über 39°C) mit Schüttelfrost
- Starke Teilnahmslosigkeit, das Baby ist kaum zu wecken
- Krampfanfälle
- Anzeichen eines Kreislaufversagens: blasse, marmorierte Haut oder flache, schnelle Atmung
- ⚠Fieber, das länger als drei Tage anhält
- ⚠Starke Schmerzen im Gesicht oder um die Augen herum, die das Kind weinen lassen
- ⚠Schwellung oder Rötung rund um ein Auge
- ⚠Trinkverweigerung über mehrere Stunden
Häufige Symptome
- Anhaltende, wässrige bis dickflüssige Nasenabsonderung, die auch grünlich oder gelblich sein kann
- Verstopfte Nese, die das Atmen und Trinken erschwert
- Husten, besonders nachts
Symptome bei Kindern
- Bei Kleinkindern und älteren Kindern können zusätzlich Kopfschmerzen, Druckgefühl im Gesicht oder Zahnschmerzen auftreten
- Fieber ist möglich, aber nicht immer vorhanden
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Dieser Abschnitt ist bei einem Artikel über Säuglinge nicht zutreffend, da es um die Altersgruppe der Babys geht. Ältere Erwachsene haben andere Risiken und Symptome.
Ursachen
Hauptursachen
- Viren, die eine Erkältung verursachen (z. B. Rhinoviren), können auch eine Nebenhöhlenentzündung auslösen
- Bakterien, die sich nach einer Virusinfektion ansiedeln (z. B. Pneumokokken, Haemophilus influenzae)
- Selten: ein verlegter Abfluss der Nebenhöhlen durch eine angeborene Nasenpolype oder einen Fremdkörper
Risikofaktoren
- Häufige Erkältungen, z. B. durch Betreuung in der Krippe oder Geschwisterkinder
- Passivrauchen – Zigarettenrauch reizt die Schleimhäute und macht anfälliger für Infektionen
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Frühgeburtlichkeit oder bestimmte Erkrankungen
- Allergien oder Asthma in der Familie (auch wenn das Baby noch keine Symptome zeigt)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei jedem Fieber, das länger als drei Tage anhält oder sehr hoch ist
- Wenn das Baby starke Schmerzen zu haben scheint (z. B. ständiges Weinen, das nicht aufhört)
- Bei Anzeichen einer Augen- oder Hirnhautbeteiligung (geschwollene Augen, Nackensteifigkeit, Erbrechen)
- Wenn das Baby weniger als die Hälfte der üblichen Trinkmenge zu sich nimmt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Symptome einer Erkältung länger als 7–10 Tage andauern oder sich nach einer Besserung wieder verschlechtern
- Bei anhaltendem Husten über zwei Wochen
- Wenn Sie unsicher sind und eine Beruhigung brauchen
Diagnose
Die Diagnose stellt eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt hauptsächlich durch die körperliche Untersuchung und die Krankengeschichte. Bei Babys wird selten eine Nasenspiegelung oder Bildgebung eingesetzt, weil die Nebenhöhlen noch sehr klein sind.
Mögliche Untersuchungen
- Eine genaue Anamnese: Wie lange bestehen die Symptome? Gab es Fieber?
- Abhören von Lunge und Herz, Blick in den Rachen und die Ohren
- Bei Verdacht auf bakterielle Sinusitis oder Komplikationen kann ein Ultraschall der Nebenhöhlen durchgeführt werden (schmerzfrei, ohne Strahlung)
- In seltenen Fällen: eine Nasenabstrich-Untersuchung, um den Erreger zu bestimmen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist für das Baby in der Regel nicht belastend. Der Arzt wird die Nase, den Mund und die Ohren ansehen und den Kopf abtasten. Sie werden gefragt, wie das Kind sich verhält und ob es Fieber hat. Es werden keine Blutabnahmen oder Röntgenuntersuchungen routinemäßig benötigt.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, ob eine Virus- oder eine Bakterieninfektion vorliegt. In den meisten Fällen heilt eine virale Sinusitis von selbst aus. Bakterielle Formen können eine Antibiotika-Behandlung erfordern. Im Vordergrund steht immer die Linderung der Symptome, damit das Baby gut trinken und schlafen kann.
Selbsthilfe zu Hause
- Für ausreichende Flüssigkeit sorgen: weiter stillen oder Fläschchen geben, eventuell häufiger kleinere Mengen anbieten
- Die Nase mit einer sanften Kochsalzlösung (aus der Apotheke) befeuchten und mit einem Nasensauger vorsichtig absaugen
- Erhöhte Kopfposition beim Schlafen (z. B. eine flache Rolle unter die Matratze legen, niemals ein Kissen direkt unter den Kopf des Babys)
- Raumluft befeuchten, zum Beispiel durch ein feuchtes Tuch auf der Heizung oder einen Luftbefeuchter
- Vermeiden Sie Rauch und andere Reizstoffe in der Umgebung
Medizinische Behandlungen
Bei einer bakteriellen Sinusitis kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Dieses muss genau nach Anweisung gegeben werden, auch wenn es dem Baby schon vorher besser geht. Keine rezeptfreien Erkältungsmittel für Säuglinge verwenden, da viele nicht altersgerecht sind. Schmerz- und Fiebermittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können nach ärztlicher Anweisung eingesetzt werden, um das Wohlbefinden zu verbessern – die genaue Dosierung und das Alter erfragen Sie bitte bei Ihrem Kinderarzt oder Apotheker. Gegebenenfalls werden auch abschwellende Nasentropfen für wenige Tage verordnet, aber nur nach ärztlicher Anweisung, da sie bei Babys Nebenwirkungen haben können.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. Drainage der Nebenhöhlen) ist bei Säuglingen extrem selten nötig. Sie kommt nur infrage, wenn sich eine schwere Komplikation entwickelt, wie ein Abszess oder eine Ausbreitung der Infektion auf die Augenhöhle.
Leben mit der Erkrankung
Ein Baby mit Nebenhöhlenentzündung braucht vor allem Ruhe, Nähe und viel Flüssigkeit. Die Symptome können einige Tage bis zwei Wochen anhalten. Bleiben Sie geduldig und beobachten Sie, ob sich der Zustand bessert. Wichtig ist, auf Warnzeichen zu achten und bei Unsicherheit den Kinderarzt zu kontaktieren.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie das Baby warm und vermeiden Sie Zugluft
- Sorgen Sie für eine rauchfreie Umgebung
- Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, um eine weitere Ausbreitung von Keimen zu vermeiden
- Gönnen Sie sich als Eltern auch Erholung – die Pflege eines kranken Babys ist anstrengend
Ernährung und Bewegung
Beim Stillen oder Füttern sollten Sie das Baby oft anlegen, auch wenn es wegen der verstopften Nase manchmal kurze Pausen braucht. Leichte Bewegung an der frischen Luft (wenn kein Fieber) kann gut tun, aber vermeiden Sie körperliche Anstrengung. Bei Fieber sollte das Baby im Bett bleiben.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein krankes Baby kann sehr fordernd sein und die Eltern erschöpfen. Sorgen um die Gesundheit des Kindes und Schlafmangel belasten die ganze Familie. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Hebamme oder Freunden über Ihre Gefühle. Es ist normal, sich manchmal überfordert zu fühlen.
Vorbeugung
Eine komplette Vorbeugung ist nicht möglich, aber das Risiko lässt sich senken. Stillen stärkt das Immunsystem des Babys. Regelmäßiges Händewaschen und Lüften der Räume reduzieren die Ansteckungsgefahr. Vermeiden Sie unbedingt Passivrauchen.
Impfungen
Die empfohlenen Impfungen nach dem Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) schützen unter anderem vor Pneumokokken und Haemophilus influenzae – Bakterien, die eine Sinusitis auslösen können. Halten Sie die Impfungen Ihres Babys aktuell.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Früherkennungsprogramm für Sinusitis. Die Vorsorgeuntersuchungen (U1 bis U9) beim Kinderarzt dienen der allgemeinen Gesundheitsüberwachung, bei der auch wiederkehrende Atemwegsinfektionen besprochen werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Entzündung auf das Mittelohr (Mittelohrentzündung) – sehr häufig bei Babys
- Länger anhaltende Hustensymptome oder chronische Nasennebenhöhlenentzündung
- In seltenen Fällen: Ausbreitung auf die Augenhöhle mit Schwellung, Rötung oder eingeschränkter Augenbeweglichkeit
- Sehr selten: Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Hirnabszess – dann sofort den Notruf 112 wählen
Langzeitprognose
Die allermeisten Babys mit einer Nebenhöhlenentzündung erholen sich vollständig, wenn sie gut versorgt werden und frühzeitig ärztlich betreut werden. Dank moderner Behandlung und der natürlichen Abwehrkräfte ist eine vollständige Heilung die Regel. Ernsthafte Komplikationen sind heute sehr selten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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