Sinusitis in older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist eine Entzündung der Schleimhaut in den Nebenhöhlen der Nase. Diese Hohlräume im Gesichtsknochen können sich durch Infekte oder Allergien entzünden und mit Flüssigkeit füllen.
Wichtige Fakten
- Bei älteren Menschen verläuft eine Sinusitis oft milder, kann aber länger anhalten.
- Eine unbehandelte Sinusitis kann sich auf benachbarte Bereiche wie Augen oder Hirnhäute ausbreiten – das ist selten, aber ernst.
- Virusinfektionen sind die häufigste Ursache; Bakterien spielen erst nach mehr als 10 Tagen eine Rolle.
Ja, Sinusitis ist eine häufige Erkrankung. Auch im Alter tritt sie auf, wird aber manchmal nicht erkannt, weil die Symptome weniger typisch sind.
Besonders betroffen sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Allergien oder einer verkrümmten Nasenscheidewand. Im Alter kann die Durchblutung der Schleimhäute nachlassen, was die Abwehr erschwert.
Symptome
- Plötzliche starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit
- Schwellung oder Rötung um ein Auge herum
- Doppeltsehen oder Sehstörungen
- Hohes Fieber (> 39 °C) mit starkem Krankheitsgefühl
- Bewusstseinsstörungen oder Verwirrtheit
- ⚠Anhaltende Schmerzen im Gesicht, die auf einfache Schmerzmittel nicht ansprechen
- ⚠Eitriger Nasenausfluss, der nach einer Besserung wieder zunimmt
- ⚠Verschlechterung des Allgemeinzustands ohne klaren Grund
Häufige Symptome
- Verstopfte Nase
- Druckgefühl oder Schmerzen im Gesicht, besonders beim Bücken
- Veränderter Geruchssinn
- Dickflüssiger, gelblicher Nasenausfluss
- Kopfschmerzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Häufig nur leichte Symptome wie anhaltende Müdigkeit oder ein dumpfer Kopfschmerz
- Manchmal fehlen typische Anzeichen wie Fieber oder Gesichtsschmerz
- Verschlechterung des Allgemeinzustands oder Verwirrtheit kann ein Zeichen einer schwereren Entzündung sein
Ursachen
Hauptursachen
- Virusinfektionen (z. B. Erkältungsviren)
- Bakterielle Infektionen (meist nach einer Virusinfektion)
- Allergien (z. B. Heuschnupfen)
- Pilzinfektionen (selten, eher bei geschwächtem Immunsystem)
Risikofaktoren
- Kürzlich durchgemachter grippaler Infekt
- Nasenpolypen oder verkrümmte Nasenscheidewand
- Rauchen oder ständige Reizung der Atemwege
- Zahnwurzelentzündungen (können auf die Nebenhöhlen übergreifen)
- Geschwächtes Immunsystem durch Alter oder Grunderkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei allen oben genannten Notfall- oder dringenden Symptomen
- Wenn Sie Fieber über 38,5 °C haben
- Wenn die Beschwerden länger als 10 Tage anhalten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltenden Alltagsbeschwerden wie verstopfter Nase und Gesichtsdruck
- Wenn Sie wiederholt Nebenhöhlenentzündungen haben (mehr als 4 Mal pro Jahr)
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist durch ein Gespräch und eine Untersuchung von Nase und Rachen. Mit einem Endoskop (dünner Schlauch mit Kamera) kann er die Schleimhäute direkt betrachten.
Mögliche Untersuchungen
- Anamnese (Krankengeschichte)
- Nasenendoskopie
- Bei unklarem Befund: Bildgebung (z. B. Computertomographie oder Ultraschall)
- Selten: Abstrich aus der Nase, um den Erreger zu bestimmen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Der Arzt wird Ihnen noch in der Sprechstunde sagen, ob eine einfache Sinusitis vorliegt oder ob weitere Maßnahmen nötig sind.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und Schwere. Meist reichen Selbsthilfe-Maßnahmen aus. Bei bakterieller Infektion kann der Arzt in manchen Fällen Antibiotika verordnen – jedoch nur bei bestimmten Anzeichen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken, um den Schleim zu verflüssigen
- Inhalieren von Wasserdampf (z. B. mit Kamille oder Kochsalz)
- Warme Kompressen auf Stirn und Wangen
- Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, um die Nase freizuhalten
- Nasenspülungen mit Kochsalzlösung (in der Apotheke erhältlich)
Medizinische Behandlungen
Abschwellende Nasensprays können kurzfristig helfen, sollten aber nicht länger als eine Woche angewendet werden. Bei einer bakteriellen Infektion kann Ihr Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Auch kortisonhaltige Nasensprays kommen bei Allergien oder Polypen zum Einsatz – immer nach ärztlicher Anweisung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur selten infrage, zum Beispiel wenn die Nebenhöhlen dauerhaft verstopft sind oder sich ein sogenanntes Empyem (Eiteransammlung) gebildet hat. Der Arzt bespricht mit Ihnen die Vor- und Nachteile.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie auf eine gute Nasenpflege, z. B. durch regelmäßige Spülungen. Vermeiden Sie starke Temperaturschwankungen und trockene Heizungsluft. Lüften Sie Ihre Räume regelmäßig.
Tipps für den Alltag
- Rauchen und Passivrauchen vermeiden
- Staub und Schimmel in der Wohnung reduzieren
- Bei Allergien: Allergene meiden (z. B. Pollenflugkalender beachten)
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau zur Stärkung des Immunsystems
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt die Abwehrkräfte. Leichte Bewegung an der frischen Luft fördert die Durchblutung der Schleimhäute – aber bei akuter Sinusitis eher schonen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine lästige Sinusitis kann auf Dauer belasten, besonders wenn sie immer wieder kommt. Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme sind nicht selten. Es ist verständlich, wenn Sie sich dadurch gereizt oder niedergeschlagen fühlen.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken. Stärken Sie Ihr Immunsystem mit gesunder Lebensweise, meiden Sie Infekte und lüften Sie regelmäßig.
Impfungen
Die Grippeimpfung (Influenza-Impfung) und die Pneumokokken-Impfung können schwere Atemwegsinfektionen verhindern, die eine Sinusitis auslösen könnten. Ihr Arzt berät Sie dazu.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening. Wenn Sie häufiger unter Sinusitis leiden, kann eine Abklärung durch den HNO-Arzt sinnvoll sein, um Grunderkrankungen wie Allergien oder Polypen zu behandeln.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Entzündung auf die Augen (Augenhöhlenvereiterung)
- Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) – sehr selten
- Chronische Sinusitis (länger als 12 Wochen)
- Knochenentzündung (Osteomyelitis) im Gesichtsschädel
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung heilt die akute Sinusitis fast immer vollständig aus. Auch chronische Formen lassen sich durch moderne Behandlungen gut kontrollieren. Suchen Sie frühzeitig ärztlichen Rat, um Komplikationen zu vermeiden. Sie sind nicht allein – Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hilft Ihnen gerne.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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