Sinusitis in teenagers
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Sinusitis ist eine Entzündung der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen. Die Nebenhöhlen sind mit Luft gefüllte Hohlräume im Schädel, die um die Nase herum liegen. Wenn diese Schleimhäute anschwellen, kann der Schleim nicht mehr richtig abfließen und es kommt zu Druckgefühl und Schmerzen.
Wichtige Fakten
- Sinusitis tritt bei Teenagern häufig nach einer Erkältung auf.
- Die Beschwerden bessern sich meist von selbst innerhalb von 7 bis 10 Tagen.
- Nur selten ist eine Behandlung mit Antibiotika nötig – vor allem bei bakteriellen Infekten.
- Eine unbehandelte Sinusitis kann in sehr seltenen Fällen Komplikationen verursachen, wenn die Entzündung auf benachbarte Strukturen übergreift.
Ja, Sinusitis ist bei Teenagern recht häufig, besonders in den Wintermonaten und nach einer Erkältung oder Grippe. Viele Jugendliche leiden zumindest einmal darunter.
Sinusitis kann jeden treffen, tritt aber besonders häufig bei Teenagern mit Allergien, Asthma oder einem geschwächten Immunsystem auf. Auch Jugendliche, die rauchen oder Passivrauch ausgesetzt sind, haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Plötzlich auftretende, starke Kopf- oder Gesichtsschmerzen, die mit einem steifen Nacken oder Fieber über 39,5°C einhergehen (Verdacht auf Hirnhautentzündung/Meningitis)
- Verschwommenes Sehen, Doppelbilder oder geschwollene, gerötete Augenlider (Verdacht auf Augenentzündung/orbitale Komplikation)
- Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit oder extreme Schläfrigkeit
- Krampfanfälle
- ⚠Starke Kopfschmerzen, die nicht auf übliche Schmerzmittel ansprechen
- ⚠Fieber über 38,5°C, das länger als 3 Tage anhält
- ⚠Schwellung oder Rötung um die Augen herum, auch wenn vorher keine
- ⚠Erneute Verschlechterung nach einer Besserung (sogenannte „zweite Welle“)
- ⚠Symptome, die länger als 10 Tage anhalten und nicht besser werden
Häufige Symptome
- Verstopfte oder laufende Nase, oft einseitig beginnend
- Druckgefühl oder Schmerzen im Gesicht, besonders um die Stirn, Wangen oder hinter den Augen
- Kopfschmerzen, die sich beim Bücken oder Liegen verstärken
- Gelb-grünlicher Nasenausfluss (Schnupfen)
- Eingeschränkter Geruchs- und Geschmackssinn
- Husten, besonders nachts oder morgens
- Leichtes Fieber (bis etwa 38°C)
- Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein
Symptome bei Kindern
- Bei jüngeren Kindern (unter 10 Jahren) stehen oft Husten und eine verstopfte Nase im Vordergrund, Gesichtsschmerzen sind seltener.
- Sie klagen häufig über allgemeine Übelkeit oder schlechten Atem.
- Fieber kann höher sein als bei Teenagern (über 38,5°C möglich).
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Sinusitis bei älteren Erwachsenen (über 65 Jahre) ist seltener, aber die Symptome können sich mit anderen Erkrankungen überschneiden.
- Oft treten Kopfschmerzen im Hinterkopf oder Nackenbereich auf, weniger typische Gesichtsschmerzen.
- Allgemeine Schwäche, Verwirrtheit oder Appetitlosigkeit können die einzigen Anzeichen sein – daher ist bei älteren Menschen besondere Vorsicht geboten.
Ursachen
Hauptursachen
- Viren: Meistens geht eine Erkältung voraus – die Viren schwellen die Nasenschleimhaut an und blockieren die Nebenhöhlen.
- Bakterien: Wenn der Schleim länger nicht abfließt, können sich Bakterien ansiedeln und eine eitrige Entzündung verursachen.
- Allergien: Heuschnupfen oder Hausstauballergien können die Schleimhäute dauerhaft anschwellen lassen.
- Pilze: Sehr selten – vor allem bei Jugendlichen mit geschwächtem Immunsystem.
Risikofaktoren
- Häufige Erkältungen oder Grippe
- Allergien (Heuschnupfen, Hausstaub, Schimmelpilze)
- Asthma
- Vergrößerte Rachenmandeln oder Polypen in der Nase
- Rauchen (auch Passivrauch)
- Trockene Luft oder starke Temperaturwechsel
- Zahnerkrankungen (die Wurzeln der oberen Backenzähne können in die Kieferhöhle ragen)
- Schwaches Immunsystem durch Erkrankungen wie Diabetes oder durch Medikamente
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Siehe oben unter „Notfall“ – bei Beschwerden aus der Notfallliste sofort den Notruf 112 wählen oder in die nächste Notaufnahme.
- Bei starken Schmerzen, hohem Fieber oder Schwellungen im Gesicht noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Symptome länger als 10 Tage andauern und nicht besser werden.
- Bei wiederholt auftretender Sinusitis (mehr als 4 Mal im Jahr).
- Wenn der Schulalltag oder die Lebensqualität stark eingeschränkt ist.
- Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um eine normale Erkältung oder doch eine Nebenhöhlenentzündung handelt – Ihr Hausarzt hilft Ihnen.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose hauptsächlich durch ein Gespräch (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung. Er fragt nach den Beschwerden, der Dauer und möglichen Auslösern. Dann schaut er sich die Nase mit einem kleinen Leuchtröhren (Nasenspekulum) an und tastet sanft die Nebenhöhlen ab, um Druck- und Klopfschmerz festzustellen.
Mögliche Untersuchungen
- Nasenendoskopie: Der Arzt schiebt einen dünnen Schlauch mit einer Kamera vorsichtig in die Nase, um die Nasengänge und die Ausgänge der Nebenhöhlen zu betrachten.
- Bildgebung: Nur selten nötig – bei Verdacht auf Komplikationen oder chronische Sinusitis kann eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden.
- Abstrich: Wenn eine bakterielle Infektion vermutet wird – der Arzt nimmt mit einem Wattestäbchen etwas Sekret aus der Nase und lässt es im Labor untersuchen.
- Allergietests: Bei häufig wiederkehrender Sinusitis kann getestet werden, ob Allergien die Ursache sind.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arztbesuch ist in der Regel unkompliziert und schmerzfrei. Sie werden gebeten, auf einem Stuhl Platz zu nehmen und den Kopf nach hinten zu neigen. Die Untersuchung mit dem Nasenspekulum kann kurz unangenehm sein, tut aber nicht weh. Der Arzt erklärt jeden Schritt und beantwortet gerne Ihre Fragen. Nach der Untersuchung bespricht er mit Ihnen die nächsten Schritte, meist Handlungsempfehlungen für zu Hause.
Behandlung
Die Behandlung einer Sinusitis richtet sich nach der Ursache und der Schwere der Symptome. Meistens genügt es, zu Hause ein paar einfache Maßnahmen zu ergreifen, um die Beschwerden zu lindern. Medikamente sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker eingenommen werden – insbesondere bei Teenagern ist Vorsicht geboten, da nicht alle Mittel für Jugendliche geeignet sind. Die deutsche AWMF-Leitlinie empfiehlt eine abwartende Haltung bei leichten Fällen und Antibiotika nur bei klaren Zeichen einer bakteriellen Infektion.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken: Wasser oder ungesüßter Tee hilft, den Schleim zu verflüssigen.
- Nasenspülungen mit Kochsalzlösung: Spülen Sie die Nase mehrmals täglich mit einer isotonischen Salzlösung – das befeuchtet die Schleimhäute und spült Viren und Bakterien aus.
- Inhalieren: Atmen Sie über einer Schüssel mit heißem Wasserdampf (mit Vorsicht – nicht zu nah, um Verbrennungen zu vermeiden). Ein paar Tropfen ätherische Öle wie Kamille oder Pfefferminze können die Wirkung unterstützen (für Jugendliche geeignet).
- Wärme: Eine warme Kompresse oder ein feuchtes Tuch auf Stirn und Wangen lindert das Druckgefühl.
- Kopf hochlegen: Schlafen Sie mit einem erhöhten Kopfkissen – das erleichtert den Schleimabfluss.
- Schonen: Geben Sie Ihrem Körper Ruhe, insbesondere in den ersten Tagen.
- Auf Rauchen verzichten: Achten Sie auch auf Passivrauch.
Medizinische Behandlungen
Bei anhaltenden oder starken Beschwerden können fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel eingenommen werden – bitte immer nach Packungsbeilage und am besten nach Rücksprache mit einem Arzt. Gegen die Nasenschwellung helfen abschwellende Nasensprays (nicht länger als 7 Tage anwenden, da sie sonst die Nasenschleimhaut schädigen). Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben – die meisten Fälle heilen aber ohne. In der Regel wird zunächst 7 bis 10 Tage abgewartet, ob es Besserung gibt. Kortisonhaltige Nasensprays werden manchmal bei Allergien oder chronischer Sinusitis eingesetzt – sie wirken entzündungshemmend und sind bei Teenagern sicher, wenn der Arzt sie verordnet hat.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur in seltenen Fällen infrage – zum Beispiel wenn die Sinusitis immer wiederkehrt (chronisch) oder wenn Polypen oder anatomische Hindernisse (wie eine verkrümmte Nasenscheidewand) den Abfluss blockieren. Der Eingriff nennt sich Funktionelle Endoskopische Nasennebenhöhlenoperation (FESS) und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Er ist in der Regel schonend und wird erst nach gründlicher Abwägung empfohlen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer akuten Sinusitis ist es wichtig, den Alltag etwas zu entschleunigen. Planen Sie Pausen ein, vermeiden Sie anstrengende Aktivitäten und lautes Reden oder Singen, wenn die Stimme belegt ist. In der Schule sollten Sie dem Lehrer Bescheid geben, falls Sie sich konzentrieren müssen – das kann wegen der Kopfschmerzen schwerfallen. Nach etwa einer Woche sind die meisten Symptome deutlich besser.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf – das stärkt das Immunsystem.
- Lüften Sie regelmäßig die Wohn- und Schlafräume, aber vermeiden Sie Zugluft.
- Halten Sie die Raumluft nicht zu trocken – ein Luftbefeuchter oder feuchte Tücher auf der Heizung helfen.
- Verzichten Sie vollständig auf Rauchen und Zigarettenrauch.
- Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, um Viren vorzubeugen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt die Abwehrkräfte. Während der akuten Phase sollte man nicht zu schwer oder fettreich essen – leichte Kost wie Suppen, Brühe und Vollkornprodukte sind empfehlenswert. Bewegung an der frischen Luft ist in Ordnung, solange Sie keine starken Kopfschmerzen haben – ein Spaziergang kann sogar helfen, die Nasenschleimhäute zu durchbluten. Sport mit hohem Tempo oder Krafttraining sollten Sie meiden, bis die Symptome abgeklungen sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Gesichtsschmerzen, eine verstopfte Nase und Müdigkeit können auf die Stimmung drücken. Teenager fühlen sich vielleicht gereizt oder unmotiviert. Das ist normal und geht vorüber. Falls die schlechte Laune länger anhält oder Gefühle von Hoffnungslosigkeit auftreten, sollten Sie mit einem Erwachsenen oder dem Kinder- und Jugendpsychologischen Dienst sprechen.
Vorbeugung
Nicht vollständig, aber das Risiko kann deutlich gesenkt werden. Eine gesunde Lebensweise, gute Handhygiene und das Vermeiden von Infekten sind die beste Vorbeugung. Insbesondere sollten Teenager nicht rauchen und Passivrauch meiden. Allergien sollten behandelt werden.
Impfungen
Eine Impfung gegen Grippe (Influenza) schützt vor einer der häufigsten Ursachen der Sinusitis. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Grippeimpfung für alle Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen oder Immunschwäche. Auch eine Pneumokokken-Impfung kann in manchen Fällen sinnvoll sein – sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening auf Sinusitis. Bei wiederholten Infekten kann der Arzt aber durch einen Allergietest oder eine Haut- und Blutuntersuchung feststellen, ob eine Allergie oder ein Immunproblem dahintersteckt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Sinusitis: Die Entzündung hält länger als 12 Wochen an und wird oft zum Dauerproblem mit immer wiederkehrenden Schwellungen und Schmerzen.
- Orbitale Komplikationen: Die Entzündung greift auf die Augenhöhle über – dies ist ein Notfall und kann zu Sehstörungen oder Erblindung führen.
- Sinusvenenthrombose: Ein Blutgerinnsel in den Blutleitern des Gehirns, das zu Kopfschmerzen, Krampfanfällen oder Schlaganfall führen kann (sehr selten).
- Hirnhautentzündung (Meningitis): Bakterien können in den Liquorraum eindringen und eine lebensbedrohliche Meningitis auslösen – dies tritt bei Sinusitis aber äußerst selten auf.
- Nasenpolypen: Lang anhaltende Entzündungen fördern das Wachstum gutartiger Schleimhautwucherungen, die die Nasenatmung erschweren.
Langzeitprognose
Die allermeisten Nasennebenhöhlenentzündungen bei Teenagern heilen problemlos aus. Mit einfachen Hausmitteln und etwas Geduld geht es meist innerhalb von 7 bis 10 Tagen deutlich besser. Selbst wenn eine bakterielle Infektion vorliegt, helfen Antibiotika zuverlässig und Komplikationen sind extrem selten. Eine chronische Sinusitis kann man heutzutage mit Nasensprays, Allergiebehandlung oder (in seltenen Fällen) einer kleinen Operation gut in den Griff bekommen. Die Prognose ist also insgesamt sehr gut – Sie müssen keine Angst haben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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